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Mistral Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.03.2023

Verlag

Kanon Verlag Berlin

Seitenzahl

128

Maße (L/B/H)

20,5/13,1/1,7 cm

Gewicht

233 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Sous Le Vent

Übersetzt von

Amelie Thoma

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9856806-9-6

Beschreibung

Rezension

»Ein Reichtum an Farben, ein eigentümlicher Klang, eine unmittelbare Kraft bis in die kleinsten Sätze der Dialoge.« André Gide
»So schön hat selten jemand hingehört, wenn der Wind einem das Haar zerzaust.« Ulrich Rüdenauer, Tagesspiegel
»Die Geschichte eines sinnlichen Erwachens, einer ersten Liebe - hab ich so noch nicht gelesen. Hallt nach.«Nicole Seifert, Nacht und Tag Blog
»Ein wichtiges Puzzleteil, das dem deutschen Publikum für ein stimmiges Gesamtbild der französischen Literaturgeschichte bisher gefehlt hat und große Lust darauf macht, noch mehr vom Werk dieser vielschichtigen Autorin zu entdecken.« Magda Birkmann, Buchkultur
»Beim Lesen spürt man förmlich die Brise, von Borrély hinauf beschworen in lyrischer Sprache« Boxpost
»Die Protagonistin dieser schmalen, atmosphärisch ungemein wuchtigen und beeindruckenden Erzählung aber ist die Natur selbst. Für ihre Darstellung verfügt Maria Borrély über einen immensen Einfalls- und Vokabelreichtum.« Christoph Schröder, SWR2 Lesenswert Kritik
»Nach deren Lektüre wünscht man sich nichts sehnlicher, als noch mehr aus der Feder dieser außergewöhnlichen Autorin zu lesen.« Josua Straß, Der Eulenbrief
»Mistral ist ein lesenswertes Buch, dass uns in eine noch gar nicht so lang zurückliegende Zeit entführt, in eine wilde Natur und uns zugleich eine Autorin entdecken lässt, die neugierig auf weitere Werke macht.« Susanne von Schenck, SR 2 Kulturradio
»Die Entdeckung des Romans wie auch die hinreißende Übersetzung, die immer den richtigen Sprachklang zwischen spröder Knappheit und lyrischer Fülle findet, haben wir Amelie Thoma zu verdanken. Für alle, die sich an der Schönheit von Sprache nicht sattlesen können, ist dieser kleine, gut hundert Seiten starke Roman ein echtes Geschenk.« Nora Eckert, The little queer review
»Die Wiederentdeckung einer Autorin, die André Gide faszinierte und eines Romans von 1930, der von Klimawandel, Natur und Liebe erzählt.« Bayern 2

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.03.2023

Verlag

Kanon Verlag Berlin

Seitenzahl

128

Maße (L/B/H)

