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Chrysalis Ein Roman über Körperlichkeit und weibliche Emanzipation

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.12.2023

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

20,7/13,4/2,8 cm

Gewicht

389 g

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Eva Bonne

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00322-7

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

Witzig und unterhaltsam. ("Stern")
Eine ganz starke Leseerfahrung. ("Deutschlandfunk Kultur "Lesart"")
Ein atemberaubendes Romandebüt. ("NDR 1 "Neue Bücher"")
Ein fesselndes, fast schon soghaft wirkendes Buch, in dem Anna Metcalfe über den Versuch einer Frau schreibt, sich von den Fesseln der Gesellschaft zu befreien und über sich selbst vollkommene Kontrolle zu erlangen.
Stilistisch geschmeidig, fast soghaft, suggestiv erzählt Anna Metcalfe über eine Frau, die anfangs nur Autonomie will, doch dann dem süßen Gift der Influencerwelt erliegt. ("WDR Westart Lesestoff")
Anne Metcalfe erzählt von Körperlichkeit und Einsamkeit. Die Lektüre lohnt sich sehr. ("Welt am Sonntag")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.12.2023

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

20,7/13,4/2,8 cm

Gewicht

389 g

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Eva Bonne

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00322-7

Herstelleradresse

Rowohlt Verlag GmbH
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

Email: produktsicherheit@rowohlt.de

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  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    01.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ungewöhnlich, fesselnd und stark: Die Verwandlung einer Frau

    "Es war, als versuchte sie im wörtlichen Sinn über sich hinauszuwachsen.“   Eine junge Frau will sich verwandeln, ihr Ziel sind innere und äußere Stärke sowie absolute Unabhängigkeit. Grund hierfür ist eine traumatische Erfahrung mit ihrem Exfreund.   “Sie wiederholte mehrfach, er sei nie gewalttätig geworden, womit sie meinte, dass er sie nicht geschlagen, geschubst oder getreten hatte. Weder hatte er ihr Haare ausgerissen, noch hatte er Dinge zerstört. Er nahm er kein Geld weg und drängte sich ihr sexuell nie auf. Sie hatte viel über häusliche Gewalt gelesen und nicht den Eindruck, dass sie ein besonders schlimmes Beispiel dafür sei. Sie wusste nicht genau, was er tun würde, sollte sie Widerstand leisten, aber sie leistete keinen Widerstand und erfuhr es folglich nie.”   Der Aufbau des Buchs ist ungewöhnlich. Man erlebt die Verwandlung der namenlosen Protagonistin aus drei Perspektiven: der eines Fremden (Elliot), der ihrer Mutter Bella und der einer ehemaligen Arbeitskollegin/Freundin (Susie). Man mag skeptisch sein angesichts der Tatsache, dass man nie weiß, was in der Protagonistin selbst vorgeht, sondern immer nur aus der Perspektive von drei Außenstehenden auf sie blickt - doch unerwarteterweise funktioniert diese Art des Erzählens ganz hervorragend. Es macht das Buch sogar sehr vielschichtig und noch interessanter. Außerdem greift diese Art des Erzählens das inhaltliche Thema, also dieses von außen bewertet und beobachtet werden, bereits stilistisch auf.   Den ersten Teil der Erzählung übernimmt Elliot, ein schüchterner Einizelgänger, der sie zufällig im Fitnessstudio kennenlernt und sofort von ihr fasziniert ist:   “Aber sie war ohnehin nicht gekommen, um in einer fremden Aufführung mitzuwirken, denn sie hatte ihr eigenes Ziel vor Augen. Sie hat mich etwas über Fokus gelehrt: Wenn man seinem Lebensweg folgt und eine Mission hat, rückt alles andere in den Hintergrund. Für mich war das eine wertvolle Lektion, und seit ich sie verinnerlicht habe, fühle ich mich unbeschwerter.”   Als nächstes kommt ihre Mutter zu Wort, hier erfährt man viel über die Kindheit der Protagonistin. Zuletzt kommt ihre Arbeitskollegin und Freundin Susie zu Wort.   Die drei Abschnitte greifen teilweise ineinander und zeigen so die Geschichte der Verwandlung aus mehreren Perspektiven. Das fand ich wirklich sehr gelungen, ein großes Lob an die Autorin. Die Hauptperson mag mit ihrem rigorosen Handeln polarisieren und nicht bei allen Lesser*innen Sympathien hervorrufen. Auch das Vermarkten ihrer Transformation in den sozialen Medien kann (und sollte) man kritisch sehen.   “Einige Leute fühlten sich von ihren Ideen provoziert - sie wollten nicht allein leben. Sie nannten sie ein Symbol für alles, was in der Gesellschaft schieflief - das Konkurrenzdenken, die Priorisierung der eigenen Interessen, das Ausblenden fremder Bedürfnisse. Aber diejenigen, die ihre Videos mochten, schienen fürs Alleinsein einen guten Grund zu haben. Indem sie sich auf ein neues Leben in der Isolation vorbereiteten, bildeten sich selbst eine Art Gemeinschaft. Zusammen überlegten sie, auf wie viel Zivilisation man verzichten konnte und wie viel man behalten musste.”   Ich fand ihre Zielstrebigkeit und Stärke jedoch auch faszinierend.    Auch den Titel „Chrysalis“ hat Anna Meltcalfe perfekt gewählt, denn damit ist ein Insekt in der Metamorphose gemeint.    Das Buch lässt viele Fragen offen, bietet so viel Raum zum Nachdenken und für eigene Interpretationen.   Für mich war dieser beeindruckende Debütroman (eine Zufallsentdeckung, über die ich sehr glücklich bin) ein unheimlich starkes Leseerlebnis und in gewisser Weise ein wahres Kunstwerk – unbedingt lesenswert!   “Vielleicht ist sie ein Vorbild, weil sie gelernt hat, sich von der Welt nicht mehr beeinflussen zu lassen.”

