Produktbild: Der erste Zug nach Berlin

Der erste Zug nach Berlin Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

23.02.2023

Herausgeber

Nicole Hennberg

Verlag

Schöffling

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

20,7/12,8/2,2 cm

Gewicht

322 g

Auflage

1. Auflage - Neuausgabe (Erstmals nach dem Original-Typoskript)

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89561-475-0

Beschreibung

Rezension

»Durch den frischfrommen Blick der naiven Amerikanerin kann Gabriele Tergit alle erdenklichen Themen der damaligen Zeit aufnehmen, Nationalismus allenthalben in Europa, deutsche Devotheit, Borniertheit der Engländer, amerikanische Einfalt.«

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

23.02.2023

Herausgeber

Nicole Hennberg

Verlag

Schöffling

Seitenzahl

208

Maße (L/B/H)

20,7/12,8/2,2 cm

Gewicht

322 g

Auflage

1. Auflage - Neuausgabe (Erstmals nach dem Original-Typoskript)

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89561-475-0

Herstelleradresse

Schoeffling + Co.
Kaiserstr. 79
60329 Frankfurt
DE

Email: info@schoeffling.de

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Dummheit

Bewertung am 23.03.2023

Bewertungsnummer: 1906430

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

GELESEN: Gabriele Tergit „Der erste Zug nach Berlin“ Herausgegeben und mit einem Nachwort von Nicole Henneberg Erschienen bei Schöffling & Co. 2023 Diese Auflage erfolgt erstmals dem Originaltyposkript, das im Deutschen Literaturarchiv Marbach aufbewahrt wird. Lediglich Rechtschreibung und Zeichensetzung wurden behutsam vereinfacht. Dies ist mein viertes Buch nach „Etwas Seltenes überhaupt“, „Kasebier erobert den Kurfürstendamm“ und „Effingers“, von Gabriele Tergit (* 04.03.1894 in Berlin † 25.07.1984 in London). Die ersten drei Kapitel habe ich zweimal gelesen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich eingelesen hatte. Der Spott, den Gabriele Tergit hier ausschüttet, strotzt von Bitterkeit. Er spiegelt überdeutlich den dummen Menschen hinter seiner Maske, den die Schrecken des erst kürzlich überwundenen Krieges unbelehrt zurückgelassen haben. Mit stoßfester Beharrlichkeit „singen“ sie ihre eingebrannten Tiraden, ohne auch nur eine Sekunde über den Wert eines Menschen nachzudenken. In ihren überzeugten Reden werden Menschenleben gegen Geld aufgewogen, Grenzen wahllos versetzt, „Negerkulturen“ auf die Schippe genommen und mit Indianern, Juden und sämtlichen Ostvölkern wortreich jongliert, als handele es sich um Bälle, die man nach Abnutzung entsorgt. Aber nicht nur der Antisemit, sondern auch die menschliche Dummheit stehen im Fokus. Der Dumme, der sich überaus putzt, Kinder als Modeerscheinung betrachtet ebenso, wie derjenige, der mit stolzer Brust verkündet, einem in seinen Augen Minderwertigen seine Ideologien aufgezwungen zu haben mit dem Ergebnis einer Neuerschaffung. Im gewohnten Tergit-Stil liest man, als stünde man in den verschiedenen Gesprächsrunden dabei, mal als stiller Zuhörer ebenso als Teilnehmer. Ihre blitzgescheiten Beobachtungen sind vorzüglich. „Der erste Zug nach Berlin“ ist eine wirkliche Leseempfehlung, die sehr nachdenklich stimmt. Bevor die neunzehn Jahre alte Maud, die Ich-Erzählerin dieses Romans, heiratet, möchte sie noch etwas erleben, und so reist sie im Jahr 1949 mit einer Militärdelegation von den USA nach Europa. Maud ist recht einfach gestrickt, legt größten Wert auf ihr Äußeres. Ihre Mitmenschen steckt sie sofort in Schubladen. Im Zug von London nach Paris fragt sie ihre Mitreisenden, ob sie froh darüber seien, Hitler los zu sein. Mit den ihr gegebenen Antworten hat sie nicht gerechnet. Dass man vier Jahre nach Kriegsende Hitler noch verherrlicht, ist äußerst befremdend für Maud. Zwar klingen auch noch ein paar andere Töne, aber der Lobgesang klingt nach. Ein Nachwort von Nicole Henneberg über siebzehn Seiten sowie Übersetzungen der im Original englischen Passagen findet der Leser im Anhang über zwanzig Seiten.  

