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Produktbild: Bittere Brunnen

Bittere Brunnen Hertha Gordon-Walcher und der Traum von der Revolution - Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2023

2

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

12.04.2023

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

704 (Printausgabe)

Dateigröße

8924 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783641280512

Beschreibung

Produktdetails

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ePUB

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  • ARIA-Rollen vorhanden
  • Landmark-Navigation vorhanden
  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.1
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level AA

Erscheinungsdatum

12.04.2023

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

704 (Printausgabe)

Dateigröße

8924 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783641280512

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Ein Jahrhundertleben

Johannes aus Berlin am 01.07.2025

Bewertungsnummer: 2528497

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Herta Gordon Walcher hat ein Jahrhundertleben der Revolution gewidmet oder besser gesagt geopfert. Sie war Jüdin und immer bekennende Kommunistin, hat alle (linken) Größen des letzten Jahrhunderts persönlich gekannt. Sie war persönliche Sekretärin von Clara Zetkin, hat fünf Sprachen gesprochen. Trotzdem, wenn sie zur falschen Zeit in Moskau gewesen wäre, wäre sie – wie viele andere – ermordet worden. Sie erlebte, wie die gute Sache immer wieder an persönlichen Animositäten, Konkurrenz und Neid scheiterte. Sie konnte vor den Nazis fliehen, ist in die DDR zurückgekehrt, war mit Berthold Brecht und Willy Brandt befreundet, die sie sehr unterstützten. Auch dort wurde sie und ihr Mann zum Teil verfolgt, ausgegrenzt. Ein Angebot von Brandt, sie in den Westen zu holen und zu versorgen, hat sie abgelehnt. Sie haben immer dafür gekämpft, in der Partei zu bleiben, was ihr und ihrem Mann Jacob Walcher dann letztendlich gelang, obwohl sie mehrfach ausgeschlossen wurden. 1990 ist sie gestorben. Das Buch fußt auf persönlichen Gesprächen der Autorin mit ihr, die das Material durch umfangreiche Recherchen ergänzt und verifiziert hat. Eine wahnsinns Arbeit, allein das Personenverzeichnis ist über 100 Seiten lang. Es liest sich spannend, wie ein Krimi. Den Preis der Leipziger Buchmesse hat sie zu Recht bekommen.

Ein Jahrhundertleben

Johannes aus Berlin am 01.07.2025
Bewertungsnummer: 2528497
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Herta Gordon Walcher hat ein Jahrhundertleben der Revolution gewidmet oder besser gesagt geopfert. Sie war Jüdin und immer bekennende Kommunistin, hat alle (linken) Größen des letzten Jahrhunderts persönlich gekannt. Sie war persönliche Sekretärin von Clara Zetkin, hat fünf Sprachen gesprochen. Trotzdem, wenn sie zur falschen Zeit in Moskau gewesen wäre, wäre sie – wie viele andere – ermordet worden. Sie erlebte, wie die gute Sache immer wieder an persönlichen Animositäten, Konkurrenz und Neid scheiterte. Sie konnte vor den Nazis fliehen, ist in die DDR zurückgekehrt, war mit Berthold Brecht und Willy Brandt befreundet, die sie sehr unterstützten. Auch dort wurde sie und ihr Mann zum Teil verfolgt, ausgegrenzt. Ein Angebot von Brandt, sie in den Westen zu holen und zu versorgen, hat sie abgelehnt. Sie haben immer dafür gekämpft, in der Partei zu bleiben, was ihr und ihrem Mann Jacob Walcher dann letztendlich gelang, obwohl sie mehrfach ausgeschlossen wurden. 1990 ist sie gestorben. Das Buch fußt auf persönlichen Gesprächen der Autorin mit ihr, die das Material durch umfangreiche Recherchen ergänzt und verifiziert hat. Eine wahnsinns Arbeit, allein das Personenverzeichnis ist über 100 Seiten lang. Es liest sich spannend, wie ein Krimi. Den Preis der Leipziger Buchmesse hat sie zu Recht bekommen.

"Natürlich darf man nicht zulassen, dass sich Nazis und Besitzbürger hinter der Fahne der Freiheit verstecken."

