Ein toter Säugling, eine falsche Ehefrau - Anna und Fritz ermitteln im Schwabinger Künstlermilieu
1914: Anna Zech ist die einzige Frau in der Münchener Gerichtsmedizin. Mit dem adeligen Skandalreporter Fritz von Weynand verbindet sie eine tiefe Freundschaft, und mehr sollte es für den verheirateten Fritz und die aus einfachen Verhältnissen stammende Anna eigentlich auch nicht werden. Als in einem Hinterhof im Schwabinger Künstlerviertel ein toter Säugling gefunden wird, beginnt Fritz für seine Zeitung zu recherchieren. Anna macht diese Leichenschau sehr traurig und gleichzeitig wütend. Gemeinsam mit Fritz beginnt sie zu ermitteln, da stirbt der einzige Zeuge. Die intensive Suche nach der Mutter des Kindes bringt Anna und Fritz einander näher. Bis der Krieg ausbricht.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
5/5
15.09.2023
eBook (ePUB)
Geniale Fortsetzung der Serie
Worum geht’s?
München 1914: In einem Hinterhof wird ein toter Säugling gefunden. Von der Mutter keine Spur. Die Gerichtsmedizin untersucht das tote Kind, was Anna sehr ans Herz geht. Der Fall beschäftigt sie so sehr, dass Friedrich von Weynand alias Fritz Nachtwey beginnt, Nachforschungen anzustellen. Als plötzlich eine weitere Tote auftaucht, werden die Ermittlungen immer rasanter und gefährlicher.
Meine Meinung:
„Fräulein Anna Gerichtsmedizin – Die Schwabinger Morde“ (Ullstein Buchverlage, 07/2023) von Petra Aicher ist bereits der zweite Fall für Anna und Friedrich/Fritz. Auch hier hat mir der Schreibstil der Autorin sehr gefallen. Ich mag ihre Art, die Personen und Orte zu beschreiben und zum Leben zu erwecken sehr. Dieser Schreibstil ist es auch, der dieses Buch für mich zu einem Pageturner gemacht haben.
Doch nicht nur der Schreibstil, auch die Dynamik zwischen den Protagonisten, insbesondere zwischen Fritz und Anna, und die Protagonisten selbst gefallen mir außerordentlich gut! Ich mag es, die Entwicklung der Personen zu verfolgen, sowohl die persönliche Entwicklung als auch die zwischen den einzelnen Protagonisten. Zwischen Fritz und Anna, Christiane und Annas kleiner Schwester Franzi, aber auch zwischen Fritz und den Polizisten. Alle wachsen irgendwie immer mehr zusammen und mir mehr ans Herz, je besser ich alle kennenlerne.
Was mir auch sehr gefällt, ist der Wechsel zwischen den wirklich spannenden Fällen, denen in diesem Roman nachgegangen wird und dem Leben in der damaligen Zeit. Wir erleben die Schattenseiten des Ersten Weltkrieges genauso mit wie das Leben der daheimgebliebenen Bevölkerung, die versucht, über die Runden zu kommen. Zwischen den Armen und den Reichen sowie den Künstlern. Auch das Nachtleben und das Leben der Schauspieler ist interessant. Hier hat die Autorin auf spannende Art und Weise Fakten und Fiktion vermischt und das Buch zu einem wahren Leseerlebnis gemacht, das sowohl geschichtliche Eindrücke vermittelt, als auch einen Spannungsbogen aufweist, der – obwohl Roman – wirklich einzigartig ist. Ich mochte es, die Ermittlungsarbeit mitzuverfolgen. Die Arbeit der Gerichtsmedizin kam diesmal auch mehr zum Zug, als im ersten Fall, kurz: Ich habe einfach alles an diesem Buch geliebt! Die Ermittlungen, die Ausflüge ins Nachtleben, die Polizeiarbeit auf der einen sowie die Nachforschungen von Fritz auf der anderen Seite und das alles total authentisch in den 1914er Jahren. Das Buch hat mich wirklich mitgerissen und ich fiebere schon jetzt dem nächsten Fall von Anna und Fritz entgegen und auch, wie es persönlich mit ihnen weitergeht. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir!
