Was wäre in Neapel aus ihm geworden, in der Stadt seiner Eltern? Als Kind plagte ihn die Angst, die Schweiz und alle seine Freunde verlassen zu müssen. Darum war es für ihn wie eine Befreiung, als 1980 in Süditalien die Erde bebte und innerhalb von neunzig Sekunden die Rückkehrpläne der Eltern in Schutt und Asche lagen.Nach dem Tod des Vaters, viele Jahre später, begibt sich der Erzähler auf Spurensuche nach Neapel, eine Stadt, deren Sprache er spricht, deren Gesetze ihm aber fremd sind. Unter den vielen Geschichten, die er hier hört, lässt ihn eine nicht mehr los, die Geschichte von Antonio Esposito: ein gestohlenes Migrantenkind aus Westafrika, das in eine Camorrafamilie aufgenommen wurde, eine kriminelle Karriere machte und dann spurlos verschwand.Was ist aus diesem Antonio geworden? Ist er tot? Hat er eine neue Identität angenommen? Oder ist er untergetaucht im hoffnungslos überfüllten Castel Volturno, als Namenloser unter Tausenden von afrikanischen Migranten?
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
5/5
10.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ideale Lektüre während einer Reise nach und um Neapel
In den Ferien weilend in Sorrento und Neapel suchte ich nach einer Ferienlektüre (E-Buch), die in dieser Gegend spielt. Besser treffen hätte ich es nicht können. Tolles Buch! Fragmenthaft geschrieben und doch ergibt sich am Schluss ein abgerundetes Bild. Die Lektüre gibt super Eindrücke zu Neapel und den umliegenden Gegenden, Neapels Bewohner, die Camorra, italienische Immigranten in der CH. Mehreren Orten, die wir besuchten begegnete ich auch im Buch!
Bewertung
5/5
05.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Identitätssuche in Neapel
Der Autor, Franco Supino, rückt den Begriff „Heimat“ wieder in den Vordergrund. Was verbindet man mit Heimat - sind es Erinnerungen an die alte Zeit, Gerüche, Eindrücke. Im Roman „Spurlos in Neapel“ taucht man als Leser:in in die Welt Neapels ein und verspürt zugleich den Drang, nach Italien zu reisen. Der Protagonist reist nach Neapel, um seinen Familienstammbaum zu erforschen und ist auf der Suche nach seiner eigenen Identität.
Besonders gut gefällt mir die Zweisprachigkeit - der Switch zwischen der deutschen und italienischen Sprache - dies macht die Geschichte noch authentischer und näher. Eine spannende erste Reise in die Welt der süditalienischen Stadt Neapel. Jede Seite, und das gefällt mir sehr gut, ist sehr detailreich beschrieben.
Schmökert man in den ersten Seiten - so taucht man in eine italienisch-mafiöse und zugleich sehnsüchtige Welt ein.
Bewertung
5/5
05.03.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührend, gut geschrieben
Farbiger Stadtroman mit Tiefe und Menschlichkeit. Die Reisen nach Neapel sind Reisen in die Vergangenheit und in die Gegenwart, die Vielschichtigkeit der Erzählung fasziniert. Der Stil ist einnehmend.
Empfehlung.
Bewertung
5/5
19.01.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannende Literaturreise mit Horizonterweiterung
Selten so spannend zwischen verschiedenen Welten hindurch geführt worden: man spürt beim Lesen förmlich die Sichtweisen, Denkweisen, Gewohnheiten, Kulturen und Selbstverständnisse (die immer wieder kritisch hinterfragt werden) der verschiedenen Protagonisten. Gespickt ist das Ganze mit viel Hintergrundwissen und Informationen zu einer anderen Welt, die aber immer wieder mit der unseren verwoben wird: Da ist der Schweizer der seine Identität in Neapel sucht oder eben nicht, da ist Antonio, ein Afrikaner, den das Schicksal ein Camorra Protagonist lassen wird, der im Exil lebt und schlussendlich seine Heimat doch in Neapel findet. Dazwischen viele Episoden zum Schmunzeln, Nachdenken und den eigenen Horizont erweitern.
Bewertung
aus Niederstetten
5/5
19.12.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Rückkehr nach Neapel
Spurlos in Neapel von Franco Supino
Kurzbeschreibung:
Was wäre in Neapel aus ihm geworden, in der Stadt seiner Eltern? Als Kind plagte ihn die Angst, die Schweiz und alle seine Freunde verlassen zu müssen. Darum war es für ihn wie eine Befreiung, als 1980 in Süditalien die Erde bebte und innerhalb von neunzig Sekunden die Rückkehrpläne der Eltern in Schutt und Asche lagen. Nach dem Tod des Vaters, viele Jahre später, begibt sich der Erzähler auf Spurensuche nach Neapel, eine Stadt, deren Sprache er spricht, deren Gesetze ihm aber fremd sind. Auf einer Restaurantterrasse mit Blick auf den Golf von Neapel hört er zum ersten Mal den Namen Antonio Esposito. Ein Allerweltsname, aber dieser Antonio Esposito ist anders, ist ein gestohlenes Migrantenkind aus Westafrika, das in einen Camorra-Clan aufgenommen wurde, eine kriminelle Karriere machte und dann spurlos verschwand. Das mögliche Schicksal des schwarzen Camorrista lässt den Erzähler nicht mehr los. Immer wieder kehrt er nach Neapel zurück, sieht sein verpasstes Leben mehr und mehr in dem von Antonio verwirklicht. Aber was ist aus Antonio geworden? Ist er tot? Hat er eine neue Identität angenommen? Oder lebt er im hoffnungslos überfüllten Castel Volturno als Namenloser unter Tausenden von afrikanischen Migranten?
Mein Leseeindruck.
Ein sehr anspruchsvolles Buch eines Erzählers über seine neapolitanische Heimat, die er zwar kennt und deren Sprache er spricht, aber eine Rückkehr in die Vergangenheit nach vielen Jahren und eine Art Neuentdecken der Stadt Neapel.
Wer Neapel persönlich kennt, der findet sich in der Erzählung wieder. Der Streifzug durch die Gassen dieser ganz besonderen Stadt beschert dem Leser ebenfalls ein Gefühl wie nach Hause kommen. Aber es gibt so viel Neues und Unbekanntes - auch für unseren Erzähler.
Auf der Suche nach Antonio Esposito in Camorrakreisen. Man muss sich als Leser einfach mit einfangen lassen und treiben in Bella Napoli.
ich brauchte ein wenig Zeit um mich in der Geschichte und der Erzählung zu finden, dann habe ich mich einfach treiben lassen.
Fazit:
Ein recht anspruchsvolles Buch, bei dem man auch zum Nachdenken angeregt wird. Ein Mann auf der Suche nach seiner Identität und Vergangenheit. In einer Stadt die niemals wirklich schläft und in der auch das Verbrechen schlummert.
Sehr gerne vergebe ich 4 Sterne für das Buch! ****
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