Das Mädchen vom Moorhof erzählt von Helga, einer jungen, sozial geächteten Mutter aus einem ärmlichen Moorgehöft, deren Wahrhaftigkeit inmitten dörflicher Vorurteile zur moralischen Herausforderung wird. In knapper, zugleich symbolisch aufgeladener Prosa verbindet Lagerlöf realistische Milieuschilderung mit märchenhafter Erzählhaltung. Das Werk steht im Kontext skandinavischer Jahrhundertwendeliteratur, die Schuld, Gnade, Standesgrenzen und weibliche Verletzbarkeit mit religiös-ethischer Tiefenschärfe verhandelt. Selma Lagerlöf, 1858 in Värmland geboren und 1909 als erste Frau mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet, schöpfte aus Volksüberlieferung, protestantischer Frömmigkeit und genauer Beobachtung ländlicher Gesellschaften. Ihre Erfahrung als Lehrerin, ihre Sensibilität für Außenseiter und ihr Interesse an moralischer Läuterung prägen auch diese Erzählung. Helgas Schicksal spiegelt Lagerlöfs wiederkehrendes Anliegen, gesellschaftliche Urteile durch Mitgefühl und innere Wahrheit zu korrigieren. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die eine kurze, doch gehaltvolle Erzählung suchen, in der menschliche Würde gegen soziale Härte behauptet wird. Lagerlöfs Kunst liegt darin, einfache Handlung in existentielle Bedeutung zu verwandeln. Das Mädchen vom Moorhof ist daher nicht nur bewegende Dorfgeschichte, sondern eine eindringliche Studie über Gewissen, Barmherzigkeit und die rettende Kraft moralischer Integrität.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
05.03.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einfühlsam geschrieben
Helga, ein junges Mädchen in einem skandinavischen Dorf, hat von einem ehemaligen Liebhaber, der sie verführt und dann sitzen gelassen hatte, ein uneheliches Kind. Sie ist nach Ansicht der damaligen Gesellschaft dadurch "in Schande" geraten und muss froh sein, dass sie auf einem angesehenen und finanziell gut gestellten Bauernhof eine Arbeit als Magd findet. Sie ist bescheiden, sanft und fleißig und wird daher auf dem Hof von allen geschätzt. Da sie sich wohl fühlt und mit ihren Arbeitgebern gut versteht, ist sie traurig, als sie gehen muss, weil die künftige Schwiegertochter des Hauses nicht mit ihr unter einem Dach leben möchte. Doch Helgas menschliche Qualitäten bekommen durch unerwartete Ereignisse noch ein besonderes Gewicht...
Wie alle Lagerlöf-Bücher sehr einfühlsam geschrieben. Es gilt, wie in anderen Werken von ihr auch, Missverständnisse aufzuklären, die mit psychologischem Tiefgang dargestellt werden.
Befremdend mag aus heutiger Sicht die Ablehnung sein, die Helga entgegen gebracht wird, doch darf man nicht außer Acht lassen, dass Lagerlöfs Bücher nicht in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielen und bestimmte Dinge früher strenger gewertet wurden als heutzutage.
Eine kurze Erzählung, die man an einem Nachmittag schnell durchgelesen hat.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
4/5
04.06.2015
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unbekanntes von der Literaturnobelpreisträgerin...
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