»Er kann alles mit mir machen, solange er nur meine Tochter verschont!« Schlüssel rasseln an der Tür. »Ich hab mich hübsch gemacht«, wispert Hannah, während ihr Mann Philip hinter ihr den Raum durchquert. Seine Hand streift ihren Nacken. Sie neigt den Kopf und sieht Handschuhe voller Blut. Finger schließen sich um ihre Kehle. Als sie zu sich kommt, ist sie an einen Stuhl gefesselt. Vor ihr ein fremder Mann. Nur ein Gedanke peinigt sie in diesem Moment: »Er darf Millie nicht finden!« Hannahs Tochter schläft im ersten Stock. Seit der Ex-Polizist David Gross vor Jahren untertauchen musste, arbeitet er als diskreter Problemlöser. Diesmal steht er vor einem grauenvollen Entführungsfall ... Spannungsvoll gelesen von Tobias Kluckert.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
5/5
16.02.2020
Buch (Taschenbuch)
Ein rundum gelungener Thriller
Das war mein erster Thriller von Martin Krist. Er hat mich mit seinem fesselndem und fließendem Schreibstil komplett überzeugt. Für mich eine klare Kaufempfehlung!
Sonne63
5/5
26.01.2020
Buch (Taschenbuch)
David Gross auf der Suche nach einem Entführungsopfer
Wahnsinn, wie es in diesem Buch abgeht. Gekonnt erzählt der Autor drei Handlungsstränge. Für mich war es unvorstellbar, wie er es schaffen will, diese am Ende zusammenzuführen. Doch Martin Krist versteht sein Handwerk. Mehrfach raubte mir die Spannung den Atem. Überraschende Wendungen ließen das Geschehen in eine komplett andere Richtung verlaufen als vermutet, gekrönt mit einem rasanten und fulminanten Schluss.
Nicht alles ging gut aus und ein fieser Cliffhanger macht neugierig auf die Fortsetzung.
Der Schreibstil fesselt unglaublich. Lockere Dialoge, erstklassige Beschreibungen von Personen, Szenen, Orten und Emotionen projizieren sofort die entsprechenden Bilder im Kopf des Lesers. Die Spannung ist stellenweise kaum zu ertragen.
Fazit:
Mega-Thriller, fesselnd von der ersten Seite an. Rasant und voller Überraschungen. Meisterklasse. Diesen Autor muss man sich merken.
Pink Anemone
aus Wien
4/5
08.08.2018
Buch (Taschenbuch)
Dreckig - Dreckiger - Martin Krist. Dieser Thriller hat es wirklich in sich und 08/15 sucht man hier vergebens.
David Gross, ehemaliger Polizist und nun als Problemlöser für einen Anwalt tätig, ermittelt im Fall einer entführten Tochter aus gutem Hause. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn Berlin wartet mit finsteren Ecken, zwielichtigen Typen, bösen Gedanken und blutigen Taten....(Klappentext)
♟♟♟♟♟
"Caro sieht dem Tod in die Augen.
Der Anblick ist kaum zu ertragen,
doch kräftige Hände umfangen ihren Kopf wie ein Schraubstock
und zwingen ihren Blick direkt in die Augen der verzweifelten Frau,
aus deren aufgeschlitzter Kehle das Blut spritzt."
(S. 2 - Anfang)
Dies ist der Auftakt für die David Cross-Reihe, der es wirklich in sich hat.
Der Autor fackelt hier nicht lange. Bereits auf der ersten Seite spritzt das Blut und ab diesem Zeitpunkt befindet man sich in einem Thriller der sich gewaschen hat.
Man begleitet abwechselnd verschiedene Figuren und Handlungsstränge, welche scheinbar nichts miteinander zu tun haben.
