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Band 2

Die verlorene Zukunft von Pepperharrow

Aus der Reihe Der Uhrmacher
12

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.10.2023

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

592

Maße (L/B/H)

21,9/14,9/4,7 cm

Gewicht

777 g

Farbe

Smaragd

Auflage

1. Auflage 2023

Originaltitel

The Lost Future of Pepperharrow

Übersetzt von

Jochen Schwarzer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-98729-4

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Rezension

»Mit ›Die verlorene Zukunft von Pepperharrow‹ ließ Natasha Pulley ihrem grandiosen Erstling ›Der Uhrmacher in der Filigree Street‹ einen nicht minder ausgefeilten, inhaltlich überzeugenden und zugleich spannenden zweiten Roman folgen. […] [E]ine neue, originäre Stimme in der Fantasy-Szene […].« Hermann Urbanek, Geek!, März/April 2024 ("Geek!")
»[E]ine Erzählerin, die gerade mit ihren sehr versiert eingesetzten schriftstellerischen Mitteln zu faszinieren weiß. Das Pfund, mit dem sie wuchert, sind vorliegend, wie in all ihren bei Klett-Cotta erschienen Büchern, ihre zutiefst einfühlsam und interessant beschriebenen Figuren und die minutiös recherchierte Bühne, auf die diese agieren. […] Wer also einmal dem Fantasy-Einheitsbrei entgehen möchte, der greife zu den Büchern der Natasha Pulley!« Carsten Kuhr, Phantastik News, 29. Dezember 2023 ("Phantastik-News")
»Der Roman ist eine brillante und zugleich filigrane literarische Komposition, in der sich die dichte Handlung, die Protagonistinnen und Protagonisten, ihre Motive und Aktionen nahtlos ineinander fügen.« Armin Möhrle, Andromeda Nachrichten, Heft 286, Oktober 2024 ("Andromeda Nachrichten")
»Natasha Pulley ist ein wunderschöner Roman gelungen, in dem sie liebevoll Kleinigkeiten erzählt, japanische Kultur näherbringt, verwoben mit fantastischen Elementen, die so gut entworfen und dargestellt sind, dass man sich nicht einen Moment lang fragt, ob das überhaupt sein kann.« Bettina von Allwörden, Zauberspiegel, Juni 2024 ("zauberspiegel-online")
»Die Handlung ist ungewöhnlich, dramatisch und überraschend. Die Figuren sind tiefsinnig und voller Geheimnisse. Ein Buch, in das man sich hineinträumen kann. Unbedingt lesenswert.« Jutta Engelmayer, Radio Lounge, 27. Februar 2024 ("Radio Lounge")
»[D]as Buch ist ein Juwel. […] Wieder eine ungewöhnliche, äußerst einfallsreiche und verwickelte Geschichte, deren Sinn bis zu den letzten Seiten verschleiert bleibt.« Angelika Herzog, Andromeda Nachrichten, Ausgabe 284, Februar 2024 ("Andromeda Nachrichten")
»Über den Unterhaltungswert von Natasha Pulleys Romanen braucht nicht mehr spekuliert werden. Seit sie mit ihrem Debüt ›Der Uhrmacher in der Filigree Street‹ einen internationalen Bestseller landete, kann sie nichts mehr falsch machen. […] Auch in ›Die verlorene Zukunft von Pepperharrow‹ gibt es wieder viele stimmungsvolle Impressionen mit gelegentlichen Action-Szenen – Pulley bleibt ihrem Erfolgsrezept treu.« Horst Illmer, Phantastisch!, Ausgabe 93, Januar 2024 ("Phantastisch!")
»[S]ehr britisch, mit einem tiefen Einblick in die japanische Kultur und viel augenzwinkerndem Humor. […] Ausgestattet mit einem ungeheuren Einfallsreichtum, gleichzeitig bezaubernd und tief bewegend, fließen die 589 Seiten des Buches nur so dahin.« Birgit Schwenger, Planet Trek, 21. Dezember 2023 ("Planet Trek")
»›Die verlorene Zukunft von Pepperharrow‹ ist eine wunderbare Erzählung darüber, wie eine einzige Tat den Lauf der Geschichte beeinflussen kann, aber auch das Leben der Menschen, die Geschichte letztlich ausmachen.« Christine Witt, Baden-Württemberg Aktuell, Ausgabe 483, Dezember 2023 ("Baden-Württemberg Aktuell")
»Der Roman ist unglaublich gut geschrieben, überzeugt mit seinen Figuren und einem feinen überraschenden Plot. Einfach magisch.« Stefan Rammer, Passauer Neue Presse, 30. November 2023 ("Passauer Neue Presse")

