Bretagne, 1963. Die achtzehnjährige Josephine sucht in einem alten Koffer ihrer Mutter nach ihrer Geburtsurkunde. Was sie entdeckt, erschüttert sie zutiefst: Jahrelang hat ihre Mutter ein Geheimnis gehütet und ihr die Identität ihres Vaters verschwiegen. Entschlossen, die Wahrheit herauszufinden, reist Josephine nach Paris zur ihrer Tante. Nach und nach erfährt sie dort die Geschichte einer jungen Frau, die sich in Gefahr befand. Sie erfährt von einer verbotenen Liebe in den Wirren des Zweiten Weltkriegs. Von den letzten gestohlenen Stunden vor der Befreiung. Und von den geflüsterten Worten eines schockierenden Verrats, der das Leben zweier Menschen unwiderruflich verändern sollte ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Silvia
5/5
22.10.2022
eBook (ePUB)
Eine Liebe im Krieg
"Es ist wichtig, dass Geschichten über den Zweiten Weltkrieg gelesen werden, damit wir verhindern können, dass so etwas jemals wieder passiert." Ruth Druart
Elise wohnt mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester in Paris, ihr Vater befindet sich in deutscher Kriegsgefangenschaft.
Sebastian ist als Soldat der deutschen Wehrmacht in Paris stationiert und arbeitet als Übersetzer, da er als Sohn einer Französin zweisprachig aufgewachsen ist. Bei einem Besuch in einem Buchladen trifft er Elise, die jedoch nichts mit den Deutschen zu tun haben möchte, da sie nicht in Schwierigkeiten geraten will. Trotz aller Widrigkeiten verlieben sie sich ineinander und geraten dadurch in Gefahr, werden verraten und getrennt.
Im zweiten Erzählstrang geht es darum, dass Elises Tochter Josephine mit 18 Jahren zufällig herausfindet, dass ihr Vater ein Deutscher ist und gerät dadurch in eine Identitätskrise. Sie wuchs in der Bretagne auf, weil ihr aus das Kriegsgefangenschaft zurückgekehrter Großvater alles Deutsche hasst und seiner Tochter nicht verzeihen kann, dass diese sich mit einem von ihnen eingelassen hat.
Dieses Buch schildert ergreifend, dass es in diesem (wie auch in jedem anderen) keine Gewinner gab. Durch Angst und Hass wurden die Menschen gefügig gemacht, mir war bisher noch nicht bewusst, dass dies bereits bei der Hitlerjugend anfing! Dass schon die Kinder mit Gewalt "auf die Spur gebracht" wurden, macht mir noch im Nachhinein Angst!
Und was nach der Befreiung von Paris dann der Hass, der Wunsch nach Vergeltung anrichtet, das Nicht-Verzeihen-Können aus vorher intakten Familien macht, ist auch nicht besser.
Ruth Druart schafft es, durch ihre anschauliche Erzählweise den Leser/die Leserin in den Bann der Geschichte zu ziehen. Mir wurden durch dieses Buch einige Zusammenhänge klar, die mir vorher trotz eingehender Beschäftigung (auch in meiner länger zurückliegenden Schulzeit) mit den Verhältnissen im Dritten Reich noch nicht eingeleuchtet hatten. Dieses Buch sollte Schülern und Schülerinnen als ergänzende Lektüre zu diesem Thema empfohlen werden!
Ich fand es sehr gut, dass viele französische Sätze eingearbeitet wurden, denen sofort danach die Übersetzung ins Deutsche folgte. Da ich selbst nicht französisch spreche, war das sehr hilfreich. Auch wenn es dem einen oder anderen Leser, der/die der französischen Sprache mächtig ist, vielleicht zu viel ist.
Ich habe dieses Buch geliebt und mit den Protagonisten mitgelitten und mitgefiebert, ich kann es jedem, der sich für die Geschehnisse dieser Zeit interessiert, absolut empfehlen. Durch die etwas differenzierte Sicht ergeben sich Erklärungen, die man vorher vielleicht noch nicht gefunden hat.
Von mir deshalb eine klare Leseempfehlung für alle, die sich mit diesem Zeitabschnitt näher befassen wollen.
Zum Schluss möchte ich mich noch beim Verlag bedanken, der mir ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Dies hat keine Auswirkung auf meine Bewertung, diese spiegelt ausschließlich meine eigene Meinung über dieses Buch wider.
