Gemeinhin glauben die Leute, was der Bichel sagt. Er redet wie ein gelehrter Mann, wie ein Pfarrer oder ein studierter Doktor, und ist doch nur ein einfacher Viehhändler. Aber der Bichel kann erzählen. Diese Gabe ist nicht jedem gegeben. Der Bichel versteht es, die Leute in seinen Bann zu ziehen. Einen magischen Spiegel soll der Bichel besitzen, so hört man. Darin könne man geliebte Menschen sehen. Und der Spiegel verfüge über prophetische Kräfte, sage einem die Zukunft voraus. Nur über den Erdspiegel sprechen dürfe man nicht. Schlechte Gedanken reichten, um ihn zu zerstören. Und noch viel Schlimmeres könnten Zweifel und Unglauben anrichten! Seine Kritiker schimpfen den Bichel einen Menschenfänger, doch die meisten glauben ihm, wollen ihm glauben, dass sie ein besseres, ein leichteres Leben verdient haben. Die meisten - das sind junge Mädchen, hübsche und fleißige Töchter armer Tagelöhner. Sie mögen naiv und leichtgläubig sein, aber sie haben Träume. Bis eine nach der anderen plötzlich verschwindet ...
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
literaturwohnung
5/5
25.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
„Alles war still, selbst ihr…
„Alles war still, selbst ihr Herz hatte aufgehört, wie wild zu schlagen.“ (S.14) In der Geschichte geht es um den Serienmörder Andreas Bichel aus einem kleinen Ort bei Regensburg. Sie beruht auf einer wahren Begebenheit. Was die Story für mich absolut interessant gemacht hat. Ich liebe es, wenn Krimis und Thriller auf wahren Begebenheiten geschrieben werden. Auf den 187 Seiten wird in verschiedenen Perspektiven die Geschichte erzählt. Man bekommt einen Einblick in jede Figur, ihre Gedanken, ihre Intention, sich zu dem Bichel zu begeben, um in seinen Erdspiegel zu schauen. Die Gründe, es zu tun, sind vielfältig. Auch Bichel selbst erzählt, zum Ende hin wird sogar aufgelöst, wie er zu einer der Figuren stand und für kurze Zeit könnte man Mitleid empfinden - doch flammt nur kurz auf, er ist immerhin ein Serienmörder. Alles in allem ein kurzweiliger Krimi, der es definitiv in sich hat.
Bewertung
5/5
12.01.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
True-Crime-Roman mit Zauber und Magie
Wer ihren Erfolgsroman 'Tannöd' kennt, derjenige weiß, dass ihn ein mörderisches Verbrechen erwartet. Auch die Geschichte in 'Der Erdspiegel' beruht auf wahren historischen Begebenheiten und liest sich aus verschiedenen Perspektiven, sodass nach und nach ein ganzes Bild des Mordfalls entsteht.
Eine kluge, anschauliche und packende Mördersuche!
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