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Produktbild: Lebewohl, Martha

Lebewohl, Martha Die Geschichte der jüdischen Bewohner meines Hauses

2

20,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

15.04.2023

Verlag

Kanon Verlag

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

1249 KB

Auflage

1

Sprache

Deutsch

EAN

9783985680757

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Nein

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Barrierefreiheit

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Erscheinungsdatum

15.04.2023

Verlag

Kanon Verlag

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

1249 KB

Auflage

1

Sprache

Deutsch

EAN

9783985680757

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Spannende Recherchen um ehemalige jüdische Bewohner eines Berliner Hauses

Renas Wortwelt am 07.07.2023

Bewertungsnummer: 1975751

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Man stelle sich das einmal vor: Man lebt in einer großen und schönen Berliner Wohnung, Altbau, mit Stuckdecken. Und erfährt später, dass aus dieser Wohnung, wie auch aus denen auf den anderen Etagen, damals 1942 und später, Frauen und Männer deportiert wurden. Genau so erging es der Autorin, Historikerin und Herausgeberin. Vor vielen Jahren zog Ingke Brodersen in die Wohnung im vierten Stock des Hauses Berchtesgadener Straße 37 in Berlin-Schöneberg. In die Wohnung, in welcher seinerzeit Martha Conen lebte, auf ihrem Flügel muszierte und von wo sie nach Theresienstadt deportiert wurde, 1942. Ingke Bordersen begann irgendwann nachzuforschen, auch zu den anderen Bewohnern, die nach und nach in diesem Haus einquartiert wurden, als ihre eigenen Wohnungen „judenrein“ gemacht wurden. Sie suchte nach Informationen zum Besitzer des Hauses, zum Verbleib der Menschen, die entweder rechtzeitig flohen, untertauchten oder in den Vernichtungslagern starben. In ihrem Buch schildert sie die Situation der Bewohner, erzählt ihre Geschichte, die Geschichte ihrer Familien. Die Recherche gestaltete sich nicht einfach, gab es doch wenig persönliche Aufzeichnungen. Sie forschte in Einwohnermeldeämter, im Arolsen-Archiv, sie befragte Nachkommen und durchforstete viele Listen. Denn die Nationalsozialisten hatten akribisch Buch geführt über ihr Tun. Immer wieder verwebt Ingke Brodersen die Geschichten der Deportierten mit ihrer eigenen Lebensgeschichte, erzählt sie aus ihrer Kindheit oder von ihren Reisen. Dies hat mich immer ein wenig gestört, passte es meiner Meinung nach nicht zum Thema. Dass sie hingegen Vergleiche zieht zu heutigen Geflüchteten, die sie ehrenamtlich betreut, das macht Sinn und ist nachvollziehbar. Auch wenn dadurch die Gefahr besteht, die damaligen Verbrechen zu relativieren. Einziges Manko ist die etwas erratische Erzählweise, die dazu führt, dass man immer wieder den Faden bzw. den Überblick verliert und sich auch zahlreiche Wiederholungen einschleichen. Hier hätte ich mir mehr Systematik gewünscht, ein Nacheinander-Erzählen der Einzelschicksale. Abgesehen von den autobiographischen Teilen und den genannten Mängeln liest sich das Buch spannend wie ein Krimi. Die Recherchen müssen aufregend und hochspannend gewesen sein. Dass die Historikerin damit die Menschen, die in ihrem Haus damals ein Zuhause hatten, dem Vergessen entreißt, ist ein großes Verdienst. Ingke Brodersen - Lebewohl Martha Kanon Verlag. April 2023 Gebundene Ausgabe, 288 Seiten, 26,00 €

