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Der Brotkönig Roman um Macht und Weisheit

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Altersempfehlung

ab 16 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

08.08.2022

Verlag

Tredition

Seitenzahl

640

Maße (L/B/H)

19/12/4,4 cm

Gewicht

671 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-347-46384-4

Beschreibung

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Taschenbuch

Altersempfehlung

ab 16 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

08.08.2022

Verlag

Tredition

Seitenzahl

640

Maße (L/B/H)

19/12/4,4 cm

Gewicht

671 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-347-46384-4

Herstelleradresse

tredition
Heinz-Beusen-Stieg 5
22926 Ahrensburg
DE

Email: support@tredition.com

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Beeindruckender, spannender Roman, der zum Nachdenken anregt

Kerstin Kartenwerkstatt Kreativ- und Buchblog aus Damme am 01.12.2023

Bewertungsnummer: 2079985

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Das Cover zeigt sehr schön zwei Bereiche der Geschichte. Unten haben wir eine Figur, die auf einem Feld steht. Die Spurrillen des Treckers zeigen direkt auf die menschliche Silhouette. Darüber ist fast mittig der Titel des Romans in roten Großbuchstaben abgedruckt. Von oben ragt auf dem Kopf eine Wolkenkratzer Ansammlung in den Himmel. Auf einem der Hochhäuser steht ebenfalls eine Figur, hinter der scheinbar ein paar Vögel vorbei fliegen. Mir gefällt das Cover sehr gut. Es greift sehr schön die beiden wichtigen Parteien aus der Geschichte auf und setzt die passend ins Verhältnis. Der Brotkönig von Lois Leander erschien bei tredition. Es ist ein fiktiver Wirtschaftsthriller über einen Konzernchef und einen jungen Naturwissenschaftler, die ihre ganz eigene Einstellung zum Patentrecht und was patentiert werden darf haben. Es ist eine Geschichte über Macht und Weisheit und inwiefern der Glaube an Gott dabei eine Rolle spielen kann. Da der Klappentext sehr wage bei der Konstellation der einzelnen Figuren bleibt, möchte ich hier gar nicht so viel verraten. Für mich stechen vier Personen heraus, die für die Handlung essentiell wichtig sind. Davon möchte ich zwei kurz nennen. Zum Einen ist da Martin Elkberg, der junger Wissenschaftler. Ihn dürfen wir im Laufe der Geschichte näher kennenlernen und erfahren eine Menge zu seiner Einstellung gegenüber der Wissenschaft und zu Gott. Außerdem lernen wir seinen familiären Background kennen. Sehr schön finde ich hier die detaillierte Betrachtung seiner Aktivitäten und Beweggründe, so dass ich als Leser sein Handeln sehr gut nachvollziehen kann. Zum Anderen möchte ich noch Julius van Erpold erwähnen, den Konzernchef und die Figur, die nach immer mehr Macht strebt. Auch wenn ich ihn ab einem gewissen Punkt absolut unsympathisch fand, kann ich auch seine Beweggründe verstehen. Ihn durfte ich von klein auf kennenlernen und erfuhr so die ungeschminkte Wahrheit über seine Kindheit und Jugend, die alles andere als liebevoll und einfach war. Gelungen finde ich den Einstieg in die Geschichte. Wie für einen spannenden Thriller essentiell, erfahre ich gleich zu Beginn wohin die Reise gehen wird. Und darf dann in den folgenden sechs Teilen den Weg zum Ereignis beschreiten und dabei immer wieder überlegen, wie es soweit kommen konnte. Dabei bleibt die Endgültigkeit des Augenblicks im Unklaren. Mit sehr viel Detailarbeit werden Figuren und das Umfeld gezeichnet, so dass ich mir als Leser ein gutes Bild von allem machen kann. Mein