Theater wird als »lebendige Kunst« bezeichnet. Die Formen der darstellenden Kunst sind ständig in Bewegung und heute mehr denn je im Umbruch. Darin liegt die große Herausforderung für Theater sowie auch für Filmschaffende. In diesen neuen programmatischen Texten, in denen er sich u.a. mit dem geistigen Erbe von Hannah Arendt auseinandersetzt, beschreibt der bekannte Theaterregisseur und Autor Milo Rau die Grundlagen und Voraussetzungen seines Denkens und seiner Arbeitsweise. Er erzählt, wie er in einem globalen Realismus politische Haltung und Ästhetik in ein kreatives Spannungsverhältnis zueinander setzt. Der ausführliche Dialog mit dem niederländischen Theaterkritiker Marijn Lems umreißt Milo Raus Vision eines Theaters der Zukunft, wie er es in der Zusammenarbeit mit anderen konkret umgesetzt hat und weiter umsetzt.Ein Vorwort der Dramatikerin und Schriftstellerin Sibylle Berg würdigt die Bedeutung von Milo Raus Schaffen und ordnet dieses in die Geschichte politisch bewegter Kunst ein.
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Bewertung
1/5
14.02.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was kann denn jetzt Theater?
„Was Theater kann“ war für mich eine riesige Enttäuschung. Statt den Blickwinkel der Leser:innen über Theater zu weiten, den Begriff „Theater“ strukturiert zu diskutieren oder in irgendeiner anderen Form dem Buchtitel gerecht zu werden, findet leider eine Selbstbeweihräucherungszeremonie statt. Aus verschiedenen Essays, Reden und Interviews von Milo Rau wird über politische und soziale Themen in einer Weise gesprochen, die es den Leser:innen erschwert, den Gedanken folgen zu können. Von Revolution über den Nationalismus bis hin zum Kongogreuel sind alles Punkte in diesem Buch vertreten, über die sich in Bezug auf Theater schreiben liesse. Was hier aber passiert, ist dass in einem unnötige ermüdend Sprachstil subjektiv über einzelne Stücke gesprochen werden, die ein Grossteil der Leser:innenschaft nie gesehen hat. Des Weiteren verliert man sich immer wieder implizit oder explizit in einfache Gut-Böse-Unterteilungen. Eine Prise Populismus und viel Bauchgefühl tragen dieses Buch, das dem Titel – Was Theater kann – in keiner Hinsicht gerecht werden; viel Potential und Erwartung, aber noch mehr heisse Luft.
Schade, bin sehr enttäuscht.
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