Debbie White wird auf einer irischen Milchfarm groß. Ihr Onkel Billy haust in Gesellschaft der alten Griechen, einer Flasche Whiskey und des Sternenhimmels im Wohnwagen vor der Tür, ihre Mutter Maeve verbringt die Tage im Schlafzimmer, wo sie Träume aufzeichnet, die sie für Prophezeiungen hält. Als Debbie beginnt, nach Dublin zu pendeln, um dort ein Literaturstudium aufzunehmen, prallen Welten aufeinander. Debbies zunächst zögerlicher und dann ungestümer Versuch, sich trotz ihres Dialekts und ihrer abgetragenen Farmjeans einen Platz in der Stadt und den Reihen ihrer Mitstudierenden zu erkämpfen, droht nicht nur an ihren Selbstzweifeln zu scheitern, sondern auch an der Tatsache, dass die Verhältnisse auf dem Hof, der trotz allem ihr Zuhause ist, immer mehr aus dem Ruder laufen ...
Mit Debbie White, die ihre Verletzlichkeit hinter ihrem trotzigen Humor verbirgt, hat Louise Nealon eine unvergessliche Heldin geschaffen, die an die Figuren von Sally Rooney erinnert.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
5/5
20.10.2022
eBook (ePUB 3)
Starkes Debüt
Eine junge Irin zwischen den Welten. Aufgewachsen auf dem Land, studiert sie nun in Irlands Hauptstadt. Dabei versucht sie mit all den neuen Eindrücken zurecht zu kommen und ihren neuen Platz im Leben zu finden. Eine Protagonistin, die so authentisch ist, dass man glaubt sie schon lange zu kennen und ein Schreibstil, der die Lektüre einfach so dahinfließen lässt. Klare Empfehlung!
Lesemone
4/5
29.07.2022
eBook (ePUB 3)
Mitten aus dem Leben
Das Buch ist sehr schwierig zu bewerten. Ich war auch mehrmals dazu geneigt, das Buch abzubrechen, aber irgendwie hat es mich dann doch gefesselt. Das Leben von Debbie ist total chaotisch, weil sie sehr ahnungslos aus der Provinz in die große Stadt kommt. Daheim sitzt die psychisch sehr kranke Mutter, dann Onkel Billy der einen sehr makaberen Humor hat. Ständig passieren auf dem Hof Dinge, die Debbie wieder heim führen, um nach dem Rechten zu sehen. In Dublin erlebt sie ein normales Studentenleben und man ist als Leser durch den bildhaften Schreibstil immer mittendrin. Die Geschichte ist kein Feel Good Roman! Die Autorin beschreibt den Werdegang einer jungen Frau, mit allen Höhen und Tiefen, mit Ecken und Kanten der Charaktere und verschont den Leser auch nicht mit Unglücksschlägen. Mir hat das Buch letztendlich gut gefallen, obwohl es nicht so leicht zu lesen war und ich öfter mal schlucken musste. Aber so ist nun mal das echte Leben, da läuft auch nicht immer alles glatt.
Nele33
3/5
09.10.2022
eBook (ePUB 3)
toller, fesselnder Schreibstil
Bei "Snowflake" handelt es sich um den Debut Roman der irischen Schriftstellerin Louise Nealon.
Schon die zur Verfügung gestellte Leseprobe hat mich mit ihren Schreibstil gepackt. Die Figuren schienen mir lebendig und ausgearbeitet. Debbie, eine junges Mädchen von gerade mal 18-19 Jahren, aufgewachsen auf einem Milchbauernhof ergattert einen begehrten Studienplatz in Dublin.
Was sie sich so schön ausgemalt hat, weg vom Bauernhof, macht ihr in erster Linie Angst, Angst vor dem Unbekannten, den vielen fremden Menschen. Ihr Onkel Billy nötigt sie dennoch weiter zu studieren. Billy, der in einem Wohnwagen haust, der auf dem Grundstück des Bauernhofes steht.
Debbie kommt aus einer schrägen und psychologisch ziemlich angeschlagenen Familie. Ihre Mutter, wechselt zwischen Depression und Manie-ein Schicksalsschlag wirft sie dann allerdings völlig aus der Bahn und verlangt Debbie alles ab.
Ich habe nach der Leseprobe ein völlig anderes Buch erwartet, als ich nun letztendlich gelesen habe. Der Schreibstil hat mich, trotz aller Kritik die ich an die Überladung mit den Problemen in der Geschichte habe, völlig gepackt. HIer wäre weniger auf jeden Fall mehr gewesen.
