Produktbild: Mein fernes, fremdes Land (Steidl Pocket)

Mein fernes, fremdes Land (Steidl Pocket)

Aus der Reihe Steidl Pocket
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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.12.2022

Herausgeber

Hans-Christian Oeser

Verlag

Steidl Verlag

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

19/12,9/2,2 cm

Gewicht

314 g

Farbe

Lindgrün / Dunkelgrün

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Petra Kindler + weitere

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96999-120-6

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.12.2022

Herausgeber

Hans-Christian Oeser

Verlag

Steidl Verlag

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

19/12,9/2,2 cm

Gewicht

314 g

Farbe

Lindgrün / Dunkelgrün

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

  • Petra Kindler
  • Hans-Christian Oeser

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96999-120-6

Herstelleradresse

Steidl GmbH & Co.OHG
Düstere Straße 4
37073 Göttingen
DE

Email: mail@steidl.de

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  • Kristall86

    aus an der Nordseeküste

    5/5

    08.02.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Die zwei Seiten der Medaille

    Klappentext: „Wie klingt es, wenn einer Neunundachtzigjährigen das Herz bricht? Leise und zart, vermutet Lilly Bere. Ihr geliebter Enkel Bill hat sich nach dem Golfkrieg das Leben genommen, und in ihrer Verzweiflung sieht sie nur einen Ausweg: ihm zu folgen. Zuvor aber, in den Tagen bis zu seiner Beerdigung, hält sie in ihrem großen Haushaltsbuch ihre Erinnerungen fest. Nicht zum ersten Mal ist Lillys Tod beschlossene Sache. Im Irland der Zwanzigerjahre hatte sich ihr Verlobter Tadg auf die falsche Seite geschlagen, Hals über Kopf waren die beiden vor der IRA nach Amerika geflohen. Als Tadg erschossen wird, taucht Lilly in Cleveland unter, wo sie, immer auf der Hut vor den Mördern, einen neuen Anfang wagt. Auf siebzig Jahre blickt Lilly zurück. Sie erinnert sich, wie es sich anfühlt, wenn Männer als bloße Schatten aus dem Krieg zurückkehren, wie entwürdigend es sein kann, im Land der Freiheit die falsche Hautfarbe zu haben, wie süß die erste Liebe schmeckt und wie bitter der Verrat eines Freundes. Lilly Beres Geschichte ist ein poetischer Klagegesang, der die Toten betrauert und das Leben feiert.“ Oh welch großartiges Buch wurde hier im Steidl-Verlag neu aufgelegt! Autor Sebastian Barry ist mir bereits durch „Annie Dunne“ ein sehr geschätzter Begriff und so war die Neugier auf diese Geschichte groß. Barry lässt mit seiner Protagonistin Lilly eine besondere Stimme erzählen. Man fühlt mir ihr mit, man lacht, man weint und man würde sie gerne trösten und ihr sagen, das auch der Tod nicht das Allheilmittel gegen Trauer ist - man hinterlässt durch ihn nur weitere. Lillys Lebensgeschichte klingt einerseits so verdammt abenteuerlich aber dennoch könnte sie der Wahrheit entsprechen. Barry lässt hier in diesem Buch das Alter sprechen und eben nicht die jugendliche Naivität. Wir erlesen hier volle Pulle Leben wie sie ein jeder von entweder bereits erlebt hat oder erleben wird oder gerade mitten drin steckt. Das Leben prägt uns mit all seinen Auf und Abs und es ist an uns das Beste daraus zu machen. Lilly erzählt uns ihre Erinnerungen und es ist nur so ein Fest ihr dabei zu folgen. Egal wie düster oder rosig das Leben ist, es geht nunmal immer weiter - außer man beendet es selbst. Fazit: ein verdammt starkes Buch mit einer wunderbar passenden Sprache und Ausdruck welches 5 Sterne verdient!

  • Kristall86

    aus an der Nordsee

    5/5

    08.02.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Klappentext: „Wie klingt es,…

