Der historische Liebesroman der jungen deutschen Autorin Sylvia B. Barron ist ihr Debut-Roman und vereint deutsche Geschichte, Lokalkolorit (Blaubeuren, Schwäbische Alb) und christlichen Glauben. Ein Roman aus der Zeit des ersten Weltkriegs, mit viel Liebe zum Detail recherchiert.
Blaubeuren 1914, der Erste Weltkrieg steht kurz bevor. Anna Kran, Tochter eines Zementwerkbesitzers und überzeugte Nationalistin, möchte einen Beitrag für ihr Vaterland leisten und Lazarettschwester werden. Doch ihr Vater traut ihr diese Arbeit nicht zu. In ihrem Eifer, ihn von ihrer Tatkraft zu überzeugen, fügt sie anderen Menschen unbewusst Leid zu.
Erst ein verletzter Fremder, eine tragische Nachricht und Gott, der schon lange um ihr Herz wirbt, ändern ihre Sicht auf die Dinge …
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Bewertung
aus Straubenhardt
5/5
30.01.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ausgezeichneter Debutroman
Die Handlung spielt in Blaubeuren auf der Schwäbischen Alb im Jahre 1914, eine Zeit in der die meisten Deutschen kriegsbegeistert sind und es für viele junge Männer das Höchste ist, an die Front zu ziehen und dem Vaterland zu dienen. Auch die Fabrikantentochter Anna und ihr Bruder begeistern sich für den Krieg. In der Oberschicht aufgewachsen hat Anna bisher nur die angenehmen Seiten des Lebens mitbekommen. Auf der anderen Seite sind da die Arbeiter ihres Vaters, die in der Zementfabrik für ein karges Einkommen schuften müssen. Zwei Welten stehen sich gegenüber.
Sturköpfig und etwas naiv begibt sich Anna ins wirkliche Leben und muss ihre ersten harten Erfahrungen machen. Freiwillig meldet sie sich gegen den Willen ihres Vaters als Lazarettschwester und plötzlich ist der Krieg mit all seinen Schrecken ganz nahe und ganz anders als sie ihn sich vorgestellt hat. Sie kommt an ihre Grenzen.
Der Roman ist flüssig geschrieben, deshalb gut zu lesen. Die historischen Begebenheiten sind sehr gut recherchiert. Es war mein erster Roman, in dem ich so intensiv darüber erfahren habe, wie es den Soldaten im ersten Weltkrieg ging. Das Buch ist spannend und die Personen und die Handlung sind realitätsnah. Außerdem haben mir die Beschreibungen von Blaubeuren und Umgebung sehr gut gefallen und mich in diese Gegend eintauchen lassen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und es war ein richtiges Lese-Highlight für mich.
Bewertung
aus Kindberg
5/5
13.01.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Realität des Krieges
Der Roman beginnt im Juni 1914 , knapp vor Kriegsbeginn in Blaubeuren . Die 22 jährige Anna Kran und ohr 27 jähriger Bruder Gerhard sind die Kinder Peter Krans, des Besitzers der Zementwerke,des Zementbarons. Wohlstandsverwöhnt und behütet hegen sie eine idealisierende, nationalistische Gesinnung und ein heldenhaften Kriegsbild. Die eigenen Wünsche zählen,vom Leben der unteren Schicht wissen sie nichts.
Johann arbeitet in der Zementfabrik und ist kompromisslosen Sozialist. Minna,seine Frau ist schwanger und notwendigerweise berufstätig
Hans Wilhelm lebt als Pastor im Ostpreußen und zweifelt an Gottes Führung.
Bei jedem von Ihnen bewirkte Krieg einschneidende Erkenntnisse und Veränderungen. Besonders eindrucksvoll zeigen das die Briefe aus dem Feldlager. Bewußt werden Bibelzitate eingesetzt.
Die Figuren sind wunderbar charakterisiert, die Handlung bleibt ständig spannend. Wunderbar kann man die Entwicklung von Egoismus, Weltfremdheit, Fanatismus zu reflektierten Denkeln und Handeln sowie liebevollen Vertrauen beobachten, die jeden von ihnen betrifft. Der Roman ist angelehnt an exakt recherchierte Begebenheiten, Zeitungen und persönlichen Aufzeichnungen.
Obwohl die Personen gut in ihrer Eigenständigkeit dargestellt werden repräsentieren sie Gesellschaftsschichten, Anschauungen und unterschiedliche Beurteilung des Krieges
Ohne Effekthascherei erlebt man Hunger, die Lebensverhältnisse der Arbeiter, Krankheiten, Lazarett Kriegsgräuel
Ein bewegendes Buch,das zu allen Zeiten und für alle Kriege aktuell bleibt und zeigt, was wirklich zählt
Minzeminze
aus Dresden
5/5
02.01.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Krieg und die Erkenntnisse des Lebens
Die Autorin Sylvia B. Barron nimmt uns mit ins Jahr 1914 nach Blaubeuren. Wir lernen Anna die Tochter des Zementbarrons kennen. So wie sie aufgewachsen ist , kennt sie die Sorgen und Nöte der einfachen Menschen nicht. Doch mit dem Beginn des Krieges wird ihr schmerzlich bewusst wie das Leben wirklich ist.
Neben dem Krieg , findet etwas Liebe aber auch eine gewisse Persönlichkeitsentwicklung statt.
Das ganze ist spannend und informativ beschrieben und beim lesen lernt man etwas dazu. Auch die detailreiche Beschreibung macht es einen leicht in die Geschichte abzutauchen. Ich hatte schöne Lesestunden und viel zu schnell hatte ich das Buch ausgelesen.
Sissy
aus Berlin
5/5
22.12.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tiefgründig, gut recherschiert und authentisch
Für den Inhalt bitte den Klappentext lesen.
