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Im Namen der Deutschen Die Bundespräsidenten und die NS-Vergangenheit

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.10.2023

Abbildungen

mit 24 Abbildungen

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

377

Maße (L/B/H)

21,8/14,3/3,4 cm

Gewicht

618 g

Farbe

Lichtgrau / Anthrazit

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-80848-7

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.10.2023

Abbildungen

mit 24 Abbildungen

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

377

Maße (L/B/H)

21,8/14,3/3,4 cm

Gewicht

618 g

Farbe

Lichtgrau / Anthrazit

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-80848-7

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

Email: produktsicherheit@beck.de

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Der Bundespräsident handelt…

LichtundSchatten am 23.03.2024

Bewertungsnummer: 2844722

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Bundespräsident handelt indem er spricht. Der erste, Theodor Heuss, entwickelte, zusammen mit dem Kanzler Adenauer, jene Maßstäbe, die auch heute noch gelten für die Vergangenheitsbewältigung bzw. die Behandlung der Nazi-Diktatur. „Wir haben von den Dingen gewusst,“ sagte Heuss und meinte damit wohl eher jene Schicht der Politiker und höherer Beamter, die davon Kenntnis hatten, was Juden von 33-45 erleiden mussten. Das präsidiale, gern genommene „Wir“ kann natürlich nicht für die gesamte Bevölkerung gelten und nicht allen BP’s war es vergönnt, alle Landsleute hinter sich zu bringen, wie es der volkstümliche Heuss und der weise Intellektuelle Richard von Weizsäcker konnten. Sie sind Anfangs- und Endpunkte einer Entwicklung, die sich als ein Weg von der Vergangenheitsbewältigung hin zur Erinnerungskultur skizzieren lässt. Ich habe in diesem spannenden Buch viele Dinge gelernt, die mir bislang weniger bekannt waren, speziell auch im durchaus wetterwendischen Heuss, der mit nicht verhohlenem Ehrgeiz das Amt des ersten Bundespräsidenten anstrebte, obwohl er, wie vermutlich die meisten Politiker, das Gegenteil sagte. Er schrieb in seinen ca. 100 Leitartikeln in der Rhein-Neckarzeitung ab 1945 bis 49 wenig über den Nationalsozialismus oder trat als zukunftsorientierter Kopf hervor. „Sein Metier blieb auch jetzt die historische Betrachtung, namentlich die demokratischen Traditionslinien im deutschen Südwesten.“ Heuss präsentierte sich als Stimme derer, die dem NS-Regime distanziert gegenüber standen. Den NS Verbrechern sollten seiner Meinung nach die Deutschen den Prozess machen, nicht die Alliierten, so positionierte sich Heuss als Redakteur der Rhein-Neckar-Zeitung damals. „Erlöst und vernichtet in einem“, so brachte Heuss die deutsche Befindlichkeit bei Kriegsende auf den Punkt. Er hatte nach eigenem Bekunden ein kleines Präsidialamt, schrieb fast alles selber und sagte dies über sich: „Welches Glück, dass ich einmal Journalist gewesen bin, der außer über Mathematik und Musik so ziemlich über alle Dinge einmal zu schreiben hatte oder geschrieben hat.“ Wir kommen den Bundespräsidenten mit diesem sehr gut recherchierten Buch näher und können uns ein Bild von den Verstrickungen der damaligen Zeit machen.

