Produktbild: Brennnesseln schmecken nur im Frühling

Brennnesseln schmecken nur im Frühling

1

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Paperback

Erscheinungsdatum

31.01.2023

Verlag

Traumfänger Verlag

Seitenzahl

560

Maße (L/B/H)

21,4/14/4,4 cm

Gewicht

626 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-948878-34-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Paperback

Erscheinungsdatum

31.01.2023

Verlag

Traumfänger Verlag

Seitenzahl

560

Maße (L/B/H)

21,4/14/4,4 cm

Gewicht

626 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-948878-34-4

Herstelleradresse

Traumfänger Verlag
Dorfener Weg 14
83104 Hohenthann-Tuntenhausen
DE

Email: info@traumfaenger-verlag.de

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  • Büchertanz.de

    aus Freiburg

    5/5

    19.02.2023

    Buch (Paperback)

    Eine Geschichte, welche im Herzen und Kopf bleiben wird

    Das Buch „Brennnesseln schmecken nur im Frühling“ von Kerstin Groeper ist ein biografischer Roman und erzählt einen Teil der Lebensgeschichte der Großeltern der Autorin von den 1920er bis in die 1950er Jahre. Leer, Ostfriesland 1924: Um der Enge der Kleinstadt und ihrem strengen und lieblosen Elternhaus zu entkommen, beginnt die junge Gredel eine Ausbildung zur Röntgenassistentin im fernen Berlin. Nach der erfolgreichen Beendigung ihrer Ausbildung verschlägt es sie nach Lübeck, wo sie in einem Krankenhaus arbeitet – und sich verliebt: In Walter, einen gutaussehender Arzt, welcher seine Karriere in der SS sieht. Nach Walters Versetzung nach Jüterbog, folgt ihm Gredel dorthin und schon bald soll ihre Beziehung durch eine Hochzeit besiegelt werden. Als Walter jedoch vor der Hochzeit für einige Monate nach Afrika reist, bemerkt Gredl, dass sie schwanger ist. Sie kann ihr Glück kaum fassen. Doch als Walter kurz nach seiner Rückkehr die Verlobung löst, weiß Gredel nicht, wie es weitergehen soll. Sie möchte ihr Kind um jeden Preis bei sich behalten. Zeitgleich kümmert sich der junge Hellmuth in Berlin aufopferungsvoll um seine Mutter, seine Schwester und deren uneheliches Kind. Die drei mussten nach einem schweren Schicksalsschlag ihre Heimat in Ostpreußen verlassen und schlagen sich nun irgendwie durchs Leben. Doch Hellmuth möchte endlich mehr: Eine eigene Familie. Dies ist allerdings in seiner prekären finanziellen und familiären Lage alles andere als leicht. Da stößt er auf eine Heiratsanzeige, welche sein ganzes Leben verändern wird. Neben dem umfangreichen und aussagekräftigen Klappentext weckte auch das stimmungsvolle Cover mein Interesse: Hier steht eine Fotografie der beiden Hauptfiguren im Vordergrund. Den Hintergrund bilden Häuserruinen vor einem blauen, jedoch bewölkten (Nacht-)Himmel, über den mehrere Flugzeuge fliegen. Im unteren linken Bildrand befindet sich das Bild einer Brennnessel. Der Name der Autorin befindet sich im oberen Bereich, der Titel des Buches im unteren Bereich des Covers – beide in weißer Schrift gehalten. Die Ausgabeform des Buches ist eine Klappbroschur: Auf der vorderen Klappe befindet sich eine Übersicht über die Protagonisten, auf der hinteren Klappe wird die sympathische Autorin mit einem Foto und einer kurzen Biographie vorgestellt. Die 560 Seiten gliedern sich in einen Prolog, insgesamt 31 Kapiteln, einem Epilog und einem ausführlichen Nachwort auf. Hier möchte ich besonders hervorheben, dass jedes Kapitel eine eigene Überschrift hat, welche mich immer direkt neugierig machte. Diese Kapitel sind in einem Inhaltsverzeichnis, welches sich vor dem Prolog befindet, übersichtlich und mit Seitenangabe zusammengestellt. So etwas findet man leider heutzutage nicht mehr so oft in Büchern. Die Handlung des Buches beginnt im Jahr 1924 und endet in den 1950er Jahren. Somit umfasst die Gesamthandlung von „Brennnesseln schmecken nur im Frühling“ über 30 Jahre und zeigt eindrücklich, wie die Nationalsozialisten die Macht an sich rissen, die Verfolgung der Juden, den Holocaust, den Beginn, den Verlauf und das Ende des Zweiten Weltkrieges, die Vertreibungen aus den ehemaligen ostdeutschen Gebieten und schlussendlich auch die unmittelbaren Jahre nach dem Krieg: Die Errichtung der Besatzungszonen und