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Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.10.2023

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

592

Maße (L/B/H)

21,9/14,9/4,7 cm

Gewicht

777 g

Farbe

Smaragd

Auflage

1. Auflage 2023

Originaltitel

The Lost Future of Pepperharrow

Übersetzt von

Jochen Schwarzer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-98729-4

Herstelleradresse

J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger GmbH
Rotebühlstraße 77|70178|Stuttgart|DE
produktsicherheit@klett-cotta.de

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Es handelt sich hier um den…

Mikka Liest aus Zwischen den Seiten am 17.04.2024

Bewertungsnummer: 2853552

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es handelt sich hier um den zweiten Band einer Dilogie, und ich lege dir, lieber Bücherwurm, dringend ans Herz, erstmal «Der Uhrmacher in der Filigree Street» zu lesen. Erstens wird es ansonsten schwierig, der hochkomplexen Geschichte in diesem Band zu folgen; zweitens ist der «Uhrmacher» ein wunderbar charmanter Roman, den du nicht missen solltest. Gut. Da das jetzt geklärt ist, lasst uns über «Pepperharrow» sprechen. Dessen Geschichte setzt fünf Jahre nach dem Ende des ersten Bandes ein. Thaniel Steepleton und Keita Mori reisen mit ihrer Adoptivtochter nach Tokio, wo sie sich mit einer in vielerlei Hinsicht bedrohlichen Situation konfrontiert sehen. Krieg mit Russland wandelt sich von einer Möglichkeit zu einer Wahrscheinlichkeit, und in der britischen Gesandschaft spukt es. Derweil benimmt sich Mori sogar für seine Verhältnisse merkwürdig, und Thaniel hat das Gefühl, dass es in ihrer Beziehung kriselt. Daher stürzt er sich zur Ablenkung in den Auftrag, herauszufinden, was hinter den Geistererscheinungen steckt. Mori hat Angst. Thaniel sieht Geister. Mori verschwindet. Und den Rest des Buches beschleicht dich das ungute Gefühl, dass dieser Band möglicherweise tragisch enden könnte. …nein, verrat ich nicht. Eine Wendung folgt auf die nächste, der Plot verästelt sich zusehends… Historische Geschehnisse, politische Intrigen, mystische Gegebenheiten und Steampunkelemente verweben sich, aber der wunderbare Schreibstil und die dichte Atmosphäre halten meines Erachtens alles zusammen. Der Erzählrhythmus ist langsam, aber das ist auch nötig, damit die Geschichte unter ihrer eigenen Komplexität nicht zusammenbricht; es entwickelt sich nach und nach eine tiefgründige Spannung. Wie im «Uhrmacher» wird die Geschichte auch hier von Charakteren getragen, deren Facetten die Autorin mit wunderschönen, feinen Strichen zeichnet; vieles liegt zwischen den Zeilen und erfordert behutsames Lesen. Ich hab's geliebt. Und wenn du, lieber Bücherwurm, komplexe Erzähltstrukturen, originelle Einfälle und einen anspruchsvollen Genremix zu schätzen weißt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du es auch lieben wirst.

