September 1965: Malou Graf kämpft darum, in ihrem Beruf als Reporterin weiter Erfolg zu haben. Sie schreibt mit viel Feingefühl und Empathie, entlockt ihren Gesprächspartnern private Informationen, ohne sie bloßzustellen. Bald wird sie als »Gräfin der Gesellschaftskolumnen« bekannt. Romy Schneider, die Rolling Stones, Roy Black: Sie alle reißen sich förmlich darum, von ihr interviewt zu werden. Als sie Mutter wird und versucht, die angeschlagene Beziehung zu ihren Eltern zu kitten, erfährt Malou auf schmerzhafte Weise, wie schwierig es als Frau ist, Karriere und privates Glück zu vereinen. Muss sie eine Entscheidung fällen? Kann sie das überhaupt?
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Der Kampf mit dem Schicksal
Kyra112 aus Sachsen-Anhalt am 12.07.2024
Bewertungsnummer: 2243006
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Beruflich könnte es für Malou nicht besser aussehen, doch als sie schwanger wird, steht sie vor einer einschneidenden Entscheidung. Hinzukommt, dass das wohlgehütete Familiengeheimnis ihrer Eltern nach wie vor über ihr schwebt wie ein Damoklesschwert. Es gilt den Konflikt für alle Beteiligten so gut es geht zu lösen und auch eine Lösung für Malous Zukunft zu finden. Als diese sich auftut, kommt es zu einem folgenschweren Schicksalsschlag.
„Die Reporterin - Worte der Wahrheit“ ist der zweite Band der Dilogie um die junge Journalistin Marie-Louise Graf, geschrieben von Teresa Simon alias Brigitte Riebe.
Der zweite Band schließt sich direkt an den ersten Band an, was mir wirklich gut gefallen hat.
Der zweite Band steht auch m.E. mehr im Fokus des familiären. Malou wirkt, wenn vielleicht auch durch das Schicksal gezwungen, geerdeter und bringt das auch oftmals ihren Interviewpartnern gegenüber rüber. Gleichzeitig wird sie aber auch als sehr modern dargestellt bzw. die Arbeit als Journalistin, da auch das heutige Homeoffice einen Schwerpunkt bildet. Überhaupt finde ich die Diskussion um die Berufstätigkeit der Mutter und die Betreuung des Kindes super interessant, realistisch und bis heute aktuell!!
Auch das Thema Freundschaften wird hier noch intensiver beleuchtet als im vorherigen Buch. So finde ich das Quartett um Malou, Adrienne, Ella und Samy einfach unschlagbar und es prägt den Verlauf des Buches. Auch den Ausflug in die Welt der Buchautorin und damit verbunden das Übersiedeln in Richtung der Osterseen fand ich spannend zu verfolgen.
Was mir nach wie vor zu viele war, war die Häufung an Superstars und das Vorankommen von Malous Karriere. Bis auf einen vermeintlichen Rückschlag läuft es beruflich immer nur bergauf.
Auch das Einbringen der Figuren rund um die RAF war mir dann etwas zu viel. Weniger ist hier manchmal mehr.
Alles im allem eine super Fortsetzung um eine junge, erfolgreiche und bescheidene Frau, die gezwungenermaßen geerdet wird, aber umgeben ist von einer tollen Familie und gewinnbringenden Freundschaften.
