New York Times Bestseller, eines der Lieblingsbücher von Barack Obama
Die ruhigen Tage scheinen gezählt in der kleinen Baptistengemeinde "Five Ends" im Süden Brooklyns. An einem warmen Septembertag im Jahr 1969 tritt der alte Diakon Cuffy Lampkin, genannt "King Kong", mit einer Waffe auf den zentralen Platz seines Sozialbauviertels, hält sie vor aller Augen dem hiesigen Drogendealer ins Gesicht - und drückt ab. Ausgerechnet King Kong, der keiner Fliege etwas zuleide tun kann. Wie konnte es dazu kommen? Schnell zeigt sich, dass sich die Schicksale aller Gemeindemitglieder - der Afroamerikaner wie der Latinos, der abgehalfterten Mafiosi wie der korrupten Cops - in dieser unvorstellbaren Tat überkreuzen. Und dass himmlische Gerechtigkeit und Strafe manchmal eine ziemlich irdische Angelegenheit sind...
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Wunderbarer und unterhaltsamer Einblick in einen sozialen Brennpunkt...
https://lieslos.blog/ am 25.03.2021
Bewertungsnummer: 1471950
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Roman spielt vor rund 50 Jahren in Brooklyn.
Cuffy Lambkin ist der 71-jährige beliebte Diakon der Five Ends Baptist Church.
Er lebt in einer Sozialwohnung des Causeway Housing Projects, einem Sozialwohnungskomplex in Südbrooklyn.
In diesem armen New Yorker Stadtbezirk treffen wir auf Schwarze, Latinos, Iren und Italiener. Es ist ein Areal, in dem sozial schwächer und niedriger gestellte Menschen Tür an Tür wohnen, aber meist leben die Bewohner desinteressiert und gleichgültig nebeneinander her.
Cuffy Lambkin liebt Hochprozentiges, egal ob Pfefferminzschnaps oder den selbstgebrannten, billigen, starken und titelgebenden „King Kong“ und wird von allen nur „Sportcoat“ genannt.
An einem Nachmittag im September 1969 geht er auf den zentralen Platz des Viertels und schießt auf den 19-jährigen Drogendealer Deems Clemens.
Die Drogenmafia sinnt auf Rache...
Ein Mord zu Beginn bedeutet hier nicht, dass das Buch ein klassischer Krimi oder gar ein Thriller ist.
Es ist aber ein spannendes, fesselndes, interessantes und informatives Buch, das Rätsel stellt und Fragen aufwirft.
Warum hat Sportcoat auf Deems geschossen, der einst sein bester Spieler in der Baseballmannschaft war?
Wo ist das Weihnachtsgeld der Kirchengemeinde Five Ends abgeblieben?
Was hat es mit dem Cheese-Day auf sich?
Welche Rolle spielt die uralte gestohlene „Venus von Willendorf“, die die Gemeinde kurzzeitig so glücklich macht?
Wir bekommen mit dieser Geschichte Einblicke in einen sogenannten sozialen Brennpunkt, in dem Armut, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und Kriminalität allgegenwärtig, aber nicht das alleinige Merkmal sind.
Auch Rückhalt, Zusammenhalt und Solidarität spielen hier eine bedeutende Rolle.
Der Autor ist ein begabter und feinfühliger Geschichtenerzähler. Er beschreibt Personen, Orte und Situationen wunderbar anschaulich, lebendig, authentisch und ungeschönt.
Eine gute Portion Komik, Witz und Liebe fehlt bei aller Ernsthaftigkeit jedoch nicht.
Der 1957 geborene US-amerikanischer Schriftsteller, Journalist, Saxofonist und Songwriter James McBride ist einer der bedeutendsten Schriftsteller von Amerika und mit „Der heilige King Kong“ hat er einen Roman geschrieben, der zu einem von Barack Obamas Lieblingsbüchern wurde.
Der vielfach preisgekrönte Roman hat mich wunderbar unterhalten und mir tiefe Einblicke in ein recht fremdes Milieu verschafft.
Ich könnte mir das Buch problemlos verfilmt vorstellen und empfehle es sehr gerne weiter!
Brooklyn Blues
Elke aus Vaihingen an der Enz am 16.03.2021
Bewertungsnummer: 1467745
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
September 1969, New York, im Süden Brooklyns, die Sozialwohnungen des Causeway Housing Projects. Cuffy Lambkin, der allseits beliebten Diakon der Five Ends Baptist Church, richtet vor aller Augen die Pistole auf einen jungen Drogendealer und drückt ab. Glücklicherweise tötet er ihn nicht, sondern schießt ihm „nur“ ein Ohr ab. Die Tatzeugen sind sowohl schockiert als auch verwundert, kann sich doch niemand erklären, was ihn zu dieser Tat getrieben hat. Vielleicht war es ja der Alkohol, der ihm die Sinne vernebelt hat, denn seit dem Tod seiner Frau ist er neben der Spur, spricht mit ihr, möchte wissen, wo sie die Weihnachtskollekte deponiert hat. Geld, das die Ärmsten seiner Schäfchen bitter nötig hätten. Alles kreist um den Mordversuch und seine Folgen, nicht nur für den Diakon sondern auch für seine Gemeinde, die sich schützend vor ihn stellt. Die gutgemeinten Ratschläge ignoriert er, verstecken will er sich nicht. Keiner weicht zurück, selbst dann nicht, als die Drogenmafia auf Rache sinnt.
McBride zeichnet das Bild einer gewachsenen, lebendigen Gemeinschaft. Man ist füreinander da, kümmert sich umeinander, hilft, auch in schwierigen Situationen. Er beschreibt das so lebendig und farbenfroh, dass man ihm auch den Rückgriff auf das eine oder andere Klischee verzeiht. Auftragskiller Earl beispielsweise, oder der seines Jobs überdrüssige Mafioso, der sich nach Liebe sehnt und aussteigen möchte.
Jede dieser Figuren hat ihre eigene, oft auch tragische Geschichte, die uns der Autor mit großer Empathie und viel Liebe zum Detail erzählt. Er erzählt von Liebe und Verlust, von Ausbeutung und Ungerechtigkeit, von Sieg und Niederlage. Davon, wie die Welt für diese Menschen in Brooklyn funktioniert, wo Drogen die neue Sklaverei sind. Wo sich das uralte Spiel wiederholt, das zwangsläufig damit endet, dass ein Diakon auf einen Dealer schießt.
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