Besatzungssektoren in Berlin, die Blockade Berlins, die daraus resultierende Luftbrücke, die Gründung und den wirtschaftlichen Aufschwung der BRD. Diese geschichtlichen Themenkomplexe stellt Kerstin Groeper sehr lebendig, spannend und außerordentlich beeindruckend da. Sie zeigt das Leben der Menschen zu diesen schwierigen Zeiten, zeigt aber auch, wie der Nationalsozialismus und die Parolen Hitlers erst einmal auf fruchtbaren Boden fielen, dann aber irgendwann doch jedes Verständnis für den Krieg verloren ging und welche tiefen Wunden dieser in die Seelen der Menschen schlug. „Das ist genug Stoff, um eine richtige Familiensaga zu schreiben. Warum immer Königshäuser und Grafen? Die Geschichte meiner Familie ist mindestens genau so spannend.“ [Prolog, Seite 09, Zeilen 01 – 03] Dieser Aussage möchte ich auf jeden Fall zustimmen, allerdings noch ergänzen, dass es nicht nur mindestens genau so spannend ist – sondern in meinen Augen sogar noch um einiges spannender. Diese biografische Familiengeschichte voller Wendungen und Drehungen war mitunter bedrückend und beklemmend – trotzdem mochte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Ich war sehr schnell in der Geschichte angekommen und wollte immer wissen, wie es weitergeht. Auch wenn Kerstin Groeper in ihrem Nachwort schreibt, dass nicht alle Details der Geschichte überliefert sind und sie einiges dazu dichten musste, ist eine sehr eindrückliche und authentische Familiensaga entstanden. Kerstin Groeper hat einen sehr bildhaften Sprachstil, welcher auf keiner Seite Langeweile aufkommen lässt und mich sehr schnell mit in die Geschichte genommen hat. Zu den vielfältig beschriebenen Figuren des Buches bekam sehr schnell einen Zugang. Hier möchte zuerst auf Gredel eingehen: Zu Beginn des Buches ist sie eine junge Frau, welche aus der Kleinstadt und mit einer Ausbildung ihrem strengen Vater entkommen möchte. Mit ihrem Fleiß und ihrer Gelehrsamkeit macht sie sich beliebt, läuft aber mit ihrer anfänglichen Naivität in das ein oder andere Fettnäpfchen. Ihre imposante und sehr authentisch beschriebene Wandlung während der Geschichte beeindruckte mich sehr. Es ist mitunter schwer zu fassen, was diese Frau in ihrem Leben alles mitmachen, erleben und erleiden musste. Ein Leben, welches von Kriegen, Ängsten, Hunger und Verlusten gezeichnet war. An Gredels Seite steht Hellmuth: Auch er ist ein äußerst tief gängiger Charakter, welcher während der Handlung eine immense Wandlung durchläuft. Auch seine Lebensgeschichte ist von Kriegen, Hunger und Verlusten geprägt. Erwähnenswert ist, wie sehr Hellmuth sich anfangs für seine Mutter, seine Schwestern und deren uneheliche Tochter aufopfert – auch wenn es ihn mitunter an den Rand der Verzweiflung und um seine Karriere bringt. Er gibt so vieles auf und seine Familie dankt es ihm gefühlt wenig – deren rücksichtsloses Verhalten gegenüber Hellmuth machte mich mitunter sehr fassungslos. Die Geschichte der beiden Töchter von Gredel und Hellmuth nahm mich wohl am meisten mit. Die Beiden stehen stellvertretend für die Kinder, welche im Krieg geboren wurden und/ oder aufwuchsen. Geprägt wurde ihr Leben durch Bombenangriffe, zahllosen Nächten im Schutzbunker und das Erleben von Tod, Verlusten, Flucht und Vertreibung. Aber auch ein normales Familienleben, wie zum Beispiel Geburtstage und Weihnachten feiern und Geschenke zu bekommen, war einfach unmöglich. Auch die vielen anderen Charaktere und deren Lebensgeschichten hat Kerstin Groeper sehr gut und vor allem ergreifend dargestellt. Alle zusammenergeben ein gutes Bild der damaligen Gesellschaft – eine Gesellschaft, welche tief gespalten und vom Nationalsozialismus, dem Zweiten Weltkrieg und dessen Nachwirkungen geprägt war. Danke liebe Kerstin Groeper für eine Geschichte, welche im Herzen und im Kopf bleiben wird. Fazit: „Brennnesseln schmecken nur im Frühling“ ist ein sehr beeindruckendes Buch, welches mich mit den zahlreichen und liebevoll gezeichneten Figuren und deren ergreifenden Schicksalen sehr bewegt hat. Viele geschichtliche Themen werden in die Geschichte integriert und verständlich, aber auch beeindruckend, vermittelt. Absolut lesenswert!

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