Polizeiagent Pospischil steht vor einem Problem: Zu einer Leiche fehlt ihm der Kopf - und er muss sich mit hochnäsigen Beamten aus dem Hofstaat des Thronfolgers herumschlagen.
Wien im Herbst 1908: Während der Vorbereitungen zur Präsentation eines neuen Gemäldes von Gustav Klimt in der Modernen Galerie des Schlosses Belvedere - der berühmte »Kuss« - sorgt ein grausamer Mord für Aufregung. In den Brunnen des Schlossparks wird eine zerstückelte Leiche gefunden - jedoch ohne Kopf. Die Kriminalbeamten Pospischil und Frisch stehen vor schwierigen und heiklen Ermittlungen, denn das Schloss Belvedere ist die Residenz des Thronfolgers Franz Ferdinand. Welches Motiv steckt hinter einer derart brutalen Tat? Wie soll der Tote identifiziert werden - und vor allem: Wo befindet sich der Kopf?
Ihre Spurensuche führt die Polizeiagenten zu den Bediensteten der Galerie, denn nur Amtssekretär Josef Krzizek und die Bedienerin Erna Kührer haben uneingeschränkten Zutritt zum Schlosspark ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
aus Apolda
4/5
04.05.2023
eBook (ePUB 3)
mit viel Lokalkolorit
Der Roman hat mir gut gefallen. Er war teil sehr spannend und er hatte aber auch seine Längen. Aber alles in allem kann ich ihn weiter empfehlen. Ich mochte hier auch die besonderen Wiener Redensarten.
brauneye29
aus Wachtendonk
4/5
06.03.2023
eBook (ePUB 3)
Guter historischer Krimi
Zum Inhalt:
Eigentlich sollte die Präsentation eines neuen Gemäldes von Gustav Klimt für Aufregung sorgen, doch das Auffinden einer zerstückelten Leiche ohne Kopf im Brunnen des Schlossparks sorgt für mehr Aufregung. Das wird eine heikle Ermittlung, denn das Schloss ist die Residenz des Thronfolgers Franz Ferdinand. Und wie soll ohne Kopf die Leiche identifiziert werden? Und wo mag der Kopf sein?
Meine Meinung:
Ein Geschichte, die in Wien spielt, hat von Natur aus schon einen gewissen Schmäh und eine besondere Atmosphäre. Das wird auch sprachlich auch gut aufgegriffen und mitunter ist die Sprache auch sehr deftig, aber das passt sehr gut. Die Protagonisten fand ich sehr gut gestaltet und sie wirkten irgendwie authentisch. Man rätselt auch nahezu bis zum Schluss mit, wer den der Täter ist, das hat mir auch gut gefallen.
Fazit:
Guter historischer Krimi
Gertie G.
aus Wien
4/5
20.02.2023
eBook (ePUB 3)
Mehr Milieustudie, denn Krimi
Dieser historische Krimi entführt uns in das Wien von 1908 und beschert uns ein Wiedersehen mit dem sympathischen Polizeiagenten Johann Pospischil und seinem Assistenten Frisch. Seit der letzten Mordermittlung sind rund zehn Jahre vergangen. Nun wird im Brunnen des Schlossgartens im Belvedere eine abgehackte Hand und wenig später ein Sack mit weitere Leichenteile gefunden. Nur der Kopf der Leiche fehlt, was eine Identifizierung vorerst unmöglich macht. Nun haben die beiden die delikate wie unangenehme Aufgabe im Belvedere zu ermitteln.
Warum?
Zum einen ist das Obere Belvedere die Residenz des Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Gemahlin Sophie sowie Sitz des „Schattenkabinetts“ und zum anderen wird im Unteren Belvedere die Ausstellung zu Gustav Klimts Gemälde „Der Kuss“ vorbereitet. Da kann man keine zerstückelte Leiche brauchen.
Neben Pospischil, der es gewöhnt ist, als ziviler Polizeiagent von den Uniformierten herablassend behandelt zu werden, lernen wir Erna Kührer, eine Reinigungskraft mit Ambitionen sowie einige Hofschranzen kennen, die sich auf ihre Stellung einiges einbilden.
Meine Meinung:
Es dauert eine geraume Zeit, bis der eigentliche Krimi rund um die Leichenteile beginnt.
Zuvor ist die Geschichte eher eine Milieustudie, die das Leben der Familie Kührer recht gut beschreiben. Erna Kührer ist eine ziemlich ehrgeizige Frau, die ihren erarbeiteten, kleinen Wohlstand wie die trockene Wohnung und ihre Arbeit als Putzfrau im Belvedere nicht verlieren will. Im Gegenteil, sie will Kammerzofe bei Gräfin Sophie werden. Dafür ist ihr beinahe jedes Mittel recht. Ihr Mann Franz ist arbeitslos und leidet an einer Hautkrankheit. Miteinander haben sie vier Kinder, Daniel, Klementine und Zwillinge. Daniel ist ein Kleinkrimineller, der anstatt zu arbeiten, lieber dem Glückspiel frönt und keiner Rauferei aus dem Weg geht. Als er nach einem längeren Aufenthalt außerhalb Wiens zurückkehrt, entdeckt die Schönheit der kleinen Klementine und beschließt, daraus Kapital zu schlagen.