  • CK

    aus Raum Stuttgart

    5/5

    21.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ungewöhnlich, fesselnd und…

    Ungewöhnlich, fesselnd und stark: Die Verwandlung einer Frau "Es war, als versuchte sie im wörtlichen Sinn über sich hinauszuwachsen.“ Eine junge Frau will sich verwandeln, ihr Ziel sind innere und äußere Stärke sowie absolute Unabhängigkeit. Grund hierfür ist eine traumatische Erfahrung mit ihrem Exfreund. "Sie wiederholte mehrfach, er sei nie gewalttätig geworden, womit sie meinte, dass er sie nicht geschlagen, geschubst oder getreten hatte. Weder hatte er ihr Haare ausgerissen, noch hatte er Dinge zerstört. Er nahm er kein Geld weg und drängte sich ihr sexuell nie auf. Sie hatte viel über häusliche Gewalt gelesen und nicht den Eindruck, dass sie ein besonders schlimmes Beispiel dafür sei. Sie wusste nicht genau, was er tun würde, sollte sie Widerstand leisten, aber sie leistete keinen Widerstand und erfuhr es folglich nie." Der Aufbau des Buchs ist ungewöhnlich. Man erlebt die Verwandlung der namenlosen Protagonistin aus drei Perspektiven: der eines Fremden (Elliot), der ihrer Mutter Bella und der einer ehemaligen Arbeitskollegin/Freundin (Susie). Man mag skeptisch sein angesichts der Tatsache, dass man nie weiß, was in der Protagonistin selbst vorgeht, sondern immer nur aus der Perspektive von drei Außenstehenden auf sie blickt - doch unerwarteterweise funktioniert diese Art des Erzählens ganz hervorragend. Es macht das Buch sogar sehr vielschichtig und noch interessanter. Außerdem greift diese Art des Erzählens das inhaltliche Thema, also dieses von außen bewertet und beobachtet werden, bereits stilistisch auf. Den ersten Teil der Erzählung übernimmt Elliot, ein schüchterner Einizelgänger, der sie zufällig im Fitnessstudio kennenlernt und sofort von ihr fasziniert ist: "Aber sie war ohnehin nicht gekommen, um in einer fremden Aufführung mitzuwirken, denn sie hatte ihr eigenes Ziel vor Augen. Sie hat mich etwas über Fokus gelehrt: Wenn man seinem Lebensweg folgt und eine Mission hat, rückt alles andere in den Hintergrund. Für mich war das eine wertvolle Lektion, und seit ich sie verinnerlicht habe, fühle ich mich unbeschwerter." Als nächstes kommt ihre Mutter zu Wort, hier erfährt man viel über die Kindheit der Protagonistin. Zuletzt kommt ihre Arbeitskollegin und Freundin Susie zu Wort. Die drei Abschnitte greifen teilweise ineinander und zeigen so die Geschichte der Verwandlung aus mehreren Perspektiven. Das fand ich wirklich sehr gelungen, ein großes Lob an die Autorin. Die Hauptperson mag mit ihrem rigorosen Handeln polarisieren und nicht bei allen Lesser*innen Sympathien hervorrufen. Auch das Vermarkten ihrer Transformation in den sozialen Medien kann (und sollte) man kritisch sehen. "Einige Leute fühlten sich von ihren Ideen provoziert - sie wollten nicht allein leben. Sie nannten sie ein Symbol für alles, was in der Gesellschaft schieflief - das Konkurrenzdenken, die Priorisierung der eigenen Interessen, das Ausblenden fremder Bedürfnisse. Aber diejenigen, die ihre Videos mochten, schienen fürs Alleinsein einen guten Grund zu haben. Indem sie sich auf ein neues Leben in der Isolation vorbereiteten, bildeten sich selbst eine Art Gemeinschaft. Zusammen überlegten sie, auf wie viel Zivilisation man verzichten konnte und wie viel man behalten musste." Ich fand ihre Zielstrebigkeit und Stärke jedoch auch faszinierend. Auch den Titel „Chrysalis“ hat Anna Meltcalfe perfekt gewählt, denn damit ist ein Insekt in der Metamorphose gemeint. Das Buch lässt viele Fragen offen, bietet so viel Raum zum Nachdenken und für eigene Interpretationen. Für mich war dieser beeindruckende Debütroman (eine Zufallsentdeckung, über die ich sehr glücklich bin) ein unheimlich starkes Leseerlebnis und in gewisser Weise ein wahres Kunstwerk – unbedingt lesenswert! "Vielleicht ist sie ein Vorbild, weil sie gelernt hat, sich von der Welt nicht mehr beeinflussen zu lassen."

