England, 1903: In einem beschaulichen Örtchen im Norden des Landes arbeitet Margaret Lounsbury im Hutgeschäft ihrer Großmutter, während sie sich gleichzeitig liebevoll um ihre jüngere Schwester Violet kümmert. Doch der Verlust ihrer Eltern lastet schwer auf ihrem Herzen - und gleichzeitig fragt sich Maggie, ob das Unglück, bei dem ihre Eltern ums Leben kamen, tatsächlich ein Unfall war ...
Als der reiche Großindustrielle William Harcourt stirbt, kehrt dessen Sohn Nathaniel, Maggies Freund aus Kindheitstagen, zurück, um das Erbe anzutreten. Doch das Verhältnis zwischen den beiden ist belastet. Kann Maggie ihm vergeben und dadurch auch ihre Beziehung zu Gott wiederherstellen?
Ein historischer Roman voller Spannung, Gefühl und Romantik.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Buchweltenreise
5/5
14.03.2023
eBook (ePUB)
Tiefgründig, sanft, romantisch und segensreich
Ein sanfter und tiefgründiger Roman, welcher ungemein stark die Botschaft von Vergebung, der Notwendigkeit von menschlichem Zusammenhalt sowie Gottes führender Hand im irdischen Leben vor Augen führt.
Inhalt:
Nordengland im Jahre 1903:
Die junge Maggie Lounsbury hat vor wenigen Jahre ihre Eltern sowie ihre ältere Schwester bei einem tragischen Bootsunfall verloren. Mittlerweile lebt sie bei ihrer im Ort einen kleinen Hutladen betreibenden Großmutter. Gleichsam engagiert unterstützt Maggie diese bei den Geschäften wie sie sich liebevoll um ihre kleine Schwester Violet kümmert.
Doch in ihrem Inneren sins immer noch die Trauer um die Eltern wie auch der Schmerz über das Verhalten ihres Jugendfreundes Nate Harcourt, Sohn des vermögenden Industriellen nach dem Unglück bestimmend. Als Mr. Harcourt im Sterben liegt und Nate in den Ort seiner Kindheit zurückkehrt, reißen bei Maggie wieder die alten Wunden neu auf. Kann sie die Schatten der Vergangenheit hinter sich lassen und stattdessen ihr Herz für Vergebung und neues Vertrauen öffnen?
Meinung:
Die Geschichte, die dieser Roman erzählt, erinnert auf den ersten Blick ein wenig an Elizabeth Gaskells "Norden und Süden" (engl. North & South), nicht nur wegen der Namensgleichheit der Protagonistinnen oder dem Faktum, dass Nate ebenfalls einem großem Industrieunternehmen vorsteht, sondern darüber zeigen sich in einigen Szenen Anleihen an den Klassiker.
Fortsetzung Rezi Insta als Kommentar
Doch ist es weniger eine Kopie, sondern eher eine Hommage, denn Maggie zeigt zwar Ähnlichkeiten zum Stolz einer Margaret Hale, jedoch ist Nate Harcourt in seinem tief wurzelnden Gottvertrauen eine gänzlich individuell gezeichnete Person. Insgesamt entfaltet sich um diese primären Analogien aus dem Klassiker eine unikate ruhige, doch auch mit spannenden Szenen durchsetzte, empathische und romantische Geschichte.
Dabei muss jedoch anmerkend gesagt werden, dass zwar die Liebesgeschichte einen größeren und auch wichtigen Teil des Buches ausmacht, jedoch gleichsam der Figurentwicklung genauso Raum lässt wie den Nebenhandlungen.
Besonders beeindruckt hat mich die feine Figurenzeichnung, da die Autorin es nicht nur geschafft hat, Personen aus Fleisch und Blut zu schaffen, die eben entsprechend ihrer menschlichen Natur Fehler begehen, zu schnell urteilen sowie verurteilen, um ihrem Schmerz ein Ventil zu geben, Stolz über Gefühl siegen lassen etc., welche zudem aber auch überraschen. Der Leser bekommt somit durch die geschickte Erzählstruktur manchmal selbst den Spiegel vorgehalten, wenn er sich ein scheinbar unverrückbares Bild fußend auf dem ersten Eindruck einer Figur gemacht hat.
Um Maggie, welche in dem Roman eine enorme Entwicklung durchläuft und Nate, der von Beginn an mit seinen feinfühligen und auf das Wohl der Menschen bedachten Art ein absoluter Sympathieträger ist, gruppiert sich ein Reigen von wunderbar charakterisierten, keinesfalls zweidimensional verbleibenden, teilweise mit eigenem kleineren Erzählstrang ausgestattetet Nebenfiguren.