Fazit:
Mit „Fräulein Anna Gerichtsmedizin – Die Schwabinger Morde“ hat mich die Autorin vollends von der historischen Romanserie um Anna und Fritz/Friedrich überzeugt. Die Mischung aus geschichtlichen Fakten und Fiktion, das Miterleben der Ermittlungen und Nachforschungen in den 1914er Jahren waren perfekt und authentisch. Die Protagonisten sind mir sowieso schon seit dem ersten Band ans Herz gewachsen und es ist einfach nur schön, ihre Entwicklung mitzuverfolgen. Wir hatten eine tolle Spannungskurve, einen genialen Showdown und das Buch war für mich ein absoluter Pageturner!
Ganz klare 5 Sterne von mir und ich fiebere schon jetzt dem dritten Teil der Serie entgegen!
Bewertung
5/5
06.09.2023
eBook (ePUB)
Anna und Fritz ermitteln wieder
Meine Meinung:
In einem Schwabinger Hinterhof wird ein totes Neugeborenes gefunden. Anna assistiert bei dessen Obduktion und ist schwer erschüttert. Niemand scheint die Mutter zu kennen, niemand hat etwas gesehen und keinen scheint das Schicksal des Kindes zu interessieren. Somit sehen sich Anna und Fritz gezwungen selbst zu ermitteln. Dabei tauchen sie tief in die Schwabinger Abgründe ein und besonders Anna erlebt Dinge, von denen sie nie geträumt hätte.
Ich war wieder von der ersten Seite an gefangen im München Anfang des 1. Weltkriegs. Es zeigen sich langsam die Auswirkungen der Mobilmachung, Männer und deren Arbeitskraft fehlt, die Armut wird größer, die Zuversicht auf einen baldigen Sieg schrumpft, die Listen der Verletzten, Vermissten und getöteten Soldaten wird immer länger. Und in Schwabing gibt es immer mehr Spitzel, die das aufmüpfige Künstlergschwerl unter die Lupe nimmt und gegebenenfalls den Einberufungsbehörden meldet.
Petra Aicher hat auch in diesem Band wieder wundervoll das München der damaligen Zeit eingefangen und anhand von Anna und Fritz die Probleme der jeweiligen Gesellschaftschichten geschildert. Die Ängste und Sorgen, aber auch die Widerstandskraft, das "Nichtaufgebenwollen" der Bevölkerung.
Anna muss, neben der ereignisreichen Ermittlungen zum Kindstod, erkennen dass ihrer Schwester Franzi durch deren Gönnerin Christiane von Arnsberg ganz andere Möglichkeiten offen stehen, als ihr selber. Und sie muss erkennen, dass sie für Franzi, die jetzt ein Fräulein ist, ihr Wissen nicht mehr ausreicht.
Fritz sieht sich mit der kriegswirtschaflichen Politik seines Schwiegervaters konfrontiert und versteht nicht, wie man sich am Elend der Anderen auch noch bereichern kann.
In all diesen Wirren entwickeln sich die beiden Charaktere enorm weiter und ihre Freundschaft weicht großem Vertrauen. Doch beide ahnen nicht, wie nah sie dadurch dem Mörder kommen.
Ich mag die ruhige unaufgeregte Art, wie die Autorin die Geschichte erzählt und dennoch der Spannungsbogen zum Finale stetig ansteigt. Es ist einfach realistischer für diese Zeit, dass tage-, wochen- oder auch monatelang nichts gravierendes für die Ermittlungen geschieht. Doch dann kurz vor der Lösung haut es einem die einzelnen Puzzleteile nur so um die Ohren und ein ganz neues, anderes und unerwartetes Bild erscheint. Für mich eine hohe Kunst des Krimis.
Der Schreibstil ist angenehm leicht und einfach zu lesen, wobei hier wert gelegt wird, dass man an der Sprache die einzelnen Schichten der Münchner Gesellschaft erkennt.
Fazit:
Dieser Teil von Fräulein Anna hat mir sogar noch besser gefallen, als der Erste, bei dem ich die einzelnen Charaktere erst kennenlernen musste!
Hoffentlich wird die Reihe fortgesetzt! Eine absolute Leseempfehlung von mir!
Bewertung
5/5
09.08.2023
eBook (ePUB)
Spannung in Schwabing
Anna Zech ist für ihre Zeit fortschrittlich und unabhängig, sie ist mutig und setzt sich für Schwächere ein. Daher gehen ihr ein toter Säugling und die dazugehörige Mutter, die anfangs noch unbekannt ist, nicht mehr aus dem Kopf. Anonyme Hinweise und weitere Tote halten die Spannung aufrecht. Die Handlung ist interessant, lang ist Vieles unklar, aber am Ende ist alles schlüssig. Ein paar falsche Fährten bereichern das Lesevergnügen.