David Cross: Privatdetektiv für einen Anwalt, der die ganz Großen vertritt. Sein derzeitiger Auftrag ist die Tochter eines großen Firmenmoguls zu finden, welche spurlos verschwunden ist
Hannah: welche mit ihrem Mann und ihrem gemeinsamen Baby endlich mal wieder in einem Ferienhaus entspannen will, findet sich in diesem gefesselt auf einem Stuhl wieder
Toni: Ermittler bei der Mordkommission, bei dem die Kacke ordentlich am dampfen ist. Koks, Nutten und Geschäfte mit dem Paten von Berlin sind sein Alltag. Seine Stammprostituierte wird nach einem gemeinsamen Streit abgeschlachtet im Bordell aufgefunden. Nun muss Toni zusehen, wie er sich aus dieser Misere herauswinden kann und vor allem den Täter finden kann, bevor seine Kollegen Spuren finden, die zu ihm führen könnten.
Im Verlauf kommen vereinzelt noch weitere Handlungsstränge und Perspektiven hinzu.
Langweilig wird es hier also definitiv nicht und mit jeder Seite steigt die Spannung und die Frage, wie das alles zusammenhängen könnte und wie der Autor dies stimmig miteinander verweben will.
Im Zuge der Story nähern sich diese Handlungsstränge langsam aneinander an, beginnen sich teils zu überschneiden, um sich am Ende zu einem stimmigen Ganzen zu verbinden.
Die Auflösung selbst ist durchaus überraschend, mich konnte jedoch vor allem das Ende begeistern, welches kein Happy End im eigentlichen Sinne beinhaltet, sondern genauso rau und direkt wie die Story selbst ist. Dafür endet es mit einem verdammt fiesen Cliffhanger *g*.
"Sie kämpfte gegen den Schmerz und die Panik, die sie zu überwältigen drohte.
Schnaufend atmete sie durch, schluckte noch einmal. Und noch einmal.
Immer wieder, bis sie gleichmäßig durch die Nase Luft holen konnte.
Sie blinzelte den Schweiß aus den Augen.
Eine Gestalt schob sich in ihr Blickfeld."
(S. 41)
Ich habe aber bezüglich der verschiedenen Handlungsstränge auch etwas zu bemängeln. Diese sind gleichzeitig die Stärke, aber leider auch die Schwäche dieses Thrillers.
Die Schwäche liegt, für mich persönlich, am sehr raschen Wechsel zwischen der verschiedenen Perspektiven und Handlungen. Jeder Strang dauert gerade mal zwei kurze Seiten, oder weniger. Kaum ist man im Geschehen, wird man schon wieder in ein anderes geschleudert. Aufgrund dessen konnte ich mich nie vollends auf einen Charakter einlassen, in keine Handlung so richtig eintauchen.
Gegen Ende, als sich die verschiedenen Handlungen beginnen zu überschneiden, fand ich diesen rasanten Wechsel wiederum durchaus angebracht und gelungen, da dadurch zusätzlich Spannung und Tempo erzeugt wurden. Ich hatte das Gefühl, wie in einem Actionfilm, von einer Szene zur nächsten zu springen, bis die Story mit einem Showdown endete. Diese rasanten Sprünge den ganzen Thriller hindurch fand ich jedoch etwas störend und manchmal sogar nervig. Das Positive an den vielen Szenarien ist aber, dass es keineswegs verwirrend ist und jeder Handlungsstrang mit einem genialen Cliffhanger endet. Außerdem wurden dadurch, wie schon erwähnt, permanent Spannung und Tempo erzeugt, welche während der ganzen Story beibehalten wurden. Paar Seiten mehr wären jedoch nicht ganz verkehrt gewesen und hätten den selben Effekt erzielt.
Der Thriller ist nur bedingt für schwache Nerven und sensible Mägen geeignet, denn hier spritzt das Blut und es wird gefoltert und gesäbelt. Der flüssige und äußerst bildhafte Schreibstil sorgt zusätzlich für blutiges Kopfkino und das Setting wird ebenso atmosphärisch eingefangen.
Auch die Charaktere agieren für ihre Verhältnisse authentisch. Man muss bei Martin Krist aber darauf achten in keine Falle zu tappen, denn hier sind die bösen Buben zwar durchwegs böse, jedoch nicht nur und nicht jeder Gute nur gut. Hier spielt wirklich jeder sein eigenen Drecksspiel und das fern von 08/15.
"David verbarg sich in der Menschenmenge, die wie eine Welle dem Ausgang entgegenschwappte.
Ein zahnloser Zottelbart bettelte um gültige Tickets.
Draußen auf der Straße brodelte der Verkehr.