Neben Maggies kleiner Schwester Violet, dem Sonnenschein der Geschichte, sei auch auf die Großmama verwiesen werden, deren tiefer Glaube niemals aufgesetzt wirkt und ein Vorbild für die alltägliche Glaubensausübung darbietet. Gesamtheitlich versteht es Carrie Turansky die dem Roman zugrunde gelegten christlichen Themen auf eine natürliche, ungekünstelte und mittels Bildern und Metaphern überaus verständliche Art zu vermitteln.
Dies geschieht m.M.n. auch sehr schön darin, dass Maggie eben nicht nach kurzer Zeit zur perfekten Protagonistin avanciert, sondern es Rückschläge gibt, ist es doch das komplexe Thema der Vergebung, das sie meistern möchte.
Neben den spannenden, fast ein wenig kriminalistisch anmutenden Elementen der Geschichte, kann der Leser an Seite von Maggie und Nate eine authentische, zart und häufig um Stillen keimende Liebe miterleben.
Gleichsam authentisch gestaltet sich der gesamte Rahmen des Romans, seien es hier die Beschreibungen von Mode und Hüten sowie der technische Fortschritt als auch Einblicke in den Beruf eines Dienstmädchens auf einem herrschaftlichen Anwesen oder auch die strikten Konventionen der englischen Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Fazit:
Alles in allem ein überaus gelungener Roman, der perfekt das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Handlungssträngen und den behandelten Themen hält, die sich darüber hinaus in ihrer naturalistischen und vollkommend überzeugenden Präsentation überzeugen, wodurch der Roman letztlich auch zum Vorbild für den eigenen Glauben und das Miteinander werden kann.
Bewertung
aus Straubenhardt
5/5
06.04.2026
eBook (ePUB 3)
Einfühlsam geschrieben
Nachdem mir der erste Band gut gefallen hat, war ich gespannt, wie es mit Rosalyn nach der Flucht von daheim weitergeht. Sie reist allein nach London, um in einem Waisenhaus mitzuarbeiten. Schon die Reise dorthin ernüchtert sie sehr. Viele Teile Londons im Jahr 1811 sind geprägt von Armut, Kriminalität und Gestank. Für sie, die behütet und von Dienstboten umgeben in einem aristokratischen Elternhaus aufgewachsen ist, bedeutet dies eine ganz schöne Herausforderung. Die ersten Tage und Wochen sind schwer für sie. Und trotz ihrer Liebe zu den Kindern im Heim stellt sie sich oft die Frage, ob sie am richtigen Platz ist. Auch ihr noch junger Glaube an Gott und seine Gnade ist ziemlich wacklig.
Der Erzählstil des Buches ist sehr schön und leicht zu lesen. Die Charaktere sind einfühlsam beschrieben. Auch an Spannung fehlt es nicht. Besonders gefallen hat mir, dass der Glaube anschaulich und auf realistische Weise ins Buch eingeflochten ist. Wie schon im ersten Band ist das Geschehen im Roman eng mit der damaligen Erweckungsbewegung in England um John Wesley verbunden. Gnade, nicht eigener Verdienst ist ein Thema, das in der Geschichte um Rosalyn aufkommt und darin sehr feinfühlig aufgegriffen wird. Auch die Atmosphäre in London zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist gut recherchiert und der Aufbau von Waisenheimen, der damals begann realitätsnah dargestellt.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es hat mir schöne Lesestunden beschert und ich empfehle es weiter.
Bewertung
aus Bargteheide
5/5
06.04.2026
eBook (ePUB 3)
Eine wunderbare Fortsetzung von "Das Erwachen der Freiheit". Sehr empfehlenswert!
Sehnsüchtig habe ich die Fortsetzung von „Das Erwachen der Freiheit“ erwartet. Mit dem Buch „Das Flüstern seiner Gnade“ schließt die Autorin Rahel Krönert unmittelbar an den Vorband an. Ja, es ist durchaus möglich diesen zweiten Band auch ohne Vorkenntnisse zu lesen, aber für den Gesamtzusammenhang macht die richtige Reihenfolge einfach nur Sinn.
Im Jahr 1811 begegnet der Leser Rosalyn Mandeville in London. Aus Widerspruch gegen eine arrangierte Ehe floh sie hierhin, um zukünftig an der Seite ihrer großen Liebe in einem Waisenhaus zu arbeiten. Mutig! Aber was passiert mit Rosalyn, wenn sich die große Liebe nicht als die entpuppt, die sie sich erträumt hatte und die Arbeit nicht das ist, was Rosalyn sich ausgemalt hat. Wird sie nun aufgeben und sich in das Leben ihres Standes fügen? Gibt es überhaupt noch einen Weg zurück? Wen kann sie sich anvertrauen?
