Der Auszug ihres Sohnes lässt die Allgäuerin Carola einsam zurück. In ihrem Leben gibt es nur noch die zermürbende Arbeit als Hotelmanagerin und daserlösende Glas Wein am Abend. Kurz vor Weihnachten reißt ein Vorfall unter den Kolleginnen eine alte Wunde in ihr auf. Bei einer Auszeit in den mallorquinischen Bergen hofft sie, Abstand von ihrem Kummer zu finden. Und trifft auf Patrick, den einzigen anderen Gast in der Finca. Wie das überraschende Schneegestöber draußen wirbelt er ihre Gefühle ordentlich durcheinander und lässt sie endlich wieder lachen – doch auch Patrick hat sein Päckchen zu tragen und ist außerdem verheiratet. Und dann ist da noch Lydia, mit deren Hilfe sie es schafft, sich dem dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit zu stellen. Allmählich kehren Carolas Lebensgeister zurück. Aber kann sie ihr Leben in der alten Heimat so einfach ändern?Dort müssten Dinge auf den Tisch, die sie viel zu lange für sich behalten hat … Ein Roman, bittersüß wie spanischer Karamellpudding.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
03.12.2022
Buch (Taschenbuch)
Mondschein...
Der Roman, der sich diesmal um Carola dreht ist wieder mitnehmend und sehr feinfühlig geschrieben. Wer die Inselfarben- und Gipfelfarben-Romane kennt, der kannte ja auch schon Carola. ;-) Absolut zum Entspannen und Abschalten!
jam
5/5
01.11.2022
Buch (Taschenbuch)
Weniger weihnachtlich als erwartet, überraschend tiefgehend und bewegend, ein toller Roman!
„Hier ging es zu wie in einem Buch von Astrid Lindgren. Die Frau strickte, der Mann puzzelte, im Kamin brannte ein Feuer, draußen schneite es. Ich hatte vieles von diesem Aufenthalt erwartet, dies am wenigsten.“
Da geht es Carola wie mir, auch ich hatte eine Vorstellung von diesem Buch, aber die tiefgehende Geschichte, die Stina Jensen hier geschrieben hat, hat mich gänzlich positiv überrascht!
Versteht mich nicht falsch, ich lasse mich gerne von einem leichten, lockeren Liebesroman, ruhig auch etwas süßlich, verzaubern. Und das habe ich dem Cover nach erwartet. Doch so einfach macht es sich – und uns – die Autorin nicht. Zum Inhalt:
Es ist kurz vor Weihnachten. Carola erwacht wieder Mal in ihrer Arbeitskleidung, der Kopf schwer von zu viel Rotwein. Momentan braucht sie das halt, zum Runterkommen. Sie hat die Leitung eines gut gehenden Hotels, und neben all der Herausforderungen dort lässt der Vorwurf einer Mitarbeiterin alte Wunden aufbrechen. Als ihr alles zu viel wird, empfiehlt ihr ihre Ärztin dringend, eine Kur zu machen. So kurzfristig bekommt Carola nur einen Platz auf einer spanischen Finca. Abgeschieden kümmern sich dort die Heilpraktikerin für Psychotherapie Lydia, eine Masseurin und ein Trainer liebevoll um sie und Patrick, den einzigen anderen Gast. Nur schwer kann Carola loslassen…
Wie gesagt, in Erwartung einer vorweihnachtlichen Geschichte mit vielen Lichterketten und Kitsch hat mich der harte Einstieg eiskalt erwischt. Denn Carola plagen viele Themen, der Verlust eines geliebten Menschen, Belästigung, Überarbeitung. Sie will nicht wahrhaben, dass sie, um diese zu unterdrücken, viel zu oft zum Alkohol greift. Auf der Finca und in (auch für mich als Leserin) bereichernden Gesprächen arbeitet sie viel auf, beginnt, wieder sie selbst zu werden. Und damit kam sie auch mir ein Stückchen näher. Dort durfte ich sie als die starke, selbstbewusste Frau erleben, die sie mal war und wieder werden kann!
Bei all den schweren Themen kommt aber auch der Humor nicht zu kurz. Denn wo viele unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen, kann es schon bunt werden! Und so dürfen wir auch auf einem Pferd sitzen, durch den Wald irren, gemeinsam kochen und über einen Markt in Palma schlendern. Und auch Lydia und ihr Team haben ihre ganz eigenen Geschichten und ich hoffe, dass die Autorin uns einige davon noch ausführlich erzählen wird!
