Ein facettenreicher zeitgeschichtlicher Kriminalroman . . .. . . und das mitreißende Porträt einer jungen Frau in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs.
Düsseldorf, 1969: Erstmals werden Frauen zu Kriminalbeamtinnen ausgebildet - ein Novum, das Widerstände in der Behörde und der Bevölkerung hervorruft. Die zweiundzwanzigjährige Lucia Specht lässt sich davon nicht abhalten. Sie ist fasziniert vom Beruf der Kriminalistin und fest entschlossen, der Enge ihrer Heimatstadt zu entkommen. Als ein junges Hippiemädchen brutal ermordet wird, nimmt sich Lucia unter Mithilfe ihrer Kolleginnen des Falls an - und beweist, dass sie das Zeug zur Ermittlerin hat.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Vivienne E.
5/5
14.10.2024
eBook (ePUB)
Zeitgeschichtlicher Krimi mit sanfter Spannung, der durch sein einzigartiges Setting besticht.
Inhalt: Düsseldorf 1969. Lucia Specht, 22 J., gehört zu den ersten Frauen, die zu Kriminalbeamtinnen ausgebildet werden. Als ein Hippiemädchen ermordet wird, nimmt sich Lucia mit Hilfe ihrer Kolleginnen des Falls an. Schnell stößt sie auf Ablehnung gegen das Novum weiblicher Ermittler sowohl innerhalb der Behörde als auch in der Bevölkerung. Wird es ihr gelingen, sich in einer von Männern dominierten Welt durchzusetzen und den Mörder zu finden?
Schreibstil: Ich-Perspektive (Lucia), Präteritum - gradlinig, unkompliziert, gespickt mit schönen Sprachbildern
Meine Meinung: Im Mittelpunkt dieses Krimis steht für mich nicht der Mordfall und die Ermittlungsarbeit der Kripo, sondern die Entwicklung einer jungen Frau, die fest entschlossen ist, die Enge ihrer Heimatstadt zu verlassen und sich zu einer der ersten Kriminalistinnen Deutschlands ausbilden zu lassen. Der vom Autor gewählte Ich-Erzähler ist glaubwürdig und lässt mich in Lucias Gedanken und Gefühle eintauchen. So wird die junge Frau mir sehr sympathisch, denn in der Männerdomäne (Kripo) stößt Lucia auf Vorurteile, Ablehnung und Diskriminierung, lässt sich jedoch nicht von ihrem Ziel abbringen und wächst an den Herausforderungen.
Mit Lucias Kolleginnen vertieft der Autor das Frauenbild der 60er/70er Jahre und erinnert die Leserschaft an die Stellung der Frau in dieser Zeit, z. B. schrieb das Bürgerliche Gesetzbuch vor, dass Frauen eine Erlaubnis von ihren Männern benötigten, um einer Arbeit nachzugehen.
Das Setting in diesem Krimi hat mich besonders eingenommen. An passenden Stellen streut der Autor Hinweise auf zeitgenössische Stars und Schlager, Mode, Mörder, Marken und mehr ein und kreiert so ein wundervolles Retro-Ambiente, ohne das Erzähltempo und die Spannung zu drosseln. Auch die Liebe hat ein wenig Raum erhalten, und zwar mit dem Love Interest Eric. Die Szenen tragen zwar nicht zur Lösung des Falls bei, sind aber Lucias Charakterentwicklung dienlich.
Der Spannungsbogen ist anfangs sanft gespannt und zieht im ca. letzten Drittel des Krimis an. Nun ermittelt Lucia intensiv in einem Wettlauf gegen die Zeit. Zusätzliche Spannung bringt der Fall ihrer Mutter ins Spiel. Lucias Mutter wurde ermordet, der Täter nicht gefasst, die Akte geschlossen. Lucia ist jedoch fest entschlossen, den Mörder zu finden. Dies geschieht nicht in diesem Krimi und wird hoffentlich in Band 2 fortgesetzt.
Sprachlich kommt der Roman gradlinig daher und hat mich oft mit schönen Sprachbildern wie Vergleichen, z. B. „… ich sah, wie sich in seinem Gesicht die Erkenntnis ausbreitete wie verschüttete Tinte.“ (S. 103) erfreut.
Eine kleine Frage blieb für mich offen, was aber an meiner eigenen Unzulänglichkeit liegen mag..
Fazit: Zeitgeschichtlicher Krimi mit sanfter Spannung, der durch sein einzigartiges Setting besticht.
Empfehlung an Krimi-Leser, deren Hauptaugenmerk nicht auf brutalen Morden und der Ermittlungsarbeit der Kripo liegt, sondern die bereit sind, sich vom Retro-Flair verführen zu lassen und Freude daran haben, in die Geschichte der späten 60er Jahre einzutauchen.
