Laylay und Zeeto reisen durch das Ödland auf der Suche nach einer Möglichkeit, Zeetos Leben zu retten. Sie finden stattdessen Laylays Mutter. Doch es wird kein freudiges Wiedersehen.
Unterdessen setzt sich ein Neuankömmling in einem Cyberduell durch und wird Root der Roots. Root 2.0 hat auf der Suche nach einer mysteriösen Entität eigene Pläne mit Laylay und Zeeto. Doch dieses Geschöpf, bei dem die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verschwimmen, verfolgt seine eigenen Pläne.
Gibt es noch Hoffnung für Laylay und Zeeto?
Hopepunk ist, wenn alles aussichtslos erscheint - aber du und deine Leute, ihr versucht es trotzdem, bildet Banden, seid gleichzeitig rauchend wütend und radikal zärtlich. Laylayland, der Nachfolger von Wasteland vom Vögte-Duo, ist das Buch für alle, die Utopien in Dystopien errichten wollen.
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gelungene Fortsetzung einer düsteren Distopie - mit Hoffnungsschimmer
annlu am 31.12.2022
Bewertungsnummer: 1851389
Bewertet: eBook (PDF)
*Ihr Ziel: das Labor in Polen, zu dem Laylays Mutter als Kind gebracht wurde, kurz bevor die Zivilisationen zusammenbrachen. Ihre Hoffnung: ein Heilmittel für die, die sie zurückließen, und für Zeeto.*
2064 ist die Welt nicht mehr die, die wir kennen. Aufgeteilt zwischen kleinen Bereichen, die von Menschen noch bewohnbar sind und den weiten Teilen, die von einer Seuche heimgesucht werden, die jeden Menschen befällt, scheint es wenig Hoffnung für die Menschheit zu geben. Besonders nun, da die wenigen Immunen beschlossen haben, ein stärkeres Virus auf die verbleibenden Menschen loszulassen. Laylay und Zeeto machen sich auf nach Polen um dort ein Heilmittel zu suchen. Dabei kommt Laylay nicht nur ihre Immunität, sondern auch ihre übermenschliche Kraft zu gute, während Zeeto gegen die Wastelandkrankheit kämpft.
Obwohl ich den ersten Band gelesen habe, war ich froh um die Einleitung, in der alle wichtigen Infos noch einmal kurz wiedergeben werden. So konnte ich mich direkt wieder in der Geschichte zurechtfinden. Laylay und Zeeto wechseln sich in der Erzählung der Ereignisse ab. Unterbrochen werden sie vom geheimnisvollen Root 2.0, der im Hintergrund die Fäden zieht und über die vergötterte Kraft des WeWeWe und der Technik so manches in Bewegung setzt. Ser (ich nutze hier die im Buch übliche gendergerechten Pronomen, die auch die Möglichkeit mit einschließen, sich nicht auf ein sie oder er festzulegen) bleibt geheimnisvoll. Bis zuletzt fragt man sich, ob er wohl ein eigenes Spiel spielt, oder doch auf Seiten der Beiden ist. Die Aufgabe, die Laylay und Zeeto zu erfüllen haben, ist keine einfache. Sie treffen auf Laylays Mutter und wieder einmal müssen sie sich mit neuen Machtverhältnissen und Gewalt auseinandersetzen.
Wie auch im ersten Band hat mich die düstere Zukunftsvision fasziniert. Die Idee dazu – und der erste Band – stammen noch aus der Prä-Corona-Zeit. Hier nun wird auf die Pandemie Bezug genommen und die Möglichkeit, eine Seuche – durch den Klimawandel begünstigt – könnte den Großteil der Menschheit ausrotten scheint viel realer. Wie die verbleibenden Menschen damit umgehen, welche Auswirkungen sich auf kleine Gesellschaften ergeben und wie wenig von dem, was uns Selbstverständlich erscheint, in dieser Zukunft noch erhalten geblieben ist, hat mich besonders interessiert.
Neben der Zukunftsvision sind es auch die Charaktere, die die Geschichte besonders machen. Als Erzähler nehmen sie kein Blatt vor den Mund, passen ihre Sprache grad so an, wie sie wollen – samt erfundener, neuer Wörter und dem ein oder anderen Gefluche. Dadurch wirkte die Geschichte besonders authentisch. Laylay ist von Geburt an etwas Besonderes. In ihr leben die Gene fort, auf denen die Werwolflegenden basieren und so ist sie nicht nur immun gegen die Krankheit, sondern kann sich auch wandeln. Allerdings stellt sie sich gegen ihre Artgenossen, die sich als etwas Besseres, als der Rest der Menschheit fühlen. Aber auch Zeeto ist besonders. Seine Geschichte ist durch seine manisch-depressiven Phasen geprägt, mit denen er sich zurechtfinden muss. Nicht immer gelingt ihm das, allerdings lebt er inzwischen besser damit und sieht auch so manchen Vorteil.
Fazit: Auch der zweite Band war ein Lesevergnügen, bei dem es mir nicht nur die Charaktere, sondern auch die hier gezeichnete, düstere Zukunftsvision angetan hat.
Laylayland ist der spirituelle…
Michael aus Whiltcounty am 15.11.2022
Bewertungsnummer: 2871108
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Laylayland ist der spirituelle Nachfolger von Wasteland (ISBN: 978-3426523919, da es doch eine nicht unerhebliche Anzahl von Werken mit dem Begriff 'Wasteland' im Namen gibt). Laylayland versucht progessiv, die Leserschaft aktiv in das Werk mit einzubinden. Wo andere Bücher hilflos im Trapez der progressiven Phantastik hängen, da steht Laylayland fest mit beiden Beinen weit hinter der Wurzel der Phantastik. Weit hinter der Wurzel? Eine Analogie findet sich in der Thermodynamik, im aktuell verwendeten Begriff des absoluten Nullpunktes. Dieser beträgt, nach den gebräuchlichen Modellen und Theoremen, exakt Null Kelvin und kann nach heutigem Wissensstand weder erreicht noch unterschritten werden. Laylayland schafft es, negativ Eins Kelvin zu erreichen. Das heutig Unmögliche wird zur möglichen Gewissheit. Das Buch kann auf zwei Arten konsumiert werden. Die erste klassische Art des Durchlesens, dem Folgen der gezeichneten Plotlinien. Oder die neue, progressive, Art des Sandboxing. Hier werden nur einzelne Sätze oder Worte aus dem Buch konsumiert. Die tatsächliche Geschichte erzählt sich die Leserschaft selbstständig, quasi im eigenen Sandkasten. Hierdurch entstehen manigfaltige, sehr persönliche Geschichten. Von jedem Einzelnen selbst erdacht und durchlebt. Laylayland kann beispielsweise als "Ace in and out Laylayland" oder auch "Snowy Whitehand and the battle around Laylayland" erdacht und erlebt werden. Vieles ist hier möglich, sehr wenig wird vorgegeben. Laylayland befreit uns vom Joch der Schreibenden, die tatsächliche Geschichte findet in uns selbst statt. Die Bevormundung entfällt letztendlich und zuletzt. Schade ist, dass dieses Konzept nicht auf das Cover angewandt wurde. Warum immer mit einem eigenen, engen, Coverkonzept die Leserschaft bevormunden, wenn der Inhalt doch genau das Gegenteil bewirken will? Laylayland lässt sich auch nicht in ein enges, engstirniges Genrekonzept aus der Vergangenheit zwingen, es befreit sich und uns davon. Laylayland ist das, was die Leserschaft daraus macht: Laylayland ist Genreneutral.
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