Dies ist der sechste Band der Winterreihe der Autorin, sie sind alle lose miteinander verknüpft, aber so locker, dass ich weder eine Einführung brauchte, noch dass mir etwas fehlte.
Etwas weniger weihnachtlich als Titel und Cover versprechen, ist „Mondschein, Flan und Winterherzen“ eine berührende, intelligente Geschichte über eine besondere Frau, mit feiner Klinge und einigem an Situationskomik.
Fazit: Weniger weihnachtlich als erwartet, überraschend tiefgehend und bewegend, ein toller Roman!
Bewertung
5/5
30.10.2022
Buch (Taschenbuch)
Carolas Reise zu sich
Carola lebt allein, nachdem ihr Sohn ausgezogen ist, arbeitet zu viel und bringt ihre kreisenden Gedanken mit einem Glas Wein zur Ruhe.
Genau damit habe ich zu Beginn gefremdelt. Aus der Ich-Perspektive lese ich von ihrer Überlastung, ihrem ständigen Da-Sein für die Gäste im Hotel, die Gestaltung, das Programm, ... Lese, wie sie ihre eigene Überlastung nicht als solche wahrnimmt und kann mich damit (leider) voll identifizieren. Dann kommt durch einige kleine Szenen der Verdacht auf, sie könne auch ein Alkoholproblem haben. Ist das wirklich so?
Nach einem Unfall nimmt sie den ernsten Rat ihrer Ärztin auf, sich eine Auszeit zu nehmen. Kurzfristig ist eigentlich kein Platz für eine Kur zu bekommen, aber ausgerechnet auf Mallorca ist jemand abgesprungen und so macht sich Carola auf den Weg dorthin und zu sich selbst.
Mit jeder Seite, die ich tiefer in die Geschichte eintauche, wird Caro mir sympathischer. Ihre Selbsterkenntnis, ihre Erfahrungen auf der Insel durch ihre Gespräche und Erlebnisse nehmen mich mit, lassen mich meinen eigenen Alltag vergessen. In einem Rutsch hatte ich das Buch ausgelesen.
Vielleicht ist es ein (zu?) ernstes Thema für einen Weihnachtsroman und eigentlich kommt Weihnachten auch nur am Rande vor, aber es ist die Geschichte einer bewundernswerten Frau, die sich selbst hinterfragt und einen Neuanfang startet. Absolut lesenswert, finde ich, und fast ein Muss, wenn ich an die anderen Geschichten im Allgäu denke, zu denen mich die Autorin bereits mitgenommen hat.
Bewertung
5/5
21.10.2022
Buch (Taschenbuch)
Winter auf Mallorca
Wer träumt nicht von einem Winter auf Mallorca? Stina Jensen lädt ihre Leser*innen mit ihrem Roman "Mondschein, Flan und Winterherzen" zu einer ganz besonderen Reise auf die Balearen-Insel ein. Denn sie erzählt eine Geschichte voller Geheimnisse, leise wie Schneefall im Mondschein.
Der Auszug ihres Sohnes lässt die Allgäuerin Carola einsam zurück. In ihrem Leben gibt es nur noch die zermürbende Arbeit als Hotelmanagerin und das erlösende Glas Wein am Abend. Kurz vor Weihnachten reißt ein Vorfall unter den Kolleginnen eine alte Wunde in ihr auf. Bei einer Auszeit in den mallorquinischen Bergen hofft sie, Abstand von ihrem Kummer zu finden. Und trifft auf Patrick, den einzigen anderen Gast in der Finca. Wie das überraschende Schneegestöber draußen wirbelt er ihre Gefühle ordentlich durcheinander und lässt sie endlich wieder lachen - doch auch Patrick hat sein Päckchen zu tragen und ist außerdem verheiratet. Und dann ist da noch Lydia, mit deren Hilfe sie es schafft, sich dem dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit zu stellen. Allmählich kehren Carolas Lebensgeister zurück. Aber kann sie ihr Leben in der alten Heimat so einfach ändern? Dort müssten Dinge auf den Tisch, die sie viel zu lange für sich behalten hat ...