Es handelt sich hier um den…

Mikka Liest aus Zwischen den Seiten am 17.04.2024
Bewertungsnummer: 2853552
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es handelt sich hier um den zweiten Band einer Dilogie, und ich lege dir, lieber Bücherwurm, dringend ans Herz, erstmal «Der Uhrmacher in der Filigree Street» zu lesen. Erstens wird es ansonsten schwierig, der hochkomplexen Geschichte in diesem Band zu folgen; zweitens ist der «Uhrmacher» ein wunderbar charmanter Roman, den du nicht missen solltest. Gut. Da das jetzt geklärt ist, lasst uns über «Pepperharrow» sprechen. Dessen Geschichte setzt fünf Jahre nach dem Ende des ersten Bandes ein. Thaniel Steepleton und Keita Mori reisen mit ihrer Adoptivtochter nach Tokio, wo sie sich mit einer in vielerlei Hinsicht bedrohlichen Situation konfrontiert sehen. Krieg mit Russland wandelt sich von einer Möglichkeit zu einer Wahrscheinlichkeit, und in der britischen Gesandschaft spukt es. Derweil benimmt sich Mori sogar für seine Verhältnisse merkwürdig, und Thaniel hat das Gefühl, dass es in ihrer Beziehung kriselt. Daher stürzt er sich zur Ablenkung in den Auftrag, herauszufinden, was hinter den Geistererscheinungen steckt. Mori hat Angst. Thaniel sieht Geister. Mori verschwindet. Und den Rest des Buches beschleicht dich das ungute Gefühl, dass dieser Band möglicherweise tragisch enden könnte. …nein, verrat ich nicht. Eine Wendung folgt auf die nächste, der Plot verästelt sich zusehends… Historische Geschehnisse, politische Intrigen, mystische Gegebenheiten und Steampunkelemente verweben sich, aber der wunderbare Schreibstil und die dichte Atmosphäre halten meines Erachtens alles zusammen. Der Erzählrhythmus ist langsam, aber das ist auch nötig, damit die Geschichte unter ihrer eigenen Komplexität nicht zusammenbricht; es entwickelt sich nach und nach eine tiefgründige Spannung. Wie im «Uhrmacher» wird die Geschichte auch hier von Charakteren getragen, deren Facetten die Autorin mit wunderschönen, feinen Strichen zeichnet; vieles liegt zwischen den Zeilen und erfordert behutsames Lesen. Ich hab's geliebt. Und wenn du, lieber Bücherwurm, komplexe Erzähltstrukturen, originelle Einfälle und einen anspruchsvollen Genremix zu schätzen weißt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du es auch lieben wirst.

