Seit über 40 Jahren unternimmt das »Jahrbuch der Lyrik« den Versuch, die poetische Produktion aus Deutschland, Österreich und der Schweiz abzubilden. Der ständige Herausgeber Matthias Kniep, der im letzten Jahr die Rolle von Christoph Buchwald übernahm, konnte diesmal die Dichterin Sonja vom Brocke als Mitherausgeberin gewinnen. Gemeinsam haben sie aus über 6000 Gedichten von Lyriker:innen, jungen und älteren, bekannten und unbekannten, ihre Auswahl zusammengestellt. Erstmalig wurde das Verfahren anonymisiert. Die Anthologie will die Bandbreite dessen präsentieren, was in der Dichtung möglich ist. Wie wird heute geschrieben, welche unterschiedlichen Ansätze gibt es? Das Jahrbuch präsentiert den großen Reichtum der deutschsprachigen Gegenwartslyrik.Das »Jahrbuch der Lyrik 2023« enthält Beiträge von:Esther Ackermann | Emily Sara Adams |Sofie Aeschlimann | Urs Allemann | Andreas Altmann | Konstantin Ames | Gisbert Amm | Dorothee Arndt | Ann Kathrin Ast | Michael Augustin | Anastasia Averkova | Kathrin Bach | Ulrike Bail | Wilhelm Bartsch | Martin Baumeister | Patrick Beck | Richard Begbie | Philipp Beißel | Momo Bera | Franziska Beyer-Lallauret | Anna Breitenbach | Steffen Brenner | Yevgeniy Breyger | Jürgen Brôcan | Thomas Büch | Carolin Callies | Paul-Henri Campbell | Mara-Daria Cojocaru | Hannes Currle | Kenah Cusanit | F. C.Delius | Udo Degener | Heinrich Detering | Stéphanie Divaret | Ulrike Draesner | Özlem Özgül Dündar | Sarah Ehrlenbruch | Michaela Eichwald | Hans Magnus Enzensberger | Claudia Gabler | Klaus Gasseleder | Sylvia Geist | Mara Genschel | Nora Gomringer | Klaus Gottheiner | Ulf Großmann | Moritz Grote | Alexander Gumz | Annette Hagemann | René Hamann | Johanna Hansen | Wilfried Happel | Sabine Hassinger | Dirk Held | Guy Helminger | Judith Hennemann | Herbert Hindringer | Norbert Hummelt | Uwe Huth | Carmen Jaud | Konstantinos Kammenos | Udo Kawasser | Jana Faye Kelterborn | Martina Kieninger | Christian T. Klein | Patrick Klösel | Dominik Kohl | Sascha Kokot | Rainer Komers | Florian Kranz | David Krause | Nadja Küchenmeister | Diedrich Lange | Norbert Lange | Dorothée Leidig | Georg Leß | Rosa Lobejäger | Ruth Loosli | Britta Lübbers | Léonce W. Lupette | Theresa Luserke | Bernhard Malkmus | Tristan Marquardt | Anne Martin | Lea Menges | Frank Milautzcki | Franz Mon | Andreas Münzner | Martin Panhaus | Elisabeth Pape | Martin Piekar | Kerstin Preiwuß | Dana Ranga | Bertram Reinecke | Cia Rinne | Roland Rödermund | Jan Röhnert | Thomas Rosenlöcher | Lara Rüter | Ariela Sarbacher | Gundula Schiffer | Felix Schiller | Sigune Schnabel | Emanuel Schneider | Renate Schoof | Ulrike Schrimpf | Erec Schumacher | Judith Sombray | Grigory Stanskiy | Thomas Steiner | Susanne Stephan | Elvira Steppacher | Ulf Stolterfoht | Nina Temann | Hans Thill | Jürgen Trautner | Asmus Trautsch | Mathias Traxler | Jan Wagner | Saskia Warzecha | Hedwig Elise Weger | Mirko Wenig | Christoph Wenzel | Helmund Wiese | Michael Wildenhain | Mirjam Wittig | Peter Zemla
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07.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Interessante Auswahl moderner…
Interessante Auswahl moderner deutschsprachiger Lyrik „ich habe einen text geschrieben dessen veröffentlichung / man mir vorschnell aus den händen nimmt / keine empörung / man stellt mich ruhig: ich hätte keine eigene stimme / meine stimme sei kollektivgut“ (einige Zeilen aus „reparatur“, Seite 111) Inhalt Seit 2022 ist Matthias Kniep der Herausgeber des jährlich erscheinenden Jahrbuchs der Lyrik. Diesmal ist seine Mitherausgeberin die Dichterin Sonja vom Brocke. Die hier vorliegende Sammlung umfasst zwölf Kapitel und präsentiert eine Auswahl moderner, deutschsprachiger Lyrik aus mehr als sechshundert eingesandten Gedichten. Es ist eine weit gefächerte Vielfalt an Themen, Menschen, Beziehungen, Natur, immer verbunden mit Gedanken und Gefühlen, Fragen, Um- und Unterbrüchen, und dem Versuch, den eigenen sprachlichen Ausdruck zu finden, oder neu zu erfinden. Umsetzung Diesmal erfolgte die Auswahl zum ersten Mal in einem anonymisierten Verfahren, die Herausgebenden kannten die Namen der Personen nicht, von denen die eingesandten Gedichte stammten. Obwohl die Herausgebenden doch einige Verfasser und Verfasserinnen an der Art ihres Schreibens erkennen konnten, genau gesagt waren es 34 der insgesamt 123 in diesem Buch präsentierten Dichter und Dichterinnen, so beeinflusste dies, wie sie im Nachwort betonen, ihre Entscheidungen nicht. Eine Ausnahme bilden nur die im Kapitel XII zu lesenden Gedichte, da diese von 2022 verstorbenen Schriftstellern stammen. Es sind dies die einzigen Gedichte, die über dem Titel auch den jeweiligen Namen zeigen, alle anderen Gedichte scheinen nur mit dem Titel im Buch auf. Wer wissen will, von wem die Gedichte stammen, findet am Buchende, nach dem Nachwort der Herausgebenden, ein komplettes Inhaltsverzeichnis, gefolgt von kurzen Angaben zur Person der alphabetisch gereihten Namen der Autoren und Autorinnen. Fazit Ein Gedicht ist immer auch die kürzeste Form einer Geschichte, die mit diesen wenigen Worten erzählt wird und die eigenen Gedanken und Gedankenbilder anregt. Diese Leseerfahrung teilte sich mir in nicht allen der hier präsentierten Gedichte mit, manchmal steht für mich das vielfältige Spiel der Sprache sehr gewollt im Vordergrund, Lücken und Gedankensprünge machen die Texte durch ihre Unruhe schwer fassbar. Dennoch, oder gerade deshalb, ist das Jahrbuch der Lyrik 2023 ein interessanter Wegweiser durch die vielen neuen, auch experimentellen, Ausdrucksformen der deutschsprachigen Lyrik.
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