Darum leider nur 3* für dieses Debut, aufgrund des tollen Schreibstils würde ich aber ein weiteres Buch der Autorin lesen.
begine
aus Lemwerder
3/5
02.08.2022
eBook (ePUB 3)
Problematische Familienverhältnisse
„Snowflake“ von der irischen Schriftstellerin Louise Nealon zeigt die Probleme eines jungen Mädchens von Land.
Debbie Whites Familie hat eine Rinderfarm. Sie wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Ihre Mutter ist eigenartig, sie schreibt ihr Träume auf.
Als Debbie zum Studium nach Dublin geht, leidet sie an minderwärtigkeitsgefühlen. So geht es wohl vielen Jugendlichen, die vom Land kommen.
Der Roman konnte mich leider nicht richtig erreichen. Ich weiß nicht warum sie so viele Probleme hat. So fällt mir eine Rezension schwer. Das Cover hatte mich angesprochen und der Titel auch, aber dann konnte ich die Geschichte nicht nachvollziehen.
Der Roman wurde von Anna-Nina Kroll ins Deutsche übertragen, die schon andere irische Schriftstellerinnen wie Anna Burns mit der Milchmann übersetzt hatte.
Es ist ein Roman, den man lesen kann.
Bewertung
5/5
16.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Von irischen Landeiern und "Mädelskram"
Es gelingt dieser Autorin perfekt, eine bekannte Geschichte so zu erzählen, dass man dieses Buch richtig ins Herz schliesst. Denn die Story, dass sich ein Landei in einer Grosstadt an der Uni durchsetzen muss, sich unglücklich verliebt und einen ersten grossen Absturz hat, die wurde schon öfter verarbeitet. Väter heranwachsender Teenagertöchter können wohl ein Lied davon singen. Die Geschichte hier ist erstens frisch von der Leber und sehr unbekümmert erzählt und zweitens überaus traurig. Wir sind in Irland und durchaus promillelastig unterwegs. Debbie, so heißt die Ich-Erzählerin, ist die Tochter einer manisch-depressiven Mutter und eines Vaters, der nicht bekannt ist. Nur so viel, ihr Onkel Billie, der die Milchfarm betreibt, auf der sie wohnen, rät ihr im Pub vehement davon ab, mit älteren Männern aus dem Kaff, in dem Debbie aufgewachsen ist , zu flirten, weil alle als Vater in Frage kommen könnten. Billie lebt im Wohnwagen, Mutter Maeve mit Debbie im alten Farmhaus. Ihre Mutter ist sehr mit sich beschäftigt, während Debbie sich an der Uni in Dublin durchkämpfen muss. Debbie gewinnt aber mit ihrem rustikalen Charme Freunde in der Stadt. Allen voran die stets adrett gestylte Xanthe entwickelt sich zur besten Freundin. Sie ist der perfekte Gegenentwurf zu Debbie, urban, flott gestylt und immer trendmässig dabei. Sie schnappt sich genau denjenigen Jungen als Freund, in den sich Debbie verguckt hatte. Auf der Farm beschäftigt wird auch der riesige James, der Billie auf der Milchfarm zur Hand geht und jugendlicher Lover von Debbies Mutter ist. Maeve ist im Dorf als “aussergewööhnlich” bekannt, denn die dichtende Mutter nimmt auch mal ein Nacktbad in den Brennesseln neben dem Farmhaus. Als James verunglückt, zerbröckelt der Rest der verrückten Normalität auf der Farm. Maeve kann James Tod nicht verarbeiten, Billie fühlt sich verantwortlich für den Tod von James und Debbie hat genau diesen Unfall voraus geträumt. Nur allmählich finden die drei den Weg, Hilfe zuzulassen, ein Weg zu gehen aus der trauergetränkten Sprachlosigkeit. Und Debbie erkennt, wie wenig normale Menschen sie umgeben. Selbst die stets perfekte Xanthe trägt ihr Kreuz. Der Autorin gelingt es die Story so zu erzählen, dass das perfekt zum Milieu passt, in dem sich die Figuren bewegen, vielleicht auf Kosten einer gewissen Tiefe. Das Buch endet versöhnlich. Der Stoff ist wuchtig, liest sich aber mit vielen witzigen Dialogen, absurd komischen Szenen und typisch irischen und skurrilen Charakterköpfen flott, es bleiben Bilder, die man nie haben wollte, und trotz all der traurigen Momente kommt es immer wieder zu Schmunzelmomenten, die das Leseerlebnis versüßen.
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