Das Ruhrgebiet im Winter 1947. Die junge Edith, aus Ostpreußen nach Bochum geflüchtet, hat endlich eine Anstellung gefunden - bei Pohlmann, einem Rechtsanwalt, der allerdings offenbar in Schwarzmarktgeschäfte verwickelt ist. Als ein ehemaliger KZ-Häftling, der bei den Arbeitern der Region ein hohes Ansehen genießt, ermordet in einem Eisenbahnwaggon aufgefunden wird, deutet einiges daraufhin, dass Pohlmann in diesen Mordfall verwickelt ist. Edith beschließt der Sache nachzugehen - ohne zu ahnen, worauf sie sich einlässt. Deutschland unmittelbar nach dem Krieg - eindringlich und authentisch geschildert
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
aus Bühne
4/5
20.06.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Klasse
Winter 1947 im Ruhrgebiet - die junge Edith, Flüchtling aus Ostpreußen, findet in Bochum eine Anstellung bei einem Rechtsanwalt. Was als Roman daher kommt, entwickelt sich dann doch eher zu einem Kriminalfall über alte Seilschaften, Schwarzmarktgeschäfte und den Aufbau neuer Gewerkschaften. Sehr spannend geschrieben und die Protagonistin war mir gleich sympathisch und von der Sprecherin eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die Not, der Hunger, die Kälte, der tägliche Kampf ums Überleben werden sehr plastisch dargestellt. Dass dies der zweite Band einer Reihe um die Protagonistin Edith ist, wusste ich nicht und man bemerkt es während der Geschichte auch nicht. Sie ist in sich geschlossen und gut verständlich. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt.
chuckipop
aus Bünde
4/5
22.02.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Authentisches, atmosphärisch dichtes historisches Hörbuch, sehr unterhaltsam.
"Totenwinter" von Sabine Hofmann ist als ungekürztes Hörbuch bei Aufbau Audio erschienen und hat eine Laufzeit von 8 Stunden, 39 Minuten.
Das Hörbuch wird gesprochen von Rebecca Veil.
Es handelt sich um den zweiten Teil der Serie um Edith Marheineke, die man aber auch ohne Kenntnis des Vorängerbandes problemlos hören bzw. lesen kann - ich als Neueinsteiger hatte an keiner Stelle das Gefühl, mir würden entscheidende Informationen fehlen!
Kurz nach dem zweiten Weltkrieg, 1947 in Bochum. Die Not ist groß, es fehlt an Lebensmitteln und vielen anderen Dingen des täglichen Bedarfs. Die Männer sind häufig noch in Kriegsgefangenschaft oder kommen traumatisiert heim, und auch die Frauen und Kinder haben sich verändert.
Edith hat eine Anstellung als Vorzimmerdame beim Anwalt Pohlmann gefunden. Einer der Besucher, der Journalist Leo Mantler, macht Edith schöne Augen. Aber meint er es ehrlich oder hat er vor, Pohlmann durch Edith auszuspionieren? Denn irgendwie scheint dieser mehr zu wissen über einen Mordfall - ein Toter wird in einem Eisenbahnwaggon aufgefunden, an seinen Händen klebt Milchpulver. War er in Schwarzmarktgeschäfte verwickelt?
Sabine Hoffmann hat einen Schreibstil, der mich die bittere Kälte und den allgegenwärtigen Hunger deutlich hat spüren lassen, und Rebecca Veil haucht den Charakteren mit ihrer Stimme und der sehr gelungenen Lesern noch mehr Leben ein und verleiht dem historischen Roman die passende Atmosphäre.
Edith ist eine sympathische, resolute junge Frau, die ihren Weg geht.
Pohlmann mochte ich nicht so arg und zu ihm blieb stets eine gewisse Distanz.
Mantler ist eigentlich ein netter Typ, aber sein Beruf treibt ihn bisweilen zu unethischen Handlungen. Somit habe ich ihm nie so ganz über den Weg getraut.
Mir hat das Hörbuch gut gefallen, allerdings ist der Spannungsbogen nicht sehr hoch - die Klassifizierung als Roman passt, der Schwerpunkt liegt hier nicht auf dem Mordfall und den Ermittlungen, sondern eher auf der allgemeinen Lage und dem Leben der Menschen in der Nachkriegszeit mit all seinen Nöten und Sorgen.
Ein authentischer Roman, eine angenehme Stimme und prima Unterhaltung - klasse Lektüre für
#Totenwinter #historischerroman #historischerkrimi #schwarzmarkt #NetGalleyDE! #DankeNetGalleyDE!
hallobuch, Silke Schröder
aus Hannover
5/5
02.11.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein packend erzählter Nachkriegskrimi
Sabine Hofmann schildert in ihrem zweiten historischen Krimi mit der toughen Edith Marheineke sehr eindringlich das Leben im Ruhrgebiet des westdeutschen Nachkriegsdeutschlands. Authentisch beschreibt sie neben den spannenden Ermittlungen die harten Jahre kurz nach dem Krieg, als die große Mehrheit der Leute um Wärme und Essen, Arbeit und Wohnung kämpfen musste. Dabei vergisst sie auch nicht, die äußerst komplizierten politischen Verhältnisse zu erwähnen, sei es untergetauchte SS-Leute und ehemalige KZ-Häftlinge, skrupellose Korruption und überlebensnotwendiger Kohlenklau. So ist Sabine Hoffmanns “Totenwinter” ein packend erzählter Nachkriegskrimi aus der gerade erst entstehenden BRD.
mimitatis_buecherkiste
aus Krefeld
4/5
18.02.2023
Buch (Taschenbuch)
In den Wirren der Nachkriegszeit
Es ist ein kalter Winter im Jahre 1947, die junge Edith hat eine Anstellung bei dem Anwalt Pollmann gefunden. Als ein ehemaliger KZ-Häftling ermordet wird, schnappt Edith Gesprächsfetzen auf, bei denen ihr der Verdacht kommt, ihr Arbeitgeber könnte in den Mord verwickelt sein. Gleichzeitig ermittelt Oberinspektor Dietrichs in dem Mordfall, die Spuren, denen er folgt, deuten darauf hin, dass der Tote nicht ganz so unbescholten war, wie es den Anschein hat.
