Mitten im Dreißigjährigen Krieg begegnen sich Silas von Maringer, Sohn des Oberstallmeisters des Mainzer Kurfürsten, und Gräfin Alexandrine von Taxis. Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Als ihr Ehemann stirbt, wird Alexandrine zur Generalpostmeisterin ernannt. Doch um das Erbe ihrer Kinder zu bewahren, darf sie nicht erneut heiraten. Als Silas in ihren Dienst tritt, wird es immer schwerer standhaft zu bleiben. Erst als er von einem Ritt nicht mehr zurückkehrt, ändert sich alles und Alexandrine muss um ihre Liebe fürchten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Büchertanz.de
aus Freiburg
5/5
04.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein großartiger und lehrreicher historischer Roman
In dem historischen Roman „Das Erbe derer von Thurn und Taxis“ entwirft Johanna von Wild ein faszinierendes und sehr gut recherchiertes Epochenbild zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, das mich tief bewegt und trotz anfänglicher Hürden vollkommen in seinen Bann gezogen hat.
Ich muss zugeben, dass mir der Einstieg in das Buch nicht ganz leichtgefallen ist. Die Autorin wirft die Leserinnen und Leser direkt in das komplexe, politische Geschehen des 17. Jahrhunderts. Die Fülle an historischen Fakten, wechselnden Allianzen und die Vielzahl der Charaktere verlangten mir auf den ersten Seiten einiges an Konzentration ab. Doch das Durchhalten lohnte sich: Denn als ich diesen geschichtlichen Berg erst einmal erklommen hatte und ich so richtig angekommen war, entfaltete das Buch einen Sog, dem ich mich kaum noch entziehen konnte – doch man muss während des Lesens konzentriert bleiben.
Die Atmosphäre des Romans ist von Beginn an greifbar: Sie ist düster, beklemmend, bedrückend und von einer permanenten Bedrohung überschattet. Die Brutalität des Dreißigjährigen Krieges wird ungeschönt und spürbar transportiert. Besonders nahegegangen sind mir dabei die Grausamkeiten gegen die zivile Bevölkerung. Das tragische Schicksal von Silas’ Familie steht hier stellvertretend für das unendliche Leid der damaligen Zeit und hat mich emotional zutiefst mitgenommen.
Wie in all ihren Romanen habe ich auch hier unglaublich viel gelernt, denn Johanna von Wild verwebt die fiktive Geschichte meisterhaft mit realen Fakten. Im Fokus steht die historische Figur der Gräfin Alexandrine von Taxis, die von 1628 bis 1646 (also in der wohl kritischsten Phase des Krieges) stellvertretend für ihren minderjährigen Sohn die Kaiserliche Reichspost leitete. Der Roman zeigt eindringlich, dass Nachrichten und das Postwesen damals keine bloße Dienstleistung waren, sondern ein kriegsentscheidendes, hochgradig umkämpftes Machtinstrument. Wie die Autorin die Logistik hinter dem Postwesen darstellt – die ständige Gefahr für die Postreiter, zerstörte Stationen und die Herausforderung, das Netz gegen landesherrliche Konkurrenz zu verteidigen – ist absolut fesselnd und lebendig gelungen.
Im Zentrum stehen zwei lebensechte Protagonisten, mit denen ich von Anfang bis Ende mitgefiebert habe. Auf der einen Seite Silas von Maringer, der pferdebegeisterte Sohn des Mainzer Oberstallmeisters, auf der anderen Seite Alexandrine. Obwohl beide völlig verschiedene Leben führen, müssen sie auf ihre eigene Weise für ihre Ziele und ihre Plätze im Leben und der Gesellschaft kämpfen.