Nicht so charmant wie Band eins aber auf andere Art überzeugend

phantastische_fluchten aus Walzbachtal am 17.03.2024

Bewertungsnummer: 2156189

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Fünf Jahre sind nach den Ereignissen aus dem Uhrmacher in der Filigree Street vergangen. Nathaniel und Keita Mori leben zusammen in dessen Haus. Sie haben Zuwachs bekommen, denn die 9-jährige Six ist bei ihnen eingezogen und Nathaniel hat sie adoptiert. Six kommt aus einem Arbeiterhaus und hat viel schreckliches erlebt, mal ist sie Kind, dann wieder altklug und erwachsener als die beiden Männer. Als die Mitarbeiter der britischen Botschaft in Tokio streiken, weil sie immer wieder Geister sehen, wird Nathaniel gebeten, nach Tokio zu reisen und die Angelegenheit zu klären. Er ist der einzige Mitarbeiter, der japanisch spricht. Da Nathaniel an einer Lungenkrankheit leidet und ihm das industrielle London schwer zu schaffen macht, sagt er schweren Herzens zu. Schweren Herzens, denn er hat Keita mehrere Monate nicht gesehen und hat keine Möglichkeit, ihn zu erreichen und ihn über die Reise nach Tokio zu informieren. Doch kurz vor der Abreise steht Keita vor der Tür, hat schon Schiffspassagen gebucht und er begleitet Nathaniel und Six nach Japan, da er dort selbst auch dringende Angelegenheiten zu klären hat. Bevor sich Nathaniel nach Tokio begibt, verbringen sie einige Tage auf dem Landsitz der Familie Mori. Erst da wird Nathaniel bewusst, dass Keita zu einer alten und mächtigen Adelsfamilie gehört. Und ihm wird bewusst, dass Keita Angst hat. Er verändert sich, schwindet immer mehr und ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Teilweise scheint er nicht einmal mehr Nathaniel zu erkennen. Die Zukunftsvisionen, die der Uhrmacher sieht, verwirren ihn, lappen übereinander und er kann das Jetzt nicht mehr von dem Morgen unterscheiden. Für Nathaniel eine unerträgliche Situation, denn er scheint in der Zukunft keine Rolle mehr zu spielen. Er nimmt Six und reist mir ihr nach Tokio, um die Angelegenheit der Geister zu klären. Und muss dort erfahren, dass Keita spurlos verschwunden ist. Kommentar: Ich habe Band eins um Keita und Nathaniel regelrecht verschlungen. Dieser Band ist wesentlich komplexer als der Uhrmacher aber auch er konnte mich begeistern. Mit Six hat Natasha Pulley eine Figur geschaffen, die den Lesern sofort an Herz wächst. Sie hat einen Faible für Maschinen und Elektrizität und versteht mehr über deren Funktion als die meisten Erwachsenen. Sie ist das Bindeglied zwischen Keita und Nathaniel, die beide nicht in der Lage sind, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Die Unfähigkeit, miteinander zu reden und ehrlich zu sein, zieht sich durch das ganze Buch und führt zu vielen Missverständnissen. Auf dem Landsitz der Familie Mori treffen sie auf Premierminister Kuroda und Takiko Pepperharrow, die beide eine besondere Rolle in Keitas Leben spielen. Takiko ist eine Figur, die mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. Sie ist eine sehr ambivalente Figur, die nie so recht weiß, ob sie für oder gegen Keita ist. Durch Rückblicke in die Vergangenheit erfahren wir, sie wie zu dem Japaner steht und was sie verbindet. Nathaniel ist teilweise eifersüchtig auf die Verbindung der beiden, sie haben eine gemeinsame Vergangenheit während er noch nicht einmal weiß, ob er und Keita eine gemeinsame Zukunft haben werden. Nachdem die beiden Männer und Six in Japan gelandet sind, teilt sich das Buch in zwei Hälften auf und es wird schwer zu erkennen, wie alles zusammenhängt. Nathaniel untersucht die Geistererscheinungen in der Botschaft, arbeitet als Dolmetscher und sieht schon bald selbst Geister. Er wird in politische Ereignisse hineingezogen, die er kaum versteht. Währenddessen ist Keita spurlos verschwunden und Pepperharrow begibt sich, auf Wunsch von Keita, auf eine Reise zu einer abgelegenen Gefängnisinsel. Dort kommt es ebenfalls zu Geistererscheinungen und sehr seltsamen Vorkommnissen. Ich gebe zu, dass ich einige Ereignisse zu Beginn etwas verwirrend fand. Letztendlich führt die Autorin jeden Pfad und jedes Ereignis zu einem wunderbaren Abschluss. Hier geht mein Lob auch an den Übersetzer Jochen Schwarzer, der diese besondere Geschichte so übersetzt hat, dass kein Hauch davon verloren ging. Die Autorin verfügt über eine sehr intensive und bildhafte Sprache, wir reisen mit den Figuren nach Japan, erleben die Ereignisse auf dem Stammsitz der Familie Mori mit und begleiten Nathaniel und auch Takiko auf ihren Reisen. Die Gefühle der beiden sind sehr verwirrend aber auch eindringlich und intensiv, niemand steht Keita Mori neutral gegenüber. Man liebt ihn aus tiefstem Herzen, man hasst ihn aber man respektiert ihn stets. Es schmerzt einen zu lesen, wie sich die Zukünfte verwirrend auf ihn auswirken und wie er und Nathaniel sich scheinbar immer mehr entfernen. Wie Keita einmal zu Nathaniel sagt: Ich weiß nie, was ich Dir schon erzählt habe oder nicht. Und so verschließt er sich immer mehr seinem Freund gegenüber. Er sieht Gefahren, in die er weder Takiko noch Nathaniel hineinziehen möchte. Die Autorin nimmt sich viel Zeit für ihre Geschichte, durch Sprünge in die Vergangenheit knüpft sie Fäden in die Zukunft. Es ist kein Roman für eilige oder oberflächliche Leser, man muss sich auf die Geschichte einlassen und Geduld haben. Der Roman spielt Ende des 19. Jahrhunderts, in einer Ära des Aufbruchs und der Veränderungen, hier durch einen Hauch Steampunk vertreten. Die Ehre der alten Samurai gegen das Moderne, Fremdenhass und Traditionalismus gegenüber Fortschritt und Öffnung. Fazit: Obwohl die Gefühle der Charaktere sehr ambivalent sind und nie offen angesprochen werden, durchziehen sie das ganze Buch. Gefühle sind es, die sie zum Handeln bewegen, im Guten wir im Schlechten. Eine verschachtelte Geschichte, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Ich kann aber verstehen, dass einige Leser aufgegeben haben. Pech für sie, denn sie verpassen eine intensive und bewegende Geschichte in einer Ära der Umwälzungen.