Der Bundespräsident handelt…

LichtundSchatten am 23.03.2024
Bewertungsnummer: 2844722
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Bundespräsident handelt indem er spricht. Der erste, Theodor Heuss, entwickelte, zusammen mit dem Kanzler Adenauer, jene Maßstäbe, die auch heute noch gelten für die Vergangenheitsbewältigung bzw. die Behandlung der Nazi-Diktatur. „Wir haben von den Dingen gewusst,“ sagte Heuss und meinte damit wohl eher jene Schicht der Politiker und höherer Beamter, die davon Kenntnis hatten, was Juden von 33-45 erleiden mussten. Das präsidiale, gern genommene „Wir“ kann natürlich nicht für die gesamte Bevölkerung gelten und nicht allen BP’s war es vergönnt, alle Landsleute hinter sich zu bringen, wie es der volkstümliche Heuss und der weise Intellektuelle Richard von Weizsäcker konnten. Sie sind Anfangs- und Endpunkte einer Entwicklung, die sich als ein Weg von der Vergangenheitsbewältigung hin zur Erinnerungskultur skizzieren lässt. Ich habe in diesem spannenden Buch viele Dinge gelernt, die mir bislang weniger bekannt waren, speziell auch im durchaus wetterwendischen Heuss, der mit nicht verhohlenem Ehrgeiz das Amt des ersten Bundespräsidenten anstrebte, obwohl er, wie vermutlich die meisten Politiker, das Gegenteil sagte. Er schrieb in seinen ca. 100 Leitartikeln in der Rhein-Neckarzeitung ab 1945 bis 49 wenig über den Nationalsozialismus oder trat als zukunftsorientierter Kopf hervor. „Sein Metier blieb auch jetzt die historische Betrachtung, namentlich die demokratischen Traditionslinien im deutschen Südwesten.“ Heuss präsentierte sich als Stimme derer, die dem NS-Regime distanziert gegenüber standen. Den NS Verbrechern sollten seiner Meinung nach die Deutschen den Prozess machen, nicht die Alliierten, so positionierte sich Heuss als Redakteur der Rhein-Neckar-Zeitung damals. „Erlöst und vernichtet in einem“, so brachte Heuss die deutsche Befindlichkeit bei Kriegsende auf den Punkt. Er hatte nach eigenem Bekunden ein kleines Präsidialamt, schrieb fast alles selber und sagte dies über sich: „Welches Glück, dass ich einmal Journalist gewesen bin, der außer über Mathematik und Musik so ziemlich über alle Dinge einmal zu schreiben hatte oder geschrieben hat.“ Wir kommen den Bundespräsidenten mit diesem sehr gut recherchierten Buch näher und können uns ein Bild von den Verstrickungen der damaligen Zeit machen.

Wie kann es mit Deutschland…

ws aus Markdorf am 03.01.2024

Bewertungsnummer: 2835276

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wie kann es mit Deutschland nach den unvorstellbaren Kriegsgräueln der Nazis weiter gehen? Damit ist im konkreten Fall nicht der Wiederaufbau des komplett zerstörten Landes gemeint. Sondern es geht um die Frage, welche Persönlichkeit ist in der Lage, mit den alliierten Staaten, den ehemaligen Kriegsgegnern, einen Weg der friedlichen Ko-Existenz, der friedlichen Zusammenarbeit, des gegenseitigen Aufeinanderzugehens, des Verständnisses, des ebenso gegenseitigen Vertrauens aufzubauen? Vor allem auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die meisten Deutschen der für