Besonders fasziniert hat mich Alexandrines Rolle als eine der ersten echten Großunternehmerinnen der deutschen Geschichte. Die Autorin beleuchtet wunderbar den rechtlichen Hintergrund: Dass das kaiserliche Generalpostmeisteramt dank eines Privilegs von 1615 auch im Frauenstamm vererbt werden durfte, öffnete Alexandrine die Tür zu dieser absoluten Männerdomäne. Um das Erbe ihrer Kinder jedoch nicht an eine andere Familie zu verlieren, ist sie an ein striktes Wiederverheiratungsverbot gebunden. Die daraus resultierende, fiktive Liebesgeschichte zwischen ihr und Silas ist feinfühlig gezeichnet. Ihre Verbundenheit wirkt wie ein emotionaler Anker in einer aus den Fugen geratenen Welt.
Auch wenn die Zeiten dunkel sind, verliert das Buch nie seinen Kern: Neben all dem Schrecken gibt es immer diesen einen Funken Hoffnung, tiefe Verbundenheit und echte Freundschaften.
Danke für dieses großartige und lehrreiche Leseerlebnis.
Fazit: „Das Erbe derer von Thurn und Taxis“ von Johanna von Wild ist ein grandios recherchierter, emotional aufwühlender historischer Roman, der die harten Realitäten des Dreißigjährigen Krieges und die faszinierenden Anfänge des europäischen Postmonopols meisterhaft miteinander verbindet. Sehr lesenswert.
Svanvithe
5/5
01.12.2023
Buch (Taschenbuch)
Das Erbe derer von Thurn und Taxis
1618 werden die königlichen Statthalter der katholischen Habsburger vom böhmischen Adel in der Prager Burg aus dem Fenster geworfen, nachdem die Beschlüsse des Augsburger Religionsfriedens von 1555 mehr und mehr unterlaufen worden waren und die Auflösung der Versammlung der protestantischen Stände das Fass zum Überlaufen gebracht hatte.
Seitdem herrscht nicht nur in Böhmen Krieg, sondern auch im Süden Deutschlands. Deshalb steht die erste, rein zufällige Begegnung von Silas von Maringer und Gräfin Alexandrine von Taxis im Jahr 1623 unter keinem guten Stern. Abgesehen davon, dass Alexandrine verheiratet ist, gilt Silas als Sohn des Oberstallmeisters des Kurfürsten von Mainz von niederem Adel und ist zudem vierzehn Jahre jünger. Indes soll dieses Treffen für beide von Bedeutung für ihr restliches Leben haben, denn beide spüren die gegenseitige Anziehung und beginnende Zuneigung.
Als Alexandrines Ehemann Leonhard stirbt, übernimmt sie das Amt der Generalpostmeisterin, um ihrem Sohn Lamoral das Erbe bis zu dessen Volljährigkeit zu sichern, allerdings unter der Bedingung, dass sie sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht erneut vermählt. Damit scheint schon allein aus diesem Grund eine gemeinsame Zukunft der beiden in weiter Ferne zu liegen.
Während sich Alexandrine um den Erhalt der Poststationen und Routen sowie deren Ausbau kümmert, verlässt Silas seine Familie und die Heimat, geht seinen eigenen Weg und stellt sich neuen Herausforderungen, bis er eines Tages endlich als Reiter in Alexandrines Dienstes tritt. Doch dann kehrt er von einem Auftrag nicht zurück, und Alexandrine bemerkt in Bangen und Ängsten, wie viel ihr der junge Mann tatsächlich bedeutet …
Mit „Das Erbe derer von Thurn und Taxis“ rückt Johanna von Wild eine ungewöhnliche Thematik in den Mittelpunkt: das damalige Postwesen und die Probleme und Herausforderungen, die während des Dreißigjährigen Krieges und der hiermit verbundenen, sich häufig ändernden Situation einhergingen.
Darüber hinaus vermittelt die Autorin in verständlicher Weise, erzählerischer Dichte und sprachlicher Gewandtheit einen detaillierten Abriss der historischen Ereignisse, die nicht nur eine allumfassende Recherche offenbaren, sondern auch Grundlage für die Einbindung ihrer Figuren in das Geschehen bilden.