  • ancla_books4life

    aus Schwerte

    5/5

    30.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das Leben einer Puppe aus drei Perspektiven

    **** Worum geht es? **** Eine junge Frau will sich verwandeln, Stärke und Unabhängigkeit ist ihr Ziel. Auf dem Weg begegnet sie jemand fremden, Elliot, ihre Mutter Bella und ihre Freundin Susie. Während diese alles für sie geben, nimmt die Protagonistin was sie braucht um ihr Ziel zu erreichen und verschwindet. Erreicht die Protagonistin ihren Befreiungsschlag? Und sind die Kosten dies am Ende wert? **** Mein Eindruck **** Die Verwandlungsphase der Protagonistin erlebte ich aus drei verschiedenen Perspektiven, aber nie aus der Sicht der Protagonistin selbst. Die Erzählungen greifen teilweise ineinander und beleuchten das Erscheinungsbild und ihre Wirkung aus verschiedensten Perspektiven. Während die Protagonistin sich wandelt bleiben die Beobachter einsam und zerstört zurück. Als Leser verliebt man sich in die Protagonistin, hasst sie regelrecht und kommt dennoch nicht aus der Bewunderung raus. Ich bin in eine skurrile und dennoch absolut real anfühlende Welt eingetaucht und bleibe völlig ratlos zurück. Die Erzählungen werfen viele Fragen auf und lassen viel Raum zur Interpretationen, klare Antworten finde ich hier nicht und genau das macht für mich aus diesem Buch ein besonderes Kunstwerk, denn ich möchte jedes Detail auseinander nehmen und weitere Interpretationsmöglichkeiten entdecken. Sind die an ihrem Leid schuld die sie weiter beobachten und sich benutzen lassen? Ist die Protagonistin schlichtweg egoistisch? Hat die Protagonistin sich wirklich von den Fesseln der Gesellschaft befreit? Was ist Schein, was ist sein? **** Empfehlung? **** Ein Trugbild oder doch Realität? Eine Geschichte rund um die Verpuppung eines Menschen zu jemand ganz Neuem. Fabelhaft erzählt, anregend und vielschichtig. Keine leichte Kost. Eine Empfehlung für Fans von Erzählungen, die eine tiefergehende Interpretation nicht scheuen.