das Amt des Bundespräsidenten in Frage kommenden Altersgruppe selbst Mitglieder der NSDAP oder einer deren Organisationen waren. Einfache PG's (Parteigenossen), Wehrmachtsangehörige, Mitglieder der SA oder SS, von der Hitler-Jugend indoktriniert..? Diesen ganzen Fragen, Problemen geht Norbert Frei anhand der ersten Männer im Amt des Bundespräsidenten nach. Theodor Heuss hatte das höchste Amt der neuen Republik in der schwersten Phase nach dem vom Deutschen Reich losgetretenen Zweiten Weltkrieg inne. Von 1949 bis 1959. Ihm gelang es unter anderem nicht nur mit Großbritannien wieder in politischen Kontakt zu kommen. Er hatte es beispielsweise auch aus persönlicher Überzeugung bei seinem Staatsbesuch in Griechenland Blumen an den Gräbern der von deutschen Wehrmachtsangehörigen erschossenen griechischen Geiseln niederzulegen. Auf seinen Nachfolger, dem vergleichsweise sehr spröden Heinrich Lübke, von 1959 bis 1969 amtierend, kam beispielsweise die schwere Aufgabe zu, sich im Namen der Deutschen gegenüber der Weltöffentlichkeit für die neuerlichen Nazi-Schmierereien der ewig Gestrigen an Synagogen in Köln, in Düsseldorf und weiteren Städten zu entschuldigen. Sowohl Gustav Heinemann (Bundespräsident von 1969 bis 1974) als auch Walter Scheel (1974 bis 1979 im Amt) als auch der 'Wandervogel' Karl Carstens (1979 bis 1984) hatten ihre Zugehörigkeit zu der einen oder anderen NSDAP-Organisation zu erklären. Gleiches gilt für Richard von Weizsäcker (1984 bis 1994 Präsident), der mit seiner Rede am 08. Mai 1985 gehalten anlässlich der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches 40 Jahre zuvor internationale Anerkennung fand. Gerade für ihn war die Auseinandersetzung mit der NSDAP, gerade nicht im Sinne einer Rechtfertigung, ein besonderes Anliegen. Die nachfolgenden Bundespräsidenten, also Roman Herzog (1994 bis 1999 im Amt), Johannes Rau (1999 bis 2004 Präsident), Horst Köhler (2004 bis 2010), Christian Wulff (2010 bis 2012), Joachim Gauck (2012 bis 2017) sowie Frank-Walter Steinmeier (seit 2022 Bundespräsident) werden nicht erwähnt. Letztgenannter hatte zum Beispiel schon auf Grund seines Geburtsjahres 1956 keine wie auch immer geartete mit der NSDAP in Verbindung zu bringende Vergangenheit. Die insgesamt 323 Seiten sind stellenweise mehr als 'trocken' zu lesen. Sehr aufschlussreich sind sie dennoch und auf jeden Fall. Denn sie verdeutlichen, vor welcher Aufgabe die Bundespräsidenten standen. Nicht nur, um ihre eigene teils sehr belastende NSDAP-Vergangenheit aufzuklären. Sondern die junge Bundesrepublik Deutschland nach dem zwölf Jahre andauernden Terror der Nazi-Diktatur wieder in die 'Weltgemeinschaft' zu integrieren. Und das trotz des Holocausts mit den mindestens 6 Millionen fabrikmäßig und mit 'deutscher Gründlichkeit' ermordeten Frauen, Männern, Kindern, den Millionen Kriegsgefangenen, die man gnadenlos verhungern ließ, mit den Tausenden erschossenen Geiseln in Polen, in Russland, in Frankreich, auf dem Balkan, in Italien, den skandinavischen Ländern. Insgesamt angesichts all dieser Gräuel eine bemerkenswerte Leistung dieser Männer.