Gesellschaftliche Betrachterin aus Großraum Halle (Saale) am 06.01.2025

Bewertungsnummer: 2380404

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Diese Biografie habe ich kürzlich direkt von Regina Scheer auf einer ihrer Publikumslesungen gekauft. Bei dieser Lesung hatte die Autorin das einleitende Kapitel „Tante Herta“ vorgelesen, mit dem sie bereits das großartige Panoptikum eines in jeder Phase sehr bewegten Lebens von Hertha Gordon-Walcher und ihres Ehemannes Jacob Walcher umreißt. Die Autorin –Stieftochter eines langjährigen Kampfgefährten der Walchers – war als Kind und junge Frau oft bei Hertha Gordon-Walcher zu Besuch, fragte sie nach ihren Geschichten und begann zwei Jahrzehnte nach deren Tod, das erzählte Mosaik durch Recherchen in Archiven und Bibliotheken zu strukturieren und zu vervollständigen. Es ist ein Leben für den Sozialismus, stets im turbulenten Meinungsstreit zwischen Kommunismus und Sozialdemokratie mit allen zwischen diesen Polen liegenden Facetten. Es werden solidarische Bindungen geschaffen und manchmal wieder gelöst, Beziehungen begonnen und beendet und es wird viel gehungert und gestorben, interniert und gemordet in der Zeit der Räterepublik, dann der Weimarer Republik, dann des in die Gesellschaft einsickernden Faschismus, während sich die Sozialisten in Richtungsstreiten untereinander zerfasern und ausgrenzen, dann der stalinistischen Säuberungen, dann der Fluchten über die Pyrenäen nach Mexiko, Kuba oder in die U.S.A. oder nach Skandinavien oder nach Moskau und schließlich der Anfangsjahre der DDR. Zu den vielen Personennamen gibt es im Buch ein Namensverzeichnis mit Kurzbiografien, doch viele sind von der Autorin so einprägsam geschildert, dass ich als Leserin nur selten dorthin blättern musste. Und zu den großen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte, Clara Zetkin, Wilhelm Pieck, Willy Brandt und Bertolt Brecht, die zu den sehr engen Weggefährten der Walchers gehörten, bietet das Buch einige gemeinhin unbekannte Anekdoten. „Man sollte die Gegensätze nicht auf die Spitze treiben“, schrieb einmal Willy Brandt an Jacob Walcher und trifft damit das Motto der in ihrer politischen Überzeugung festen, aber in allen Phasen um Ausgleich und Vermittlung bemühten Walchers. Skizziert wird ein düsteres Jahrhundert, doch Jacob Walcher war in seinem politischen Kampf dabei stets optimistisch. Das Schlusskapitel ist mit folgendem Zitat von Daniela Dahn überschrieben: „Eine Idee wird nicht durch ihre Verfälschung widerlegt. Aber die Verfälschung hat die Macht, die Idee auszulöschen und sich an ihre Stelle zu setzen.“ – Das trifft den Grundton des sehr lesenswerten Buches.

"Natürlich darf man nicht zulassen, dass sich Nazis und Besitzbürger hinter der Fahne der Freiheit verstecken."

Gesellschaftliche Betrachterin aus Großraum Halle (Saale) am 06.01.2025
Bewertungsnummer: 2380404
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Diese Biografie habe ich kürzlich direkt von Regina Scheer auf einer ihrer Publikumslesungen gekauft. Bei dieser Lesung hatte die Autorin das einleitende Kapitel „Tante Herta“ vorgelesen, mit dem sie bereits das großartige Panoptikum eines in jeder Phase sehr bewegten Lebens von Hertha Gordon-Walcher und ihres Ehemannes Jacob Walcher umreißt. Die Autorin –Stieftochter eines langjährigen Kampfgefährten der Walchers – war als Kind und junge Frau oft bei Hertha Gordon-Walcher zu Besuch, fragte sie nach ihren Geschichten und begann zwei Jahrzehnte nach deren Tod, das erzählte Mosaik durch Recherchen in Archiven und Bibliotheken zu strukturieren und zu vervollständigen. Es ist ein Leben für den Sozialismus, stets im turbulenten Meinungsstreit zwischen Kommunismus und Sozialdemokratie mit allen zwischen diesen Polen liegenden Facetten. Es werden solidarische Bindungen geschaffen und manchmal wieder gelöst, Beziehungen begonnen und beendet und es wird viel gehungert und gestorben, interniert und gemordet in der Zeit der Räterepublik, dann der Weimarer Republik, dann des in die Gesellschaft einsickernden Faschismus, während sich die Sozialisten in Richtungsstreiten untereinander zerfasern und ausgrenzen, dann der stalinistischen Säuberungen, dann der Fluchten über die Pyrenäen nach Mexiko, Kuba oder in die U.S.A. oder nach Skandinavien oder nach Moskau und schließlich der Anfangsjahre der DDR. Zu den vielen Personennamen gibt es im Buch ein Namensverzeichnis mit Kurzbiografien, doch viele sind von der Autorin so einprägsam geschildert, dass ich als Leserin nur selten dorthin blättern musste. Und zu den großen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte, Clara Zetkin, Wilhelm Pieck, Willy Brandt und Bertolt Brecht, die zu den sehr engen Weggefährten der Walchers gehörten, bietet das Buch einige gemeinhin unbekannte Anekdoten. „Man sollte die Gegensätze nicht auf die Spitze treiben“, schrieb einmal Willy Brandt an Jacob Walcher und trifft damit das Motto der in ihrer politischen Überzeugung festen, aber in allen Phasen um Ausgleich und Vermittlung bemühten Walchers. Skizziert wird ein düsteres Jahrhundert, doch Jacob Walcher war in seinem politischen Kampf dabei stets optimistisch. Das Schlusskapitel ist mit folgendem Zitat von Daniela Dahn überschrieben: „Eine Idee wird nicht durch ihre Verfälschung widerlegt. Aber die Verfälschung hat die Macht, die Idee auszulöschen und sich an ihre Stelle zu setzen.“ – Das trifft den Grundton des sehr lesenswerten Buches.

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Bittere Brunnen

von Regina Scheer

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