An einem Herbstabend des Jahres 1901 wird das Findelkind Marie von einem Hirten zu einer Bauernfamilie gebracht. Sie wird wie eine Tochter aufgenommen und großgezogen. Nahezu ihr gesamtes Leben verbringt sie als einfache Schafhirtin in der urwüchsigen Natur des Quercy, umgeben von warmherzigen Menschen, die ihr ein Grundvertrauen auf das Gute in der Welt vermitteln, das sie in allen Lebenslagen trägt. Sie erlebt zwei Weltkriege und meistert tapfer und mit viel Weisheit Schicksalsschläge wie den Verlust ihres Sohnes, der im Widerstand gegen die deutschen Besatzer kämpfte, oder den frühen Tod ihres Mannes. Diese lebensbejahende Haltung ermöglicht es ihr, am Ende ihres erfüllten Daseins heiter und dankbar auf ein dramatisches Jahrhundert zurückzuschauen.Ihre Geschichte, aufgezeichnet von dem französischen Bestsellerautor Christian Signol, lässt uns staunen, wie reich dieses Leben war, getragen von Weisheit und Vertrauen und einem Gespür für das, was hinter und in den alltäglichen Dingen des Daseins webt.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Eva
5/5
13.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Mitten in der Natur
Zwei Jahre ist es her, dass ich im Haut-Quercy wandern war.
Die französische Provinz grenzt im Norden an das Limousin, im Westen an das Périgord, im Süden an die Gascogne und ans Languedoc und im Osten an die Rouergue und die Auvergne.
Die zerklüftete Landschaft wirkt fast wie ein Mittelgebirge. Es ist ein kleiner Kosmos, eine eigenwilligen Landschaft, durchflutet von einem einzigartigen Licht. Manchmal ist die Landschaft fast karg und dem Wetter ausgesetzt. Ich habe Nüsse und Esskastanien gesammelt und das Land dort lieben gelernt.
Das ist die Heimat von Marie des Brebis, der Schaf-Marie. Sie spricht französisch und den okzitanischen Dialekt und hat dem renommierten Autor Christian Signol ihre Geschichte erzählt. Sie erlebte das entbehrungsreiche Leben Anfang des 20. Jahrhunderts, zwei Kriege, die einschneidenden Veränderung der Nachkriegsjahre, hat gelitten, geliebt, ihre Lieben beerdigt und schöpfte ihre Kraft aus der Schönheit der Natur und der einfachen Gesten.
Inmitten dieser traumhaften Landschaft wird sie als Baby ausgesetzt und vom Schäfer Johannes gefunden und grossgezogen. Die Tiere, die Bäume, die Weite des Himmels und die Wiesen waren ihre Lehrmeister*innen. Durch alle schweren Zeiten und durch alle Prüfungen hindurch wählte sie die Zuversicht als Leitstern ihres Lebens. Nie strebt sie nach mehr als dem einfachen Glück und bewahrt sich ihr Vertrauen und ihre Dankbarkeit.
Marie des Brebis erzählt eine inspirierende Lebensgeschichte. Was ist wichtig im Leben? Was bedeutet Heimat? Liegt sie in den Menschen oder sind wir mit unserem Land verwurzelt? Wie gelingt es uns, das Unglück zu verarbeiten und mit dem Leid dennoch zuversichtlich zu leben?
Der Roman scheint ein wenig aus der Zeit gefallen. Marie beobachtet und reflektiert, schaut zurück und hält inne. Die Sprache greift die mündliche Überlieferung auf und führt sie weiter in eine Geschichte über Demut, Achtsamkeit und völlige Hingabe. Maries Geschichte ist wie eine kleine Oase. Die einfachen und dabei wunderbar berührenden Worte entschleunigen, beschwören den Zauber der Landschaft und verweben das Leben einer großherzig Frau mit dem Johannisfeuer, dem Blau des Himmels, dem Duft von Wachholder und den fröhlichen Tänzen auf dem Dorfplatz. Sie haben mich sofort zurückversetzt in diese wunderbare Landschaft.