20,5/13,1/1,7 cm

Gewicht

233 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Sous Le Vent

Übersetzt von

Amelie Thoma

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9856806-9-6

Herstelleradresse

Kanon Verlag Berlin GmbH
Belziger Straße 35
10823 Berlin
DE

Email: info@kanon-verlag.de

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Die raue Naturwelt der…

Bewertung aus Marl am 23.07.2023

Bewertungsnummer: 3005157

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die raue Naturwelt der Hochprovence spiegelt es wieder, das Innere eines Menschen Marie, die älteste Tochter einer großen Bauernfamilie, ist tief eingebunden in ihre Welt, ein hart arbeitendes Familienmitglied in Haus und Hof und herzlichst die jüngeren Geschwister betreuend. Das Leben ist schwer, aus dem Einklang mit der Natur ist inzwischen ein stetiger Kampf darum geworden, dem Klima, den ausgemergelten Böden noch etwas abzugewinnen, genug zu ernten, um die Familie durch das Jahr zu bringen. Und trotzdem liebt das junge Mädchen ihr Dasein, die Natur um sie herum. Für sie ist sie mehr Einklang wie Feind. Doch dann macht Marie die Bekanntschaft eines jungen Knechts, dem sie erste Zärtlichkeiten gewährt. Für sie ist es die große Liebe, für ihn ein Spiel, denn bald darauf heiratet er eine Mitgiftstarke junge Frau aus der Umgebung. Marie wirft dies vollkommen aus der Bahn. Es reißt sie hinab in einen Strudel voller Verzweiflung und überwallenden Gefühlen. Und an ihrer Seite ist dabei nur der Mistral, ein Fallwind, der ähnlich ihrer inneren Verletztheit, über das Land hinwegweht und ihr ihr einst sonniges harmonisches Gemüt entreißt. Wird sie die Kraft aufbringen, sich ihm zu entwinden und wieder aufzustehen, die Balance zu ihrer Seite hin zurückzugewinnen, wie es den Menschen, die hier leben und ihrem bäuerlichen Tagewerk nachgehen, immer wieder geradeso gelingt. Dies ist ein hochgradig poetisches vom Naturerleben geprägtes kleines auf seine ganz eigene Art faszinierendes Werk, das einen, nach einer gewissen Anlaufzeit, hineinzieht in einen Takt, der bald zu einem fulminanten Strudel wird, der einen immer tiefer hineinzieht in sein und ihr inneres Sein und bei dem die Entscheidung noch aussteht, ob Marie dieser Rausch entgültig verschlingt oder man ihm obsiegt. Man würde diese Geschichte wohl dem Genre Naturewriting zuordnen, verbunden mit einem menschlichen Gegenüber, dem 'sein Schicksal' widerfährt. Für mich steht dies hier einfach für die Kunst des Wortes, welches die Autorin bis an die Grenzen 'naturbelassen' ausreizt. Und das sollte man sich unbedingt einmal erleben lassen.

Die raue Naturwelt der…

Bewertung aus Marl am 23.07.2023
Bewertungsnummer: 3005157
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die raue Naturwelt der Hochprovence spiegelt es wieder, das Innere eines Menschen Marie, die älteste Tochter einer großen Bauernfamilie, ist tief eingebunden in ihre Welt, ein hart arbeitendes Familienmitglied in Haus und Hof und herzlichst die jüngeren Geschwister betreuend. Das Leben ist schwer, aus dem Einklang mit der Natur ist inzwischen ein stetiger Kampf darum geworden, dem Klima, den ausgemergelten Böden noch etwas abzugewinnen, genug zu ernten, um die Familie durch das Jahr zu bringen. Und trotzdem liebt das junge Mädchen ihr Dasein, die Natur um sie herum. Für sie ist sie mehr Einklang wie Feind. Doch dann macht Marie die Bekanntschaft eines jungen Knechts, dem sie erste Zärtlichkeiten gewährt. Für sie ist es die große Liebe, für ihn ein Spiel, denn bald darauf heiratet er eine Mitgiftstarke junge Frau aus der Umgebung. Marie wirft dies vollkommen aus der Bahn. Es reißt sie hinab in einen Strudel voller Verzweiflung und überwallenden Gefühlen. Und an ihrer Seite ist dabei nur der Mistral, ein Fallwind, der ähnlich ihrer inneren Verletztheit, über das Land hinwegweht und ihr ihr einst sonniges harmonisches Gemüt entreißt. Wird sie die Kraft aufbringen, sich ihm zu entwinden und wieder aufzustehen, die Balance zu ihrer Seite hin zurückzugewinnen, wie es den Menschen, die hier leben und ihrem bäuerlichen Tagewerk nachgehen, immer wieder geradeso gelingt. Dies ist ein hochgradig poetisches vom Naturerleben geprägtes kleines auf seine ganz eigene Art faszinierendes Werk, das einen, nach einer gewissen Anlaufzeit, hineinzieht in einen Takt, der bald zu einem fulminanten Strudel wird, der einen immer tiefer hineinzieht in sein und ihr inneres Sein und bei dem die Entscheidung noch aussteht, ob Marie dieser Rausch entgültig verschlingt oder man ihm obsiegt. Man würde diese Geschichte wohl dem Genre Naturewriting zuordnen, verbunden mit einem menschlichen Gegenüber, dem 'sein Schicksal' widerfährt. Für mich steht dies hier einfach für die Kunst des Wortes, welches die Autorin bis an die Grenzen 'naturbelassen' ausreizt. Und das sollte man sich unbedingt einmal erleben lassen.

Poetischer, zeitloser Klassiker, voller atmosphärischer Naturbeschreibungen. Highlight!