Spannende Recherchen um ehemalige jüdische Bewohner eines Berliner Hauses

Renas Wortwelt am 07.07.2023
Bewertungsnummer: 1975751
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Man stelle sich das einmal vor: Man lebt in einer großen und schönen Berliner Wohnung, Altbau, mit Stuckdecken. Und erfährt später, dass aus dieser Wohnung, wie auch aus denen auf den anderen Etagen, damals 1942 und später, Frauen und Männer deportiert wurden. Genau so erging es der Autorin, Historikerin und Herausgeberin. Vor vielen Jahren zog Ingke Brodersen in die Wohnung im vierten Stock des Hauses Berchtesgadener Straße 37 in Berlin-Schöneberg. In die Wohnung, in welcher seinerzeit Martha Conen lebte, auf ihrem Flügel muszierte und von wo sie nach Theresienstadt deportiert wurde, 1942. Ingke Bordersen begann irgendwann nachzuforschen, auch zu den anderen Bewohnern, die nach und nach in diesem Haus einquartiert wurden, als ihre eigenen Wohnungen „judenrein“ gemacht wurden. Sie suchte nach Informationen zum Besitzer des Hauses, zum Verbleib der Menschen, die entweder rechtzeitig flohen, untertauchten oder in den Vernichtungslagern starben. In ihrem Buch schildert sie die Situation der Bewohner, erzählt ihre Geschichte, die Geschichte ihrer Familien. Die Recherche gestaltete sich nicht einfach, gab es doch wenig persönliche Aufzeichnungen. Sie forschte in Einwohnermeldeämter, im Arolsen-Archiv, sie befragte Nachkommen und durchforstete viele Listen. Denn die Nationalsozialisten hatten akribisch Buch geführt über ihr Tun. Immer wieder verwebt Ingke Brodersen die Geschichten der Deportierten mit ihrer eigenen Lebensgeschichte, erzählt sie aus ihrer Kindheit oder von ihren Reisen. Dies hat mich immer ein wenig gestört, passte es meiner Meinung nach nicht zum Thema. Dass sie hingegen Vergleiche zieht zu heutigen Geflüchteten, die sie ehrenamtlich betreut, das macht Sinn und ist nachvollziehbar. Auch wenn dadurch die Gefahr besteht, die damaligen Verbrechen zu relativieren. Einziges Manko ist die etwas erratische Erzählweise, die dazu führt, dass man immer wieder den Faden bzw. den Überblick verliert und sich auch zahlreiche Wiederholungen einschleichen. Hier hätte ich mir mehr Systematik gewünscht, ein Nacheinander-Erzählen der Einzelschicksale. Abgesehen von den autobiographischen Teilen und den genannten Mängeln liest sich das Buch spannend wie ein Krimi. Die Recherchen müssen aufregend und hochspannend gewesen sein. Dass die Historikerin damit die Menschen, die in ihrem Haus damals ein Zuhause hatten, dem Vergessen entreißt, ist ein großes Verdienst. Ingke Brodersen - Lebewohl Martha Kanon Verlag. April 2023 Gebundene Ausgabe, 288 Seiten, 26,00 €

Blicke ins Gestern und ins Heute

Kaffeeelse am 06.07.2023

Bewertungsnummer: 1974994

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ingke Brodersen, eine deutsche Historikerin, blickt in diesem Buch auf die Geschichte ihres Hauses im Nationalsozialismus. Denn dieses Haus war ein sogenanntes „Judenhaus“, ein Haus, welches Juden gehörte und in der Zeit des Nationalsozialismus jüdische Bewohner aufnehmen musste, denn „Judenhäuser“ waren Sammelpunkte. Sammelpunkte, in denen die Bewohner warten mussten, Warten auf den eigenen Tod. Warten in einer Zeit der immer schlimmer werdenden judenfeindlichen Regelungen, Warten in einer Zeit, die die jüdischen Bewohner einen langsamen Tod sterben lässt. In der Recherche zu ihrem Wohnhaus und den ehemaligen Bewohnern dieses Hauses im Nationalsozialismus deckt Ingke Brodersen interessante Details zum Umgang mit den jüdischen Bewohnern Berlins, Deutschlands, Europas auf. Sie eröffnet dem Leser anschaulich und auch sehr ausführlich das Perfide und die Gier, die diesem deutschen Verhalten zugrunde lag. Aber nicht nur das Verhalten der Deutschen steht zentral, ebenso steht das Verhalten, die Scheinheiligkeit der restlichen Welt in ihrem Umgang mit den jüdischen Flüchtlingen zentral. Denn je weiter der Umgang mit den jüdischen Bewohnern in Deutschland klarer wird und auch die Flüchtlingsströme steigen, desto mehr wird die Einwanderung in ihre Zielstaaten den jüdischen Flüchtlingen mit monetären Hürden erschwert. Ein Preis fürs Leben muss also gezahlt werden. Ein Preis, der stetig steigt und damit wird eine gewisse Selektion betrieben. Ein Verhalten, auf das jetzt nicht so gern geschaut wird, denn der Fingerzeig auf das deutsche Verhalten, auf das Verhalten der deutschen Nationalsozialisten, ist auch deutlich einfacher. Einerseits ist dieses Vernichten von Menschen, von menschlichen Existenzen schwer ertragbar, aber wenn man von der Thematik im Klappentext liest, kann man dieses Schreckliche ja erahnen, andererseits wieder ist das geschilderte Verhalten mancher jüdischen Opfer des Nationalsozialismus bewunderungswürdig. Denn obwohl sie dem Tod ins Auge schauten, versuchten sie ihr Hab und Gut vor den Nazis zu retten, zu schützen. Versuchten diesen Unmenschen ihr Tun zu erschweren. Davor ziehe ich meinen imaginären Hut! Ein weiterer Pluspunkt des Buches ist, dass die Autorin nicht nur auf das Verhalten in der Vergangenheit schaut. Nein, sie blickt auch ins Jetzt, auf die Fluchtbewegungen in unserer Zeit. Und dies finde ich sehr bemerkenswert, denn die meisten Autoren, die über den Nationalsozialismus berichten, schränken den Blick strikt auf diese Zeit ein, blicken also nicht über den Tellerrand hinaus. Dies kann man Ingke Brodersen nicht vorwerfen. Denn sie blickt in ihrem Buch nicht nur auf das jüdische Leiden, auf die jüdische Diaspora, sondern auch auf bosnisches und afghanisches Erleben und sie vergleicht. Und in diesen Vergleichen tun sich erschreckende Gleichnisse auf. Gleichnisse, die die Leserschaft fast ebenso erschauern lassen, aber ebenso einer Authentizität nicht entbehren. Geschehnisse, die die Leserschaft nachdenklich stimmen, nachdenklich stimmen sollten. Denn dieser Wolf in uns, der auf unsere Umgebung schaut, der nach Schwächen schnüffelt, ist in uns allen vorhanden und wartet auf Möglichkeiten zum Ausbruch. Immer! Leider! Ein sehr ausführliches und gut recherchiertes Buch ist dieses „Lebewohl, Martha“ von Ingke Brodersen, ein äußerst interessantes Buch, dem ich eine große Lesergemeinde wünsche!

