Sie sind jung, aber erwachsen, kennen einander seit ihrer Kindheit. Sie sind zusammen groß geworden, haben inzwischen aber ihre eigenen Leben, eine von ihnen sogar ein Kind. Die Entfernung zwischen ihnen wächst, trotzdem verbringen sie wie jeden Sommer ein paar Tage am Wasser. In einer Woche auf einem Campingplatz in der Maremma, einem sumpfigen Küstenstreifen in Mittelitalien, einer Landschaft am Rand der Wildnis zwischen Meer und Land, in der alles sich ständig zu verändern scheint, beobachtet Esther, wie die Dinge nach und nach in Bewegung geraten. Im Hinterland sind die Spuren der Erdbebenkatastrophe noch sichtbar, aber auch hier, vor ihren Augen, in einer Gegenwart der Zeitenwende, wird der feste Boden der Gewissheiten brüchig, lösen sich Bindungen, verschieben sich Ordnungen, sinkt alles langsam zurück in Unentwirrbares.Mit feinem Sensorium für kleinste Bewegungen, Farben, Gerüche und Stimmungen macht dieser Roman mit emotionaler Wucht die Bedrohungen spürbar, die sich zum Lebensgefühl einer ganzen Generation verdichten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
J. Kaiser
4/5
26.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Viele Gedanken zu beginnenden Änderungen
Als ich das Cover sah, wusste ich, dieses Buch muss ich lesen. Die Neugierde war geweckt. Die in der Geschichte geschilderten Personen kenne sich, seit sie Kinder waren. Sie leben nun ihr eigenes Leben. Sie verbringen wie fast jeden Sommer eine Woche auf einem Campinglatz in der Maremma. Es ist ein sumpfiger Küstenstreifen in Mittelitalien. Hier beobachtet Esther wie sich alles zu Verändern beginnt. Die Spuren des Erdbebens sind im Hinterland all gegenwärtig. Dieses Buch ist zum Lesen nicht ganz einfach. Die Erzählerin ist eine wunderbare Beobachterin und hat ein Gespür für sich beginnende Änderungen wahrzunehmen. Emotionen werden durch kleinste Bewegungen, Farbe, Gerüche und die Stimmung macht die Geschichte aus. Dieses Buch lässt erkennen wie sich alles zu verschieben droht. Empfehlenswert.
yellowdog
4/5
22.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gedanken einer Camperin
Anna Maria Stadlers Debütroman Maremma ist bei Jung und Jung erschienen und auf der Shortlist Debüt vertreten.
Es geht um eine Gruppe von Freunden auf einem Campingplatz in Maremma in Italien. Dieses Sumpfgebiet prägt das Buch.
Die Erzählerin ist eine Beobachterin und hat einen genauen Blick, auf die Umgebung wie auf die anderen Menschen.
Die Beschreibungen sind teilweise minutiös und erstrecken sich über Tage.
So sehr ich die Formulierungen auch bewundere, fühle ich mich beim Lesen durch sie auch fast erschlagen.
Die aus Salzburg stammende Schriftstellerin Anna Maria Stadler hat eine Sprache, die auffällt. Ich gebe ihr eine gute Chance für den Debüt-Preis.
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