Das schöne Cover verbreitet eine anheimelnde Atmosphäre und greift wichtige Motive des Romans auf. Der in Form eines Herzens gestaltete Flan lässt das Wasser im Munde zusammenlaufen (und das Rezept wird sogar im Anhang verraten!)
"Mondschein, Flan und Winterherzen" ist der sechste Teil der WINTErknistern-Reihe. Dennoch ist eine Kenntnis der zuvor erschienenen Bände nicht zwingend erforderlich; der neue Roman erzählt eine in sich abgeschlossene Geschichte.
Das Setting ist wunderschön, man pendelt zwischen Bayern und Mallorca, wobei alle Örtlichkeiten anschaulich beschrieben werden. Das Geschehen wird aus der Sicht von Carola geschildert, einer geschiedenen 39jährigen Hotelmanagerin, die nach dem Auszug ihres Sohnes nicht nur unter dem empty-nest-Syndrom, sondern auch unter vielen verdrängten Traumata in ihrem Leben leidet, die sie zu einer Auszeit in einer privaten Klinik auf Mallorca zwingen, welche auf eine einfühlsame, individuelle Therapie setzt.
Für mich ist dieses Buch die erste Begegnung mit Stina Jensen, und ich bin geflasht von diesem emotional aufwühlenden Roman. Es ist eine absolut ehrliche (Lebens- und Liebes-) Geschichte, mit der sich viele Menschen identifizieren können. Denn es werden viele Probleme thematisiert, die in unserem turbulenten Alltag unter den Tisch gekehrt werden: Aggressionen, empty-nest-Syndrom, Minderwertigkeitskomplexe, Perfektionismus, Burn-Out, Depression, Abhängigkeit von Tabletten und Alkohol - und nicht zuletzt sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, die von vielen Betroffenen schamhaft verschwiegen wird. Alle angesprochenen Themen werden nicht laut und plakativ, sondern leise und zurückhaltend dargestellt. Dieser Roman macht Mut, sich seinen persönlichen Dämonen zu stellen. Aus diesem Grunde gibt es von mir eine ausdrückliche Lese-Empfehlung.
CleoBe
aus Berlin
5/5
19.10.2022
Buch (Taschenbuch)
Das etwas andere Weihnachtswunder
Erstens kommt es anders, als man meistens zweitens denkt.
Es ist nichts alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. So erging es mir bei diesem Buch.
Wenn man die WINTERknister-Reihe von Stina Jensen kennst, dann erwartet man hier einen emotionalen Liebesroman. Aber leider ist es anders. Aber eins ist es auf jeden Fall, ein emotionaler Roman. Das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert.
Wir lernen hier Carola kennen. Eine Hotelmanagerin, die an ihre Grenzen kommt und erst Halt macht, wenn Ihre Ärztin einen Burn Out diagnostiziert. Die rät Ihr zu einer Kur und das kurz vor Weihnachten. Allerdings ist das leichter gesagt als getan, denn die, die Ihr die Ärztin empfohlen hat, ist für Monate ausgebucht. Da sie aber sofort Hilfe braucht und nicht erst in halben Jahr, geht sie im Internet auf die Suche und wird in den Bergen von Mallorca fündig. Sie kann sofort für 3 Wochen kommen und das hielt sie nichts mehr – sie wollte etwas ändern in Ihrem Leben.
Dort gibt es einige Therapien auf die sie sich nach und nach einlassen muss. Es gibt auch nur noch einen weiteren „Mit-Insassen“ Patrick und die Beiden gehen gemeinsam den Weg durch diese Kur. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und zu verarbeiten.
Diese Geschichte hat für mich nicht den Charme einer Liebesgeschichte. Sie ist eher eine Geschichte, wie man mit Krisen umgehen sollte und wie man sich seinen Standpunkt in der Gesellschaft holt. Es gibt kein typisches Happy End – aber trotzdem freut man sich am Ende, was man alles schaffen kann wenn man sich darauf einlässt.
FAZIT: Auf jeden Fall gibt es eine Leseempfehlung. Man lernt auch viel, wie man mit eigenen Problemen umgehen könnte. Eine Kur kann viel bewirken, wenn man sich darauf einlässt.
Als große Schmankerl von Stina Jensen ist es immer wieder, wie großartig sie Land und Leute beschreibt. Man fühlt sich komplett im Buch und sitzt immer mit am Tisch. Ich mag ihre Bücher sehr.
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