Kopfkino lief sofort auf Hochtouren und so saß ich mit den Jungen Leuten im Club und hörte den Andeutungen zu. Ebenso verbrachte ich später viel Zeit im Anwesen, in dem Julius van Erpold aufwuchs und half gedanklich bei der Rosenpflege. Fasziniert habe ich Zeile für Zeile gelesen und hatte dabei das Gefühl, dass das alles genauso passieren könnte. Wenn man sich die aktuelle politische Lage der Welt anschaut, ist das Szenario des Romans gar nicht soweit hergeholt. Ich hoffe allerdings, dass die Menschheit soviel Verstand besitzt, dieses nicht Wirklichkeit werden zu lassen. Aber unsere Geschichte hat schon einmal an so einem Punkt gestanden, den man sich heute aus der Rückansicht nicht mehr vorstellen kann. An welchem Punkt ist der Weg zurück nicht mehr möglich? Diese Frage habe ich mir beim Lesen immer mal wieder gestellt und konnte dementsprechend nicht aufhören zu lesen. Neben dem Streben nach Macht kommt auch die Frage nach der Liebe, Vergebung und der Selbstverantwortung zur Sprache. Es wird nicht nur das Böse detailiert dargestellt, sondern auch die Gute Seite kommt zu ihrem Recht. Dazu möchte ich dir folgendes Zitat mit auf den Weg geben, welches die Bedeutung von Liebe Vergebung und Selbstverantwortung nochmal verdeutlicht. „Das bedeutet, dass wir füreinander da sein sollen, dass wie einander immer wieder vergeben sollen und dass jeder dafür verantwortlich ist, was er denkt, tut oder unterlässt.“ Besonders den letzten Teil vom Zitat finde ich sehr wichtig. Verdeutlicht er doch noch mal sehr schön, dass wir jeder für sich für unser Handeln verantwortlich sind und zwar nicht nur für das was wir tun, sondern auch für dass was wir eben nicht tun. So regt der Roman ganz nebenbei auch zum Nachdenken und zur Reflexion an. Was hätte ich in Martins Situation gemacht? Hätte ich den Mut aufgebracht? Ich kann diese Fragen für mich nicht wirklich beantworten. Vermutlich wäre ich bei dem ganzen Drohen und Einschüchtern irgendwann eingeknickt. So verdiente sich Martin von meiner Seite an immer mehr Respekt und bis zum Schluss gab ich die Hoffnung nicht auf. Zwischendurch habe ich gedacht, muss soviel Hintergrundwissen zu den Figuren eigentlich sein? Doch genau diese Detailliebe führt zu den ausgereiften Charakteren, die wir hier im Thriller vorfinden. Wie schon erwähnt liegt ein Hauptaugenmerk auf Martin Elkberg und Julius van Erpold. Noch zu erwähnen sei Abraham, der seinem Namen nach einen ganz besonderen Platz in der Geschichte einnimmt und die grauenhafte Verknüpfung zwischen der realen Geschichte und dem fiktiven Thriller darstellt. Mich hat der Roman tief beeindruckt und zum Nachdenken angeregt. Mein Naturwissenschaftliches Herz hat die Geschichte förmlich verschlungen und hofft inständig, dass die Machenschaften im Roman niemals Realität werden. Abschließen möchte ich mit einem weiteren Zitat: „Je stärker sich Vermögen und Macht bei wenigen Menschen konzentrieren, desto größer wird die Ohnmacht, das Elend, das Leid und die Frustration bei den anderen Menschen. Das führt zu Hass!“ Dem habe ich nichts weiter hinzu zufügen. Ich empfehle des Buch gerne allen, die sich für wirtschaftliche und wissenschaftliche Romane interessieren. Lass dich entführen in ein fiktive Umgebung, die scheinbar zur Realität wird, sobald du die Augen schließt, da sie mit solch einer Authentizität erzählt wird, dass man überlegen muss was Fiktion und was Wirklichkeit ist. Ein Buch, was ich wirklich jedem ans Herz legen kann, der vor dem Schrecken der Welt die Augen nicht verschließt. Und damit wandert es auf meine Top Ten für 2023.