Dieser Kriminalroman ist in Kriegszeit eingebettet, dadurch müssen die Protagonisten mit Widrigkeiten fertig werden, die Stimmung ist kurzzeitig düster. Nichts desto trotz schaffen es die schlagfertigen Dialoge, eine überwiegend heitere Stimmung aufrechtzuerhalten. Die Schwabinger Morde ist der zweite Teil der Serie über Anna und kann problemlos ohne den ersten Teil gelesen werden.
Anna ist mir sympathisch, Fritz manchmal, besonders in seinen Bemühungen um Anna. Ich bin schon auf die nächsten Teile gespannt, werden die beiden zueinander finden?
Durch die gegenwärtigen Geschehnisse in Europa empfinde ich viele der historischen Probleme brandaktuell.
Auf den ersten Blick konnte das Cover mein Interesse nicht wecken, aber als ich Gerichtsmedizin und Schwabinger Morde las war ich sofort neugierig. So wie mich die Leseprobe überzeugte, gefiel mir das Buch. Ein spannender Krimi mit Lokalkolorit des früheren Münchens. Da ich das heutige Schwabing kenne war das ein besonderer Reiz. Das Buch empfehle ich gern weiter.
JoanStef
aus Steinsfeld
5/5
07.08.2023
eBook (ePUB)
Unglaublich gut & überraschend für mich
Überzeugend recherchiert - mit Tiefe erzählt
Fräulein Anna, Gerichtsmedizin: die Schwabinger Morde - (2. Band der Gerichtsärztin)
wurde am 27. Juli 2023 durch den Ullstein Verlag veröffentlicht.
Das Cover ist wirklich absolut stilecht für Genre sowie die damalige Zeitepoche. Dieses Cover geht konform mit dem ersten Band und ist somit sehr stimmig.
Zum Inhalt:
Wir sind in der Gerichtsmedizin, München 1914. Fräulein Anna ist die einzige weibliche Angestellte in der Gerichtsmedizin. Heute wird sie mit einem toten Säugling und seiner Leidensgeschichte konfrontiert. Gemeinsam mit Fritz von Weynand, einem Boulevard Reporter versucht sie die Geschehen rund um den Tod des Kindes aufzudecken. Als wäre das nicht schon schlimm genug, bricht auch noch der Krieg aus.
Die Schriftstellerin Petra Aicher ist Münchnerin und liebt es Geschichten in ihrer Stadt zu erforschen um dann Geschichten erzählen zu können.
Mein Leseerlebnis:
Ich kannte die Reihe bisher nicht. Meine Erwartungen waren ehrlicherweise unspezifisch. Ich wollte aufgrund des Covers, unbedingt erfahren, wie diese Geschichte mir gefallen würde. Zumal ich selten Romane aus dieser Epoche lese. Auch hoffte ich, dass der Roman keine Klischees bedienen würde.
Erzählstil:
es ist mir super leicht gefallen in die Story einzusteigen. Schon nach wenigen Zeilen war ich wie gefesselt von der beschriebenen Situation, der Hauptprotagonistin und dem Ambiente.
Personen & Research:
Die Charaktere werden sorgfältig gezeichnet und durch die Wortwahl regelrecht lebendig.
Die gesellschaftlichen Ein - & Ausgrenzungen, die Vorurteile und der Enthusiasmus, alles wurde mit großer Sorgfalt recherchiert und gekonnt in die Geschichte integriert.
Zusammenfassung:
Ein super gut lesbarer Roman, der die Eigenheiten der Zeitepoche widerspiegelt und die menschlichen Vorurteile dem Leser/in realistisch nahebringt, ohne belehrend zu wirken.
Fazit:
Ich vergebe überzeugte sehr gute 5* Lesesterne für diesen spannenden Gesellschaftsroman.
Meine Empfehlung gilt allen Lesebegeisterten, die gern in anderen Zeitepochen eintauchen möchten.
ISDN: B0BJW6JPKT
Verlag: Ullstein
Veröffentlichung: 27. Juli 2023
bookloving
5/5
05.08.2023
eBook (ePUB)
Fesselnde Fortsetzung
Mit „Fräulein Anna, Gerichtsmedizin - Die Schwabinger Morde“ setzt die Münchner Autorin Petra Aicher ihre vielversprechende historische Roman-Serie rund um die junge in der Münchener Gerichtsmedizin arbeitende Anna Zech aus einfachen Verhältnissen und den adeligen Skandalreporter Fritz von Weynand fort.
