Christian Redl hat sein Leben aufgeschrieben - ehrlich, aufrichtig, ungeschönt. Aufgewachsen in den fünfziger Jahren unter der Obhut eines kriegstraumatisierten Vaters, macht er gegen den Willen der Eltern eine Ausbildung zum Schauspieler. Schonungslos gegen sich selbst erzählt er von seiner rastlosen Suche nach Erfolg und Anerkennung, von Triumphen am Theater, fantastischen Auszeichnungen sowie von gefährlichen Beziehungen und der Macht des Alkohols, von tiefer Melancholie, Euphorie und Verzweiflung. Aber auch von einer beglückenden späten Liebe, mit der er nicht mehr gerechnet hatte. Besonders bekannt durch seine Rolle als Kommissar Thorsten Krüger in den Spreewaldkrimis.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Dirk Knappe
aus Hagen
5/5
13.04.2023
eBook (ePUB 3)
"Am Abend telefonierten wir noch ein letztes Mal, versicherten uns, wie zwei Schwerverletzte nach einem Unfall, dass wir überlebt hätten...". | aus: "Das Leben hat kein Geländer".
Christian Redl gehört wohl zu den markantesten Gesichtern in der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Vor allem seine Darstellung des Kommissar Krüger im „Spreewaldkrimi“ dürfte großen Anteil daran haben. 15 Mal hat er diesem eigensinnigen Kommissar bisher sein Gesicht geliehen.
Mit "Das Leben hat kein Geländer", einem Zitat des österreichischen Schriftstellers Hermann Bahr, veröffentlicht Redl kurz vor seinem 75. Geburtstag ein autobiografisches Meister-Werk, in dem er ganz offen von seiner rastlosen Suche nach Erfolg und Anerkennung, von Triumphen am St.-Pauli-Theater, der großen Angst, mitten auf der Bühne den Text zu vergessen, erzählt.
Sein ehrlicher und schonungsloser Bericht über Melancholie, die Macht des Alkohols, die ihn begleitenden Abgründe, seine Euphorie und Lebensantreiber, die unerwartete, späte Liebe, machen Redl's Werk lesenswert.
seine manchmal durchaus selbst bezichtigend anmutende und entlarvende Offenheit, wenn er zB über die ambivalente Beziehung zu seiner Kollegin Maja Maranow schreibt, hallen lange nach und erinnern mich in ihrer nachhaltigen Wirkweise an Edgar Selge's Meisterwerk "Hast du uns endlich gefunden".
Absolute Leseempfehlung hier an dieser Stelle!
sleepwalker
4/5
25.05.2023
eBook (ePUB 3)
Christian Redl kenne ich…
Christian Redl kenne ich hauptsächlich als Kommissar Krüger aus den „Spreewald-Krimis“ im ZDF, aber auch als Darsteller kauziger und undurchsichtiger Charaktere in anderen Filmen. Jetzt hat der preisgekrönte Schauspieler, Musiker und Hörbuchsprecher mit „Das Leben hat kein Geländer“ eine Art Autobiografie veröffentlicht, ein Buch, das mich sehr zwiegespalten zurücklässt. Aber von vorn. Der inzwischen 75jährige Christian Redl blickt auf ein bewegtes (Berufs-)Leben zurück. Aufgewachsen in der Nachkriegszeit mit einem kriegstraumatisierten alkoholkranken Vater, dessen Depressionen und Sucht das Familienleben und alle Familienmitglieder prägten. Da er auf dem Gymnasium nicht zurechtkam, besuchte er eine Waldorfschule, wo er zum ersten Mal mit dem Schauspiel in Berührung kam. Gegen den Willen der Eltern machte er nach dem Abschluss eine Ausbildung zum Schauspieler. In den folgenden Jahren arbeitete er mit großen Regisseuren wie Luc Bondy, Claus Peymann und Peter Zadek zusammen, unter anderem an Schauspielhäusern in Hamburg, Bremen und Frankfurt. Er sammelte Erfahrungen in den unterschiedlichsten Rollen und mit den verschiedensten Menschen, auf manche hätte er wohl verzichten können. Trotz einiger Erfolge suchte er lange nach dem Glück und der richtigen Frau. Alkohol spielte in seinem Leben eine viel zu große Rolle, dazu kamen mentale Probleme, Bühnenangst machte ihm das Arbeiten immer mehr zur Qual, denn zur Freude. Musik half ihm durch die schweren Zeiten, er spielte Gitarre und schrieb eigene Stücke. Zwischenmenschlich stürzte