Wie kann es mit Deutschland…

ws aus Markdorf am 03.01.2024
Bewertungsnummer: 2835276
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wie kann es mit Deutschland nach den unvorstellbaren Kriegsgräueln der Nazis weiter gehen? Damit ist im konkreten Fall nicht der Wiederaufbau des komplett zerstörten Landes gemeint. Sondern es geht um die Frage, welche Persönlichkeit ist in der Lage, mit den alliierten Staaten, den ehemaligen Kriegsgegnern, einen Weg der friedlichen Ko-Existenz, der friedlichen Zusammenarbeit, des gegenseitigen Aufeinanderzugehens, des Verständnisses, des ebenso gegenseitigen Vertrauens aufzubauen? Vor allem auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die meisten Deutschen der für das Amt des Bundespräsidenten in Frage kommenden Altersgruppe selbst Mitglieder der NSDAP oder einer deren Organisationen waren. Einfache PG's (Parteigenossen), Wehrmachtsangehörige, Mitglieder der SA oder SS, von der Hitler-Jugend indoktriniert..? Diesen ganzen Fragen, Problemen geht Norbert Frei anhand der ersten Männer im Amt des Bundespräsidenten nach. Theodor Heuss hatte das höchste Amt der neuen Republik in der schwersten Phase nach dem vom Deutschen Reich losgetretenen Zweiten Weltkrieg inne. Von 1949 bis 1959. Ihm gelang es unter anderem nicht nur mit Großbritannien wieder in politischen Kontakt zu kommen. Er hatte es beispielsweise auch aus persönlicher Überzeugung bei seinem Staatsbesuch in Griechenland Blumen an den Gräbern der von deutschen Wehrmachtsangehörigen erschossenen griechischen Geiseln niederzulegen. Auf seinen Nachfolger, dem vergleichsweise sehr spröden Heinrich Lübke, von 1959 bis 1969 amtierend, kam beispielsweise die schwere Aufgabe zu, sich im Namen der Deutschen gegenüber der Weltöffentlichkeit für die neuerlichen Nazi-Schmierereien der ewig Gestrigen an Synagogen in Köln, in Düsseldorf und weiteren Städten zu entschuldigen. Sowohl Gustav Heinemann (Bundespräsident von 1969 bis 1974) als auch Walter Scheel (1974 bis 1979 im Amt) als auch der 'Wandervogel' Karl Carstens (1979 bis 1984) hatten ihre Zugehörigkeit zu der einen oder anderen NSDAP-Organisation zu erklären. Gleiches gilt für Richard von Weizsäcker (1984 bis 1994 Präsident), der mit seiner Rede am 08. Mai 1985 gehalten anlässlich der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches 40 Jahre zuvor internationale Anerkennung fand. Gerade für ihn war die Auseinandersetzung mit der NSDAP, gerade nicht im Sinne einer Rechtfertigung, ein besonderes Anliegen. Die nachfolgenden Bundespräsidenten, also Roman Herzog (1994 bis 1999 im Amt), Johannes Rau (1999 bis 2004 Präsident), Horst Köhler (2004 bis 2010), Christian Wulff (2010 bis 2012), Joachim Gauck (2012 bis 2017) sowie Frank-Walter Steinmeier (seit 2022 Bundespräsident) werden nicht erwähnt. Letztgenannter hatte zum Beispiel schon auf Grund seines Geburtsjahres 1956 keine wie auch immer geartete mit der NSDAP in Verbindung zu bringende Vergangenheit. Die insgesamt 323 Seiten sind stellenweise mehr als 'trocken' zu lesen. Sehr aufschlussreich sind sie dennoch und auf jeden Fall. Denn sie verdeutlichen, vor welcher Aufgabe die Bundespräsidenten standen. Nicht nur, um ihre eigene teils sehr belastende NSDAP-Vergangenheit aufzuklären. Sondern die junge Bundesrepublik Deutschland nach dem zwölf Jahre andauernden Terror der Nazi-Diktatur wieder in die 'Weltgemeinschaft' zu integrieren. Und das trotz des Holocausts mit den mindestens 6 Millionen fabrikmäßig und mit 'deutscher Gründlichkeit' ermordeten Frauen, Männern, Kindern, den Millionen Kriegsgefangenen, die man gnadenlos verhungern ließ, mit den Tausenden erschossenen Geiseln in Polen, in Russland, in Frankreich, auf dem Balkan, in Italien, den skandinavischen Ländern. Insgesamt angesichts all dieser Gräuel eine bemerkenswerte Leistung dieser Männer.

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Im Namen der Deutschen

von Norbert Frei

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  • Produktbild: Im Namen der Deutschen
  • Einleitung

    I. Lernprozesse
    Theodor Heuss und die Bürden der Vergangenheit
    Die erste Führungsmannschaft
    Schuld und Scham, Vergessen und Vergegenwärtigung
    Bergen-Belsen, das Mahnmal und die Juden

    II. Souveränitätsgewinne
    Normsetzendes Gedenken: Der 20. Juli 1954
    Ordenspolitik
    Traditionsstiftung: "Die großen Deutschen"
    Reisen in die Vergangenheit
    Zuhause im Amt

    III. Systemkonkurrenz
    Heinrich Lübke un ddie präsidiale Kontinuität
    Bütefisch und andere "kritische" Orden
    Die DDR-Kampagne gegen den "KZ-Baumeister"
    Abschiedsqualen

    IV. Machtwechsel
    Gustav Heinemann und die deutsche Geschichte
    "Versöhnungsbesuche" des "Bürgerpräsidenten"
    "Kahlschlag in der Villa Hammerschmidt"
    Walter Scheel und das neue Deutschland
    Präsidentenwechsel

    V. Tendenzwenden
    Karl Carsten oder: Die Persistenz der gesellschaftlichen Polarisierung
    Konservative Lernerfahrungen
    Richard von Weizsäcker und der 8. Mai 1985

    Deutschland, Israel und "die Rede"
    Die Lehren aus der Vergangenheit und das Ende der DDR

    Schluss

    Anhang
    Nachwort
    Anmerkungen
    Quellen und Literatur
    Abkürzungen
    Abbildungsnachweis
    Namenverzeichnis