Sommer 1991 auf Perigo Island vor der Küste Neufundlands. Der zwölfjährige Pierce und seine Freunde Bennie und Thomas verbringen ihre Ferien damit, den im Hafen ankommenden Fischern beim Sortieren ihres schwindenden Fangs zu helfen. Bis sie erfahren, dass ein Mädchen von der Insel vermisst wird: ausgerechnet Anna, die in geheimer Verbundenheit zu Pierce stand und als Einzige von seiner Angst vor dem offenen Wasser wusste, die ihn quält, seit sein Vater auf See verschwand. Zusammen mit Bennies New Yorker Cousine Emily setzen die Freunde alles daran, Anna zu finden. Auf ihrer abenteuerlichen Suche werden sie einem mysteriösen Meeresbiologen begegnen, eine Faszination für die Geheimnisse des Ozeans entwickeln, sich zum ersten Mal verlieben und sich ihren größten Ängsten stellen müssen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Christine
aus Kappelrodeck
5/5
29.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der letzte Sommer der Kindheit
Für den zwölfjährigen Pierce und seine Freunde beginnen ihre letzten Sommerferien, bevor sie in die weiterführende Schule aufs Festland gehen. Auf der kleinen Insel vor Neufundland verbringen sie viel Zeit am Fischanleger oder erkunden mit ihren Trikes die Insel. Anne, ein Mädchen von der Insel ist verschwunden und Pierce, der vor drei Jahren seinen Vater an das Meer verloren hat, versucht sie zusammen mit seinen Freunden zu finden. Als die kluge und mutige Emily aus New York zu den drei Jungen stößt, kommt zum Abenteuer der Suche die erste Verliebtheit. Die Jugendlichen müssen zusammenhalten und mutig ihr Ziel, Anna zu finden verfolgen. Chafes Sprache hat mich begeistert. Warmherzig beschreibt er die Charaktere und die harte Arbeit der Menschen, aber auch die Schönheit der Natur. Ich konnte die Möwen hören. Ein wundervolles Buch. Sehr lesenswert.
ReadingFoxy
aus Leipzig
5/5
16.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Verluste
Verluste
Es ist Sommer 1991. Der zwölfjährige Pierce und seine Freunde Bennie und Thomas verbringen ihre Ferien auf Perigo Island vor Neufundland und helfen den Fischern im Hafen. Doch dann verschwindet Anna und daher machen sich die Jungen gemeinsam mit Bennies Cousine Emily aus New York auf die Suche nach ihr. Pierce hat zudem vor drei Jahren seinen Vater auf See verloren und er muss sich nun erneut mit Ängsten, Vorurteilen und ersten Gefühlen auseinandersetzen.
Ich glaube, wir alle hatten in unserer Jugend diesen einen Sommer. Diesen Sommer, in dem etwas passiert ist, hat sich etwas verändert und an den man auch heute immer mal wieder denken muss.
Genau diese Erinnerungen kamen beim Lesen des Buches auch bei mir hoch. Pierce ist ganz wunderbar beschrieben. Noch komplett in seiner Jugend und durch verschiedene Ereignisse doch schon ein bisschen erwachsen. Der Übergang dieser Zeit wurde wirklich intensiv eingefangen.
Die Suche nach Anna spielt natürlich eine Rolle, doch wenn ich so auf das Buch zurückblicke, eher am Rande. Es geht hauptsächlich um Pierce und seine Suche nach sich selbst und seiner Trauer um den Vater. Dabei begegnet er noch einem geheimnisvollen Meeresbiologen, dem er zuerst nicht vertraut, doch mit seinen Freunden für ihn arbeitet. Es folgen Gespräche, Erkenntnisse und ein Epilog, der sehr rührend war.
Ein Buch, das sich um die Frage dreht, wer man ist und was die Vergangenheit mit einem machen kann. Gespickt mit einem kleinen Kriminalfall.
ISBN: 978-3866487208
Autor: Perry Chafe
Verlag: Mare
ET: 24.02.26
Umfang: 272 Seiten
Bewertung
aus Hahnenbach
5/5
10.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Eben sind sie noch da, dann sind sie plötzlich weg, und man fragt sich, wie das sein kann"
Dieses Buch "Sommer auf Perigo Island" von Perry Chafe ist ein Roman des Genres "Coming-of-Age".
Der Prolog (S.5) beginnt: " Menschen können wirklich spurlos verschwinden. Ich war erst neun, als ich erfuhr, dass mein Vater Luke Jacobs nie wieder nach Hause kommen würde. Das war im Sommer 1988........... Der kalte Nordatlantik hatte sich wieder eine Seele geholt...."