NiniSte
aus Kiel
5/5
20.05.2023
eBook (ePUB)
Spannende Ermittlungen von jungen Frauen
In seinem Kriminalroman ,, Die Kriminalistinnen-Der Tod des Blumenmädchens" nimmt der Autor Mathias Berg den Leser mit ins Jahr 1969, als in Düsseldorf ein Versuch startet. Sechs junge Frauen dürfen als Quereinsteiger zur Kriminalistin ausgebildet werden. Die 22 jährige Lucia Specht ist gelernte Sekretärin und hat ihre ganz persönliche Motivation aus diesem Leben auszubrechen und Kriminalistin zu werden .
Für Frauen war vieles noch nicht so selbstverständlich wie heute. Sie hatten in den Augen vieler Männer ihren Platz in der Küche, bei der Kindererziehung oder wenn der Ehemann es erlaubte , eine Arbeit z. Bsp. als Sekretärin, Verkäuferin oder Friseurin. Doch die Flower-Power - Bewegung ist auch in Düsseldorf angekommen, kritsch beäugt.
Die jungen Frauen werden in ihrer ersten Praxisphase auf die verschiedenen Bereiche der Kriminalpolizei verteilt. Lucia kommt zur Mordkommission, wo sie dann auch gleich am ersten Tag zu einem Fall gerufen wird. Mit ihrem Vorgesetzten Potthoff, der mit Frauen in ,, seiner " Domäne " gar nicht einverstanden ist., wird sie in die Wohnung der toten Lena gerufen. Schnell soll der Fall als Suizid oder Raubüberfall mit Todesfolge abgeschlossen werden. Doch Lucia spürt, daß hinter der toten jungen Frau, die der Hippie-Szene angehört, mehr steckt. Sie beginnt ,ihre Sinne zu schärfen und traut sich, hinter dem Rücken ihres Vorgesetzten alleine Ermittlungen durchzuführen, sie entdeckt Verstrickungen und hat manches Hindernis zu überwinden. Trifft auf Menschen, die es ehrlich mit ihr meinen ? Wird sie erfolgreich sein? Kann sie die Vorurteile der Männer widerlegen und sich in ihrem neuen Beruf behaupten?
Für mich hat Mathias Berg den Zeitgeist der damaligen Zeit perfekt eingefangen. Der Leser erhält durch Schilderungen des privaten Lebens der jungen Frauen Einblick in verschiedene Gesellschaften. Man ging in Bars, zum Tanzen, Mittagessen in der Gaststätte bei Rosi. Die 6 Anwärterinnen werden schnell auch Freundinnen, so daß man auch aus dem privaten Bereich einiges erfährt.
Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und bildhaft. Ich sehe Lucia vor mir, wie sie sich Kleid zum Ausgehen kauft oder mit einem Verehrer zum Essen ausgeführt wird. Ebenso höre ich den Dienstwagen, einen VW- Käfer, über die Straße düsen. Besonders gut hat mir der Besuch der Hippie- Veranstaltung gefallen. Blumenketten und eine besondere Atmosphäre mit speziellem Geruch und Getränk.
Der Autor hat die Vorurteile gegenüber Frauen , sowohl gesellschaftlich , beruflich als auch im privatem Umfeld, authentisch dargestellt. Auch der Gegenwind, den die jungen Frauen ertragen müssen, ist realistisch beschrieben und spürbar.
Mich hat diese Geschichte über die Anfänge von Kriminalbeamtinnen durchgehend gefesselt, die Spannung steigerte sich zum Ende nochmals. Es war so spannend, daß die Seiten nur so flogen und ich das Buch nicht weglegen konnte , bevor ich das Ende kannte.
Ich freue mich schon auf einen neuen Fall , den Lucia mit ihren Kolleginnen und Kollegen hoffentlich aufklären darf.
Diesen äußerst gelungenen Roman empfehle ich von ganzem Herzen weiter, denn mich hat die Geschichte begeistert.
S.
aus Berlin
5/5
20.04.2023
eBook (ePUB)
Sie können es genauso gut…
Sie können es genauso gut August 1969, sechs angehende Kriminalistinnen starten ins Berufsleben. Die 22-jährige Erzählerin sieht sich ihrem Traumberuf nahe. Die jungen Frauen sind eine bodenständige Truppe und haben gute Gründe für ihre Berufswahl. Die männlichen Kollegen allerdings nehmen sie nicht für voll, drücken ihnen dämliche Vorschriften und dumme Sprüche auf. Manches hat sich seitdem nicht verändert. Die Hintergrundinformationen sind sehr interessant. Auch die machomäßige Gesetzeslage, die verheirateten Frauen keine eigenen Rechte zustand. Es folgt die ausführliche Beschreibung der Ermittlungen in einem speziellen Fall. Lucia Specht gibt anschauliche Einblicke in die Anfänge ihrer Arbeit, beschreibt vorstellbar den Alltag im Abschnitt K1. Allerdings geht sie auch sehr ungewöhnliche und nicht immer gesetzeskonforme Wege. Ihr Privatleben spielt ebenso eine Rolle. Mathias Berg unternimmt eine Zeitreise ins Jahr 1969, der man wie beim Betrachten eines alten Filmes folgen kann. Man sieht förmlich dicke Rauchschwaden in vernebelten Kneipen aufsteigen. Unerwartete Wendungen erhöhen die Spannung. Eine Wertschätzung hartnäckiger und engagierter Polizeiarbeit Ende der Sechzigerjahre und Anerkennung der unterschätzten weiblichen Fähigkeiten.