Beeindruckender, spannender Roman, der zum Nachdenken anregt

Kerstin Kartenwerkstatt Kreativ- und Buchblog aus Damme am 01.12.2023
Bewertungsnummer: 2079985
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Das Cover zeigt sehr schön zwei Bereiche der Geschichte. Unten haben wir eine Figur, die auf einem Feld steht. Die Spurrillen des Treckers zeigen direkt auf die menschliche Silhouette. Darüber ist fast mittig der Titel des Romans in roten Großbuchstaben abgedruckt. Von oben ragt auf dem Kopf eine Wolkenkratzer Ansammlung in den Himmel. Auf einem der Hochhäuser steht ebenfalls eine Figur, hinter der scheinbar ein paar Vögel vorbei fliegen. Mir gefällt das Cover sehr gut. Es greift sehr schön die beiden wichtigen Parteien aus der Geschichte auf und setzt die passend ins Verhältnis. Der Brotkönig von Lois Leander erschien bei tredition. Es ist ein fiktiver Wirtschaftsthriller über einen Konzernchef und einen jungen Naturwissenschaftler, die ihre ganz eigene Einstellung zum Patentrecht und was patentiert werden darf haben. Es ist eine Geschichte über Macht und Weisheit und inwiefern der Glaube an Gott dabei eine Rolle spielen kann. Da der Klappentext sehr wage bei der Konstellation der einzelnen Figuren bleibt, möchte ich hier gar nicht so viel verraten. Für mich stechen vier Personen heraus, die für die Handlung essentiell wichtig sind. Davon möchte ich zwei kurz nennen. Zum Einen ist da Martin Elkberg, der junger Wissenschaftler. Ihn dürfen wir im Laufe der Geschichte näher kennenlernen und erfahren eine Menge zu seiner Einstellung gegenüber der Wissenschaft und zu Gott. Außerdem lernen wir seinen familiären Background kennen. Sehr schön finde ich hier die detaillierte Betrachtung seiner Aktivitäten und Beweggründe, so dass ich als Leser sein Handeln sehr gut nachvollziehen kann. Zum Anderen möchte ich noch Julius van Erpold erwähnen, den Konzernchef und die Figur, die nach immer mehr Macht strebt. Auch wenn ich ihn ab einem gewissen Punkt absolut unsympathisch fand, kann ich auch seine Beweggründe verstehen. Ihn durfte ich von klein auf kennenlernen und erfuhr so die ungeschminkte Wahrheit über seine Kindheit und Jugend, die alles andere als liebevoll und einfach war. Gelungen finde ich den Einstieg in die Geschichte. Wie für einen spannenden Thriller essentiell, erfahre ich gleich zu Beginn wohin die Reise gehen wird. Und darf dann in den folgenden sechs Teilen den Weg zum Ereignis beschreiten und dabei immer wieder überlegen, wie es soweit kommen konnte. Dabei bleibt die Endgültigkeit des Augenblicks im Unklaren. Mit sehr viel Detailarbeit werden Figuren und das Umfeld gezeichnet, so dass ich mir als Leser ein gutes Bild von allem machen kann. Mein Kopfkino lief sofort auf Hochtouren und so saß ich mit den Jungen Leuten im Club und hörte den Andeutungen zu. Ebenso verbrachte ich später viel Zeit im Anwesen, in dem Julius van Erpold aufwuchs und half gedanklich bei der Rosenpflege. Fasziniert habe ich Zeile für Zeile gelesen und hatte dabei das Gefühl, dass das alles genauso passieren könnte. Wenn man sich die aktuelle politische Lage der Welt anschaut, ist das Szenario des Romans gar nicht soweit hergeholt. Ich hoffe allerdings, dass die Menschheit soviel Verstand besitzt, dieses nicht Wirklichkeit werden zu lassen. Aber unsere Geschichte hat schon einmal an so einem Punkt gestanden, den man sich heute aus der Rückansicht nicht mehr vorstellen kann. An welchem Punkt ist der Weg zurück nicht mehr möglich? Diese Frage habe ich mir beim Lesen immer mal wieder gestellt und konnte dementsprechend nicht aufhören zu lesen. Neben dem Streben nach Macht kommt auch die Frage nach der Liebe, Vergebung und der Selbstverantwortung zur Sprache. Es wird nicht nur das Böse detailiert dargestellt, sondern auch die Gute Seite kommt zu ihrem Recht. Dazu möchte ich dir folgendes Zitat mit auf den Weg geben, welches die Bedeutung von Liebe Vergebung und Selbstverantwortung nochmal verdeutlicht. „Das bedeutet, dass wir füreinander da sein sollen, dass wie einander immer wieder vergeben sollen und dass jeder dafür verantwortlich ist, was er denkt, tut oder unterlässt.“ Besonders den letzten Teil vom Zitat finde ich sehr wichtig. Verdeutlicht er doch noch mal sehr schön, dass wir jeder für sich für unser Handeln verantwortlich sind und zwar nicht nur für das was wir tun, sondern auch für dass was wir eben nicht tun. So regt der Roman ganz nebenbei auch zum Nachdenken und zur Reflexion an. Was hätte ich in Martins Situation gemacht? Hätte ich den Mut aufgebracht? Ich kann diese Fragen für mich nicht wirklich beantworten. Vermutlich wäre ich bei dem ganzen Drohen und Einschüchtern irgendwann eingeknickt. So verdiente sich Martin von meiner Seite an immer mehr Respekt und bis zum Schluss gab ich die Hoffnung nicht auf. Zwischendurch habe ich gedacht, muss soviel Hintergrundwissen zu den Figuren eigentlich sein? Doch genau diese Detailliebe führt zu den ausgereiften Charakteren, die wir hier im Thriller vorfinden. Wie schon erwähnt liegt ein Hauptaugenmerk auf Martin Elkberg und Julius van Erpold. Noch zu erwähnen sei Abraham, der seinem Namen nach einen ganz besonderen Platz in der Geschichte einnimmt und die grauenhafte Verknüpfung zwischen der realen Geschichte und dem fiktiven Thriller darstellt. Mich hat der Roman tief beeindruckt und zum Nachdenken angeregt. Mein Naturwissenschaftliches Herz hat die Geschichte förmlich verschlungen und hofft inständig, dass die Machenschaften im Roman niemals Realität werden. Abschließen möchte ich mit einem weiteren Zitat: „Je stärker sich Vermögen und Macht bei wenigen Menschen konzentrieren, desto größer wird die Ohnmacht, das Elend, das Leid und die Frustration bei den anderen Menschen. Das führt zu Hass!“ Dem habe ich nichts weiter hinzu zufügen. Ich empfehle des Buch gerne allen, die sich für wirtschaftliche und wissenschaftliche Romane interessieren. Lass dich entführen in ein fiktive Umgebung, die scheinbar zur Realität wird, sobald du die Augen schließt, da sie mit solch einer Authentizität erzählt wird, dass man überlegen muss was Fiktion und was Wirklichkeit ist. Ein Buch, was ich wirklich jedem ans Herz legen kann, der vor dem Schrecken der Welt die Augen nicht verschließt. Und damit wandert es auf meine Top Ten für 2023.