Silvia
aus Griesheim
5/5
22.10.2022
eBook (ePUB)
"Es ist wichtig, dass…
"Es ist wichtig, dass Geschichten über den Zweiten Weltkrieg gelesen werden, damit wir verhindern können, dass so etwas jemals wieder passiert." Ruth Druart Elise wohnt mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester in Paris, ihr Vater befindet sich in deutscher Kriegsgefangenschaft. Sebastian ist als Soldat der deutschen Wehrmacht in Paris stationiert und arbeitet als Übersetzer, da er als Sohn einer Französin zweisprachig aufgewachsen ist. Bei einem Besuch in einem Buchladen trifft er Elise, die jedoch nichts mit den Deutschen zu tun haben möchte, da sie nicht in Schwierigkeiten geraten will. Trotz aller Widrigkeiten verlieben sie sich ineinander und geraten dadurch in Gefahr, werden verraten und getrennt. Im zweiten Erzählstrang geht es darum, dass Elises Tochter Josephine mit 18 Jahren zufällig herausfindet, dass ihr Vater ein Deutscher ist und gerät dadurch in eine Identitätskrise. Sie wuchs in der Bretagne auf, weil ihr aus das Kriegsgefangenschaft zurückgekehrter Großvater alles Deutsche hasst und seiner Tochter nicht verzeihen kann, dass diese sich mit einem von ihnen eingelassen hat. Dieses Buch schildert ergreifend, dass es in diesem (wie auch in jedem anderen) keine Gewinner gab. Durch Angst und Hass wurden die Menschen gefügig gemacht, mir war bisher noch nicht bewusst, dass dies bereits bei der Hitlerjugend anfing! Dass schon die Kinder mit Gewalt "auf die Spur gebracht" wurden, macht mir noch im Nachhinein Angst! Und was nach der Befreiung von Paris dann der Hass, der Wunsch nach Vergeltung anrichtet, das Nicht-Verzeihen-Können aus vorher intakten Familien macht, ist auch nicht besser. Ruth Druart schafft es, durch ihre anschauliche Erzählweise den Leser/die Leserin in den Bann der Geschichte zu ziehen. Mir wurden durch dieses Buch einige Zusammenhänge klar, die mir vorher trotz eingehender Beschäftigung (auch in meiner länger zurückliegenden Schulzeit) mit den Verhältnissen im Dritten Reich noch nicht eingeleuchtet hatten. Dieses Buch sollte Schülern und Schülerinnen als ergänzende Lektüre zu diesem Thema empfohlen werden! Ich fand es sehr gut, dass viele französische Sätze eingearbeitet wurden, denen sofort danach die Übersetzung ins Deutsche folgte. Da ich selbst nicht französisch spreche, war das sehr hilfreich. Auch wenn es dem einen oder anderen Leser, der/die der französischen Sprache mächtig ist, vielleicht zu viel ist. Ich habe dieses Buch geliebt und mit den Protagonisten mitgelitten und mitgefiebert, ich kann es jedem, der sich für die Geschehnisse dieser Zeit interessiert, absolut empfehlen. Durch die etwas differenzierte Sicht ergeben sich Erklärungen, die man vorher vielleicht noch nicht gefunden hat. Von mir deshalb eine klare Leseempfehlung für alle, die sich mit diesem Zeitabschnitt näher befassen wollen. Zum Schluss möchte ich mich noch beim Verlag bedanken, der mir ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Dies hat keine Auswirkung auf meine Bewertung, diese spiegelt ausschließlich meine eigene Meinung zu diesem Buch wider.
mama2009
aus Niederwürschnitz
5/5
12.10.2022
eBook (ePUB)
Ein ganzes Leben voller Sommer
Meine Meinung und Fazit:
Aktuell lese ich sehr gerne Bücher, die die Zeit des 2. Weltkriegs und oder Nachkriegszeit thematisieren. Und genau das vereint dieses Buch. Élise Geheimnis ist mein erstes Buch aus der Feder von Ruth Druart. Ihr erstes Buch steht bereits auf meiner Wunschliste.
Élise wächst im besetzten Paris auf und tut alles dafür, unbeobachtet zu bleiben. Ja nicht mit Deutschen in Kontakt kommen, unsichtbar bleiben. Sie geht ihtene Weg und versucht trotzdem ein einigermaßen lesbares Leben zu schaffen und sie riskiert viel. Doch gegen die Liebe kann man nichts tun, sie kommt einfach und dann passieren schöne Dinge und weniger schöne Dinge, die die dunklen Seiten der Menschen nach vorne kehren. Und es beginnt eine Zeit des Schweigens, niemand redet über diese Zeit doch um Wunden zu heilen, muss man offen sein. Wie soll man sonst verzeihen?
