Mexiko, Ende des 19. Jahrhunderts: Carlota Moreau lebt auf einem luxuriösen Anwesen im entlegenen Dschungel der Halbinsel Yucatán. Ihr Vater ist der berüchtigte Doktor Moreau, ein begabter Wissenschaftler, der mit Unterstützung seines melancholischen Gehilfen Montgomery geheime Experimente durchführt. Als Eduardo Lizalde, der Sohn von Moreaus Geldgeber, eintrifft und Carlota den Hof macht, scheint ihr Weg in die feine Gesellschaft vorgezeichnet – wären da nicht die unzähligen Geheimnisse, die sich in den düsteren Laboren verbergen.
Zwischen Verführung und Unbehagen: ein abgründiger Schauerroman mit feministischem Twist, stimmungsvoll gelesen von Julia Nachtmann und Sascha Rotermund.
Ungekürzte Lesung mit Julia Nachtmann, Sascha Rotermund 2 mp3-CDs | ca. 12 h 22 min
Kundinnen und Kunden meinen
3.6/5.0
Bewertung
5/5
30.06.2023
Hörbuch (Audio)
Reise zum Ende der Welt
Was für ein gelungener Roman! Wenn man mal wieder in eine neue Welt voller Fantasie, Abenteuer, Dramatik eintauchen möchte, ist dieser Roman von Silvia Moreno-Garcia genau der Richtige! Allen voran ist Carlota die großartige Protagonistin, klug, unkonventionell, mit Herz, Mut, Charisma und Leidenschaft und immer für eine Überraschung gut. Auch die anderen Charaktere werden vielschichtig beschrieben, ihr intellektueller Vater, ein Wissenschaftler, der für seine Forschung und Experimente lebt, die anderen Mitbewohner, Freunde und Angestellte des luxuriösen Anwesens mitten im mexikanischen Dschungel und die schillernden Eindringlinge, die diese Idylle eines Tages mit unlauteren Motiven stören wollen. Unsere Heldin Carlota kämpft für das Bestehen ihrer Welt, lernt, das Wesentliche zu erkennen und nicht dem scheinbar Offensichtlichen zu verfallen.
Die Geschichte spielt mit H. G. Wells‘ Romanvorlage The Island of Dr. Moreau, einzelne Charaktere tauchen erneut auf, eine Fortsetzung der Geschichte findet statt. Für das Verständnis ist diese Inspiration allerdings nicht nötig, man muss den Vorläufer nicht kennen, aber vielleicht ist es von Interesse, diesen Roman im Nachgang zu lesen. Zwei Sprecher erwecken die Figuren zum Leben. Schön, diese unterschiedlichen Perspektiven von einer Frau und einem Mann präsentiert und interpretiert zu bekommen, eine sehr gelungene Lesung!
Spannend, ein gelungener Abenteuer- und Schauerroman voller großartiger Einfälle, mitreißend von Beginn an und auch der Schluss hält, was er verspricht - eine Lese- und Hörempfehlung, beste Unterhaltung pur!
Bewertung
aus Hanau
4/5
19.06.2023
Hörbuch (Audio)
Interessante Neufassung
Die Insel des Dr. Moreau – einmal ganz anders
Silvia Moreno-Garcia wagt in ihrem neuen Roman ein ungewöhnliches Experiment, indem sie einen bekannten Klassiker neu und aus anderer Perspektive erzählt.
Der mit Mischwesen aus Menschen und Tieren experimentierende Dr. Moreau hat eine Tochter, Carlotta, die gemeinsam mit mehr oder weniger menschlich erscheinenden Hybriden in der Einsamkeit aufwächst. Die junge Frau, die nichts anderes kennt als diese seltsame Umgebung, erlebt die erste Liebe und entdeckt außerdem ein beunruhigendes Geheimnis, das alles verändert.
Besonders gefällt mir an dem Hörbuch die schöne, ruhige und fließende Sprache, die mich dank der ausgezeichneten Sprecher in eine für die Romantik typische Traumwelt versetzt. Das Unheimliche tritt eher in den Hintergrund und der Fokus liegt auf der Entwicklung Carlottas, die eine außergewöhnliche Wirkung auf gleich zwei Männer hat. Die Geschichte spielt vor dem realen historischen Hintergrund der Unabhängigkeitsbewegung der indigenen mexikanischen Bevölkerung und man taucht beim Hören in eine tropische Atmosphäre ein.
Der Roman ist etwas für Liebhaber schöner Sprache und interessanter Geschichten, eher nichts für Horrorfans.
Blaxy87
aus Hannover
3/5
18.06.2023
Hörbuch (Audio)
Vielleicht muss man den Klassiker kennen..
Wenn man sich den Titel und das Cover von "Die Tochter des Doktor Moreau" ansieht, bekommt man wahrscheinlich eher nicht die Gedankenverknüpfung, dass dieses Buch Experiment an Mensch und Tier zum Thema hat.