Spannender und realistischer Wirtschaftsthriller

Bewertung aus Magdeburg am 04.05.2023

Bewertungsnummer: 1935489

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Die Welt ist Physik. Alles, was man tut, sei es denken, handeln oder unterlassen, hat Wirkung. Diese Wirkung kehrt zurück zum Verursacher, früher oder später, offensichtlich oder auch kaum nachvollziehbar. Aber unvermeidlich.“ (Seite 445) Dieses Zitat, dem 5. Abschnitt vorangestellt, zeigt, dass wir alle verantwortlich sind für das, was wir tun, aber mehr noch für das, was wir eben nicht tun, sondern stillschweigend hinnehmen. In seinem Roman entwickelt Lois Leander den Plan eines Konzernchefs, Macht über die weltweite Nahrungsmittelproduktion zu erlangen. Dieser Plan ist absolut realistisch, leider. Nach einem Prolog, der aufhorchen lässt, geht der Autor in der Zeit zurück und lässt seine Leser teilhaben an den Entwicklungen seiner beiden Hauptprotagonisten Julius van Erpold und Martin Elkberg. Der reiche Konzernchef Julius van Erpold, in einer lieblosen Umgebung groß geworden, strebt nach Macht und verliert dabei jedes Maß. Er ist ein Meister der Manipulation und weiß sehr genau, wie er die Dinge in seine Richtung lenken kann. Der hochbegabte Wissenschaftler Martin Elkberg stammt aus einer erfolgreichen Unternehmerfamilie, erkennt jedoch früh, dass das Streben seines Vaters nach Erfolg und immer mehr Erfolg ihn nicht zufriedenstellt. Er findet Freunde, mit denen er andere Vorstellungen vom Leben und Zusammenleben verwirklichen möchte. Er strebt nach Weisheit, nicht zuletzt durch seine Freundschaft zu Abraham Perlstein, einem Juden, der das Lager in Nordhausen überlebt hat und davon überzeugt ist, dass er noch eine Aufgabe zu erfüllen hat. Die Gespräche zwischen den beiden zeugen von großer Tiefe und gegenseitigem Verständnis und bringen die Dinge auf den Punkt. Ruhig und ausführlich entfaltet Leander in einem angenehm zu lesenden Schreibstil das Szenario, dass die beiden schließlich zu Gegnern macht. Nicht nur die Mechanismen der Macht und wie sie funktionieren, sondern auch, wie die Umstände Menschen prägen, werden sehr gut beschrieben. Auch dabei wird klar, dass jeder eine Wahl hat, wie er sein Leben gestaltet. Der Roman ist überwiegend sehr kurzweilig zu lesen. Im letzten Drittel wird es teilweise etwas langatmig, wenn es darum geht, van Erpolds Plan umzusetzen. Das jedoch beschreibt in meinen Augen genau und ebenfalls realistisch, wie diese Dinge ablaufen. Es gibt endlose Sitzungen, in denen Menschen sitzen, denen nicht unbedingt und zwangsläufig die letzte Konsequenz der gewünschten Änderungen wirklich klar ist. Menschen müssen überzeugt werden, dazu sind viele Mittel recht. „Ein Abenteuer um Macht und Weisheit, um den Glauben an sich selbst oder an Gott.“ - dieser Satz aus dem Klappentext und der Epilog fassen die Absichten des Autors perfekt zusammen. Das Cover bringt die beiden Gegensätze in hervorragender Weise zusammen. auf der einen Seite das Feld mit dem Wissenschaftler, auf der anderen der Konzernchef auf dem Dach eines Hochhauses, dazwischen in auffälligem Rot der Titel. Fazit: eine unbedingte Leseempfehlung für einen Roman mit einem absolut realistischen Szenario, der viel Stoff zum Nachdenken, auch und gerade über eigene Verhaltensweisen gibt.

