In "Was tun?" reflektiert Wladimir Iljitsch Lenin über die drängenden Fragen der russischen Revolution und die Rolle der revolutionären Parteien in der politischen Landschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit einem klaren und prägnanten Stil, der durch intensive Argumentation und strategisches Denken geprägt ist, skizziert Lenin die Notwendigkeit einer organisierten proletarischen Bewegung und kritisiert die passiven Ansätze der damaligen sozialistischen Strömungen. Der Text ist nicht nur ein Aufruf zur Tat, sondern auch eine tiefgehende Analyse der historischen und sozialpolitischen Bedingungen, die einer echten Revolution zugrunde liegen müssen. Lenins ideologische Schärfe und sein pragmatischer Ansatz machen dieses Werk zu einem Schlüsseltext für das Verständnis der revolutionären Theorie und Praxis seiner Zeit. Wladimir Iljitsch Lenin, als Architekt der Sowjetunion und führende Figur der Bolschewiki, wurde in einem Umfeld politischer Unruhen und sozialer Ungerechtigkeiten geprägt. Seine Erfahrungen als revolutionärer Aktivist und Theoretiker führten ihn dazu, die Bedeutung einer disziplinierten und aktiven Partei hervorzuheben, die das Proletariat in die revolutionäre Praxis einführt. Lenins umfassende Studien der politischen Ökonomie und seine Auseinandersetzungen mit verschiedenen sozialistischen Richtungen flossen in die Konzepte und Strategien ein, die er in diesem Werk formulierte. "Was tun?" ist für alle Leser von unschätzbarem Wert, die ein tieferes Verständnis für die Mechanismen der politischen Mobilisierung und die Strategien der revolutionären Theorie suchen. Es ist sowohl ein theoretisches Fundament als auch ein praktischer Leitfaden für diejenigen, die die Dynamik von politischen Bewegungen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft erfassen wollen. Lenins Worte sind ebenso aktuell wie historisch, sodass jeder, der sich mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit und politischen Veränderung auseinandersetzt, von den Einsichten in diesem Buch profitieren kann.
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Warum es sich heute noch lohnt
Bewertung am 07.01.2024
Bewertungsnummer: 2103794
Bewertet: Buch (Paperback)
Review auf www.solidaritaet.info
Lenins im Jahre 1902 erschienene Schrift zog eine Bilanz einer bestimmten Phase in der Geschichte der russischen Arbeiter*innenbewegung, nämlich der Auseinandersetzung mit dem sogenannten Ökonomismus. Trotzdem ist sie heute wieder besonders aktuell.
von Wolfram Klein, Plochingen bei Stuttgart
Der Ökonomismus versuchte, die Entwicklung der Arbeiter*innenbewegung in ein starres Schema zu pressen, nach dem zunächst ein Kampf für rein betriebliche, wirtschaftliche Forderungen im Vordergrund stehen sollte. Allenfalls die Forderung nach rechtlichen Verbesserungen für die Arbeiter*innen im Rahmen des bestehenden Systems wurde noch akzeptiert. Der Kampf gegen den Zarismus sollte der (tatsächlich noch kaum vorhandenen) bürgerlichen Opposition überlassen werden. Lenin warf den Ökonomist*innen „Chwostismus“ vor. Das Wort war von dem russischen Wort für „Schwanz“ abgeleitet. Man könnte es etwa mit Nachtrabpolitik übersetzen, ein Hinterherhecheln hinter der Dynamik der Massenbewegung.
Tatsächlich trat die Flut der Massenbewegung immer wieder über die Ufer des Flussbetts, das ihr vom Ökonomismus zugewiesen worden war. Der Aufschwung der Bewegung gipfelte drei Jahre später, im Jahre 1905, in der ersten russischen Revolution
Vor 120 Jahren in einem fernen Land … ?