Verschiedene Wechsel erlauben Einblicke in die Leben der Hauptfiguren während der Zeit des Krieges mit seinen diversen Schlachten anlässlich der Auseinandersetzungen um den wahren Glauben zwischen Katholischer Liga und Protestantischer Union und die Machtkämpfe der gekrönten Häupter. Insofern gelingt es der Autorin, im Handlungsverlauf Episoden voller Anschaulichkeit, Kontraste und Emotionen wiederzugeben. Besonders in der Schilderung der persönlichen Schicksale der Menschen inmitten der großen Umwälzungen, die Tod, Hunger, Krankheiten und folglich Leid und Elend brachten, sind die Ausführungen äußerst bildwirksam und intensiv, ja zum Teil drastisch. Die nachhaltige Darstellung trifft so das Innere des Lesers, im Wesentlichen allem bei der Beschreibung von Grausamkeiten.
Neben den realen Persönlichkeiten hat Johanna von Wild facettenreiche Charaktere erdacht und mit Stärken und Schwächen ausgestattet, so dass sie in ihrer Entwicklung bei der Verwirklichung der Ziele manchmal Fragen aufwerfen, jedoch gerade aus diesem Grund authentisch wirken. Hier sind vorrangig auch die Nebenfiguren zu erwähnen, denen sich die Autorin mit gleichwertiger Begeisterung gewidmet hat wie ihren Hauptprotagonisten.
Gräfin Alexandrine von Taxis ist eine historische Persönlichkeit, die – für ihre Zeit ungewöhnlich – Unterstützerin ihres Ehemannes gewesen ist und deswegen auch von ihm mit der Sicherung des Erbes für den Sohn Lamoral betraut wurde. Schon allein das ist bemerkenswert. Es eröffnet uns die Aussicht auf eine Frau der Willenskraft und des Könnens sowie des Vermögens, Augenmerk auf die entscheidenden Dinge zu legen. Eine Frau und Mutter, die sich nicht zu schade dafür ist, für das Erbe ihres Sohnes alles auf sich zu nehmen.
Alexandrines Spur in der Historie verliert sich, nachdem Lamo die Geschicke der Post weiterführt. Somit ist der Autorin möglich gewesen, ihre Fantasie spielen und Alexandrine eine Liebe zum fiktiven Silas erleben zu lassen.
Überhaupt Silas. Es fällt beileibe nicht schwer, ihn zu mögen. Er liebt Pferde, und vor allem mit Nabil, seinem treuen Begleiter auf den wahrlich abenteuerlichen Wegen, bildet er eine Einheit. Sein Selbstbewusstsein und Loyalität zeichnen ihn aus und erlauben es uns, für ihn trotz seines gelegentlichen Wagemuts das Beste zu hoffen.
Johanna von Wild überzeugt mit der Liebesgeschichte zwischen Alexandrine und Silas, weil sie sie sehr zurückgenommen, aber mit feiner Zartheit innerhalb der dramatischen Vorkommnisse erzählt. So wird „Das Erbe derer von Thurn und Taxis“ zu einem historischem Roman, der mit seiner ungewöhnlichen Geschichte ausgezeichnete Lesestunden bietet.
Gabriela
aus Leopoldshöhe
5/5
09.06.2023
Buch (Taschenbuch)
Alexandrine und Silas
Im 16. Jahrhundert durchzieht der Dreißigjährigen Krieg das ganze Land. . Zu der Zeit lernen sich Silas von Maringer und die Gräfin Alexandrine von Taxis kennen. Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen.Doch Silas ist nur der Sohn des Oberstallmeisters des Mainzer Kurfürsten und Alexandrine gehört dem Adel an. Auch der Altersunterschied, sie ist älter, verheiratet und Mutter, träumen beide von einer gemeinsamen Zukunft. Auch als Alexandrines Ehemann plötzlich verstirbt, haben die beiden keine Chance auf Gemeinsamkeit. Alexandrine ist durch das Testament an eine Klausel gefesselt: das Amt des Generalpostmeisters kann nur an ihren Sohn weitervererbt werden, wenn sie bis zu dessen Volljährigkeit das Amt für ihn übernimmt. Und sie muß auch bis dahin in dem Witwenstand verbleiben. Doch durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges treffen die Gräfin und Silas immer wieder aufeinander. Dabei merken sie, dass ihre Gefühle immer noch genauso stark sind wie am ersten Tag ihrer Begegnung. Doch gibt es ein Happy End für die beiden?