Lia48 am 06.07.2023

Bewertungsnummer: 1975101

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

INHALT: Marie lebt glücklich und zufrieden mit ihrer Familie auf einem bäuerlichen Hof in der Haute-Provence. Lavendelfelder, Olivenhaine, Mandelbäume, Wälder mit Pinien, Zypressen und die vielen Berge zieren das Landschaftsbild des beschaulichen Dorfes. Bei ihnen oben auf dem Plateau herrscht jedoch ein raues Klima. Viele Häuser sind verlassen und zerstört. Die Erde wurde kaputtgemacht, es regnet immer weniger. Die Winde peitschen über die unendliche Weite. Mit dabei der Mistral - ein gefürchteter kalter Fallwind aus nordwestlicher Richtung, der den Menschen das Leben schwer macht. „Es gab kleine Pausen, zwischen denen der Mistral wie ein Stier brüllte (…). Er ist der körperlose Feind, den man nicht sieht, der aber zischt wie eine Schlange, die schon recht große junge Mandeln erfrieren lässt, die Kinder reizt, die Menschen in die Häuser sperrt.“ „Ein Wind, der kirre macht. Bleischwer, betäubt.“ Man erzählt sich, dass der Wind der Grund dafür sei, dass hier mehr Frauen „den Verstand verlieren“ würden … Marie ist die rechte Hand der Mutter. Keine Arbeit ist ihr zu schade und so packt sie fleißig mit an, egal ob im Haushalt, bei den Geschwistern, im Stall der Tiere, bei der Ernte, beim Heu oder bei der Wäsche. Die älteste Tochter ist flink und geschickt, wunderschön und man sagt sich, sie sei den Eltern die Liebste. Eines Tages begegnet Marie Olivier. Lebhaft, braungebrannt und selbstsicher erscheint ihr der junge Mann. Sie verliebt sich in ihn. „Mit zugeschnürter Kehle verlangsamt sie ihren Schritt und wünschte, sie könnte mit den Händen ihr hüpfendes Herz festhalten.“ Es kommt zum Kuss. Sie erhofft sich mehr, doch er scheint anderes im Sinn zu haben. Und Marie droht an ihrem Liebeskummer zu zerbrechen … „Selbst wenn es schön ist, der Himmel klar, ist sie nicht froh.“ „Sie fühlte sich, genau wie diese blendend weißen Flocken, vom Sturm gebeutelt, zerfetzt. (…) Der Orkan riss sie auf seinen mächtigen, tragischen Schwingen mit sich fort. Tränen erstickten sie.“ MEINUNG: Dieser, von der Übersetzerin wiederentdeckte Klassiker, ist ursprünglich bereits 1930 in Frankreich erschienen. Amelie Thoma hat das Buch vor ein paar Jahren im Urlaub in der Haute-Provence für sich entdeckt und nun ins Deutsche übersetzt. Denn trotz des Alters der Geschichte, bleibt die Lektüre zeitlos, bzw. wirkt teilweise sogar erschreckend aktuell (Stichwort Klimakrise)! Zufälligerweise habe ich das Buch an einem stürmischen Tag und zum Teil draußen gelesen, was unglaublich gut zum Inhalt gepasst hat. Denn der Wind spielt hier eine große Rolle. Er gleicht einem roten Faden, der Lesende an die Hand nimmt und durch das Buch führt. Gleichzeitig unterstreicht der Wind in all seinen Facetten die Gefühlswelt von Protagonistin Marie, wodurch diese noch besser zum Ausdruck kommt: Mal bläst er sacht oder verstummt gar. Dann droht er plötzlich „mit schrecklicher Stimme“. Er „tönt wie eine Glocke“, japst röchelnd, „tobt und rüttelt“, „wutentbrannt“ und „schneidend“. „Der Baum stellt sich dem Wind entgegen wie ein Kämpfer. Wie Arme bremsen die dicken Äste seine Raserei. Das Wüten verwandelt sich in Rohr- und Flötenklänge. Der Wind teilt sich in den Bäumen. Er verliert sich darin, zerrinnt zu Musik, wird zur Brise.“ Nicht nur der Wind wird so atmosphärisch beschrieben. Der Autorin ist das sogenannte „Nature Writing“ meines Erachtens ziemlich gut gelungen. Das schmale Buch beinhaltet nicht allzu viel Handlung, sondern lebt von seinen zahlreichen bildreichen Naturbeschreibungen, die den größten Teil der Geschichte einnehmen. Ich persönlich mag das gerne. Es fühlt sich beim Lesen an, als wäre man selbst vor Ort, mit all seinen Sinnen. Man kann den Lavendel riechen und die Oliven schmecken, man hört den Wind pfeifen und spürt ihn auf der Haut. Dazu wirkt der Schreibstil sehr poetisch. Die Worte sind mit Bedacht gewählt und enthalten auch viele Begriffe, die heute nur noch selten verwendet werden. Einige waren mir neu, aber die meisten lassen sich im Text erschließen. Trotzdem habe ich anfangs etwas gebraucht, um mich an die besondere Sprache zu gewöhnen. Danach war ich allerdings äußerst angetan von ihr. Ja, manche Stellen (vor allem in Bezug auf die Liebesgeschichte) waren mir schon etwas zu kitschig, aber meine Güte, das hat poetische Sprache manchmal so an sich. Manche Zeilen muss man auf sich wirken lassen und vielleicht auch mehrmals lesen, damit sie sich entfalten können. Daher habe ich immer wieder Pausen eingelegt und stückchenweise gelesen. So hat es für mich am besten gepasst. Da ich bisher noch nicht allzu viele Klassiker freiwillig gelesen habe, war es für mich ideal, dass das Buch nur knapp 130 Seiten umfasst. Daher kann ich es besonders auch Klassiker-Einsteigern ans Herz legen! Was für mich häufig ein Highlight ausmacht, ist, wenn ich mir ein Buch direkt nach dem Lesen am liebsten noch einmal zu Gemüte führen würde, es noch lange in mir nachhallt und es mich in irgendeiner Art und Weise bewegen konnte. All dies trifft bei mir bei „Mistral“ definitiv zu! FAZIT: Ein zeitloser, wiederentdeckter und neu aus dem Französischen übersetzter Klassiker, der sich aufgrund seiner wenigen Seiten auch für Einsteiger in dem Genre wunderbar eignet. Wer atmosphärische Naturbeschreibungen und eine poetische Sprache zu schätzen weiß, sollte zu diesem Buch greifen! 4,5/5 Sterne und ein Highlight! !!ACHTUNG SPOILER!! (CN: Depression, Suizid(gedanken))

