Anathemata Zweisprachige Ausgabe Übersetzt, eingeleitet und kommentiert von Cordelia Spaemann, mit zahlreichen Anmerkungen des Verfassers
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- Deutsch ausgewählt
41,50 €
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
01.09.2022
Verlag
ArcoSeitenzahl
700
Auflage
1. Auflage
Übersetzt von
Cordelia Spaemann
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-96587-052-9
Vielleicht war zu fordernd, zu rätselhaft, was da hallt und wie es in vielen Zungen tönt, was sprachlich-klanglich und laut zu lesen als Sprachkunstwerk in den Bann zieht – dank Cordelia Spaemanns kongenialer Nachdichtung sogar auf Deutsch. In wohl keinem anderen Werk der Weltliteratur verschmelzen Moderne und Mythen derart wie in diesem Epos, das auf eine magische keltische Welt verweist, aus der sich auch J. R. R. Tolkiens Der Herr der Ringe speiste, in dem sich Sprachen vermischen wie in Finnegans Wake.
Die Anathemata gelten als eine »symbolisch-dramatische, vielstimmige Anatomie der westlichen Kultur« – die Hochkulturen Mesopotamiens und Palästina einschließend. Es ist ein Streifzug durch mehrere Jahrtausende der Menschheit in acht Teilen, über »Ritus und Vorzeit«, »Mittelmeer und Lears Meer« und »Land der Angeln« bis zu »Donarstag und Venustag«. Es geht um die Blüte der Menschheit, die sich Zeichen und Symbole schafft die katholische Messe, das Abendmahl und die Passionsgeschichte gehören zu den zentralen Motiven. Dem gegenüber steht die Verkümmerung von Schöpfertum wie unter den römischen Welteroberern und in der Moderne.
Handlungsorte sind zumeist die Britischen Inseln, ein Werden und Vergehen ists, wie das ständige Anlanden und Ablegen von Schiffen anonymer Kapitäne im Nebel – Realität und Symbol zugleich –, das Anathemata ebenso zu einem Großepos der Seefahrt macht, von den segelnden Helden Trojas und den Argonauten an, durchwirkt von nautischer Sprache, vom derben Slang der Matrosen und Hafentavernen bis zum Cockney einer verführerischen Lavendelverkäuferin im mittelalterlichen London. Liebes- und Mondgöttinnen, darunter Freya und Helena Sibylle, Calypso und Persephone Artus und Jesus, Caesar und Wilhelm, der Eroberer Parzival u. v. m. tummeln sich in diesem Epos.
Es gibt Stimmen, die Anathemata auch als ein verborgnes Echo auf den Totalitarismus und auf Kulturvernichtung deuten, hier verkörpert im römischen Weltreich. Sicher ist, daß David Jones sich zeitlebens gegen eine industrielle Gesellschaft, ihr reines Profitstreben und die Zerstörung der symbolischen Dimension durch die eindimensionale Zweckrationalität wehrte, die den Künstler in eine Diasporasituation drängt.
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