Die Autorin Johanna von Wild hat es mal wieder meisterlich geschafft,
die verschiedenen Charaktere und auch die Schauplätze sehr gut und authentisch zu beschreiben so dass man sich selbst mitten im Geschehen zu befinden glaubt. Der Schreibstil ist flüssig, so dass das lesen richtigen Spaß macht! Auch die geschichtlichen Hintergründe sind sehr gut recherchiert und lassen uns in diese schlimme Zeit blicken. Ich habe diesen Roman mit Begeisterung gelesen und ich habe auch mit den Protagonisten mitgefiebert. Es war eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit unseres Landes. Von mir bekommt das Buch 5 Sterne
Gabriela
aus Leopoldshöhe
5/5
09.06.2023
Buch (Taschenbuch)
Im 16. Jahrhundert durchzieht…
Im 16. Jahrhundert durchzieht der Dreißigjährigen Krieg das ganze Land. . Zu der Zeit lernen sich Silas von Maringer und die Gräfin Alexandrine von Taxis kennen. Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen.Doch Silas ist nur der Sohn des Oberstallmeisters des Mainzer Kurfürsten und Alexandrine gehört dem Adel an. Auch der Altersunterschied, sie ist älter, verheiratet und Mutter, träumen beide von einer gemeinsamen Zukunft. Auch als Alexandrines Ehemann plötzlich verstirbt, haben die beiden keine Chance auf Gemeinsamkeit. Alexandrine ist durch das Testament an eine Klausel gefesselt: das Amt des Generalpostmeisters kann nur an ihren Sohn weitervererbt werden, wenn sie bis zu dessen Volljährigkeit das Amt für ihn übernimmt. Und sie muß auch bis dahin in dem Witwenstand verbleiben. Doch durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges treffen die Gräfin und Silas immer wieder aufeinander. Dabei merken sie, dass ihre Gefühle immer noch genauso stark sind wie am ersten Tag ihrer Begegnung. Doch gibt es ein Happy End für die beiden? Die Autorin Johanna von Wild hat es mal wieder meisterlich geschafft, die verschiedenen Charaktere und auch die Schauplätze sehr gut und authentisch zu beschreiben so dass man sich selbst mitten im Geschehen zu befinden glaubt. Der Schreibstil ist flüssig, so dass das lesen richtigen Spaß macht! Auch die geschichtlichen Hintergründe sind sehr gut recherchiert und lassen uns in diese schlimme Zeit blicken. Ich habe diesen Roman mit Begeisterung gelesen und ich habe auch mit den Protagonisten mitgefiebert. Es war eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit unseres Landes. Von mir bekommt das Buch 5 Sterne
Bewertung
aus Lichtenstein
5/5
02.06.2023
Buch (Taschenbuch)
Alexandrine
Sehr unterhaltsam, lesenswert und informativ finde ich diesen schön geschriebenen und sicher aufwändig recherchierten historischen Roman.
Er spielt während des Dreißigjährigen Krieges und erzählt auf angenehme Weise über die Anfänge des Postmonopols der Familie von Thurn und Taxis, die grausamen Verbrechen im Krieg sowie die Liebesgeschichte zwischen Alexandrine und Silas. Als junge Witwe darf Alexandrine erst wieder heiraten, wenn ihr Sohn die Volljährigkeit erlangt, mit fünfundzwanzig Jahren! Ob das die Liebe zu Silas, der eigentlich nicht standesgemäß ist, schmälern wird? Kann oder will er so lange auf sie warten?
Empfehlenswerte Lektüre, wie alle Bücher der Autorin, die ich kenne.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.