Poetischer, zeitloser Klassiker, voller atmosphärischer Naturbeschreibungen. Highlight!

Lia48 am 06.07.2023
Bewertungsnummer: 1975101
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

INHALT: Marie lebt glücklich und zufrieden mit ihrer Familie auf einem bäuerlichen Hof in der Haute-Provence. Lavendelfelder, Olivenhaine, Mandelbäume, Wälder mit Pinien, Zypressen und die vielen Berge zieren das Landschaftsbild des beschaulichen Dorfes. Bei ihnen oben auf dem Plateau herrscht jedoch ein raues Klima. Viele Häuser sind verlassen und zerstört. Die Erde wurde kaputtgemacht, es regnet immer weniger. Die Winde peitschen über die unendliche Weite. Mit dabei der Mistral - ein gefürchteter kalter Fallwind aus nordwestlicher Richtung, der den Menschen das Leben schwer macht. „Es gab kleine Pausen, zwischen denen der Mistral wie ein Stier brüllte (…). Er ist der körperlose Feind, den man nicht sieht, der aber zischt wie eine Schlange, die schon recht große junge Mandeln erfrieren lässt, die Kinder reizt, die Menschen in die Häuser sperrt.“ „Ein Wind, der kirre macht. Bleischwer, betäubt.“ Man erzählt sich, dass der Wind der Grund dafür sei, dass hier mehr Frauen „den Verstand verlieren“ würden … Marie ist die rechte Hand der Mutter. Keine Arbeit ist ihr zu schade und so packt sie fleißig mit an, egal ob im Haushalt, bei den Geschwistern, im Stall der Tiere, bei der Ernte, beim Heu oder bei der Wäsche. Die älteste Tochter ist flink und geschickt, wunderschön und man sagt sich, sie sei den Eltern die Liebste. Eines Tages begegnet Marie Olivier. Lebhaft, braungebrannt und selbstsicher erscheint ihr der junge Mann. Sie verliebt sich in ihn. „Mit zugeschnürter Kehle verlangsamt sie ihren Schritt und wünschte, sie könnte mit den Händen ihr hüpfendes Herz festhalten.“ Es kommt zum Kuss. Sie erhofft sich mehr, doch er scheint anderes im Sinn zu haben. Und Marie droht an ihrem Liebeskummer zu zerbrechen … „Selbst wenn es schön ist, der Himmel klar, ist sie nicht froh.“ „Sie fühlte sich, genau wie diese blendend weißen Flocken, vom Sturm gebeutelt, zerfetzt. (…) Der Orkan riss sie auf seinen mächtigen, tragischen Schwingen mit sich fort. Tränen erstickten sie.“ MEINUNG: Dieser, von der Übersetzerin wiederentdeckte Klassiker, ist ursprünglich bereits 1930 in Frankreich erschienen. Amelie Thoma hat das Buch vor ein paar Jahren im Urlaub in der Haute-Provence für sich entdeckt und nun ins Deutsche übersetzt. Denn trotz des Alters der Geschichte, bleibt die Lektüre zeitlos, bzw. wirkt teilweise sogar erschreckend aktuell (Stichwort Klimakrise)! Zufälligerweise habe ich das Buch an einem stürmischen Tag und zum Teil draußen gelesen, was unglaublich gut zum Inhalt gepasst hat. Denn der Wind spielt hier eine große Rolle. Er gleicht einem roten Faden, der Lesende an die Hand nimmt und durch das Buch führt. Gleichzeitig unterstreicht