Und doch bekommt man dies vorgesetzt:
Ende des 19. Jahrhunderts arbeitet Doktor Moreau im tiefen Dschungel Mexicos an Genexperimenten zwischen Mensch und Tier. Diese Hybriden sollen als Arbeiter seines Geldgebers Lizalde dienen.
Und mitten drin ist seine bildschöne und warmherzige Tochter Carlota.
Eines Tages taucht der attraktive Sohn des Geldgebers auf und beginnt um Carlota zu werben..Zwar mit Erfolg, doch ist dies letztendlich der Anfang vom Ende...
Ich gestehe, ich habe bei diesem Buch etwas anderes erwartet. Das vorangegangene Buch der Autorin, "Der mexikanische Fluch", war nach dem Erscheinen in aller Munde. Nun war ich wirklich neugierig und wollte Silvia Moreno-Garcia eine Chance geben.
Ihren Schreibstil mochte ich zwar, doch empfand ich "Die Tochter des Doktor Moreau" als recht inhaltslos. Eine schöne Sprache kann zwar Seiten füllen, doch muss man auch gefesselt werden. Das blieb bei mir aus. Ich fragte mich, ob der Clou vielleicht noch kommt, doch.. irgendwie nicht.
Vielleicht liegt der große Pluspunkt darin, dass die Geschichte an den Klassiker "Die Insel des Doktor Moreau" angelehnt ist. Diesen habe ich jedoch nicht gelesen und mich so auch nicht an Parallelen erfreuen. Vielleicht liegt meine mangelnde Begeisterung auch daran.
Nichts desto trotz: Für mich war es mal etwas anderes. Es hat Spaß gemacht und brachte Abwechslung mit sich. Allerdings kein Highlight.
the2bookaholics
5/5
13.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein idyllisches Anwesen mitten in der Wildnis auf der Halbinsel Yucatán. Dunkle Geheimnisse lauern auf diesem Anwesen.
Ein idyllisches Anwesen mitten in der Wildnis auf der Halbinsel Yucatán. Dunkle Geheimnisse lauern auf diesem Anwesen.
Welches Wissen und welche Geheimnisse verbergen die Labore des Anwesens? Wieso lebt der begabte Wissenschaftler Dr. Moreau so zurückgezogen und total von der Welt abgeschnitten? Wer ist die Mutter seiner wunderschönen Tochter? An welcher mysteriösen Krankheit leidet seine Tochter Carlota? Was ist mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter damals passiert? Wie kam es zum tragischen Tod der beiden?
Sind die Hybride automatisch Sklaven und haben kein Recht auf eigene Entscheidungen? Haben Sie überhaupt irgendwelche Rechte? Wie weit darf ein Wissenschaftler gehen? Darf er Gott spielen?
Der Roman spielt in Mexico, auf der Halbinsel Yucatán am Ende des 19. Jahrhunderts. Kolonialismus, Sklaverei und wissenschaftliche Experimente sind Themen, die in diesem Roman behandelt werden.
Es ist eine Neuerzählung oder Neuinterpretation des Romans "Die Insel des Dr. Moreau" von H. G. Wells. In dieser Neuerzählung hat Dr. Moreau eine Tochter, Carlota, die selbst das größte Geheimnis von allen ist.
Ich fand diesen Roman einfach großartig und er hat sich in mein Herz geschlichen und hat es geschafft, ein Highlight zu werden.
Ich war verzaubert von der Atmosphäre und der wilden Landschaft von Yucatán. Ich hatte Mitleid mit den Hybriden und sie sind mir alle ans Herz gewachsen, genau wie die Tochter von Dr. Moreau, die ein weiches, gütiges und leidenschaftliches Herz hat. Der Verwalter des Anwesens, Montgomery, war mir auf Anhieb sympathisch und ich liebe ihn einfach. Er ist ein Mensch, der sehr viel Pech und Schmerz in seinem Leben erfahren hat, weswegen er dem Alkohol sehr zugeneigt ist, jedoch ist er loyal und mutig und hat ein gutes Herz. Er lässt andere nicht im Stich, auch wenn er dafür einen hohen Preis bezahlen muss.
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: aus Carlotas und Montgomerys.
Vielen herzlichen Dank an Bloggerportal und Verlag für das Rezensionsexemplar.
Eure EGo
Miss Pageturner
4/5
23.01.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dies ist kein Horrorroman!
Auch wenn mich Der mexikanische Fluch nicht vollends überzeugen konnte, hatte ich schon damals im Fazit gesagt, dass ich dennoch noch weitere Bücher der Autorin lesen würde und gesagt, getan. Als Die Tochter des Doktor Moreau erschien, wanderte es direkt und die Wunschliste und nachdem ich im Sommer zur Vorbereitung H.G. Wells Die Insel des Doktor Moreau gelesen hatte (welches mir nicht wirklich gefiel), nahm ich es endlich zur Hand.