Dies ist der zweite Band der Buchreihe um Edith und ihre Freundin Martha sowie deren Tochter Hella, wobei die zuletzt genannten Personen in diesem Teil lediglich Randfiguren waren. Ich habe den Vorgängerband nicht gelesen, hatte aber zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass mir Wissen fehlt, sodass ich davon ausgehe, dass auch der erste Teil in sich abgeschlossen ist, wie es hier der Fall war. Der Einstieg ins Buch fiel mir leicht und auch mit dem Wechsel der Perspektive hatte ich keine Probleme. Ich könnte zwar nicht behaupten, dass mir die Charaktere ans Herz gewachsen sind, aber dennoch mochte ich die mit Ecken und Kanten versehenen Hauptfiguren am Ende sehr. Es ist ein Roman mit Krimianteilen, aber der Fokus liegt hier mehr auf den zwischenmenschlichen Beziehungen und den Wirren der Nachkriegszeit. Besonders der Umstand, dass die Handlung im Ruhrgebiet spielt, hat es mir angetan, kenne ich alle im Buch genannten Orte ja persönlich.
Die historischen Fakten in eine fiktive Geschichte einzubauen, war ein schlauer Schachzug, ich finde es immer wieder faszinierend, wenn ich etwas erfahre, dass mir neu ist, obwohl ich mich in den letzten Jahrzehnten immer wieder intensiv mit dieser Zeit auseinandergesetzt habe. Besonders die Rolle einiger großer Unternehmen in Deutschland, die in vielen Teilen unter den Teppich gekehrt worden ist, finde ich empörend und beschämend, dieser Umstand wird gerne außer Acht gelassen, was mich aufregt und entsetzt. Ich hätte mir hier fast noch ein wenig mehr historischen Hintergrund gewünscht, weiß aber selbst, dies hätte wohl den Rahmen gesprengt. Das Buch hat mir sehr gefallen, lässt man die ein oder andere etwas weniger spannende Stelle weg, bleibt dennoch ein sehr guter Roman, der mir unterhaltsame Lesestunden beschert hat. Dies ist mir vier Sterne und eine Leseempfehlung wert.
Eva_G
4/5
09.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Ein Mordfall im zerstörten Bochum
Bochum, 1947: Es herrscht Winter und ist bitterkalt. Die Menschen frieren, hungern und kämpfen um ihr Überleben. Nach einer bitterkalten Nacht finden die Schupos einen ermordeten Mann in einem Güterwaggon. An den Händen klebt Milchpulver. Ein Kopfschuss war sein Todesurteil. Die Kriminalkommissare Dietrichs und Kleinert beginnen mit den Ermittlungen, doch die Spuren, die anfangs so deutlich auf Schwarzmarkthandel hindeuten, führen auch in andere Richtungen und stellen sie vor Herausforderungen. Währenddessen arbeitet Edith, die aus Ostpreußen fliehen musste und Unterschlupf in Bochum gefunden hat, bei Anwalt Pollmann als Sekretärin. Sie mag ihre Arbeit, denn hin und wieder fällt auch eine Kleinigkeit für sie ab, lässt der Anwalt sich doch meist in Naturalien bezahlen. Während ihrer Arbeit lernt sie auch den Journalisten Leo Mantler kennen, der sie geschickt über ihren Chef auszuhorchen versucht. Doch Edith fällt nicht darauf herein, dennoch verbringt sie immer wieder gewollt und ungewollt Zeit mit ihm und erfährt so einiges - auch über ihren Chef und mögliche Zusammenhänge mit dem Mordfall am Güterbahnhof...
Sabine Hofmann hat diesen Krimi im Bochum der Nachkriegszeit spielen lassen und so die historischen Gegebenheiten genutzt, die für eine etwas unwirtliche und dunkle Atmosphäre sorgen. Die Protagonistin Edith ist bereits aus dem ersten Teil der Reihe bekannt. Sie ist eine mutige Frau, die sich gegen Männer durchsetzen kann und weiß, was sie möchte oder auch nicht möchte. Die Autorin hat sich sehr genau mit den historischen Daten und Geschehnissen befasst, sodass der gesamte Roman realistisch und überzeugend wirkt.
Ich fand schon den ersten Teil der Reihe sehr interessant und bewegend, sodass ich mich nun gefreut habe, die drei Frauen zu begleiten. Es gefällt mir sehr gut, dass ich viele Orte direkt vor Augen habe, da sie so gut beschrieben werden. Außerdem nimmt der Kriminalfall ab dem zweiten Drittel an Fahrt auf, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Die Perspektivwechsel zwischen den Kommissaren und Edith sind gelungen und sorgen für mehr Spannung. Insgesamt ein toller historischer Krimi, der hoffentlich noch eine Fortsetzung erhält.
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