Schicksalsschlag und Mut zum Weiterleben
claudi-1963 aus Schwaben am 25.05.2024
Bewertungsnummer: 2208326
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
"Das größte Problem des Journalismus liegt darin, einem Auflageninstinkt ohne Rücksicht auf Wahrheit und Gewissen zu widerstehen." (Joseph Pulitzer)
September 1965:
Endlich hat sie mit Philipp den Mann fürs Leben gefunden und mit ihrem Kind unterm Herzen noch eine Familie dazu. Doch dann verändern eine Erkrankung und Nachlässigkeit alles. Nach dem harten Schicksalsschlag durch Philipps Tod versucht sie im Beruf als Reporterin weiterhin Erfolg zu haben. Mit Hilfe ihrer Freunde kann sie Beruf und Kind irgendwie unter einen Hut bringen. Doch trotzdem fehlt ihr Philipp jeden Tag. Viel zu kurz durfte er das Glück als Vater erleben. Dazu noch entdeckt sie, wer ihr wirklicher Vater ist und dass sie diesen schon längst kennt. Mit Elan, Leidenschaft und jede Menge Empathie schreibt sie weiter über Prominente wie Zarah Leander, Alexandra, Romy Schneider und Roy Black, aber auch Politiker wie Willy Brandt. Doch trotz all des Erfolgs hat sie jede Menge Neider. Allerdings ist und bleibt ihre Tochter Leonie am wichtigsten, für die sie eine gute Mutter sein möchte. Zurechtfinden muss sie sich außerdem mit der neuen Familie ihres Vaters, bei der es ebenfalls Höhen und Tiefen gibt. Besonders Chris bereitet allen größere Sorgen.
Meine Meinung:
Mit dem zweiten Band dieser Dilogie bekommen wir wieder viele Einblicke in die Jahre 1965 bis 1969. Malou plagt die Frage, ob das Kind wirklich von Philipp oder Chris ist. Doch ein Heiratsantrag von Philipp ist nach dem Kind unter ihrem Herzen das Schönste, was ihr passieren kann. Doch das Vaterglück Philipps ist nicht von langer Dauer. Eine Krankheit endet tödlich für ihn. Nun steht Malou ganz alleine mit Leonie da, nur gut, dass sie viel Unterstützung von ihren Freunden Samy, Anna und Adrienne bekommt. Damit sie viel Zeit für Leonie hat, wagt sie sich nun doch an die Zarah Leander-Biografie. Danach möchte sie wieder weiter in der Redaktion "Der Tag" ihre Künstlerstorys schreiben. Auch in Band zwei bekommen wir wieder jede Menge Einblick in das Zeitgeschehen der 60er-Jahre mit Musik, Mode und jede Menge Ereignisse. Es ist die Zeit der Beatles und Rolling Stones, aber auch Größen wie Alexandra, Zarah Leander, Roy Black und Heintje erobern die deutsche Musikindustrie. Was wir unschwer aus der Playlist gleich zu Beginn des Buchs entnehmen können. Interessant sind außerdem die ersten Anfänge der Baader-Meinhof-Gruppe, der Tod Martin Luther Kings, der Vietnamkrieg und seine Proteste. Aber auch die Studentenbewegung unter Rudi Dutschke sowie die Mondlandung, bei der Neil A. Armstrong als erster Mensch diesen Planeten betritt. Man spürt sofort, dass die Autorin unter anderem durch ihr Geschichtsstudium ein wirkliches Faible für solche historischen Zeitgeschehnisse hat. Natürlich bekommen die Emotionen ebenfalls wieder jede Menge Platz in diesem Buch. Besonders am Anfang durch den Tod von Philipp, der mich jede Menge Tränen gekostet hat. Doch mit viel Hilfe geht es irgendwann wieder aufwärts für Malou. Dazu erfahre ich wieder jede Menge über Prominente und Politiker, die Malous Wege kreuzen und über die sie in ihren Reportagen berichtet. Außerdem bekommt die neu dazugewonnene Familie des Vaters ebenfalls Raum in diesem Buch. Allen voran Chris, der auf der Suche nach seiner Identität ist und dabei jede Menge Ärger bekommt. Mit Fotograf Samy verbindet sie eine starke Freundschaft. Halt findet sie auch in Onkel Julius und in Matthias Briefen. Man kann das Buch kaum mehr aus der Hand legen, so interessant ist es. Malou ist eine starke Frau, die es zu dieser Zeit wenig gibt. Von mir bekommt dieses Buch eine Empfehlung und 5 von 5 Sterne.
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