Walter Moers' Bestseller: Wie das mutige Krätzchen Echo sein eigenes Fell rettet
Seltame Bakterien, Hirnhusten und Nierenverzagen, Magenmumps und Darmschnupfen halten die Stadt Sledwaya fest im Griff. Sie zwingen Echo, das Krätzchen, zu einem verzweifelten Schritt: Um nicht zu verhungern, verkauft es sein Leben an den Schrecksenmeister Eißpin. Echo denkt sich manchen Trick aus, um sein Fett und Fell vor dem Kochtopf Eißpins zu retten. Ein faustischer Pakt und alchemistische Künste stehen im Mittelpunkt dieses Märchens aus Zamonien, mit dem sich Walter Moers einmal mehr als tollkühner Surfer auf den Meeren der Weltliteratur erweist ... Produktion: Hessischer Rundfunk 2008
Ungekürzte Lesung mit Andreas Fröhlich
14h 41min
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
04.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Zum Fressen gern, zum Sterben schön, Moers ist der Meister der Fantasy
Ich lese Bücher seltenst zweimal. Warum auch? Es gibt schließlich so unzählig viele gute Bücher zu entdecken und ein bereits gelesenes kennt man ja. Bei Walter Moers mache ich da gelegentlich eine Ausnahme. Denn mein Gott, das ist Perfektion! Humor, Sprachwitz, unglaubliche Kreativität, Geheimnisse, atemberaubende Illustrationen, welche zu den mit Abstand hochwertigsten in der gesamten Buchwelt gehören, perfektes Pacing und so weiter und sofort. Mehr muss und will ich eigentlich nicht sagen, außer: Lest Bücher von Walter Moers!!!
Alexander
5/5
11.06.2024
eBook (ePUB)
Krätzchen Echo und der Schrecksenmeister
Nahe am Hungertod sucht das Krätzchen Echo den Schrecksenmeister auf. Dieser bietet ihm einen Pakt an: Bis zum nächsten Schrecksenmond soll Echo gemästet werden. Danach will er Echos Fett für seine zukünftigen Pläne. Keine guten Aussichten für das Krätzchen. Da er aber so sehr an Hunger leidet, willigt er ein.
Nachdem ihm bewusst wird, wie schlecht dieser Pakt für ihn ist, will er alles mögliche versuchen, um dem Pakt zu entkommen.
Bewertung
5/5
06.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Es hat eine sprechende Katze und Essen! Genial!
Walter Moers ist an sich ein fantastischer Autor, aber das Buch hat es mir wirklich sehr angetan.
Ich meine, es hat so ziemlich alles. Eine sprechende Kratze, sehr viel Essen, eine unheimliche Hintergrundgeschichte, viele ausgefallene und faszinierende Rezepte und noch mehr Essen!
Es ist einfach so gut gemacht, wie einerseits die Hauptgeschichte ihren Lauf nimmt und dann gleichzeitig noch viele Nebenhandlungen und einzelne Geschichten aufgetischt werden und miteinander zu einem Ende finden.
Echo (die Kratze) muss ein Deal mit Eißpin dem Schrecksenmeister von Sledwaya machen, da er kurz vor dem Verhungern ist, nachdem sein Frauchen gestorben ist. Eißpin füttert Echo ein Monat dick und dafür bekommt Eißpin danach sein Fett. Bei der Prozedur würde Echo halt sterben, aber dafür lebt er noch einen Monat sehr gut. Eigentlich ganz nice so, Echo lebt dann in absoluter Völlerei und bekommt wirklich sehr tolles und auch sehr viel Essen. Kurze Zeit später sieht er dann aus wie die Katze, nachdem die Oma da war; übergewichtig wie sonst was. Ab hier fängt er dann an, darüber nachzudenken, ob es nicht vielleicht doch schön wäre länger als nur ein Monat zu leben. Daraufhin fängt Echo an ein Ausbruchsplan zu machen. Dafür schließt er sich mit der örtlichen Schreckse Izanuela zusammen. Einfach ein gutes Buch mit vielen Details und einem schaurigen Hintergrund.
Ein Kritikpunkt aber wäre definitiv die Darstellung von Frauen in diesem Buch, insbesondere Izanuela. Sie ist überzeugte Käsarierin, heißt sie isst nur Käse. Aber sobald ein Mann, den sie liebt, ihr mehr als nur Käse kocht, wirft sie ihre Prinzipien über Bord. Mehr Details würden die Geschichte spoilern, aber sie war auf jeden Fall ausbaufähig und nicht so cool wie sie hätte sein können. Trotzdem einfach sehr gut und empfehlenswert. Außerdem wird die Diktatur des Proletariats erwähnt.
Das Buch ist übrigens „inspiriert“ von der Novelle „Spiegel, das Kätzchen“ von Gottfried Keller.
books and phobia
aus Halle
5/5
26.09.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kratzen, Schrecksen und die krankste Stadt Zamoniens
Für mich ging es wieder einmal nach Zamonien und zwar in eine Ortschaft, welche ich bisher überhaupt noch nicht kannte. Die kleine Stadt Sledwaya dürfte dafür aber auch einen guten Grund haben, denn sie gilt als die krankste Stadt Zamoniens. Wo es in Buchhaim Unmengen an Antiquaren gab, reihten sich hier die Ärzte und Apotheker aneinander um die kranke Bevölkerung stets und ständig mit Medizin zu versorgen. Und hier soll eine schöne Geschichte schlummern? Oh ja!