Nicht so charmant wie Band eins aber auf andere Art überzeugend

phantastische_fluchten aus Walzbachtal am 17.03.2024
Bewertungsnummer: 2156189
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Fünf Jahre sind nach den Ereignissen aus dem Uhrmacher in der Filigree Street vergangen. Nathaniel und Keita Mori leben zusammen in dessen Haus. Sie haben Zuwachs bekommen, denn die 9-jährige Six ist bei ihnen eingezogen und Nathaniel hat sie adoptiert. Six kommt aus einem Arbeiterhaus und hat viel schreckliches erlebt, mal ist sie Kind, dann wieder altklug und erwachsener als die beiden Männer. Als die Mitarbeiter der britischen Botschaft in Tokio streiken, weil sie immer wieder Geister sehen, wird Nathaniel gebeten, nach Tokio zu reisen und die Angelegenheit zu klären. Er ist der einzige Mitarbeiter, der japanisch spricht. Da Nathaniel an einer Lungenkrankheit leidet und ihm das industrielle London schwer zu schaffen macht, sagt er schweren Herzens zu. Schweren Herzens, denn er hat Keita mehrere Monate nicht gesehen und hat keine Möglichkeit, ihn zu erreichen und ihn über die Reise nach Tokio zu informieren. Doch kurz vor der Abreise steht Keita vor der Tür, hat schon Schiffspassagen gebucht und er begleitet Nathaniel und Six nach Japan, da er dort selbst auch dringende Angelegenheiten zu klären hat. Bevor sich Nathaniel nach Tokio begibt, verbringen sie einige Tage auf dem Landsitz der Familie Mori. Erst da wird Nathaniel bewusst, dass Keita zu einer alten und mächtigen Adelsfamilie gehört. Und ihm wird bewusst, dass Keita Angst hat. Er verändert sich, schwindet immer mehr und ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Teilweise scheint er nicht einmal mehr Nathaniel zu erkennen. Die Zukunftsvisionen, die der Uhrmacher sieht, verwirren ihn, lappen übereinander und er kann das Jetzt nicht mehr von dem Morgen unterscheiden. Für Nathaniel eine unerträgliche Situation, denn er scheint in der Zukunft keine Rolle mehr zu spielen. Er nimmt Six und reist mir ihr nach Tokio, um die Angelegenheit der Geister zu klären. Und muss dort erfahren, dass Keita spurlos verschwunden ist. Kommentar: Ich habe Band eins um Keita und Nathaniel regelrecht verschlungen. Dieser Band ist wesentlich komplexer als der Uhrmacher aber auch er konnte mich begeistern. Mit Six hat Natasha Pulley eine Figur geschaffen, die den Lesern sofort an Herz wächst. Sie hat einen Faible für Maschinen und Elektrizität und versteht mehr über deren Funktion als die meisten Erwachsenen. Sie ist das Bindeglied zwischen Keita und Nathaniel, die beide nicht in der Lage sind, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Die Unfähigkeit, miteinander zu reden und ehrlich zu sein, zieht sich durch das ganze Buch und führt zu vielen Missverständnissen. Auf dem Landsitz der Familie Mori treffen sie auf Premierminister Kuroda und Takiko Pepperharrow, die beide eine besondere Rolle in Keitas Leben spielen. Takiko ist eine Figur, die mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. Sie ist eine sehr ambivalente Figur, die nie so