Verborgen im Dschungel Mexikos
Mit Die Tochter des Doktor Moreau entführt uns Silvia Moreno-Garcia erneut nach Mexiko, doch dieses Mal auf die Halbinsel Yucatán. Hier, in einem atmosphärisch dichten Dschungel-Setting, kreiert sie eine Neuinterpretation von H.G. Wells’ Klassiker Die Insel des Doktor Moreau. Das Setting hat mir sehr gefallen, einfach weil die Autorin ein Händchen für stimmungsvolle Beschreibungen hat. Ich mag ihren Schreibstil sehr. Die üppige Wildnis von Yucatán, die ständige drückende Hitze, die farbenfrohe Gestaltung von Yaxaktun, die in so einem Kontrast zu den Vorgängen im Inneren steht, all das beschreibt Moreno-Garcia eindringlich und bildgewaltig.
Daher lasen sich die ersten Seiten auch flott weg, auch wenn gar nicht viel passiert. Es wird viel Zeit und Seiten genutzt, um die Charaktere, allen voran Carlota und Montgomery und ihr Leben in Yaxaktun vorzustellen.
Montgomery mochte ich tatsächlich sehr gerne. Weniger, weil ich ihn super sympathisch fand, sondern her fasziniert. Er ist beileibe kein strahlender Held, sondern wankt zwischen Trunkenbold und Revolverheld hin und her, aber ich mochte dennoch seien nüchterne Sichtweise auf die Dinge. Es war interessant zu sehen, wie er einerseits von seiner Vergangenheit gebrochen ist und andrerseits dennoch versucht einen Funken Anstand zu bewahren.
Bei Carlota war es dann für mich genau andersherum, sie fand ich etwas weniger faszinierend, aber sympathisch, wenngleich Ihre Naivität, die durch ihre abgeschiedene Erziehung bedingt ist, auch anstrengend sein konnte.
Ein kurzes Wort zum Original noch: Wer mit H.G. Wells Die Insel des Doktor Moreau vertraut ist, wird gewisse Anspielungen und die Grundidee der Hybride besser verstehen. Allerdings gelingt es Moreno-Garcia, auch Leserinnen und Leser ohne Vorkenntnisse gut abzuholen. Ihre Hybride unterscheiden sich zudem in vielerlei Hinsicht von denen des Originals, sodass der Roman auch eigenständig funktioniert.
Der letzte Funke
So vielversprechend das Setting und die Charaktere auch sind, hatte die Handlung leider einige Schwächen. Besonders in der Mitte des Romans wirkte sie stellenweise etwas zäh, was für mich zwei Gründe hatte. Zum einen war lange nicht so recht klar, worauf das ganze hinauslaufen sollte. Viele denken, dies ist ein Horrorroman, aber dem ist nicht so. Der Gruselfaktor der Experimente spielt nur eine sehr, sehr untergeordnete Rolle und auch das “große Geheimnis”, ist einem relativ schnell klar. Das Buch lebt weniger von seiner Spannung oder dem Mysterium, sondern mehr von seinen Figuren und der Atmosphäre. Ich fand das an sich nicht schlimm, könnte aber Leserinnen und Leser, die aufgrund von Der mexikanische Fluch einen Horrorroman erwarten, enttäuschen, die auf eine gruselige oder aufregende Handlung gehofft haben. Insgesamt ist das Buch vorrangig eine Emanzipationsgeschichte Carlottas. Bis es diese Route aber wirklich einschlägt, dauert es etwas und das ist das, was ich meine mit ziellos. Mir war gerade in der Mitte des Buches nicht klar, was die Geschichte mir sagen möchte und das minderte die Spannung für mich.
Der zweite Grund ist ein stilistischer. Die Autorin greift sehr gerne auf das Stilmittel der “Szene aus unterschiedlichen Perspektiven” zurück, sprich ein und dieselbe Szene wird erst aus Carlotas Sicht und dann ein Kapitel später aus Montgomerys Sicht erzählt. Das kann man eins, zweimal als Kunstgriff machen, um die unterschiedlichen Sichtweisen der beiden zu veranschaulichen, aber hier wurde das zu oft gemacht und es entsteht der Eindruck, dass die Handlung nicht vom Fleck kommt und sich sogar wiederholt.
Im letzten Drittel zeiht das Tempo dann wieder an das Ende ist dann aber auch wieder “nur” ok. Es ist im Grunde, wie mit dem ganzen Buch und was ich auch schon mit Der mexikanische Fluch hatte: Es fehlt ein bisschen der Schwung, der Pepp, der Funke, der aus einem guten Buch, ein großartiges macht.
Fazit:
Ähnlich wie bei “Der mexikanische Fluch” war es ein gutes, aber nicht herausragendes Buch. Irgendwie fehlt am Ende immer ein bisschen der Schwung, der Pepp und in der Mitte hat es auch ein paar Längen. Trotzdem hab ich es gerne gelesen und ich würde auch weiterhin zu Büchern der Autorin greifen.
Bewertung im blogeigenen Bewertungssystem: 4/6
Carlota wächst behütet auf einer abgelegenen Halbinsel in Mexiko auf. Sie hat nur wenig Kontakt mit anderen Menschen, was auch gut ist. Die Insel verbirgt so manches Geheimnis. Die Idylle wird je gestört als der Sohn des Geldgebers von Dr. Moreau eintrifft und Carlota umwirbt.
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