Wie auch schon in ihrem ersten Buch baut die Autorin ihre Geschichte vor dem Hintergrund der Entwicklung des Methodismus in England auf. Hervorragend recherchierte sie die Historie und verbindet diese gelungen mit der Erzählung von Rosalyn und deren Erfahrungen sowohl in privaten Beziehungen als auch bei der Tätigkeit für die Ärmsten der Stadt. Was mich schon im ersten Band begeistert hat, ist der Glaubensweg, den Rosalyn nimmt. Als Leser begleitet man sie durch Höhen, Tiefen, Zweifeln und Erkenntnissen und letztlich zu dem Bewusstsein, was die Hoffnung auf Gott und dessen Liebe für einen selbst wahrhaftig bedeutet. Allein schon deshalb ist dieser Roman so empfehlenswert!
Aber auch die Handlung des Romans überzeugt. Rachel Krönert baut die Charaktere gekonnt und liebenswert auf. Auch ihr Setting ist wieder einmal sehr bildhaft vorstellbar. Rosalyn und ihre Geschichte steht klar im Vordergrund, es gibt aber auch noch Seitenhandlungen, die genauso spannend wie interessant sind.
Insgesamt gesehen bietet dieser Roman nicht nur unterhaltsame Lesestunden, durch seinen Tiefgang hat er auch dieses Mehr, was man in vielen Büchern heutzutage vermisst. Von mir gibt es 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Shilo
Thalia Book Circle Community
5/5
24.02.2026
eBook (ePUB 3)
Ein berührender historischer Roman
Erzählt wird die Geschichte von einer jungen Frau, die im Jahr 1811 ihr Elternhaus verlässt, um den Erwartungen der feinen Gesellschaft zu entkommen. Was nach Freiheit klingt, führt sie nach London, in eine Zeit voller Zweifel, innerer Fragen und der Suche nach dem eigenen Wert.
Es geht nicht nur um die Flucht vor einer arrangierten Ehe, sondern um den Wunsch nach einem Platz im Leben. Die Begegnungen im Waisenhaus bringen Wärme in die Handlung. Zwischen Kindern, einfachen Aufgaben und Gesprächen entsteht ein leises Gefühl von Geborgenheit. Immer wieder bleibt die Frage, ob Liebe verdient werden muss oder ein Geschenk ist.
Rosalyn wirkt in ihrem Ringen sehr menschlich. Sie macht Fehler, hält an ihrem Stolz fest und zweifelt. Gerade diese Unsicherheit lässt sie nahbar werden. Ihre Entwicklung verläuft ruhig und ohne große Sprünge.
Der Glaube begleitet die Geschichte behutsam. Er steht nicht im Mittelpunkt, sondern bleibt Teil des Weges der Figur. Die Botschaft, dass Liebe und Gnade nicht durch Leistung erreicht werden müssen, zeigt sich im Verlauf des Romans.
Auch das historische England wird ohne viele Details beschrieben. Der gesellschaftliche Druck und die Erwartungen an eine junge Frau sind klar erkennbar und geben der Handlung Halt.
Am Ende bleibt ein warmes, ruhiges Gefühl von Frieden. Ein ruhiger Roman über Stolz, Angst und die Kraft einer Liebe, die nicht verdient werden muss. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Bewertung
5/5
31.01.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannung, Liebe und Glaube von allem etwas dabei
Zitat: "Kein Mensch bleibt vor Anfechtungen und Leiden verschont, Liebes. Lass nicht zu, dass der Schmerz der Vergangenheit deinen Blick auf die Zukunft trübt. Sei bedacht, dass dein Herz offen ist für das, was Gott tun will." S. 97
Vom Klappentext her war ich mir nicht ganz sicher, ob mir dieser Roman gefallen wird. Da dieses Buch im Buchclub, die meisten Stimmen erhalten hat, habe ich es gelesen. Und wurde positiv überrascht. Ich habe bereits ein Roman von der gleichen Autorin gelesen. Dieser hier fand ich noch besser. Die Geschichte hat mich am Anfang bereits gepackt. Es hatte für mich etwas von einem Krimi. Ich fand es sehr spannend und mitreissend geschrieben. Die Charaktere waren greifbar und hatten ihre Ecken und Kanten. Der Glaube hatte eine tiefgründige und aktive Rolle, die sich durch die ganze Geschichte zog. Aus diesem Roman kann ich viel für mich mitnehmen. Das ist es doch, was eine gute Geschichte ausmacht. Es bleibt etwas hängen und man kann sich etwas daraus nehmen für sein eigenes Leben. Eine klare Leseempfehlung von mir. Spannung, Liebe und Glaube von allem etwas dabei.
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