Spannender und realistischer Wirtschaftsthriller

Bewertung aus Magdeburg am 04.05.2023
Bewertungsnummer: 1935489
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Die Welt ist Physik. Alles, was man tut, sei es denken, handeln oder unterlassen, hat Wirkung. Diese Wirkung kehrt zurück zum Verursacher, früher oder später, offensichtlich oder auch kaum nachvollziehbar. Aber unvermeidlich.“ (Seite 445) Dieses Zitat, dem 5. Abschnitt vorangestellt, zeigt, dass wir alle verantwortlich sind für das, was wir tun, aber mehr noch für das, was wir eben nicht tun, sondern stillschweigend hinnehmen. In seinem Roman entwickelt Lois Leander den Plan eines Konzernchefs, Macht über die weltweite Nahrungsmittelproduktion zu erlangen. Dieser Plan ist absolut realistisch, leider. Nach einem Prolog, der aufhorchen lässt, geht der Autor in der Zeit zurück und lässt seine Leser teilhaben an den Entwicklungen seiner beiden Hauptprotagonisten Julius van Erpold und Martin Elkberg. Der reiche Konzernchef Julius van Erpold, in einer lieblosen Umgebung groß geworden, strebt nach Macht und verliert dabei jedes Maß. Er ist ein Meister der Manipulation und weiß sehr genau, wie er die Dinge in seine Richtung lenken kann. Der hochbegabte Wissenschaftler Martin Elkberg stammt aus einer erfolgreichen Unternehmerfamilie, erkennt jedoch früh, dass das Streben seines Vaters nach Erfolg und immer mehr Erfolg ihn nicht zufriedenstellt. Er findet Freunde, mit denen er andere Vorstellungen vom Leben und Zusammenleben verwirklichen möchte. Er strebt nach Weisheit, nicht zuletzt durch seine Freundschaft zu Abraham Perlstein, einem Juden, der das Lager in Nordhausen überlebt hat und davon überzeugt ist, dass er noch eine Aufgabe zu erfüllen hat. Die Gespräche zwischen den beiden zeugen von großer Tiefe und gegenseitigem Verständnis und bringen die Dinge auf den Punkt. Ruhig und ausführlich entfaltet Leander in einem angenehm zu lesenden Schreibstil das Szenario, dass die beiden schließlich zu Gegnern macht. Nicht nur die Mechanismen der Macht und wie sie funktionieren, sondern auch, wie die Umstände Menschen prägen, werden sehr gut beschrieben. Auch dabei wird klar, dass jeder eine Wahl hat, wie er sein Leben gestaltet. Der Roman ist überwiegend sehr kurzweilig zu lesen. Im letzten Drittel wird es teilweise etwas langatmig, wenn es darum geht, van Erpolds Plan umzusetzen. Das jedoch beschreibt in meinen Augen genau und ebenfalls realistisch, wie diese Dinge ablaufen. Es gibt endlose Sitzungen, in denen Menschen sitzen, denen nicht unbedingt und zwangsläufig die letzte Konsequenz der gewünschten Änderungen wirklich klar ist. Menschen müssen überzeugt werden, dazu sind viele Mittel recht. „Ein Abenteuer um Macht und Weisheit, um den Glauben an sich selbst oder an Gott.“ - dieser Satz aus dem Klappentext und der Epilog fassen die Absichten des Autors perfekt zusammen. Das Cover bringt die beiden Gegensätze in hervorragender Weise zusammen. auf der einen Seite das Feld mit dem Wissenschaftler, auf der anderen der Konzernchef auf dem Dach eines Hochhauses, dazwischen in auffälligem Rot der Titel. Fazit: eine unbedingte Leseempfehlung für einen Roman mit einem absolut realistischen Szenario, der viel Stoff zum Nachdenken, auch und gerade über eigene Verhaltensweisen gibt.

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Der Brotkönig

von Lois Leander

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