Eine bezaubernde Kurzgeschichte von Spiegel-Bestsellerautorin Maggie Stiefvater über die beliebten Figuren Opal, Ronan und Adam aus der Raven-Boys-Reihe.
Opal ist ein Mädchen mit Ziegenhufen. Sie wurde von Ronan aus seiner Traumwelt in die reale Welt geholt und muss nun lernen, sich in dieser neuen Umgebung zurechtzufinden. Doch nicht nur Opal hadert mit ihrem Schicksal, auch bei Ronan und Adam haben die vergangenen Ereignisse Spuren hinterlassen.
Diese Kurzgeschichte ist eine wunderbare Erweiterung der Raven-Boys-Reihe. Das eBook enthält zusätzlich eine Leseprobe von »Wie der Falke fliegt« - ein Muss für alle Raven-Boys-Fans.
Alle bisherigen Bände von Maggie Stiefvaters Urban-Fantasy-Reihen:
Raven-Boys-Reihe:
»Wen der Rabe ruft«
»Wer die Lilie träumt«
»Was die Spiegel wissen«
»Wo das Dunkel schläft«
Dreamer-Trilogie:
»Wie der Falke fliegt«
»Wie Träume bluten«
»Wie die Nacht entrinnt«
Kundinnen und Kunden meinen
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Übergang zur Dreamer-Trilogie
Jenny Wons aus Bergheim am 04.02.2026
Bewertungsnummer: 3035801
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Als angekündigt wurde, dass Maggie Stiefvater mit Opal noch einmal zu Adam und Ronan zurückkehrt, war die Vorfreude groß. Schließlich gehören die beiden zu den beliebtesten Figuren aus The Raven Cycle, und die Hoffnung auf mehr Einblicke in ihre Beziehung und ihr Leben nach Wo das Dunkel schläft lag nahe. Opal liefert davon durchaus etwas – aber auf eine Art, die nicht ganz den Erwartungen entspricht.
Die Kurzgeschichte spielt nach dem Abschluss der ursprünglichen Reihe: Blue und Gansey sind auf Reisen, Noah hat seinen Frieden gefunden, Adam steht an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt, und Ronan ist weiterhin damit beschäftigt, seine Traumkräfte und Cabeswater zu verstehen – oder besser gesagt, neu zu erschaffen. Erzählt wird diese Geschichte jedoch nicht aus der Sicht einer der bekannten Hauptfiguren, sondern aus der Perspektive von Opal, Ronans Traumgeschöpf.
Charaktere
Der emotionale Kern der Geschichte liegt eindeutig bei Adam und Ronan. Ihre Beziehung ist liebevoll, ruhig und selbstverständlich geworden. Es gibt keine großen dramatischen Konflikte zwischen ihnen – stattdessen kleine Gesten, Alltagsmomente und ein sehr zartes, fast häusliches Zusammensein. Besonders Opals Wahrnehmung der beiden wirkt stellenweise wie ein augenzwinkernder Blick in eine mögliche Zukunft: Adam und Ronan als eine Art Elternfiguren, überfordert, fürsorglich und gleichzeitig völlig überfordert von diesem eigenwilligen Kind. Diese Szenen sind ohne Frage die Highlights der Geschichte und vermutlich der Hauptgrund, warum viele Leser*innen zu Opal greifen.
Opal selbst ist ein ambivalenter Charakter. Sie ist chaotisch, neugierig, emotional und oft sehr lustig. Ihre Gedanken springen, sie nimmt die Welt ungefiltert wahr und interpretiert sie auf ihre ganz eigene Weise. Das macht sie als Figur charmant, aber als Erzählerin schwierig. Da Opal vieles nicht versteht – Gefühle, Zusammenhänge, Gefahren –, bleibt auch dem Leser vieles verborgen. Was in der Hauptreihe oft als geheimnisvolle Andeutung funktioniert hat, schlägt hier gelegentlich in Verwirrung um. Man fühlt sich stellenweise genauso verloren wie Opal selbst, nur leider nicht immer auf eine positive Art.
Schreibstil und Erzählperspektive
Stiefvaters unverwechselbarer Stil ist weiterhin präsent: düster, poetisch, geheimnisvoll und unterschwellig bedrohlich. Die Atmosphäre ist dicht und unheimlich, besonders wenn es um Ronans Träume, Cabeswater und die lauernden Gefahren geht. Gleichzeitig sorgt Opals Perspektive für einen sehr fragmentierten Erzählfluss. Gedanken brechen ab, Beobachtungen bleiben unvollständig, vieles wird nicht eingeordnet oder erklärt.
Das ist ein bewusstes Stilmittel – und für manche Leser*innen sicherlich ein reizvolles Experiment. Für andere, vor allem für jene, die auf Klarheit oder neue Antworten gehofft haben, kann diese Perspektive jedoch schnell anstrengend werden. Das Gefühl, „nicht zu wissen, was eigentlich passiert“, zieht sich konsequent durch die gesamte Geschichte.
Handlung und Einordnung in das Gesamtwerk
Inhaltlich ist Opal weniger eine eigenständige Ergänzung zu The Raven Cycle als vielmehr ein Bindeglied zur Dreamer-Trilogie. Es wird früh deutlich, dass sich neue Bedrohungen zusammenbrauen und dass Ronan – und seine Fähigkeiten – weiterhin im Fokus stehen. Die mysteriöse Frau, die in Ronans Haus auftaucht und seinen Computer durchsucht, wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet, und dient klar als Vorbereitung auf kommende Ereignisse in Wie der Falke fliegt.
Wer gehofft hat, offene Fragen aus Wo das Dunkel schläft geklärt zu bekommen oder einen wirklich runden Abschluss mit den Raven Boys zu erleben, wird vermutlich enttäuscht. Opal erklärt wenig und deutet viel an. Als Teaser funktioniert das gut, als eigenständige Geschichte jedoch nur bedingt.
Fazit
Opal ist eine süße, stellenweise sehr unterhaltsame Kurzgeschichte mit großartigen Adam-und-Ronan-Momenten und einer gewohnt atmosphärischen Sprache. Gleichzeitig bleibt sie inhaltlich vage, erzählerisch sperrig und emotional nicht ganz so befriedigend, wie man es sich nach dem Ende von Wo das Dunkel schläft wünschen würde. Opal ist eine charmante Figur, aber als Erzählerin nicht stark genug, um die Geschichte allein zu tragen.
Eine nette Ergänzung für Fans – besonders für Pynch-Liebhaber*innen –, aber weder notwendig noch herausragend. Eher ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen soll, als ein echtes Nachwort zur Reihe.
3 von 5 Sternen!
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