Auch wenn das Buch „Der Schrecksenmeister“ heißt, geht es eigentlich um Echo, welcher eine Kratze ist. Dieser lebte bei einer netten Frau, welche ihn bis zu ihrem Tod pflegte und fütterte. Doch nun endete diese Zeit und Echo musste einen Ausweg ausfinden. Hier kam dann schließlich der Schrecksenmeistr ins Spiel, welcher Echo in einen Vertrag zwang, welcher schließlich seinen Tod bedeuten würde. Dafür würde ihn der Schrecksenmeister nicht nur verköstigen, sondern auch ein Zuhause bieten. Nachdem dies geschehen war, konnte die Geschichte richtig starten.
Dazu gehörte natürlich das man erfuhr, was eigentlich eine Kratze ist und was sie von einer Katze unterschied und natürlich welche Aufgabe der Schreckensenmeister überhaupt hatte. Hier möchte ich gleich erwähnen, das dieser Band wohl der düsterte aus Zamonien war. Denn auch wenn es sonst immer viele Gefahren gab, jagte mir dieser regelrecht Angst ein. Dies lag vermehrt am Schrecksenmeister selbst, welcher eine fast schon krankhafte Obsession zu allen Schrecklichen hatte und Spaß daran fand, wenn andere leiden.
Echo in diesem Umfeld zu erleben war daher eine recht emotionale Sache. Bis zum Ende fieberte ich mit um er aus den Händen des Schrecksensmeisters entkommen konnte. Denn Echo war wirklich ein ganz zauberhaftes Wesen, das in dieser düsteren Welt fast schon deplatziert wirkte. Natürlich genoss er gerade die tolle Bespeisung bei Schrechsenmeister Eißpin, musste aber doch feststellen das er und sein Schloss etwas Unheimliches an sich hatten.
Wer bis dahin noch nichts aus Zamonien gelesen hat, der sollte vielleicht erst mit einem anderen Band beginnen. Die sehr dunkle Handlung ist zwar ein Markenzeichen der Bücher, aber hier ging man noch einen Schritt weiter. Daher lohnt sich eher erst Buchhaim oder die Abenteuer von Käptn Blaubär zu lesen, da hier deutlich mehr freundliche Aspekte der Welt gab. Der Schreibstil war aber unverkennbar. Walter Moers spielte wieder mit seiner erschaffenen Welt und sorgte mit liebevollen Details dafür das man trotz der Krankheiten und Gefahren Sledwaya einmal besuchen wollte.
Wer Zamonien bereits mehrfach besucht hat, der dürfte auch diesmal wieder ein tolles Abenteuer erleben. Zwar waren die Erlebnisse in Sledwaya mit die düstertesten und blutigsten, welche ich bisher auf dem zamonischen Kontinent durchleben musste, aber Echo und seine liebliche Darstellung sorgten für das nötige Licht im Dunkel. Nebenbei gab es wieder eine Menge über Zamonien selbst zu erfahren und natürlich mit den Illustrationen auch viel zu bestaunen.
Miss Pageturner
4/5
06.01.2024
Buch (Taschenbuch)
Mein erster Moers wird nicht mein letzter sein
Walter Moers ist eine Größe der deutschen phantastischen Literatur. Jeder, der sich hier bei uns irgendwie mit diesem Genre beschäftigt, wird unweigerlich irgendwann auf diesen Namen stoßen. Seine Bücher führen Bestsellerlisten an und haben einige Preise eingeheimst und nun komme ich und gestehe: Ich hatte bisher noch nie etwas von ihm gelesen Das sollte sich dieses Jahr ändern, meintet auch ihr und habt prompt, das einzige Buch von ihm, das ich besitze auf die Friend’s Choice Liste gesetzt. Euer Wunsch, ist mein Befehl, doch wie hat mir meine erster Moers gefallen?
Von einem Krätzchen, das auszog sein Fett zu retten
Bevor ich mit dem Lesen ebgann hatte ich ein bisschen zu dem Roman recherchiert. Ursprünglich, um herauszufinden, ob ich ihn ohne Vorkenntnisse anderer Zamonien Bände lesen könnte, stieß ich schon bald auf die Information, dass der Roman von Gottfried Kellers Spiegel, das Kätzchen inspiriert ist, ja man könnte es bereits als Adaption bezeichnen. Da wurde ich nun hellhörig und beschloss mir zuerst das Original zu Gemüte zu führen, was ich in Form eines Hörbuchs auch tat.
Vollgepackt mit diesem neuen literarischen Wissen (die Novelle ist übrigens sehr empfehlenswert) begann ich dann mit dem Schrecksenmeister und kam natürlich nicht umhin, Parallelen zu Kellers Werk zu suchen.
