Sieben Jahre hat Skip auf See verbracht. Jetzt kommt sie zurück nach Amsterdam, wo sie nicht nur auf eine vom Zeitgeist veränderte Stadt trifft, sondern auch auf die Geister der Vergangenheit: den tristen Wohnblock, in dem sie aufwuchs, die wohlhabende Familie Zeno, die sie nun wie schon einmal bei sich aufnimmt, und ihren Ex Borg, Soziologiedozent mit unwiderstehlichen Händen, der inzwischen verlobt ist, aber trotzdem wieder etwas mit ihr anfängt. Skip, scharfsinnige und selbstironische Beobachterin, will sich in keine Rolle fügen, doch immer mehr rückt ihr das alte Leben mit neuen Fragen auf die Pelle. Hin- und hergerissen zwischen dem Drang nach Freiheit und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit, steht sie vor der Entscheidung, die wir alle irgendwann treffen müssen: weiterziehen oder bleiben?
Kundinnen und Kunden meinen
3.7/5.0
begine
aus Lemwerder
5/5
14.02.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fesselnd
Der Roman „Zuhause ist ein großes Wort“ ist ein interessantes Buch von der niederländischen Schriftstellerin Nina Polak.
Die Icherzählerin Liv war sieben Jahre auf See. Das ist ihre Berufung, wenn sie Geld braucht. Ihre Mutter war Schauspielerin und hatte für ihr Kind nicht so viel Zeit. Deshalb hat ein befreundetes Ehepaar sie etwas unterstützt. Nach den Jahren kam Liv im Gartenhaus unter, aber das ging nicht für immer.
So hatte Liv nie ein richtiges Zuhause.
Das hat die Autorin sehr einfühlsam zu Wort gebracht. Sie konnte mich mit der Geschichte richtig fesseln.
Bewertung
3/5
29.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Skip kehrt nach 7 Jahren auf See...
Skip kehrt nach 7 Jahren auf See wieder zurück und beschäftigt sich mit der Frage, was der für uns gängige Begriff 'Zuhause' eigentlich bedeutet. Hierbei betrachtet sie die Dinge sowohl humorvoll, als auch bitterernst.
Renas Wortwelt
3/5
22.03.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Interessanter Plot, sympathische Prota, schwer zugänglicher Stil
Der Zugang zu diesem Buch fiel mir zugegebenermaßen schwer. Dabei ist die Protagonistin durchaus sympathisch, der Schreibstil ungewöhnlich und fesselnd, die Handlung interessant.
Die Skip genannte Nienke war mehrere Jahre auf den Meeren unterwegs und kehrt nun nach Amsterdam, ihrer Heimatstadt, zurück. Wieder wohnt sie, wie schon als junges Mädchen, bei den wohlhabenden Zenos, Niko und Mascha und deren Sohn Juda, der inzwischen ein Jugendlicher ist.
Nach und nach entdeckt sie die Stadt neu, findet sich in ihren Erinnerungen zurecht, trifft frühere Freunde und Bekannte und ihren Ex Borg, der eine Verlobte hat und doch wieder mit ihr etwas anfängt. Von Bedeutung ist Nienkes Verhältnis zu ihrer verstorbenen Mutter, nach deren Tod sie damals von den Zenos aufgenommen wurde. In einem Lagercontainer durchforstet sie die Habseligkeiten, die sie dort einlagerte, bevor sie, quasi eine Flucht, vor sieben Jahren aufbrach.
Erst langsam entschlüsselt sich, was tiefer in ihr schlummert, was sie sozusagen ausgräbt. All das schildert die Autorin in trockenen, dabei aber auch immer wieder mal durchaus humorvollen Worten, in treffenden Sätzen und einfühlsamen Beschreibungen.
Und immer geht es um die Suche nach einem Zuhause, einer Heimat, einem Zugehörigkeitsgefühl. „Und wer keine Chance auf Heimkehr hat, der soll auch woanders sein Zuhause finden und dort seine Lieder singen, sein Lieblingsessen kochen, die Liebsten küssen, beschimpfen und ihrer gedenken.“ (S. 33)
Dennoch, trotz des einnehmenden Schreibstils und der mit Verständnis und Empathie geschilderten Gedanken und Gefühle der Hauptfigur, blieb Nienke mir fremd, fand ich keinen Zugang zu ihr und ihrer Geschichte. Da half auch nicht das in die Handlung eingebundene Buch ihres Liebhabers Borg, der darin ihre Liebesgeschichte, leicht verschlüsselt, beschreibt.
Ein sicher lesenswertes Buch, für welches man jedoch vielleicht in der passenden Stimmung sein muss.
Nina Polak - Zuhause ist ein großes Wort
aus dem Niederländischen von Stefanie Ochel
Mare Verlag, Februar 2023
Gebundene Ausgabe, 270 Seiten, 23,00 €
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