Warum lohnt es sich heute, sich mit diesen Debatten auseinanderzusetzen? Natürlich ist vieles veraltet. Damals herrschte in Russland das zaristische Unterdrückungsregime. Heute sind die Verhältnisse bei allen Einschränkungen, gegen die wir uns immer wieder wehren müssen, wesentlich demokratischer. Eine der von Lenin empfohlenen Maßnahmen war die Verbreitung einer illegalen landesweiten Zeitung, der „Iskra“ (Funke). Heute gibt es viele zusätzliche Möglichkeiten der Massenkommunikation.
Trotzdem erstaunt es beim Lesen, wie viele von Lenins Gedanken immer noch oder mehr denn je aktuell sind.
Bei Lenins Kampf gegen das starre Schema des Ökonomismus drängen sich Parallelen innerhalb der LINKEN und Linken auf über das Verhältnis zwischen dem betrieblichen Kampf, dem Kampf für soziale Forderungen einerseits und dem Kampf gegen verschiedene Unterdrückungsformen (Rassismus, Sexismus, Homophobie etc.) Lenin war ganz entschieden gegen eine Beschränkung des Kampfes und gegen ein Ignorieren solcher Unterdrückung. Zugleich trat er dafür ein, dass die organisierten Arbeiter*innen in solchen Kämpfen nach der Führung streben, weil sie sie am sichersten zum Erfolg führen können.
Spontaneität und Organisation
Eines der Merkmale der damaligen Situation war, dass die politischen Verhältnisse so unerträglich geworden waren, dass die staatliche Repression das Aufkommen von Massenprotesten nicht mehr verhindern konnte. Dagegen wurde der Aufbau von Organisationen viel wirksamer behindert. Das Ergebnis war eine gewaltige Kluft zwischen der Stärke der Massenbewegung und der Schwäche der Organisationen, die ihre Forderungen und Kampfvorschläge in die Bewegungen hinein trugen. Ist das heute so viel anders? Massenproteste hat es in den letzten Jahren und Monaten in vielen Ländern gegeben, das jüngste Beispiel ist Sri Lanka. Aber alle die Bewegungen zeigen eine gigantische Kluft zwischen der Stärke der Bewegung und der Schwäche von linken und revolutionären Organisationen, die eine wirksame Strategie für den Sieg vorschlagen könnten.
Die Richtigkeit von Lenins Kritik am „Chwostismus“ haben die Proteste gegen den Ukraine-Krieg, AnfWas tun?ang März überdeutlich gezeigt: in den spontanen Protesten wurden die verschiedensten, teils miteinander unvereinbaren, Forderungen erhoben. Die Idee, einfach das zu fordern, was die Bewegung selbst fordert, wäre offensichtlich unsinnig gewesen. Es war unverzichtbar, mit einem klaren internationalistischen Programm, einer unabhängigen Position, die weder den russischen noch den westlichen Imperialismus unterstützt, einzugreifen.
In der Einleitung der Neuausgabe habe ich erklärt, dass Lenin in seiner Kritik an der Spontaneität gelegentlich über das Ziel hinausgeschossen ist und das später selber korrigiert hat.
Massenproteste kann es früher oder später auch bei uns geben. Dann werden wir wenig Zeit haben, Bücher zu lesen. Also machen wir es schon jetzt zur Vorbereitung!
Was ist ein "Bolschewiki" und wofür steht dieser ein? -Lenins Hauptwerk
Bewertung aus Wien am 16.01.2021
Bewertungsnummer: 1349027
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Lenin hat mit diesem Werk, dass im Jahre 1902 erschienen ist, die Grundlage für die Bolschwistische Partei und damit der Sowjetunion gelegt.
Lenin kritisiert die sogenannten Opportunisten und die "revisionistischen" Kräfte Europas und zeigt auf, dass die Bolschewiki die einzige revolutionäre Partei seiner Zeit in Europa waren! Lenin legt mit diesem Werk dar was seine konkrete Vorstellung von Russland nach der Revoution ist und wie man dahin kommt.
Stichwort: Avantgarde des Proletariats
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