Produktbild: Olympe Aguado

Olympe Aguado Photographie am Hof Napoleons III.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

30.06.2023

Verlag

Schirmer/Mosel

Seitenzahl

120

Maße (L/B/H)

23,9/16,9/1,7 cm

Gewicht

497 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8296-0977-7

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

30.06.2023

Verlag

Schirmer/Mosel

Seitenzahl

120

Maße (L/B/H)

23,9/16,9/1,7 cm

Gewicht

497 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8296-0977-7

Herstelleradresse

Schirmer/Mosel Verlag GmbH
Cuvilliesstr. 14a
81679 München
Deutschland
Email: mail@schirmer-mosel.com
Url: www.schirmer-mosel.com
Telephone: +49 89 2126700
Fax: +49 89 338695

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  • Petra von Straks

    5/5

    13.12.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Fotograf und die Kameliendame

    Mit dem Band „Photographie am Hof Napoleons III – Olympe Aguado“ bleiben wir im Paris des 19. Jahrhunderts und treffen dort einen der wichtigsten Pioniere im Bereich Fotografie. Aguado war derjenige, der die Visitenkarten mit Fotografie populär gemacht hat und gilt bis heute als einer der wichtigsten Amateur-Fotografen. Was war nun so besonders an diesen Cartes de Visite? Visitenkarten waren im 19. Jahrhundert unverzichtbares Utensil eines jeden Mitglieds der besseren Gesellschaft. Wollte man einen Besuch machen – in diesen Kreisen obligatorisch z.B. wenn man neu an einem Ort war – gab man die Visitenkarte ab, sodass der Hausherr(in) sofort wusste, mit wem sie/ er es zu tun hatte. Traf man bei einem Besuch niemanden an, hinterließ man dennoch seine Karte und der Besuch galt sodann als erfolgt. Man hatte also seine Pflicht getan. (Man lese dies in „Anna Karenina“ nach …) Fand sich ein Foto auf dieser Karte, demonstrierte man nicht nur, dass man etwas auf sich hielt – man zeigte sich zugleich als Speerspitze des Fortschritts, nutzte man doch diese bahnbrechende neue Technik. Na – und, dass man Geld hatte, zeigte man obendrein. War doch das fotografiert werden nicht gerade ein billiger Spaß. Das Foto vom Cover des Buches ist übrigens ein scherzhaftes Familienporträt, denn alle Beteiligten wenden dem Betrachter den Rücken zu. Aguado machte übrigens die bemerkenswertesten Aufnahmen mit seiner Familie, die auf den Fotos zum Teil „Lebende Bilder“ nachstellten. Zudem hat er die gesamte vornehme Gesellschaft des Hofes von Napoleon III fotografiert und diese finden wir unter anderen auch in diesem Buch wieder. Das Besondere an seinen Porträts war im Übrigen, dass er sich nicht mit schlichten drapierten Vorhängen als Hintergrund zufrieden gab, sondern offensichtlich einen Bühnenmaler beschäftige, der die entsprechend theatralischen Inszenierungen für die Fotos schuf. Was uns der Schirmer-Mosel- Verlag hier vorstellt, ist ein wahres Schatzkästlein von frühen Fotografien, die sonst sicherlich nur Fachleuten zugängig wären. Dank Wolfgang Kemp können wir sie tagtäglich genießen und so einen Einblick in die Vergangenheit erhalten, der uns sonst entgangen wäre. Was speziell diesen Punkt angeht, hat mir das Buch einen wichtigen Anstoß zum Nachdenken geliefert: Warum wurden die Hof-Fotografen keine weltberühmten Künstler wie noch ihre Vorgänger mit Pinsel und Leinwand? Es lag wohl am Format. Die Ölgemälde wurden in Schlössern ausgestellt und von zahllosen Menschen gesehen. Die Fotografien hingegen verschwanden zumeist in Alben oder standen zu dutzenden gerahmt auf irgendwelchen kleinen Tischen. Das in meinen Augen wichtigste Foto, das Aguado nie gemacht hat, war allerdings jenes seiner Geliebten Marie Duplessis, der berühmten „Kameliendame“. Die beiden verband eine vergleichsweise lange Beziehung und es war Aguado, der zusammen mit anderen Männern Maries Beisetzung organisierte und auch bezahlte.

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