der Wind in all seinen Facetten die Gefühlswelt von Protagonistin Marie, wodurch diese noch besser zum Ausdruck kommt: Mal bläst er sacht oder verstummt gar. Dann droht er plötzlich „mit schrecklicher Stimme“. Er „tönt wie eine Glocke“, japst röchelnd, „tobt und rüttelt“, „wutentbrannt“ und „schneidend“. „Der Baum stellt sich dem Wind entgegen wie ein Kämpfer. Wie Arme bremsen die dicken Äste seine Raserei. Das Wüten verwandelt sich in Rohr- und Flötenklänge. Der Wind teilt sich in den Bäumen. Er verliert sich darin, zerrinnt zu Musik, wird zur Brise.“ Nicht nur der Wind wird so atmosphärisch beschrieben. Der Autorin ist das sogenannte „Nature Writing“ meines Erachtens ziemlich gut gelungen. Das schmale Buch beinhaltet nicht allzu viel Handlung, sondern lebt von seinen zahlreichen bildreichen Naturbeschreibungen, die den größten Teil der Geschichte einnehmen. Ich persönlich mag das gerne. Es fühlt sich beim Lesen an, als wäre man selbst vor Ort, mit all seinen Sinnen. Man kann den Lavendel riechen und die Oliven schmecken, man hört den Wind pfeifen und spürt ihn auf der Haut. Dazu wirkt der Schreibstil sehr poetisch. Die Worte sind mit Bedacht gewählt und enthalten auch viele Begriffe, die heute nur noch selten verwendet werden. Einige waren mir neu, aber die meisten lassen sich im Text erschließen. Trotzdem habe ich anfangs etwas gebraucht, um mich an die besondere Sprache zu gewöhnen. Danach war ich allerdings äußerst angetan von ihr. Ja, manche Stellen (vor allem in Bezug auf die Liebesgeschichte) waren mir schon etwas zu kitschig, aber meine Güte, das hat poetische Sprache manchmal so an sich. Manche Zeilen muss man auf sich wirken lassen und vielleicht auch mehrmals lesen, damit sie sich entfalten können. Daher habe ich immer wieder Pausen eingelegt und stückchenweise gelesen. So hat es für mich am besten gepasst. Da ich bisher noch nicht allzu viele Klassiker freiwillig gelesen habe, war es für mich ideal, dass das Buch nur knapp 130 Seiten umfasst. Daher kann ich es besonders auch Klassiker-Einsteigern ans Herz legen! Was für mich häufig ein Highlight ausmacht, ist, wenn ich mir ein Buch direkt nach dem Lesen am liebsten noch einmal zu Gemüte führen würde, es noch lange in mir nachhallt und es mich in irgendeiner Art und Weise bewegen konnte. All dies trifft bei mir bei „Mistral“ definitiv zu! FAZIT: Ein zeitloser, wiederentdeckter und neu aus dem Französischen übersetzter Klassiker, der sich aufgrund seiner wenigen Seiten auch für Einsteiger in dem Genre wunderbar eignet. Wer atmosphärische Naturbeschreibungen und eine poetische Sprache zu schätzen weiß, sollte zu diesem Buch greifen! 4,5/5 Sterne und ein Highlight! !!ACHTUNG SPOILER!! (CN: Depression, Suizid(gedanken))

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von Maria Borrély

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