Blicke ins Gestern und ins Heute

Kaffeeelse am 06.07.2023
Bewertungsnummer: 1974994
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ingke Brodersen, eine deutsche Historikerin, blickt in diesem Buch auf die Geschichte ihres Hauses im Nationalsozialismus. Denn dieses Haus war ein sogenanntes „Judenhaus“, ein Haus, welches Juden gehörte und in der Zeit des Nationalsozialismus jüdische Bewohner aufnehmen musste, denn „Judenhäuser“ waren Sammelpunkte. Sammelpunkte, in denen die Bewohner warten mussten, Warten auf den eigenen Tod. Warten in einer Zeit der immer schlimmer werdenden judenfeindlichen Regelungen, Warten in einer Zeit, die die jüdischen Bewohner einen langsamen Tod sterben lässt. In der Recherche zu ihrem Wohnhaus und den ehemaligen Bewohnern dieses Hauses im Nationalsozialismus deckt Ingke Brodersen interessante Details zum Umgang mit den jüdischen Bewohnern Berlins, Deutschlands, Europas auf. Sie eröffnet dem Leser anschaulich und auch sehr ausführlich das Perfide und die Gier, die diesem deutschen Verhalten zugrunde lag. Aber nicht nur das Verhalten der Deutschen steht zentral, ebenso steht das Verhalten, die Scheinheiligkeit der restlichen Welt in ihrem Umgang mit den jüdischen Flüchtlingen zentral. Denn je weiter der Umgang mit den jüdischen Bewohnern in Deutschland klarer wird und auch die Flüchtlingsströme steigen, desto mehr wird die Einwanderung in ihre Zielstaaten den jüdischen Flüchtlingen mit monetären Hürden erschwert. Ein Preis fürs Leben muss also gezahlt werden. Ein Preis, der stetig steigt und damit wird eine gewisse Selektion betrieben. Ein Verhalten, auf das jetzt nicht so gern geschaut wird, denn der Fingerzeig auf das deutsche Verhalten, auf das Verhalten der deutschen Nationalsozialisten, ist auch deutlich einfacher. Einerseits ist dieses Vernichten von Menschen, von menschlichen Existenzen schwer ertragbar, aber wenn man von der Thematik im Klappentext liest, kann man dieses Schreckliche ja erahnen, andererseits wieder ist das geschilderte Verhalten mancher jüdischen Opfer des Nationalsozialismus bewunderungswürdig. Denn obwohl sie dem Tod ins Auge schauten, versuchten sie ihr Hab und Gut vor den Nazis zu retten, zu schützen. Versuchten diesen Unmenschen ihr Tun zu erschweren. Davor ziehe ich meinen imaginären Hut! Ein weiterer Pluspunkt des Buches ist, dass die Autorin nicht nur auf das Verhalten in der Vergangenheit schaut. Nein, sie blickt auch ins Jetzt, auf die Fluchtbewegungen in unserer Zeit. Und dies finde ich sehr bemerkenswert, denn die meisten Autoren, die über den Nationalsozialismus berichten, schränken den Blick strikt auf diese Zeit ein, blicken also nicht über den Tellerrand hinaus. Dies kann man Ingke Brodersen nicht vorwerfen. Denn sie blickt in ihrem Buch nicht nur auf das jüdische Leiden, auf die jüdische Diaspora, sondern auch auf bosnisches und afghanisches Erleben und sie vergleicht. Und in diesen Vergleichen tun sich erschreckende Gleichnisse auf. Gleichnisse, die die Leserschaft fast ebenso erschauern lassen, aber ebenso einer Authentizität nicht entbehren. Geschehnisse, die die Leserschaft nachdenklich stimmen, nachdenklich stimmen sollten. Denn dieser Wolf in uns, der auf unsere Umgebung schaut, der nach Schwächen schnüffelt, ist in uns allen vorhanden und wartet auf Möglichkeiten zum Ausbruch. Immer! Leider! Ein sehr ausführliches und gut recherchiertes Buch ist dieses „Lebewohl, Martha“ von Ingke Brodersen, ein äußerst interessantes Buch, dem ich eine große Lesergemeinde wünsche!

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