recht weiß, ob sie für oder gegen Keita ist. Durch Rückblicke in die Vergangenheit erfahren wir, sie wie zu dem Japaner steht und was sie verbindet. Nathaniel ist teilweise eifersüchtig auf die Verbindung der beiden, sie haben eine gemeinsame Vergangenheit während er noch nicht einmal weiß, ob er und Keita eine gemeinsame Zukunft haben werden. Nachdem die beiden Männer und Six in Japan gelandet sind, teilt sich das Buch in zwei Hälften auf und es wird schwer zu erkennen, wie alles zusammenhängt. Nathaniel untersucht die Geistererscheinungen in der Botschaft, arbeitet als Dolmetscher und sieht schon bald selbst Geister. Er wird in politische Ereignisse hineingezogen, die er kaum versteht. Währenddessen ist Keita spurlos verschwunden und Pepperharrow begibt sich, auf Wunsch von Keita, auf eine Reise zu einer abgelegenen Gefängnisinsel. Dort kommt es ebenfalls zu Geistererscheinungen und sehr seltsamen Vorkommnissen. Ich gebe zu, dass ich einige Ereignisse zu Beginn etwas verwirrend fand. Letztendlich führt die Autorin jeden Pfad und jedes Ereignis zu einem wunderbaren Abschluss. Hier geht mein Lob auch an den Übersetzer Jochen Schwarzer, der diese besondere Geschichte so übersetzt hat, dass kein Hauch davon verloren ging. Die Autorin verfügt über eine sehr intensive und bildhafte Sprache, wir reisen mit den Figuren nach Japan, erleben die Ereignisse auf dem Stammsitz der Familie Mori mit und begleiten Nathaniel und auch Takiko auf ihren Reisen. Die Gefühle der beiden sind sehr verwirrend aber auch eindringlich und intensiv, niemand steht Keita Mori neutral gegenüber. Man liebt ihn aus tiefstem Herzen, man hasst ihn aber man respektiert ihn stets. Es schmerzt einen zu lesen, wie sich die Zukünfte verwirrend auf ihn auswirken und wie er und Nathaniel sich scheinbar immer mehr entfernen. Wie Keita einmal zu Nathaniel sagt: Ich weiß nie, was ich Dir schon erzählt habe oder nicht. Und so verschließt er sich immer mehr seinem Freund gegenüber. Er sieht Gefahren, in die er weder Takiko noch Nathaniel hineinziehen möchte. Die Autorin nimmt sich viel Zeit für ihre Geschichte, durch Sprünge in die Vergangenheit knüpft sie Fäden in die Zukunft. Es ist kein Roman für eilige oder oberflächliche Leser, man muss sich auf die Geschichte einlassen und Geduld haben. Der Roman spielt Ende des 19. Jahrhunderts, in einer Ära des Aufbruchs und der Veränderungen, hier durch einen Hauch Steampunk vertreten. Die Ehre der alten Samurai gegen das Moderne, Fremdenhass und Traditionalismus gegenüber Fortschritt und Öffnung. Fazit: Obwohl die Gefühle der Charaktere sehr ambivalent sind und nie offen angesprochen werden, durchziehen sie das ganze Buch. Gefühle sind es, die sie zum Handeln bewegen, im Guten wir im Schlechten. Eine verschachtelte Geschichte, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Ich kann aber verstehen, dass einige Leser aufgegeben haben. Pech für sie, denn sie verpassen eine intensive und bewegende Geschichte in einer Ära der Umwälzungen.

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