    Klappentext: „Wie klingt es, wenn einer Neunundachtzigjährigen das Herz bricht? Leise und zart, vermutet Lilly Bere. Ihr geliebter Enkel Bill hat sich nach dem Golfkrieg das Leben genommen, und in ihrer Verzweiflung sieht sie nur einen Ausweg: ihm zu folgen. Zuvor aber, in den Tagen bis zu seiner Beerdigung, hält sie in ihrem großen Haushaltsbuch ihre Erinnerungen fest. Nicht zum ersten Mal ist Lillys Tod beschlossene Sache. Im Irland der Zwanzigerjahre hatte sich ihr Verlobter Tadg auf die falsche Seite geschlagen, Hals über Kopf waren die beiden vor der IRA nach Amerika geflohen. Als Tadg erschossen wird, taucht Lilly in Cleveland unter, wo sie, immer auf der Hut vor den Mördern, einen neuen Anfang wagt. Auf siebzig Jahre blickt Lilly zurück. Sie erinnert sich, wie es sich anfühlt, wenn Männer als bloße Schatten aus dem Krieg zurückkehren, wie entwürdigend es sein kann, im Land der Freiheit die falsche Hautfarbe zu haben, wie süß die erste Liebe schmeckt und wie bitter der Verrat eines Freundes. Lilly Beres Geschichte ist ein poetischer Klagegesang, der die Toten betrauert und das Leben feiert.“ Oh welch großartiges Buch wurde hier im Steidl-Verlag neu aufgelegt! Autor Sebastian Barry ist mir bereits durch „Annie Dunne“ ein sehr geschätzter Begriff und so war die Neugier auf diese Geschichte groß. Barry lässt mit seiner Protagonistin Lilly eine besondere Stimme erzählen. Man fühlt mir ihr mit, man lacht, man weint und man würde sie gerne trösten und ihr sagen, das auch der Tod nicht das Allheilmittel gegen Trauer ist - man hinterlässt durch ihn nur weitere. Lillys Lebensgeschichte klingt einerseits so verdammt abenteuerlich aber dennoch könnte sie der Wahrheit entsprechen. Barry lässt hier in diesem Buch das Alter sprechen und eben nicht die jugendliche Naivität. Wir erlesen hier volle Pulle Leben wie sie ein jeder von entweder bereits erlebt hat oder erleben wird oder gerade mitten drin steckt. Das Leben prägt uns mit all seinen Auf und Abs und es ist an uns das Beste daraus zu machen. Lilly erzählt uns ihre Erinnerungen und es ist nur so ein Fest ihr dabei zu folgen. Egal wie düster oder rosig das Leben ist, es geht nunmal immer weiter - außer man beendet es selbst. Fazit: ein verdammt starkes Buch mit einer wunderbar passenden Sprache und Ausdruck welches 5 Sterne verdient!

  • Kaffeeelse

    5/5

    17.02.2022

    Buch (Kunststoff-Einband)

    Lillys Weg

    Wieder ein Buch von Sebastian Barry, ein irischer Autor, der mir schon mit seinen Büchern "Tage ohne Ende" und "Tausend Monde" bekannt ist und der mich mit beiden Büchern/Handlungen und der traurigen, berührenden und poetischen Tonart tief bewegt hat und wohl langsam zu einem Lieblingsautor mutiert. Denn auch mit "Mein fernes, fremdes Land" trifft mich der Autor mitten ins Herz. Lilly Bere, eine neunundachtzigjährige Frau, will sich das Leben nehmen. Zuvor hält sie aber ihre Erinnerungen in einem Buch fest und die Leserschaft nimmt an ihren Erinnerungen teil. In siebzehn Tagen/in siebzehn Kapiteln blickt sie auf ihr Leben und schreibt sich ihr Leben von der Seele. Siebzehn Tage, siebzehn Tage ohne Bill, Bill, ihr Enkel, ein letzter Verlust, ein Verlust, der der neunundachtzigjährigen Lilly das Herz bricht und sie eine Entscheidung treffen lässt. Empathisch und berührend beschreibt diese starke Frau ihr Leben und der Leser erfährt auch etwas über das politische Geschehen in Irland und das Wirken der unmenschlichen und über Leichen gehenden Fanatiker. Auch die US-amerikanische Politik kommt in den Fokus und ebenso der Rassenhass. Letztendlich nehmen diese politischen Auswüchse und das patriarchale Machtgehabe der mutigen irischen Frau viel Essentielles weg und irgendwann hat ein Mensch keine Lust mehr auf das ach so wunderschöne Leben. Absolut nachvollziehbar wie ich finde! Dennoch hat der Charakter Lilly viel im Leben hinnehmen müssen, ist trotz vieler negativer Ereignisse ihren Weg gegangen, hat es gelernt harte Schläge einzustecken und Lilly konnte dennoch aufrecht und stolz ihren Lebensweg beschreiten. Ein Charakter, der berührt und der einem beim Lesen ans Herz wächst. Und ein Charakter, von dem man lernen kann. Denn sie jammert nicht, sie lebt und versucht dem Leben das Beste abzugewinnen. Viva la Vida! Ein Motto einer Künstlerikone und auch Lilly Bere sieht das ähnlich. Obwohl sie natürlich deutlich pragmatischer ist und ihr das südliche Temperament fehlt. Obgleich Lillys Leben voller Schicksalsschläge ist, wirkt das Buch nicht negativ in seiner Grundstimmung. Und das beeindruckt mich sehr! Sebastian Barry vermag es dennoch dieses Buch positiv wirken zu lassen und transportiert darüber ja auch eine Botschaft an seine Leserschaft! Sebastian Barry ist ein Autor, der mit seiner Poesie berührt und auch mit seinen Geschichten. "Mein fernes, fremdes Land" ist mein drittes Buch von diesem Autor und alle drei Bücher haben von mir 5 Sterne bekommen. Das ist doch wohl eine Ansage!

