"Sie sagten, der Krieg würde uns in Licht verwandeln. Ich wollte zu jenen Helden gehören, die uns diese bessere Welt geschenkt haben." Die Lichtbrigade - so nennen Veteranen des Marskriegs diejenigen Kameraden, die zurückkommen ... und nicht mehr sie selbst sind. Diese Konzern-Kämpfer wurden in Licht umgewandelt, um schnell zu interplanetaren Schlachtfeldern versetzt werden zu können. Doch bei dieser Transformation geschieht etwas mit ihnen. Diejenigen, die die Prozedur überleben, halten sich exakt an die Missionsvorgaben - koste es was es wolle. Dietz, ein frischgebackener Infanterist, muss feststellen, dass seine Erinnerungen an die Einsätze nicht mit denen seines Zuges übereinstimmen. Sie erzählen eine ganz andere Geschichte des Krieges, die ganz und gar nicht dem entspricht, was die Konzernleitung ihren Soldaten weismachen will. Licht oder Schatten? In den Wirren des Krieges ist der Unterschied manchmal nur noch marginal.
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Derbe, brutal, dreckig & undurchsichtig: Krieg
Bewertung am 13.03.2023
Bewertungsnummer: 1899765
Bewertet: eBook (ePUB)
Im Science-Fiction-Roman Soldaten im Licht von Kameron Hurley kämpft Dietz einen nicht immer ganz klaren Kampf.
Hauptperson Dietz hat sich freiwillig gemeldet, um im Krieg gegen die Marsianer zu kämpfen. Dabei werden Soldat*innen in Licht umgewandelt, um schnell von der Basis an den Kampfschauplatz gebracht werden zu können. Doch die Technologie scheint noch nicht ganz ausgereift, es kommt immer wieder zu Komplikationen beim Hin- & Herbeamen. Im Laufe der Missionen bemerkt Dietz, dass nicht immer alles so sein kann, wie es den Anschein macht, Erinnerungen scheinen von der Realität abzuweichen. Dadurch stellt sich im Laufe des Romans nicht nur einmal die Frage: Warum?
Für mich war es sehr schwer, Zugang zu der Story zu finden. Viele Namen, schnelle Wechsel der Schauplätze, lange war die Geschichte sehr undurchsichtig & verwirrend. Der Schreibstil ist zwar nicht unangenehm zu lesen, aber die oben genannten Punkte machen das Ganze zu einem nicht gerade einfachen Roman.
Die Wortwahl ist derbe, vieles ist sehr bildlich & hart beschrieben, passend zum Kriegsthema des Buches. Es ist eben alles sehr brutal. Darauf sollte man sich einstellen, ansonsten lohnt es nicht, das Buch überhaupt zu beginnen. Wenn man dies dann aber doch getan hat & sich durch die widerliche Welt des Krieges hindurcharbeitet, wird man auf jeden Fall mit einem mehr als gut geschriebenen Ende belohnt.
Ein Antikriegsbuch – dennoch oder gerade deswegen nichts für zartbesaitete Gemüter
Diamondine aus Königsberg am 28.02.2023
Bewertungsnummer: 1890499
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich muss zugeben, dass dieser Roman mich hart gechallenged hat. Nach ungefähr einem Drittel wollte ich das Buch einfach nicht mehr weiterlesen – und das, wo ich es in einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen hatte, und mich ganz bewusst dafür beworben hatte. Denn der Klappentext klang wirklich vielversprechend. Nur konnte ich nach jenem Drittel einfach nichts mehr über Krieg, Schießen, Befehle, Auslöschung, Folter, Wunden, etc. mehr hören. Und nein, das hat nicht nur etwas mit dem Weltgeschehen zu tun, was aktuell zu beobachten ist, sondern auch mit dem, was ich seit meiner Kindheit als Tagesgeschehen erlebe: Gerede vom Kalten Krieg, Krieg hier, Krieg dort, Angst vor Krieg da und Trauma nach dem Krieg anderswo. Und das allezeit präsent in Zeitung, Fernsehen und Handy-Benachrichtigungen.
Aber letztlich ist es genau das, was Kameron Hurley in diesem Hard-Sci-Fi-Zeitreiseroman auf die Spitze treibt: die Sinnlosigkeit aller Kriege, die letztlich nur dem Machtgerangel weniger dienen. Und immer wieder lässt sie die Helden dieses Buches, wenn auch heimlich, die gleiche Frage stellen: Warum machen wir da mit? Ohne das Kanonenfutter, ohne die Soldaten gäbe es keinen Krieg. Warum also, nach allem, was passiert, wird überhaupt noch jemand Soldat? Warum bleibt er es, befolgt weiter Befehle, auch wenn er beginnt, das böse Spiel zu durchschauen? Und Kameron Hurley findet Antworten darauf bzw. lässt ihre Protagonisten die Antworten suchen und letztendlich finden.
Es ist ein versöhnliches Gefühl, mit dem ich dieses Buch beende und doch bin ich zwiegespalten. Dieser Roman hat alles, was ein guter Roman dieses Genres bieten sollte: jede Menge Sci-Fi, eine spannende Story, einen funktionierenden Plot und Charaktere, die im Gedächtnis bleiben. Und zwar so sehr, dass ich dieses Buch nicht noch einmal lesen möchte. Und das es mich hart ankam, all diese Kriegserlebnisse so hautnah geschildert zu bekommen.
Ist es deswegen ein schlechtes Buch, weil meine Nerven es kaum verkraftet haben? Nein.
Kann ich es bedenkenlos weiterempfehlen? Jein.
Dieses Buch ist für all jene, die noch mindestens einen oder eher noch viel mehr Gründe brauchen, um dem Thema Krieg endlich den Rücken zu kehren. Und da der Krieg gerade wieder einmal viel Aufmerksamkeit bekommt, sind das wohl gar nicht so wenige.
Enden möchte ich mit einem Zitat: „Wenn es wieder Krieg gibt, kommt vielleicht niemand. Vielleicht werden sie voller Licht sein.“
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