S. L.
aus Berlin
5/5
20.04.2023
eBook (ePUB)
Sie können es genauso gut
August 1969, sechs angehende Kriminalistinnen starten ins Berufsleben. Die 22-jährige Erzählerin sieht sich ihrem Traumberuf nahe. Die jungen Frauen sind eine bodenständige Truppe und haben gute Gründe für ihre Berufswahl. Die männlichen Kollegen allerdings nehmen sie nicht für voll, drücken ihnen dämliche Vorschriften und dumme Sprüche auf. Manches hat sich seitdem nicht verändert.
Die Hintergrundinformationen sind sehr interessant. Auch die machomäßige Gesetzeslage, die verheirateten Frauen keine eigenen Rechte zustand.
Es folgt die ausführliche Beschreibung der Ermittlungen in einem speziellen Fall.
Lucia Specht gibt anschauliche Einblicke in die Anfänge ihrer Arbeit, beschreibt vorstellbar den Alltag im Abschnitt K1. Allerdings geht sie auch sehr ungewöhnliche und nicht immer gesetzeskonforme Wege. Ihr Privatleben spielt ebenso eine Rolle.
Mathias Berg unternimmt eine Zeitreise ins Jahr 1969, der man wie beim Betrachten eines alten Filmes folgen kann. Man sieht förmlich dicke Rauchschwaden in vernebelten Kneipen aufsteigen. Unerwartete Wendungen erhöhen die Spannung. Eine Wertschätzung hartnäckiger und engagierter Polizeiarbeit Ende der Sechzigerjahre und Anerkennung der unterschätzten weiblichen Fähigkeiten.
Rita
aus Wolframs-Eschenbach
4/5
01.05.2023
eBook (ePUB)
Ein Krimi aus der Flower Power Zeit
Den Auftakt macht eine Stern-Reportage über sechs junge Frauen. Sie haben bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung, kommen jetzt als Quereinsteiger zur Polizei, um hier eine Ausbildung zu Kriminalistinnen zu absolvieren. Unter ihnen befindet sich auch die 22jährige Lucia Specht. Sie erzählt die Geschichte in der Ich-Form. Ihr erster Fall betrifft den Tod bzw. Mord an der Studentin Lena Malberg. Hier kann sie ihre ersten Erfahrungen sammeln, wobei ein Teil ihrer Energie muß sie darauf verwenden, den Vorurteilen der männlichen Kollegen gegenüber zu treten.
Ich kenne die beiden früheren Krimis des Autors zu Otto Hagedorn nicht, dies war aber kein Problem, denn er findet nur nebenbei Erwähnung. Interessant fand ich den Einstieg mit dem Stern-Bericht, bei dem die jungen Damen Perücken aufsetzen mußten, um ihr Aussehen zu verfremden. Dann ging es für mich lange Zeit nicht um den eigentlichen Fall, der gelöst werden mußte, sondern rein um die Äußerlichkeiten der jungen Damen. Da der Autor selbst noch jung ist, hat er für mich hier gut recherchiert was die Authentizität bezüglich des Feelings während der Hippiezeit, der Musik und der Kleidung anging. Aber das hat für mich etwas zuviel Platz in der ersten Hälfte des Buches eingenommen, das Krimigeschehen bleibt noch im Hintergrund. Er beschreibt sehr gelungen, was die Stellung der Frauen, der Vorurteile, dem Machogehabe der Kollegen bzw. des Chefs, damit verbunden auch der Demütigungen (z.B. das Ausleeren der Handtasche vor den Augen des Chefs), Rauchen, Telefonieren in Telefonzellen etc. betrifft. Manche Vorkommnisse und Details sind in der heutigen Zeit undenkbar – Gott sei Dank! Gut gefallen hat mir das Netzwerk, das sich die jungen Damen geschaffen haben, sowie ihr Zusammenhalt, und zwar sowohl beruflich als auch in der Folge privat. Ebenfalls positiv fand ich, daß es unter den jungen, selbstbewußten Damen zu keinem Zickenkrieg kam. Auch den Grund für die Berufswahl – Kein Verbrechen soll ungestraft bleiben und kein Verbrecher ungeschoren davonkommen, fand ich sehr gut. Lucia hat für meine Begriffe etwas zuviel eigenmächtig ermittelt. Der Fall selbst wurde in der zweiten Hälfte für mich spannend, das Tempo zog an und der Schluß läßt auf weitere Bände schließen. Das Cover fand ich passend gewählt.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.