In Zusammenhang mit Daniel musste ich schmunzeln, denn das von ihm häufig frequentierte Wirtshaus „Zum Alten Heller“ in der Ungargasse kenne ich. Es hat leider seit einigen Jahren geschlossen.
Wie wir schon aus dem Vorgänger, „Der Offizier der Kaiserin“ wissen, sind dem Pospischil die technischen Errungenschaften wie die Elektrische nicht ganz geheuer.
Leider ist die Autorin dieser Zeit weit voraus und lässt im Kapitel 20 die Ermittler über einen „genetischen Fehler“ diskutieren. Zwar hat Gregor Mendel schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts an seiner Vererbungslehre gearbeitet, doch der Begriff „Gen“ wie wir in heute kennen, hat sich erst ab den 1930-er Jahren entwickelt. Und Franz Kührer spricht von „einem Schub“ bei seiner Hautkrankheit (Schuppenflechte?). Mir ist schon bewusst, dass es nicht einfach ist, das heutige Wissen auszublenden..
Der Schreibstil ist leicht zu lesen. Die Sprache der Menschen ist der Zeit angepasst. Die einen sprechen Wiener Dialekt, die andern verwenden das gestelzte „Erzen“ und „Siezen“.
Ein wenig irritierend sind die Szenen, in denen Sophie, die Gemahlin von Franz Ferdinand, vorkommt. Ja, sie wurde wegen ihrer morganatischen Heirat vom kaiserlichen Hof geschnitten, aber das einer Putzfrau vorzuraunzen? Das erscheint mit doch ein wenig unglaubwürdig.
Das Cover gefällt mir nicht so besonders.
Ich hatte schon bald einen Verdacht, der sich bestätigt hat.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der eher eine Milieustudie als Krimi ist, 4 Sterne.
easymarkt3
3/5
16.04.2023
eBook (ePUB 3)
Wien um 1908 in geruhsamer Spannung.
Das Wienerische Ambiente wird nicht nur durch historische städtebauliche Gegebenheiten erzeugt, sondern auch durch den speziellen Dialekt. Mithilfe dieser geschickten Mischung kommt ein menschliches, angenehmes Flair auf mit eigener Wortwahl wie z.B. Zinshaus oder Bedienerin. Etwas inhaltlich unglaubwürdig kommt diese Bedienerin/Putzfrau in der plötzlichen Rolle als Ersatz-Kinderfrau und Zofe am Hofe des Thronfolgers Franz Ferdinand im Schloss Belvedere daher. Ebenso erstaunt mich die Wahrheitsfindung und abschließende Berichtschreibung des Kriminalbeamten Pospischil in Sachen Franz Kührer und dem Tod des kriminellen Ukrainers. Dass ein zugelaufener, streunender Hund als Spürhund eingesetzt werden kann, kommt überraschend. Das Gemälde ‚Der Kuss‘ des Malers Klimt muss um 1908 allein schon aufgrund seiner bunten Ornamentik und japanischen Einflüssen als extrem abstrakt, zu modern empfunden worden sein, passt aber sehr gut in die heutige Kunstwelt. Insgesamt trotz einiger inhaltlicher Fragezeichen ein unterhaltsamer Krimi.
Bewertung
5/5
19.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr gutes Buch
Ein gelungener Krimi. Ich habe ihn gerne gelesen. Das Buch wirkt sehr edel. Ein dicker Einband aus Pappe, blaue Schrift auf einem schwarzen Hintergrund. Edel und mal etwas anderes.
Ich denke, ich brauche nicht viel zum Inhalt zu sagen, ein Mord und das ausgerechnet im Belvedere Garten. Eine Tragödie. Man vermutet zu Anfang ein Anschlag auf die königliche Familie, aber wie so oft, es kommt anders. Mehr will ich hier gar nicht verraten.
Die Charaktere sind gut beschrieben, man fühlt mit ihnen und man lernt sie als Leser kennen. Der Autor hat jeder in der Geschichte auftretenden Personen Erzählstränge zugedacht. Es wirkt authentisch, man entwickelt Sympathie und Antipathie.
Charmant wird das Buch durch die Einfügung der Wienerischen Sprache, aber auch Fans von historischen Kriminalgeschichten kommen nicht zu kurz, die 20er Jahre sind gut beschrieben. Es waren damals anderer Ermittlungsmethoden gefragt.
Das Buch ist also nicht nur etwas für Wien Fans, auch Krimi Fans kommen auf ihre Kosten, vor allem durch ein – für mich – überraschendes Ende.
Für mich ein gelungenes Buch, das mich als Leser in die Wiener Welt hat eintauchen lassen. Zu empfehlen
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