Was für ein reiches Leben! Voller Weisheit, Vertrauen und dem Wissen, dass alles so ist, wie es sein soll.
Bewertung
5/5
24.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Wunderbares Buch
Seit langem nicht mehr ein so herzergreifendes, wundervolles Buch gelesen. Absolut lesenswert. Die Geschichte von Marie ist so berührend, man ist als Leser*in Teil ihrer Geschichte. Ich bewundere Marie als Mensch, wie sie nie verurteilte und immer hoffnungsvoll und dankbar für jeden Teil ihres Lebens war.
Almut Scheller-Mahmoud
aus 21109 Hamburg
5/5
08.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Non, rien de rien. Non, je ne regrette rien.
Christian Signol schenkt uns mit diesem Buch die Biographie der Marie des Bebris.
Es ist ein geschliffener Diamant mit ganz besonderem Glanz. Dieser Glanz reflektiert ihr Wesen, Ein in Ich-Form erzähltes Leben, das jenseits aller „neumodischen“ Identitätssuche gelebt wurde. .
Ein Leben geprägt durch eine Zeit, die anderen Lebensregeln verhaftet war als unsere heutigen. Ein Leben geprägt durch die Täler, Schluchten und Abgründe des französischen Hochlandes, ein Leben geprägt durch die intensive Nähe zu den Menschen einer Dorfgemeinschaft und zu ihren Tieren. Und vor allem ein Leben geprägt durch den harmonischen Zusammenhalt einer Familie, getragen von Liebe und Respekt. Aber auch geprägt durch Verluste und Ängste und Trauer.
Marie des Brebis ist ein Findelkind, sie ist eine einfache Frau, deren ganzes Wesen Gradlinigkeit, bejahender Glauben, Demut, Dankbarkeit und Zufriedenheit ausstrahlt. Ihre Demut ist keine Unterwerfung, sondern ein Akt des Mutes im Gegensatz zum resignativen Fatalismus.
Ihr bewegender bukolischer Lebensreigen führt uns vor Augen, was wir verloren haben im Zeitalter des „immer schneller, immer besser, immer weiter, immer mehr“. Dass wir nicht mehr fähig sind: „To see a World in a Grain of Sand“ (William Blake). Aber auch die Erkenntnis: es führt kein Weg zurück, auch wenn viele Menschen wieder versuchen à la Rousseau „Zurück zur Natur“ zu leben.
Maries Mit-Menschen umgeben sie wie einen Kokon und sie verliert auch in Zeiten der Kata- strophen nicht ihren Glauben. Sie erlebt das große Glück, ihre leibliche Mutter wiederzufinden und von ihr Abschied nehmen zu können, sie erlebt das große Glück einer Liebe und Partnerschaft, die keiner Schwüre bedarf. Sie erlebt das große Glück einer großen Familie mit Kindern, Enkeln und mit 83 Jahren Urgroßmutter zu werden.
Sie erlebt beglückende Momente durch Mozarts Sonaten und Ravels Bolero und die Klassiker der Weltliteratur. Und immer wieder das große Glück der Natur und die Nähe zu ihren Schafen.
Ihre Lebensumgebung fällt der Moderne zum Opfer, das Dorf leert sich, nur die Alten bleiben. Sie kritisiert das unbeseelte Heute, aber sie erkennt auch die Segnungen der Neuzeit: Medikamente, Impfungen, das Kennenlernen von Menschen aus anderen Kulturen. In ihrem Altersrückblick ist die Jetzt-Zeit oft wie ausgelöscht, sie lebt in den Gefühlen, Gedanken, Düften von damals. Und immer wieder durchströmt sie eine große Dankbarkeit für das gelebte Leben.
