Immigration und Arbeitsmarkt Eine Langfristprojektion zur Wirkung von Zuwanderung auf das Arbeitskräfteangebot in Deutschland
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Produktdetails
Format
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Nein
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Ja
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
17.07.2017
Verlag
A7-24 AumannSeitenzahl
148 (Printausgabe)
Dateigröße
3335 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783956260346
Es zeigt sich, dass höhere Erwerbsquoten von Frauen und Älteren dem negativen Trend nicht entscheidend entgegenwirken können. Selbst eine extreme Ausreizung von Erwerbspotenzialen ("Rente mit 70") kann den Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials nur zeitweilig aufhalten. Längerfristig setzt sich der demographische Trend durch: Die Bevölkerung im Erwerbsalter sinkt stärker als ihre Erwerbsbeteiligung überhaupt steigen kann. Das gesamte zusätzliche Potenzial, das aus einer extremen Steigerung der Erwerbsquoten resultiert, wird für das Jahr 2035 auf reichlich vier Millionen, für 2050 auf nur noch 3,2 Millionen Personen geschätzt.
Hinsichtlich der Zuwanderung zeigt die Studie, dass die gegenwärtig zu verzeichnenden hohen Nettozuzüge aus den (ost- und südosteuropäischen) EU-Staaten sukzessive abnehmen werden. Die demographische Struktur der Hauptherkunftsländer sowie ökonomische Aufholprozesse werden das Niveau der Wanderungsgewinne Deutschlands gegenüber den EU-Staaten mittelfristig erheblich absenken. Im Hinblick auf die Drittstaaten-Zuwanderung sieht die Studie stärkere Potenziale, auch wenn sie die jüngsten asylbedingten Wanderungsgewinne als vorübergehend einschätzt. EU- und Drittstaaten-Migration zusammengenommen wird eine durchschnittliche jährliche Nettozuwanderung bis 2050 in der Spanne von 220.000 bis 290.000 Personen erwartet, mit einem deutlich negativen zeitlichen Trend.
Auch eine Zuwanderung dieser Größenordnung kann den Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials in der langen Frist nicht vollständig stoppen. Dennoch wird der Rückgang signifikant gebremst - sowohl in quantitativer als auch in zeitlicher Dimension. Gegenüber dem Jahr 2014 beläuft sich der Rückgang im oberen Szenario im Jahr 2035 auf gerade einmal zwei Prozent, bis 2050 beträgt die Schrumpfung dann sieben Prozent. Damit lässt sich konstatieren, dass das aus heutiger Sicht erwartbare Volumen an Zuwanderung - insbesondere aus Drittstaaten - dem Rückgang des Arbeitskräfteangebots signifikant entgegenwirkt.
Für die Migrations- und Integrationspolitik stellt sich allerdings eine besondere Herausforderung: Gegenwärtig ist die Immigration aus Drittstaaten als arbeitsmarktfern einzustufen. Für die Zukunft gilt es zumindest den steuerbaren Teil der Migration in ökonomisch sinnvoller Weise zu regeln. So kann erreicht werden, dass Zuwanderer nicht nur das Arbeitskräfteangebot erhöhen, sondern auch adäquate Beschäftigungschancen haben und nicht in der Erwerbslosigkeit landen. Andernfalls könnte sich die ökonomische Bilanz der Zuwanderung ins Negative verkehren.
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