Dummheit

Bewertung am 23.03.2023
Bewertungsnummer: 1906430
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

GELESEN: Gabriele Tergit „Der erste Zug nach Berlin“ Herausgegeben und mit einem Nachwort von Nicole Henneberg Erschienen bei Schöffling & Co. 2023 Diese Auflage erfolgt erstmals dem Originaltyposkript, das im Deutschen Literaturarchiv Marbach aufbewahrt wird. Lediglich Rechtschreibung und Zeichensetzung wurden behutsam vereinfacht. Dies ist mein viertes Buch nach „Etwas Seltenes überhaupt“, „Kasebier erobert den Kurfürstendamm“ und „Effingers“, von Gabriele Tergit (* 04.03.1894 in Berlin † 25.07.1984 in London). Die ersten drei Kapitel habe ich zweimal gelesen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich eingelesen hatte. Der Spott, den Gabriele Tergit hier ausschüttet, strotzt von Bitterkeit. Er spiegelt überdeutlich den dummen Menschen hinter seiner Maske, den die Schrecken des erst kürzlich überwundenen Krieges unbelehrt zurückgelassen haben. Mit stoßfester Beharrlichkeit „singen“ sie ihre eingebrannten Tiraden, ohne auch nur eine Sekunde über den Wert eines Menschen nachzudenken. In ihren überzeugten Reden werden Menschenleben gegen Geld aufgewogen, Grenzen wahllos versetzt, „Negerkulturen“ auf die Schippe genommen und mit Indianern, Juden und sämtlichen Ostvölkern wortreich jongliert, als handele es sich um Bälle, die man nach Abnutzung entsorgt. Aber nicht nur der Antisemit, sondern auch die menschliche Dummheit stehen im Fokus. Der Dumme, der sich überaus putzt, Kinder als Modeerscheinung betrachtet ebenso, wie derjenige, der mit stolzer Brust verkündet, einem in seinen Augen Minderwertigen seine Ideologien aufgezwungen zu haben mit dem Ergebnis einer Neuerschaffung. Im gewohnten Tergit-Stil liest man, als stünde man in den verschiedenen Gesprächsrunden dabei, mal als stiller Zuhörer ebenso als Teilnehmer. Ihre blitzgescheiten Beobachtungen sind vorzüglich. „Der erste Zug nach Berlin“ ist eine wirkliche Leseempfehlung, die sehr nachdenklich stimmt. Bevor die neunzehn Jahre alte Maud, die Ich-Erzählerin dieses Romans, heiratet, möchte sie noch etwas erleben, und so reist sie im Jahr 1949 mit einer Militärdelegation von den USA nach Europa. Maud ist recht einfach gestrickt, legt größten Wert auf ihr Äußeres. Ihre Mitmenschen steckt sie sofort in Schubladen. Im Zug von London nach Paris fragt sie ihre Mitreisenden, ob sie froh darüber seien, Hitler los zu sein. Mit den ihr gegebenen Antworten hat sie nicht gerechnet. Dass man vier Jahre nach Kriegsende Hitler noch verherrlicht, ist äußerst befremdend für Maud. Zwar klingen auch noch ein paar andere Töne, aber der Lobgesang klingt nach. Ein Nachwort von Nicole Henneberg über siebzehn Seiten sowie Übersetzungen der im Original englischen Passagen findet der Leser im Anhang über zwanzig Seiten.  

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Der erste Zug nach Berlin

von Gabriele Tergit

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