Nach diesen 6 Seiten Prolog wusste ich schon, dass ich dieses Buch lieben und mit Begeisterung lesen würde. Da ist zuerst einmal der fließende Schreibstil, der dieses Buch auszeichnet. Als Leser kann man wie von selbst in diesen Roman gleiten, spürt den rauen Wind Neufundlands und die Wellen des Atlantischen Ozeans. Wir treffen erstmals den Protagonisten Pierce, der uns in seinen Alltag auf der fiktiven Insel mitnimmt und nicht wahrhaben will, dass sein Vater - ein Fischer - nie wieder mit seinem Boot in den Hafen fährt. Und wir begegnen erstmals Anna, die im späteren Verlauf spurlos verschwindet und trotzdem immer präsent ist Es ist nur eine kurze Begegnung zwischen Anna und Pierce. Doch der Autor fasst auf diesen Seiten zusammen, was man als Vorwissen braucht, die nachfolgende Handlung zu verstehen.
Der Roman selbst setzt 3 Jahre später ein. Pierce, der sich inzwischen mit dem Verlust seines Vaters abgefunden hat, verbringt mit seinen Freunden Thomas und Benny die Sommerferien auf ihrer Insel. Morgens gehen sie mit ihren geschärften Messern zum Hafen, wenn die Fischerboote vom Meer zurückkommen. Ein Nicken der Fischer genügt und die jeweiligen Jungs wissen, dass sie die Zungen der gefangenen Fische herausschneiden und verkaufen dürfen. Vom Grundschulalter an lernen die Kinder wie hart das Leben sein kann.
Es kommen immer wieder Momente, in denen kehrt Pierce in Gedanken zu seinem Vater zurück, als dieser seinen Sohn und dessen Freunde im Boot auf den Atlantik mitnahm. Riesige Buckelwale schwammen um ihr Boot und ängstigten Thomas, dass er anfing zu weinen. "Sie sind sanfte Riesen und nur neugierig auf den kleinen Jungen, der zu ihnen herabschaut." Liebenswerter kann man einem kleinen Jungen nicht die Angst vor riesigen Walen nehmen, "Unter Wasser singen sie , und über Wasser tanzen sie." (S.55) Die Liebe zum Meer, als auch die Abhängigkeit davon, wird von Generation zu Generation weitergereicht.
In diesem Sommer 1991, treibt ein riesiger Eisberg ganz nah an der Insel vorbei. Ein faszinierendes Gletscherblau. Vertieft in diesen Anblick bemerkte Pierce dass er nicht alleine ist. Da war auch Anna, seine Seelenverwandte, die so gut zeichnen kann und die diese Schönheit des Eisbergs auf ihrem Zeichenblock einfängt. Es wird ihre vorletzte Begegnung, bevor Anna plötzlich verschwindet.
Kann ein Mensch einfach so verschwinden, ohne ein Spur zu hinterlassen? Es werden Suchtrupps zusammengestellt die ohne Erfolg die ganze Insel durchkämmen. Erfolglos.
Inzwischen gibt es einen Sommergast aus New York, Emily, die Cousine von Benny, die sofort in der Clique der Jungs aufgenommen wird. Gemeinsam verbringt man die Ferien, schneidet den Fischen die Zungen heraus und gemeinsam sorgt man sich um das Verschwinden von Anna. Ob dieser seltsame altge Mann mit dem wettergegerbten Gesicht und dem wehenden weißen Haar etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun hat? Die überbordende Phantasie der Kinder schlägt Purzelbäume, bis sie sich sicher sind, dass sie einem Geheimnis auf der Spur sind und in das alte und wacklige Haus von Solomon Vickers einbrechen, dieses Geheimnis zu lüften. Doch es kommt ganz anders, sie werden ertappt und müssen Abbitte leisten, indem sie bei der Katalogisierung von .seltenen Meerestieren helfen.
Ich habe keinen Bezug zum Meer. Soviel Wasser ist mir von je her unheimlich und auf einem Schiff hatte ich noch nie Freude.. Doch wie man als Leser an die Wunderwelt unter Wasser und deren Lebewesen herangeführt wird, istauch für mich faszinierend. Riesenkraken, ausgestorbene Meeresbewohner, ganz normale Fische und Beifang. Sie alle haben ihre Bedeutung. Bezeichnend der Satz (S. 160) "...Wir müssen uns die Folgen unseres Handelns klarmachen. Wenn wir begreifen, was wir dem Riesenalk angetan haben, tun wir es vielleicht nicht auch noch anderen Lebewesen an, wie zum Beispiel dem Kabeljau.". Oder auf Seite 183: "Wir nehmen nur was wir brauchen. Wenn wir für sie (Fische) sorgen, sorgen sie für uns, verstehst du?"
Es gibt auch noch eine andere Geschichte in der Geschichte. Die handelt von Freundschaft, erste jugendliche Verliebtheit und auch von Tod und Verlust. Solomon spricht zu Pierce vom Tode seiner Frau.
< "Eben sind sie noch da, dann sind sie plötzlich weg, und man fragt sich, wie das sein kann."
Es war das erste Mal, dass jemand genau das in Worte fasste, was ich beim Tod meines Dads empfunden hatte.> (Seite 192)
SOMMER AUF PERIGO ISLAND ist einerseits ein heiteres Buch über herumtollende Kinder voller Albernheiten, überbordender Phantasie und Kobolde, in Erwartung auf die Unbeschwertheit der Jugend, die mit dem Übertritt von der Grundschule in die weiterführende Schule auf dem Festland beginnen wird. Doch in der ganzen heiteren Atmosphäre dieser Ferientage lässt der Autor auch etwas Wehmut einfließen, da nichts bleibt wie es mal war. Und trotzdem geht es immer weiter.