Benzingeruch hin in der heißen Luft.
(S. 158)
Fazit:
Bis auf das rasche Herumspringen zwischen den Handlungssträngen wie ein Jo-Jo, ist das ein 1A Thriller, der sich fern von 08/15 bewegt und es herrlich blutig und brutal zugeht.
Spannung und Tempo sind permanent vorhanden und man schafft es nicht, diesen Thriller vor Ende aus der Hand zu legen. Dieser Thriller hat es also definitiv in sich und ließ mein Thrillerherz höher schlagen.
Igela
3/5
09.08.2021
Buch (Taschenbuch)
Kann man lesen...
Der Polizist Tony Risse ist in Alarmbereitschaft. Seine Freundin wurde umgebracht und er muss die Verbindung vertuschen. Sein Kollege Frank Theis vom Morddezernat Berlin - Mitte ahnt lange nichts davon. Zur selben Zeit wird Shirin, die Tochter aus dem gutbetuchten Haus Rosenfeldt entführt. David Gross ermittelt, obwohl er eigene Sorgen hat. Sein Sohn liegt schwerkrank im Krankenhaus. Ein paar Kilometer weiter, am Müggelsee wird eine junge Familie, die einen Wochenendurlaub in einer Feriensiedlung macht, überfallen.
Wer das Buch lesen will, weil der Klappentext auf der Rückseite einen anspricht, sollte davon Abstand nehmen. Denn was der Klappentext enthält, kommt nur am Rande im Buch vor.
Die Geschichte läuft über lange Zeit in verschiedenen Erzählsträngen. Einerseits wird Layla, eine Prostituierte ermordet, deren Freund bei der Polizei arbeitet und alles versucht, damit die Verbindung nicht aufgedeckt wird. Andererseits wird die Familie, die ein Wochenende in einem Ferienhaus verbringt, überfallen. Dieser Strang ist der kürzeste von allen. Weiter wird Shirin, die 15-jährige Tochter der wohlhabenden Familie Rosenfeldt entführt. Ach ja, und dann ist da auch noch David, dessen Sohn schwerkrank ist.
Der gemeinsame Nenner der Stränge ist, dass sie alle in Berlin handeln. Gerade zu Beginn fiel mir der Einstieg sehr schwer. Das Personenglossar, das normalerweise das bessere Verständnis der vielen Figuren erleichtern soll, ist sehr vage gehalten. Da steht zum Beispiel "Caro: sieht dem Tod in die Augen" oder " David Gross: möchte keine Aufmerksamkeit erregen".
Nun wird man also hineingeworfen in die Erzählstränge. Damit ich mich beim Einlesen in eine neue Geschichte zurechtfinde, benötige ich oft eine Zeitlang Figuren und eine Handlung, die im Mittelpunkt steht. In „Drecksspiel“ ist das nicht gegeben und die Figuren und Stränge wechseln rasant. Diese Wechsel zu dem Zeitpunkt eine Geschichte zu nennen, ist übertrieben, denn eine Verbindung gibt es nicht. Sogar die Ermittler sind unterschiedlich und auch hier muss man sich mit mehreren auseinandersetzen, die auch nicht zusammenarbeiten.
Der Aufbau der Geschichte hat mir leider nicht zugesagt und der Inhalt hätte ohne weiteres auf zwei Bücher verteilt werden dürfen. So wirkt das Ganze überfüllt und ich hatte den Eindruck, dass der Autor viele Ideen in ein Buch Handlung pressen wollte.
Da etliche Passagen im Berliner Rotlichtmilieu spielen, strotzt der Schreibstil von vulgärer Gossensprache, was zwar authentisch, jedoch absolut nicht mein Ding ist. Als sehr nervig empfand ich die immer wieder eingeflochtenen Liedtexte. Da immer mal wieder jemand Musik oder Radio hört oder aber einer Figur passende Liedtexte, die zu der Situation passen, einfallen, geschieht das relativ häufig.
Nach 70 Prozent des Buches erkennt man eine Verbindung, die schlüssig ist und ich nicht habe kommen sehen. Das hat mich mit dem Aufbau und dadurch zähen Start in die Geschichte etwas ausgesöhnt.
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