Die Grundhandlung ist definitiv dieselbe, sodass man die zamonische Variante durchaus als Adaption verstehen kann: Ein vom Glück verlassenes Kätzchen oder in unserem Fall Krätzchen trifft hungernd auf den bösen Zauberer Eißpin. Um dem nahenden Hungertod zu entgehen, geht das Krätzchen einen unheilvollen Pakt mit ihm ein: Der Zauberer wird das Krätzchen mästen, ihm Unterschlupf bieten und pflegen, doch im Gegenzug bekommt er, wenn die Zeit reif und das Krätzchen gemästet ist, dessen Fett (was dieses natürlich leider nicht unbeschadet abgeben kann). Soweit, so ähnlich. Mit dem Vorwissen von Kellers Vorlage macht das Erkunden der zamonischen Variante viel Spaß, wobei Moers natürlich, wie ich es bei seinem Ruf erwartet hatte, so viel mehr aus der Novelle macht, als sie einfach nach Zamonien zu verlegen.
Für mich war es ja der allererste Ausflug nach Zamonien, doch ich hatte überhaupt keine Probleme mich in der Welt zurechtzufinden. Vorteil ist hier, dass der Schrecksenmeister einen eher beschränkten Handlungsraum hat. Die ganze Geschichte spielt in der Stadt Sledwaya und der Großteil der Handlung im Schloss von Eißpin. Das Buch ist in meinen Augen daher ideal, um Moers Stil kennenzulernen, ohne gleich von ganz Zamonien erschlagen zu werden. Und dieses kennenlernen lohnt sich!
Da ist zu einem Moers Sprache, die mich in ihrer Gewitztheit und der Vorliebe für Sprachwitze sehr an Michael Endes Wunschpunsch erinnert hat, ein Buch, das ich liebe und auch bei Moers beeindruckt mich die Kunst, mit der er alle Kapriolen der deutschen Sprache ausnutzt und mit ihnen spielt. Herrlich. Insbesondere, weil er dies mit viel Humor tut. Ich hörte ja schon vorher, dass Moers Bücher großartigen Humor besitzen und kann dies nun selber bestätigen. Sei es, wenn es um Fjodor F. Fjodor, den einäugigen Schuhu geht, der ganz stolz Fremdwörter völlig falsch nutzt, die Schreckse Izanuela mit strenger Käsediät und stolze Besitzerin eines Käsemuseums, die zweitausendvierhundertachtundreißig Ledermäuse (die sich Echo alle einzeln vorstellen) und und und. Man kommt aus dem schmunzeln gar nicht mehr raus udn das Lesen macht wirklich vergnügen. Überhaupt gibt es nur ganz wenige Autoren auf dieser Welt, die solch einen Ideenreichtum und Liebe zum Detail besitzen. Hinter jeder Ecke warten neue fantasievolle Geschöpfe, neue Wunder und so wie Echo vom Schrecksenmeister die abenteuerlichsten Gerichte serviert bekommt, entdeckt man als LeserIn auf jeder Seite neues und phantastisches.
Ich weiß, die Rezension droht viel zu lang zu werden, aber neben dem Stil von Walter Moers, möchte ich ach noch ein paar Worte zur Handlung verlieren. Wie bereits erwähnt, orientiert sich die grobe Handlung an Kellers Novelle, doch wo im Original das Kätzchen zügig aus eigener Kraft den Zauberer überlistet, braucht Echo deutlich mehr Hilfe, trifft dafür aber eben die tollsten Gestalten. Einziger Wermutstropen dabei war für mich, dass manche dieser Begegnungen doch eins, zwei Seiten kürzer hätten ausfallen können. Ich hatte gerade im letzten Drittel das Gefühl, dass sich Echo viel im Kreis dreht und hätte mir doch gewünscht, dass er ein bisschen eigenständiger und zügiger handelt.
Das wirklich faszinierende an dem Buch, war daher für mich auch nicht Echo, sondern der Schrecksenmeister Eißpin und wie Moers es schafft, dass man abwechselnd ekel und Sympathie für diesen komischen Kauz entwickelt. So, mit den Gefühlen der LeserInnen für einen Antagonisten zu spielen ist große Klasse und trug für mich auch viel zur Spannung bei, da ich dadurch nicht wusste, wie das Buch enden würde. Wird Eißpin besiegt, oder durchlebt er eine Wandlung und lässt Echo von sich aus frei? Alles erschien bis kurz vor Schluss möglich und was es nun geworden ist, verrate ich euch natürlich nicht, da müsst ihr das Buch schon selber lesen, es lohnt sich
Fazit:
Meine erster Ausflug nach Zamonien wird definitiv nicht mein letzter sein. Walter Moers hat all seine Lobpreisungen redlich verdient, indem er mit einer Sprachgewandheit, viel Witz und Ideenreichtum ein außergewöhnliches literarisch-kulinarisches Abenteuer erschaffen hat, dessen Genuss in vielerlei Hinsicht pures vegnügnen ist, da verzeihe ich ihm auch die ein oder andere lang gezogene Szene.
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