er sich in eher komplizierte Frauengeschichten. Zahlreiche Affären, eine unglückliche Ehe (mit Marlen Diekhoff) und eine sehr schwierige Beziehung (mit Maja Maranow) später fand er mit über 60 Jahren die Frau fürs Leben. Mit den Spreewaldkrimis spielte er sich in die Herzen der Fernsehzuschauer und seine Interpretation des Müllermeisters in der „Krabat“-Verfilmung von 2008 sorgte dafür, dass ich den Film nicht bis zum Ende anschauen konnte. „Christian Redl hat sein Leben aufgeschrieben - ehrlich, aufrichtig, ungeschönt“ – steht im Klappentext. Was nicht drinsteht ist, dass seine Lebenserinnerungen, so interessant, bewegend und berührend sie auch sein mögen, schlecht lektoriert sind, außerdem sind in dem Buch viel zu viele ärgerliche Rechtschreib- und Grammatikfehler. Auch sprachlich hätte ich von jemandem, der auf der Bühne mit den Texten der größten Schriftsteller umzugehen weiß, mehr erwartet. Was für ein Jammer, da hätten der Autor und seine Geschichte, aber auch die Leserschaft etwas Besseres verdient! Manche Episoden aus dem Leben von Christian Redl brachten mich zum Schmunzeln, manche eher zum Kopfschütteln oder machten mich traurig. So viele Weggefährten musste er schon beerdigen – unter anderem Ulrich Wildgruber, seinen Bruder Wolf Redl und nicht zuletzt seine ehemalige Lebensgefährtin Maja Maranow. Außer den persönlichen Aspekten gibt Christan Redl auch einen großartigen Einblick in die Welt des Theaters, ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen mit zum Teil äußerst selbstherrlichen Regisseuren und begnadeten Schauspielern. Er nimmt seine Leserschaft mit in seine eigene Sturm und Drang Zeit, eine Zeit der Selbstfindung, einen wilden Ritt und erlaubt einen tiefen Blick in die Seele eines empfindsamen Schauspielers mit allen Höhen und Tiefen. Er erzählt offen von seinen Abstürzen und dem Hang zum Alkohol und wie er sich nach vielen Irrwegen dann doch mehr oder weniger selbst gefunden hat, denn das Leben hat tatsächlich kein Geländer, wie der Titel so treffend den österreichischen Schriftsteller Hermann Bahr zitiert. Für mich als Biografie-Fan, der Christian Redl gern im Fernsehen sieht, war das Buch abgesehen von den vielen ärgerlichen Fehlern eine interessante Lektüre und ich vergebe vier Sterne.
yellowdog
4/5
27.03.2023
eBook (ePUB 3)
Der Weg eines Schauspielers
Das Leben hat kein Geländer. Dieser geniale Titel war es, der mich angelockt hat und das Buch ist wirklich lesenswert.
Christian Redl ist Theater-, Film- und Fernsehschauspieler. Geboren wurde er 1948. Dieses Buch ist seine Autobiografie, aber es ist auch ein Zeitporträt.
Die Kriegsjahre haben seine Eltern geprägt. Es war keine leichte Zeit.
Die Familie war nicht reich. Es gab Entbehrungen. Aber so ging es sicherlich vielen bis dann schließlich das deutsche Wirtschaftswunder eintrat.
Man spürt auch die Sitten der Zeit.
Christian war kein guter Schüler, aber als er auf die Waldorfschule durfte, entdeckte er sein Talent für die Schauspielerei.
Dann geht es in die sechziger Jahre zur Schauspielausbildung. Auch hier viel Zeitkolorit. Erste Berufserfahrungen im Theater und das Treffen von bedeutenden Persönlichkeiten, z.B. Peter Zadek folgen. Für Theaterfans dürfte das sehr interessant zu lesen sein.
Schließlich folgen bis in die Gegenwart auch Erfolge im Film und Fernsehen und Chrsitian Redl wird sehr bekannt.
Dieses Buch gehört mit Sicherheit zu den angenehmen Autobiografien, die ich gelesen habe.
Bewertung
5/5
09.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Klasse! Christian Redl: „Das Leben hat kein Geländer"
Eine schnörkellose, uneitle, selbstironische Autobiografie eines ebenso schnörkellosen Schauspielers. Nicht nur für theateraffine Menschen eine intelligente und unterhaltsame Lektüre!
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