Angesiedelt ist der zweite Band vor dem historischen Hintergrund des gerade begonnenen Ersten Weltkriegs 1914. Es entspinnt sich erneut eine abwechslungsreiche und fesselnde Geschichte, die mich mit den vielschichtigen Nachforschungen der beiden sympathischen Protagonisten rund um das Auffinden eines toten Säuglings im Hinterhof mitten im Schwabinger Künstlerviertel sowie beeindruckendem Zeit- und Lokalkolorit schnell in ihren Bann gezogen hat.
Die Autorin nimmt uns mit auf eine lehrreiche Zeitreise in die bayerische Hauptstadt München und vermittelt mit ihren lebendigen Beschreibungen und den eindrucksvollen historischen Einblicken in das Alltagsleben und die Münchner Gesellschaft ein stimmiges Bild der damaligen Zeit. In den gut recherchierten zeitgeschichtlichen Rahmen hat sie nicht nur interessante historische Fakten eingestreut sondern lässt uns auch hautnah am bemerkenswerten Stimmungswechsel in der einst blühenden Metropole teilhaben. Nach anfänglichem Hurra-Patriotismus machen sich bereits die fatalen Auswirkungen des brutalen, erst wenige Wochen währenden Kriegs für die Bevölkerung bemerkbar.
Sehr anschaulich führt uns die Autorin auch die damaligen gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den Adeligen und dem Rest der Bevölkerung sowie die allgegenwärtigen Doppelmoral vor Augen, und gewährt uns sehr aufschlussreiche und nachdenklich stimmende Einblicke in das oftmals ausweglose Leben der Frauen zu jener Zeit in einer von Männern dominierten Welt.
Dank des lebendigen, abwechslungsreichen Erzählstils können wir uns an der Seite der beiden sympathischen Protagonisten in die historische Vergangenheit abtauchen. Rasch werden hineingezogen in die spannenden Nachforschungen des inzwischen gut eingespielten Ermittlerduos und ihrer verzweifelten Suche nach der Mutter des toten Säuglings. Der fesselnde und sehr wendungsreiche Fall lädt zum Miträtseln ein und hält so manche falsche Fährten für uns bereit. So zieht die Spannung immer weiter an und gipfelt schließlich in einem packenden Showdown. Obwohl ich einige Hintergründe erahnt habe, konnte mich die stimmigen Auflösung am Ende dennoch überraschen.
Die vielschichtige Geschichte lebt aber vor allem von der interessanten Dynamik und den oftmals höchst amüsanten Schlagabtauschen zwischen den beiden so unterschiedlichen Protagonisten Anna und Fritz. Ihre verschiedenen Charaktere sind glaubwürdig und mit viel Liebe ausgearbeitet, so dass sie mit ihren Eigenarten sehr lebensnah wirken. Die junge Krankenschwester Anna Zech ist trotz ihrer einfachen Herkunft eine bemerkenswerte, sehr selbstbewusste Protagonistin, die als Obduktionsassistentin in der Münchner Gerichtsmedizin in ihrer ungewöhnlichen Arbeit richtig aufgeblüht ist. Doch auch der adlige Friedrich von Weynand, der seiner unglücklichen Ehe zu entfliehen versucht, und als proletarischer Journalist Fritz Nachtwey in München Skandalgeschichten für seine Zeitung schreibt, hat im Laufe der Handlung neue interessante Facetten hinzugewonnen und lässt neben seiner unnahbaren, flapsigen und oft zynischen Art auch seine Verletzlichkeiten und liebenswerten Seiten erkennen.
Ihre charakterliche Weiterentwicklung ist zudem sehr authentisch gezeichnet, und die beiden ergänzen sich bei ihren gemeinsamen Ermittlungen hervorragend. Sie verbindet inzwischen eine tiefe, von Respekt und Zuneigung geprägte Freundschaft, aus der sich durchaus auch noch mehr entwickeln könnte. Ich bin sehr gespannt, wie es mit ihnen weitergehen wird.
FAZIT
Eine gelungene Fortsetzung der unterhaltsamen historischen Romanreihe - mit einem fesselnden und höchst verzwickten Kriminalfall, sehr sympathischen Charakteren, tollem historischen Flair und viel Münchner Lokalkolorit!
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