Was Ruth Druart schafft ist, dass man bei den Protagonisten nah ist. Man fühlt und leidet mit ihnen. Man ist ein Teil. Das Buch lässt mich nachdenklich zurück, warum schweigt man und neidet dem anderwb Glück? Ein wunderschönes, wundervolles Buch, was ich sehr gern weiterempfehle.
Hier noch meine Lieblingsstellen:
Kapitel 5 "Worte besitzen Macht. Sie können einen niederschmettern, sie können einem Auftrieb geben das Herz erheben und einen dazu bringen sich zu verlieben. Oder einen hassen lassen.
Kapitel 39 "Den Krieg gewonnen? Gab es dabei überhaupt Sieger? Mir kam es vor, als hätten wir alle etwas verloren. Von jetzt an würde ich mich nur noch verstellen. Niemand durfte je erfahren, wie es wirklich in meinem Herzen aussah.
Mein Dank geht an das Team von lesejury.de und dem Lübbe Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar und die Autorin für die angenehmen Lesestunden. Das Buch regt zum Nachdenken an und ist für mich ein Buch gegen das Vergessen.
Kati1980
aus Darmstadt
4/5
10.10.2022
eBook (ePUB)
Bewegende Zeitgeschichte Der…
Bewegende Zeitgeschichte Der Roman "Élises Geheimnis" erzählt das Schicksal von Élise und ihrer Tochter Joséphine auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen. Der eine Handlungsstrang spielt 1963, als Joséphine die Identität ihres Vaters herausfindet, der andere führt uns in die Zeit des zweiten Weltkrieges, als die Französin Élise sich in einen deutschen Soldaten verliebt. Der Roman hat mich emotional sehr berührt. Die Autorin hat einen bildhaften und flüssigen Schreibstil und lässt die Seiten nur so dahinfliegen. Das Schicksal der beiden Frauen wird so mitreißend und bewegend erzählt, dass man nicht aufhören konnte zu lesen. Auch die anderen Charaktere werden facettenreich geschildert. Die Schicksale der einzelnen gehen einem sehr nah und man kann sich die schweren Zeiten gut vorstellen. Die damalige Lebenssituation wurde authentisch und atmosphärisch geschildert. Was die Liebesgeschichte von Élise und Sebastian angeht, hätte ich mir mehr Tiefe und nachvollziehbarere Handlungen gewünscht. Weniger wäre hier mehr gewesen. Trotz dieser Kritikpunkte konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und war völlig eingetaucht in die damalige Zeit. 4 Sterne!
TochterAlice
aus Köln
5/5
21.10.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wo komme ich eigentlich her?…
Wo komme ich eigentlich her? Das fragt sich die junge Josephine nicht erst im Jahr 1962, doch nun ist sie in den letzten Zügen mit ihrem Abitur und bevor sie hinaus in die Welt zieht, will sie doch genau erfahren, was sie ausmacht. Ihre Mutter Élise hat ihr sehr, sehr wenig erzählt und außerdem ist sie immer die ganze Woche unterwegs, Josephine und die gemeinsame Freundin der Familie sind dann auf sich gestellt. Aber es gibt ja noch Isabel, die deutlich jüngere Schwester der Mutter in Paris. Dort fährt Josephine für ein paar Tage hin und findet Isabel durchaus erzählfreudig vor. Was sie dann erfährt - das darf ja wohl nicht wahr sein! Eine Geschichte über die Zeit der Deutschen Besatzung von Vichy-Frankreich, die in Paris besonders rigide gehandhabt wurde, mittendrin Élise und irgendso ein Mann - also wirklich! Josephine beginnt selbst nachzuforschen und landet in England - zunächst zwar nur mit dem Finger auf der Landkarte, doch das ändert sie so schnell wie möglich! Ein wundervoller, allerdings sehr trauriger historischer Roman über Frankreich im Zweiten Weltkrieg und danach. Wer alles wissen will und sich nicht scheut vor heftigen Inhalten, der ist hier an der richtigen Adresse. Denn Autorin Ruth Druart lässt nichts aus - aber das tut sie auf eine so gleichermaßen offene wie warmherzige Art und Weise, das ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte!
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