Ich selber lese eigentlich nicht so gerne Literatur die in Kriegszeiten spielt. Ich würde behaupten ich bin weder sehr versiert in Geschichte noch besonders interessiert. Doch dieses Buch hat mich wirklich gepackt. Die Figuren sind außerordentlich gut ausgearbeitet. Sie haben Tiefe und ihre Entwicklungen sind sehr realitätsnah. Der Schreibstil ist sehr einnehmend. Die Autorin hat ihr Blaubeuren wirklich toll beschrieben. Durch den Briefwechsel und die unterschiedlichen Perspektiven war es keine Minute langweilig und sehr abwechslungsreich. Allerdings lassen sich die Briefe etwas schwerer lesen, da sie in verschiedenen Handschriften gedruckt sind.
Der geistliche Schwerpunkt lag vor allem auf dem Vertrauen in Gott und der Vergänglichkeit des Lebens. Was zählt im Leben? Was gibt Sinn und was trägt durch? Dies geschah auf eine wirklich sehr angenehme Art und Weise. Man spürt, dass die Autorin weitergibt was sie selber glaubt und lebt und dadurch kommt es sehr natürlich rüber.
Ich habe das Buch wirklich verschlungen und hätte es am liebsten in einem Rutsch durchgelesen. Zwar habe ich am Anfang einen Moment gebraucht um in die Geschichte einzutauchen, doch nun hätte das Buch ewig weitergehen können. Sehr spannend und auch unvorhersehbar.
Von mir also eine absolute Empfehlung!
Bewertung
aus Glauchau
5/5
20.12.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Wandlung der Anna Kran
„...Meine ganze Klasse hat es vor, nachdem uns der Lateinlehrer einen Vortrag über die Ehre des Militärs gehalten hat. Als jemand gefragt hat, ob man nicht lieber erst das Abitur machen solle, hat er ihn ausgeschimpft, ob er denn kein Pflichtgefühl habe...“
Wir schreiben den Juni 1914, als sich der 17jährige Gerhard mit seiner 22jährigen Schwester Anna über den zu erwartenden Krieg unterhält. Beide sind die Kinder des Zementfabrikanten in Blaubeuren. Anna unterstützt ihren Bruder in seinem Vorhaben.
Die Autorin hat einen spannenden historischen Roman geschrieben. Der Schriftstil lässt sich flott lesen.
Die Personen werden gut charakterisiert. Anna ist eine selbstbewusste, manchmal extrem sture junge Frau. Zugleich aber ist sie sehr naiv und weltfremd. Außerhalb ihres behüteten Daseins hat sie nur wenige Einblicke. Das führt zu fatalen Einschätzungen des Verhaltens anderer. Als sie in Stuttgart auf einer Demonstration gegen den Krieg einige Männer sieht, die aus der Fabrik ihres Vaters stammen, fühlt sie sich persönlich bedroht. Sie sorgt dafür, dass unter anderen Johann eingezogen wird. Der wartet zusammen mit Gerhard auf den Zug. Dabei gehen ihm folgende Gedanken durch den Kopf:
„...Warum schickte die ältere Generation, die für diesen Krieg verantwortlich war, ihre Kinder? Warum griffen sie nicht selbst zu den Waffen, wenn es ihnen so wichtig war? Warum nahm man blutjungen Knaben ohne Lebenserfahrung ihre Freiheit weg?...“
Anna weiß nicht, dass Johanns Frau hochschwanger ist. Ihr fehlt nun der Ernährer, zumal sie selbst ihre Arbeit verliert.
Wenn Anna allerdings mit einem Lob ihres Vaters gerechnet hatte, wird sie schwer enttäuscht, den dem fehlen nun die Arbeiter.
Anna möchte sich als Lazarettschwester ausbilden lassen. Anfangs lehnt das ihr Vater ab. Nach ihrem Eskapaden aber stimmt er zu. Die Arbeit im Lazarett verändert Anna. Sie beißt sich durch, sieht jedoch immer noch den Krieg als Notwendigkeit. Das Gespräch mit einer Mitschwester bringt erstmalig ihr Gedankengebäude ins Wanken.
„...Zuallererst soll man Gott gehorchen […] Aber ich weiß nicht, ob die Arbeiter groß den Herrn gefragt haben, bevor sie demonstriert haben. Genauso wenig, wie wahrscheinlich der Kaiser gefragt haben wird, ob er die Kriegserklärungen ausstellen soll...“
Als besonderer Stilmittel verwendet die Autorin Briefe von der Front, die einerseits von Johann, andererseits von Gerhard kommen. Gerade erstere enthalten geheime Teile. Die sind aber leider so kontrastarm abgedruckt, dass sie bei Problemen mit den Augen kaum zu lesen sind. Das ist bedauerlich, denn hier wird der Verlauf der Kämpfe und das Leben an der Front ungeschönt beschrieben. Die Briefe sind in unterschiedlicher Schreibschrift geschrieben.
Auch Johann ändert sich. Zwar ist er nach wie vor der Meinung, dass er alles tun muss, damit der Krieg beendet wird, denn Arbeiter sollten nicht aufeinander schießen, doch gleichzeitig zeigen ihm einige Kameraden, wie sie Hoffnung und Kraft aus dem Glauben finden.
Es bedarf eines letzten Anstoßes, dass Anna ihre Meinung revidiert und einen realistischen Blick auf das Geschehen erhält.
Eine Karte, ein Überblick über historische Persönlichkeiten und ein Glossar ergänzen das Buch.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie ist exakt recherchiert und gibt auch denjenigen eine Stimme, die bei Beginn des Krieges nicht in Jubel ausgebrochen sind.
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