  • Wolkenkratzer

    5/5

    02.02.2021

    Buch (Kunststoff-Einband)

    Außergewöhnlich feinfühlig erzählt

    Erzählt wird die Geschichte der Irin Lilly Bere, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts geboren wurde und mit 89 Jahren beschließt, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Zuvor jedoch will sie genau dieses Leben in schriftlicher Form festhalten. In Ich-Form berichtet Lilly, wie sie als junge Frau gemeinsam mit ihrem Verlobten Tadg vor der IRA nach Amerika flüchten musste, was Tadg aber dennoch nicht vor der Rache seiner Verfolger bewahrte. Daraufhin war Lilly zwar auf sich alleine gestellt, verlor aber nie den Mut durchzuhalten. Schließlich fand sie eine Anstellung bei einer reichen Frau in Cleveland, schloss bleibende Freundschaften, verliebte sich wieder und baute sich eine neue Existenz auf. Die Angst vor ihren irischen Verfolgern ließ sie dabei jedoch nie los und hinderte sie daran, sich jemals vorbehaltslos einem anderen Menschen anzuvertrauen. Viele historische Ereignisse von großer Wichtigkeit erschütterten in dem beschriebenen Zeitraum Irland und Amerika. Die 1919 gegründete Irisch-Republikanische Armee (IRA) kämpfte mit allen Mitteln für die völlige Unabhängigkeit Irlands von Großbritannien. Ihre Gegner waren unter anderem die paramilitärischen „Black and Tans“. Sebastian Barry demonstriert sehr schön, wie schwierig es damals gewesen sein muss, in der eigenen Familie und im näheren Umfeld Befürworter beider Parteien gehabt zu haben, was natürlich ein großes Konfliktpotenzial bot. Lillys Erinnerungen machen deutlich, was es heißt, die geliebte Heimat verlassen zu müssen, sie aber trotzdem immer im Herzen zu tragen. In Amerika kam es ein paar Jahre nach dem Ersten Weltkrieg zur Großen Depression, die bis in den Zweiten Weltkrieg hinein andauerte. Ende der 50er Jahre und in den 60ern gab es dann die schweren Rassenunruhen. Es folgten der Vietnam-Krieg und einige Zeit danach der Golfkrieg. Auch hierauf geht der Autor anhand von Einzelschicksalen ein. Lillys eigenes Dasein wird von diesen Ereignissen immer wieder auf leidvolle und lebensverändernde Weise berührt, was ihr viele Enttäuschungen und Verluste beschert. Von dem letzten kann und mag sie sich dann nicht mehr erholen. Sie ist dabei in ihrem ganzen Verhalten eine Frau ihrer Zeit. Duldsam fügt sie sich in ihr Schicksal, begehrt auch in den schlimmsten Momenten nicht auf und nimmt alles so, wie es kommt. Besonders gut gefallen hat mir persönlich der Schreibstil des Autors. Seine Erzählkunst besticht durch große Ruhe und Gelassenheit, die in einem faszinierenden Kontrast zu der spannenden Handlung und den überraschenden Wendungen der Geschichte steht. Obwohl durch die Kombination von Themen wie Rassismus, Kriegstrauma, Leben im Exil und Tod des Partners ein sehr dramatischer Eindruck entsteht, gelingt es Barry auf wundersame Weise, keine niederdrückende Stimmung aufkommen zu lassen. Denn Lilly erlebt auch viele glückliche Tage, die sie nach bestem Vermögen genießt. Mich hat „Mein fernes, fremdes Land“ in seiner Authentizität und Einfühlsamkeit tief berührt. Zusammen mit der poetischen Sprache machten gerade die Zartheit und der leise Humor der Geschichte für mich ihren besonderen Reiz aus. Meiner Ansicht nach ist es kein Wunder, dass dieser Roman 2011 auf der Longlist für den Man Booker Prize stand und 2012 den Walter Scott Prize bekommen hat.

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