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Mivy _Reads
Thalia Book Circle Community
5/5
10.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Manche Bücher fühlen sich an wie eine Erinnerung
Manche Bücher fühlen sich an wie eine Erinnerung, die eigentlich gar nicht deine ist.
Genau dieses Gefühl hatte ich bei Sommer auf Perigo Island. Ein Roman, der nach Salz in der Luft riecht, nach Sommer, nach Freundschaft – und nach diesem leisen Moment, in dem man merkt, dass man nicht für immer jung bleibt.
Kurz zum Inhalt:
Wir begleiten eine Gruppe Jugendlicher auf Perigo Island in den frühen 90ern. Ein abgelegener Schauplatz, der sich anfühlt wie eine eigene Welt. Das Leben dort ist hart – Fischfang, Natur, Überleben – und gleichzeitig voller jugendlicher Freiheit, Mutproben und Sommerabenteuer. Doch unter der Oberfläche brodelt es: Verlust, Erwachsenwerden, ökologische Veränderungen.
Dieser Roman ist für mich ein ganz starkes Coming-of-Age, das weniger über große Ereignisse funktioniert, sondern über Gefühle, Stimmungen und Zwischentöne. Die Atmosphäre ist von Anfang an eigentümlich und unglaublich dicht – Perigo Island wirkt wie eine eigene kleine Welt, losgelöst vom Rest der Zeit. Man spürt das raue, beschwerliche Leben der Inselbewohner genauso intensiv wie das unbeschwerte, manchmal fast schwerelose jugendliche Lebensgefühl der frühen 90er.
Was mich besonders berührt hat: dieser ständige Kontrast. Freiheit und Verantwortung. Sommerabenteuer und Verlust. Kindsein und das unausweichliche Erwachsenwerden. Die wunderschöne Kulisse der Insel ist dabei nicht nur Hintergrund, sondern fühlt sich wie eine eigene Figur an – lebendig, rau, verletzlich.
Der Schreibstil ist ruhig, poetisch und unglaublich eindringlich. Er lässt Raum zum Fühlen und Nachdenken, ohne je langweilig zu werden. Immer wieder musste ich an Stand by Me denken – an diese bittersüße Mischung aus Freundschaft, Nostalgie und der Erkenntnis, dass bestimmte Sommer nie zurückkommen.
Besonders stark fand ich, wie der Roman mit Veränderungen umgeht: Tod, Erwachsenwerden, ökologische Themen wie Fischfang und das Schmelzen bzw. Kippen der Eisberge. Diese Entwicklungen schleichen sich langsam ein – genau wie im echten Leben. Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, zu verstehen, was Veränderung mit Menschen macht, weil ich es emotional so stark mitgefühlt habe. Das hat mich nachhaltig beeindruckt.
Trotz der Tiefe bleibt die Geschichte spannend und sehr unterhaltsam. Kein lautes Drama, sondern eine leise Intensität, die lange nachwirkt. Ein Buch, das man beendet und erst mal kurz still sein muss.
liesmal
aus Wilhelmshaven
5/5
06.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist ein Juwel
Der Debütroman von Perry Chafe ist einfach grandios. Vom Anfang bis zum Ende macht die Geschichte ohne Unterbrechung Spaß.
Dass es sich bei dem Schauplatz Perigo Island um einen fiktiven Ort handelt, mag ich kaum glauben. Es fühlt sich einfach alles echt an. Chafe beschreibt Perigo Island so bildhaft und unglaublich detailliert, dass ich mittendrin bin und auch gar nicht mehr fort möchte.
Vier Freunde verbringen ihre Ferien gemeinsam auf der Insel. Dass das junge Mädchen Anna verschwunden ist, zu dem der zwölfjährige Pierce eine besondere Verbindung hatte, wirft einen großen Schatten auf die Idylle. Da gibt es aber auch noch diesen Meeresbiologen, der sich sehr merkwürdig und verdächtig verhält. Hat er Anna auf dem Gewissen?
Ein weiterer Erzählstrang beschäftigt sich mit dem Fischfang, von dem die meisten Menschen hier leben. Sehr spannend ist alles, was der Autor zum Leben der Fischer, aber auch zum schwindenden Fischfang zu erzählen weiß. Da ist dann nicht mehr alles fiktiv, sondern brandaktuell. Besonders gebannt war ich, als es um die Arbeit der Kinder ging, die mit dem Zungenschneiden von Kabeljau Geld verdienen. Die Erzählung dazu macht so neugierig, dass ich gleich nach dem Beenden des Buches nach weiteren Informationen suchen muss.
Perry Chafe: ein Name, den ich mir unbedingt merken werde. Ich gebe aus vollem Herzen eine uneingeschränkte Leseempfehlung und hoffe, bald einen weiteren Roman des großartigen Autors zu lesen.
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