Ich sehe in diesem Buch ein Geschenk, das wehmütig und hoffnungsvoll zugleich macht. Das Leben als Geschenk anzusehen. Allen Widrigkeiten trotzen: malgré tout. Und ihre Gewissheit:
Ich weiß, dass ich einst in Gegenwart Gottes Walzer tanzen werde
Almut Scheller-Mahmoud
aus Hamburg
5/5
08.02.2025
Buch (Taschenbuch)
Non, rien de rien. Non, je ne…
Non, rien de rien. Non, je ne regrette rien. Christian Signol schenkt uns mit diesem Buch die Biographie der Marie des Bebris. Es ist ein geschliffener Diamant mit ganz besonderem Glanz. Dieser Glanz reflektiert ihr Wesen, Ein in Ich-Form erzähltes Leben, das jenseits aller „neumodischen“ Identitätssuche gelebt wurde. . Ein Leben geprägt durch eine Zeit, die anderen Lebensregeln verhaftet war als unsere heutigen. Ein Leben geprägt durch die Täler, Schluchten und Abgründe des französischen Hochlandes, ein Leben geprägt durch die intensive Nähe zu den Menschen einer Dorfgemeinschaft und zu ihren Tieren. Und vor allem ein Leben geprägt durch den harmonischen Zusammenhalt einer Familie, getragen von Liebe und Respekt. Aber auch geprägt durch Verluste und Ängste und Trauer. Marie des Brebis ist ein Findelkind, sie ist eine einfache Frau, deren ganzes Wesen Gradlinigkeit, bejahender Glauben, Demut, Dankbarkeit und Zufriedenheit ausstrahlt. Ihre Demut ist keine Unterwerfung, sondern ein Akt des Mutes im Gegensatz zum resignativen Fatalismus. Ihr bewegender bukolischer Lebensreigen führt uns vor Augen, was wir verloren haben im Zeitalter des „immer schneller, immer besser, immer weiter, immer mehr“. Dass wir nicht mehr fähig sind: „To see a World in a Grain of Sand“ (William Blake). Aber auch die Erkenntnis: es führt kein Weg zurück, auch wenn viele Menschen wieder versuchen à la Rousseau „Zurück zur Natur“ zu leben. Maries Mit-Menschen umgeben sie wie einen Kokon und sie verliert auch in Zeiten der Kata- strophen nicht ihren Glauben. Sie erlebt das große Glück, ihre leibliche Mutter wiederzufinden und von ihr Abschied nehmen zu können, sie erlebt das große Glück einer Liebe und Partnerschaft, die keiner Schwüre bedarf. Sie erlebt das große Glück einer großen Familie mit Kindern, Enkeln und mit 83 Jahren Urgroßmutter zu werden. Sie erlebt beglückende Momente durch Mozarts Sonaten und Ravels Bolero und die Klassiker der Weltliteratur. Und immer wieder das große Glück der Natur und die Nähe zu ihren Schafen. Ihre Lebensumgebung fällt der Moderne zum Opfer, das Dorf leert sich, nur die Alten bleiben. Sie kritisiert das unbeseelte Heute, aber sie erkennt auch die Segnungen der Neuzeit: Medikamente, Impfungen, das Kennenlernen von Menschen aus anderen Kulturen. In ihrem Altersrückblick ist die Jetzt-Zeit oft wie ausgelöscht, sie lebt in den Gefühlen, Gedanken, Düften von damals. Und immer wieder durchströmt sie eine große Dankbarkeit für das gelebte Leben. Ich sehe in diesem Buch ein Geschenk, das wehmütig und hoffnungsvoll zugleich macht. Das Leben als Geschenk anzusehen. Allen Widrigkeiten trotzen: malgré tout. Und ihre Gewissheit: Ich weiß, dass ich einst in Gegenwart Gottes Walzer tanzen werde
Bewertung
5/5
28.07.2024
Buch (Taschenbuch)
marie des brebis
Wunderbares Buch und eindrückliche Lebensgeschichte.
Bringt das Leben in einer kargen Gegend Frankreichs nahe.
Die Lebensentscheidungen beeindrucken und die Entscheidungen, die das Leben auferlegt
machen die Protagonisten reifer und nicht bitter.
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