  • Kaffeeelse

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    14.07.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Veränderung

    „Chrysalis“ ist ein richtig interessantes Buch. Denn es könnte zu einem Nachdenken anregen, wenn man denn will. Eine Frau sucht nach einer traumatischen Erfahrung nach einer Veränderung. Sie geht einen neuen Weg. Sie will stärker werden, will unabhängiger werden, sie will sich stärken und schützen. Dies macht sie recht rigoros. Und schürt damit nicht unbedingt nur empathische Gefühle in der Leserschaft. Doch warum ist das so? Würden wir genauso reagieren, wenn der Hauptcharakter ein Mann wäre? Denn so etwas direkt zu Verurteilendes macht der Hauptcharakter in „Chrysalis“ nicht. Sie geht nicht allzu nett mit ihrer Umwelt um. Auch mit ihrer Mutter nicht. Was für mich das Schlimmste war.  Durch die Aktion des weiblichen Hauptcharakters wird indirekt/direkt ein Blick auf weibliche Rollenmodelle geworfen und die Leserschaft reagiert darauf. Doch warum ist das so? Wäre der Hauptcharakter in diesem Buch ein Mann, würde die Leserschaft garantiert anders reagieren. Dort wäre so eine Aktion legitimer.  Doch hier ist es eine Frau und sofort urteilen wir anders. Ich würde mich durchaus eine feministisch geprägte Frau nennen, aber auch bei mir stößt dieses Handeln der Frau in Chrysalis an gewisse Grenzen. Nicht völlig und stringent. Denn ich kann diesen Wunsch der Frau verstehen, ich agiere im Leben ähnlich. Ich brauche meine Freiräume und ich verteidige sie auch, ich genieße und brauche meine Autarkie, ich kann mir etwas anderes nicht mehr vorstellen. Kompromisse einzugehen ist notwendig und auch schön, aber in gewissen Momenten gibt es keine Kompromisse mehr, da geht es nur noch nach meinem Gusto und das ist gut so.  Aber das Handeln des Hauptcharakters mit der eigenen Mutter wirft in mir Fragen und auch Abscheu auf. Ich bin garantiert nicht heilig und mache Fehler, auch im Umgang mit meiner Mutter, betrachte mein Tun dann kritisch und versuche mich zu entschuldigen, was mir nicht leichtfällt. Vor allem aber, ich versuche mich zu verändern, versuche mich zu bessern. Denn Mama ist nun mal Mama!  Von daher falle auch ich in diese Erwartungen an weibliches Handeln und reagiere dementsprechend. Doch dieses Buch versucht genau diese altbekannten Betrachtungen weiblichen Tuns zu hinterfragen. Nachdenklich zu machen. Die Möglichkeit zur Chrysalis, ein Insekt im Zustand der Verpuppung, ein Übergang zu etwas Anderem, näher zu betrachten. Denn Verletzungen haben wir doch alle, was also tun zur Verbesserung der eigenen Situation. Ähnlich reagieren. Sich vollkommen rausnehmen. Kann nicht jeder, können die wenigsten. Was auch gut so ist. Denn wenn dies alle tun, gerät unsere Gesellschaft ins Wanken. Was in dem Buch in der Menge der Nachahmer kurz betrachtet wird und auch in einer gewissen Angst vor dem Tun dieser Menschen. Aber man muss dies ja auch nicht so vollkommen durchziehen, ein Überdenken des eigenen Tuns reicht hier völlig und eine Bereitschaft zur Veränderung in den eigens für sich gesetzten Rahmen. So dass es guttut und man gestärkt aus dieser Aktion rausgeht. Was auch etwas Gutes hätte, am Ende würde die Erde sich freuen! Sie wäre ihren größten Aggressor endlich los! Denn die Frage, die in diesem Buch zu kurz kommt, ist folgende, warum ist man denn gezwungen sich rauszunehmen und kann man nicht an den triggernden Faktoren etwas verändern, kann nicht unsere patriarchale Welt endlich verschwinden und die ewige Ungleichheit gleich mit?!?! „Chrysalis“ von Anna Metcalfe ist ein sehr gutes Buch, dem nur die kühl verfasste Art, den letzten Stern nimmt. Denn dieses Kühle dringt nicht so sehr zu mir durch. Die Thematik ist aber wunderbar gewählt. Das Buch hat Spannung und ich kann es allen nur wärmstens ans Herz legen. Auch wenn ich denke, dass dieses Buch polarisiert. Lest es selbst und schaut was Anna Metcalfe hier mit euch macht. 

