Die Erfahrungen der Menschen, die uns großgezogen haben, formen unser Leben auf eine Weise, die wir nicht immer erkennen. In diesem bahnbrechenden Buch geht es um unser emotionales Erbe, das tiefenpsychologisch wie epigenetisch auf uns wirkt. Ob das die unbeirrbare Resilienz unserer Großmutter ist oder ein dunkles Familiengeheimnis, das uns daran hindert, unser volles Potenzial auszuschöpfen: Unser emotionales Erbe erzeugt Muster; Galit Atlas zeigt anhand von vielen Fallbeispielen, wie man sie erkennt ¿ und auflöst.
»Dr. Atlas erklärt mit einfachen Worten, wie wir unser psychologisches Erbe verstehen und überwinden können.«
Juliet Rosenfeld
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
2 Bewertungen
5 Sterne
(1)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Sterne
(0)
Epigenetik - ein fesselndes Thema
Gertie G. aus Wien am 15.04.2023
Bewertungsnummer: 1922200
Bewertet: eBook (ePUB)
So wie Haarfarbe, Körperbau, Begabungen und/oder Disposition für verschiedene Krankheiten vererbt werden, so können auch Erinnerungen an emotionale Traumata an die nächste oder übernächste Generation weitergegeben werden. Diese Erfahrungen unserer Vorfahren spielen in diesem Sachbuch eine große Rolle.
Galit Atlas ist eine israelisch-amerikanische Psychoanalytikerin und Nachfahrin von Holocaust-Überlebenden. Sie schleppt, wie Hunderte andere, das emotionale Erbe ihrer ermordeten Verwandten mit sich herum. Sie weiß daher, worüber sie schreibt.
In zahlreichen Fallbeispielen erläutert sie, wie man ein solches Erbe, das sich auf unterschiedliche Weise manifestiert, erkennt und welche Maßnahmen möglich sein können, dieses ererbte Muster zu durchbrechen.
Meine Meinung:
Mit Epigenetik beschäftige ich mich schon länger. Daher war der Griff zu diesem interessanten Buch vorprogrammiert (epigenetisch indiziert?).
Das Buch von Galit Atlas beschreibt sehr anschaulich, wie intergenerationale Wahrnehmungsmuster die menschliche Existenz prägen und in ihrer Entwicklung hemmen können.
Dieses Buch ist aufschlussreich und erklärt anhand der Beispiele, wie unausgesprochene bzw. nicht aufgearbeitete Traumata von Großeltern und Eltern das Leben ihrer Enkel und Kinder nachhaltig beeinträchtigen können. Das gilt jetzt nicht nur für Nachkommen der Shoa und anderer Genozide. Die Traumata der Nachfahren von Überlebenden des NS-Terrors ist vermutlich am besten erforscht.
Wenn man sich die aktuelle Situation auf der Welt (Covid, Kriege etc,) ansieht, wird klar, dass der Epigenetik auch in Zukunft mehr Bedeutung einzuräumen ist und entsprechend ausgebildete Therapeuten notwendig sein werden.
Fazit:
Diesem inspirierenden Buch, das dazu anregt, eigene Verhaltensweisen daraufhin zu analysieren, ob sie nicht Neuinszenierungen ererbter Traumata sind, gebe ich gerne 5 Sterne.
Gelungene Fallbeispiele
MarieOn am 12.02.2024
Bewertungsnummer: 2129312
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Psychoanalytikerin und Supervisorin erklärt anhand vieler Fallbeispiele und aus Sicht epigenetischer Zusammenhänge, wie stark wir mit unseren Verwandten verbunden sind. Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt:
1. Die Großeltern
Hier zeigt uns die Autorin, wie sehr Kriegseindrücke, Holocausterfahrungen, Vergewaltigung und Vertereibung, über Generationen, in unsere Seelen gebrannt sind. Gerade wenn über solche Erfahrungen nicht geredet und die Scham und Demütigung tabuisiert wird, besteht die Gefahr, dass kommende Generationen, diese nicht verarbeiteten Traumata be- und verarbeiten werden müssen.
2. Die Eltern
Wir wissen vieles nich über unsere Eltern, aber nicht alles. Manchmal schweigen sie, um uns nicht zu verwirren, oder den eigenen Schmerz von uns fernzuhalten, weil sie und nicht belasten wollen. Auch Galit Atlas ist bei einem ihrer “Fälle” der Verlust eines Zwillingskindes während der Geburt begegnet. Der verbliebene Zwilling fühlte sich bis zu Beginn der Therapie, zerrissen, so als wäre ihm etwas wichtiges abhanden gekommen. Ebenso belastend sind verdrängte Fehlgeburten, Abtreibungen, aber auch Suizide innerhalb einer Familie. Es zwingt die nächste Generation förmlich dazu, die dabei erlebten Gefühle, wie Trauer, Wut und Scham, an Stelle der anderen aufzuarbeiten.
Der dritte Teil ist uns, der letzten Generation gewidmet und beschreibt, welche Auswirkungen Tabuthemen, wie Missbrauch auf uns haben. Wie sich eine emotonal abwesende Mutter auf unsere Entwicklung auswirkt. Warum wir es jedem recht machen wollen und wie wir den Teufelskreis durchbrechen können.
Fazit: Ich mag die Autorin und ihre Arbeit. Sie zeigt an gelungenen Beispielen, wie Übertragung und Gehenübertragung funktionieren, indem sie zeigt, welche Gefühle ihr Gegenüber in ihr hervorruft. Ob sie Sympathie empfindet, sich kümmern und Sicherheit vermitteln möchte, oder zu Tränen gerührt wird und mitfühlt. Was sie macht wirkt authentisch. Die Fallbeispiele lesen sich wie Kurzgeschichten und sind frei von Psychologischer Termini und daher auch für den Laien verständlich. Ich hätte mir einen kleinen Exkurs in die Bedeutung der Epigenetik, die ja noch ein ganz junges Wissenschaftsfeld ist, gewünscht. Das ist aber mein ganz persönliches Interesse. Ein Anspruch, den eine andere Leser*in sicher nicht hätte.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.