  • Nicole Kleber

    aus Eisenberg

    4/5

    06.01.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Verstörend, soghaft, überzeugend!

    "Sie stand in einer Art Park, zwischen Bäumen und Pflanzen. Ihre Ausmaße waren enorm, denn sie hatte sich vollständig verwandelt. Ihre rundlichen Muskeln glänzten. Sie wirkte elegant, ultramodern, ätherisch, wie ein Alien." „Chrysalis“ ist die naturwissenschaftliche Bezeichnung für den Vorgang des Übergangs, wenn nach der Verpuppung aus einer Raupe ein Schmetterling wird. Genau das praktiziert Anna Metcalfs namenlose Protagonistin, nachdem sie beschließt, dass ihr Körper stark, mächtig und perfekt werden soll. Warum sie das möchte, darüber geben drei Personen Auskunft, die sie, die Verwandelte, in unterschiedlichen Stadien ihres Lebens begleiteten. Elliot ist der erste, der erzählt. Davon, wie sie das erste Mal in das Fitnessstudio kam, ihre Einweisung bekam und er die Augen von ihr und ihren Bewegungen nicht lassen konnte. Wie er danach lange warten musste, bis er sie wieder sah, mit ihr ins Gespräch kam und sie mit zu ihm ging und die beiden so etwas wie ein Paar wurden. Er gibt Gespräche wieder, Fragen die sie ihm stellte. "Wolltest du schon einmal eine Pflanze sein?, fragte sie. 'Hast du dich je gefragt, wie es wäre, ein Baum zu sein? (…) Sich direkt von der Erde zu ernähren.'" Und er wird Zeuge dessen, was auf körperlicher Ebene mit ihr passiert. Bis sie plötzlich aus seinem Leben verschwindet. Susie berichtet, was vor dieser Zeit mit Elliot und dem Fitnessstudio geschah. Als Susie in einer Anwaltskanzlei die Kollegin von ihr war und ihr eine Zeit lang Unterkunft gab. Denn die Beziehung aus der sie flüchtete war auf das Übelste toxisch und sie davon traumatisiert – der Auslöser für ihre Metamorphose. Ihre Mutter Bella erzählt von der Kindheit ihrer Tochter, in der sie wegen ihrer Zitteranfälle eine gemobbte Außenseiterin war – und der es jetzt um das absolute Stillhalten geht. "Sie hatte das trainiert. Es war ihr großes Projekt – so still zu halten wie möglich. Sie wollte vollkommen unbewegt sein." Nach ihrer Zeit mit Elliot verschwindet sie in der Versenkung – um mit einem Videoblog wieder aufzutauchen. Ein Videoblog, mit dem sie zu einer erfolgreichen Influencerin wird und in dem sie Isolation als einzigen Weg zur Vollkommenheit predigt. Und Menschen dazu auffordert, zu verschwinden ... „Ich wollte Teil ihrer Welt sein. Das viele Nachdenken über sie - wie sie sich bewegte, wie sie ging, wie sie den Raum veränderte - hatte dazu geführt, dass ich mein Leben umkrempeln wollte. Ich war ihr erster Zuschauer, ihr erster Follower, ihr erstes Like.“ Diese unterschiedlichen Sichtweisen auf eine Person, mal wird sie sensibel, dann narzisstisch und letzten Endes manipulativ dargestellt, offenbaren eine zutiefst verletzte Person, deren Kampf um körperliche Veränderung die Bemühung um Selbstheilung ist. Inhaltlich manchmal fast verstörend, immer aber soghaft und sprachlich überzeugend, hat mich dieser Roman, der zudem eine Menge gesellschaftlicher Themen aufgreift, auf das vortrefflichste unterhalten und obwohl ich am Ende eigentlich nicht mehr wußte als zu Beginn der Story, kann ich „Chrysalis“ als runde und gelungene Geschichte empfehlen, durch die man nur so fliegt! #leseempfehlung

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