Selfcare statt moralischem Druck: KC Davis bietet Soforthilfe, wenn der Alltag droht, im Chaos zu versinken. Wenn sich das Geschirr in der Spüle stapelt und das Leben einen überfordert. Sie hat eine radikal neue Botschaft: Was wäre, wenn wir aufhörten, eine saubere Wohnung als Beleg dafür zu sehen, dass wir funktionieren und etwas wert sind, und Selfcare stattdessen als eine Wohltat für unser zukünftiges Ich betrachten? Ihre lebensverändernden Prinzipien revolutionieren die Herangehensweise an Care-Arbeit. Vor allem aber helfen sie, sich von Schamgefühlen zu befreien und Stress zu bewältigen - und nicht zuletzt den Wäschestapel. Für alle, die nach einem sanften Weg suchen, sich um ihr Zuhause zu kümmern - und um sich selbst.
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Liebevoller Ratgeber für Menschen, die zu versinken drohen
Bewertung am 27.06.2022
Bewertungsnummer: 1737610
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Mit ihrem Ratgeber „Kopf über Wasser im Alltagschaos“ weist die Autorin KC Davis den Weg zu einer sehr entlastenden und liebevollen Herangehensweise zum Bewältigen der Alltagsaufgaben, bei der das Wohlbefinden des Menschen und nicht eine perfekte Ordnung und Erledigung der Aufgaben das Ziel ist. Es geht weniger darum, Organisations- oder Aufräumtechniken zu lernen, als darum, eine andere Haltung zu sich einzunehmen, liebevoller mit den eigenen oder eben den systembedingten Grenzen umzugehen und einen guten Kompromiss mit eigenen Prioritäten zu finden. Dabei sind die Beispiele oft aus einem klinischen Niveau genommen (die Autorin ist Psychotherapeutin), in dem schon für andere sehr einfache Aufgaben eine Überforderung werden können, weshalb vieles für manche Leser auf höheren Funktionsniveau möglicherweise nicht hilfreich oder auch irritierend sein kann.
Die Autorin beschreibt die eigenen Schwierigkeiten in verschiedenen Lebensphasen und wird dabei ein glaubhaftes Coping-Modell und Ratgeber. Sie leitet an, ressourcenorientiert auf das Geschaffte und die eigenen Werte zu schauen (schmutziges Geschirr bedeutet, für die Familie gekocht und somit gut gesorgt zu haben), sie zeigt, dass Ordnung kein Wert an sich, sondern immer Mittel zum Zweck des Wohlfühlens ist, sie macht den Unterschied zwischen der immer wiederkehrende Care-Arbeit und anderen Projekten und Tätigkeiten, die irgendwann ein Ende haben, deutlich. Sie hilft, eigene unrealistische Ansprüche aufzugeben und damit selbstfürsorglich und liebevoll mit sich selbst umzugehen.
Sie bleibt aber nicht bei der Akzeptanz stehen, sondern vermittelt dem Leser eine Vielzahl an Techniken, wie aus dieser neuen Haltung heraus, kleine Schritte und im Endeffekt dadurch große Veränderungen möglich sind, und er somit ein Leben führen kann, dass seinen Werten und Zielen entspricht. Dabei sind die Techniken auf sehr unterschiedlichem Niveau, möglicherweise ist für den Fortgeschritteneren weniger dabei.
Das Buch ist sehr ansprechend gestaltet, sprachlich angenehm, optisch sind Druck und Farbe gute Hilfsmittel um das Gelesene besser zu strukturieren, für die mit wenig Kapazität bietet die Autorin immer wieder Abkürzungen an. Sie versteht sich nicht als Guru, der die Lösung für alles hat, sondern macht Angebote und hilft dem Leser (wahrscheinlich meist der Leserin) für sich Prioritäten zu setzen und besser mit dem unvermeidlichen Alltagschaos umzugehen.
Ein sehr empfehlenswertes Buch für Menschen mit großen Schwierigkeiten in der Alltagsbewältigung.
Überraschend anders und für Menschen mit wirklichen Problemen, die ihre alltäglichen Haushalts- oder Körperpflegeaufgaben für sich in den Griff bekommen möchten.
Pitty318 aus Lahn-Dill am 04.06.2022
Bewertungsnummer: 1724009
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ein unkonventionelles und therapeutisches Buch mit neuen Lösungsansätzen, das eine wertschätzende Einstellung uns selbst gegenüber einfordert.
Bei Erkrankungen wie z. B. Depression, ADSH, Angststörungen, andere psychische Erkrankungen kann die Fähigkeit Routineaufgaben des täglichen Lebens aber auch die Körperpflege zu erledigen, beeinträchtigt sein. Diese Routinearbeiten, die immer wiederkehren, bezeichnet KC Davis allgemein als Care-Aufgaben, da sie Sorge tragen, dass es einem selbst und der Familie gut geht.
Das Buch ist ein ganz neuer Ansatz. Kein Ansatz, der auf neuen Ordnungssystemen oder anderen Zusammenfaltsystemen beruht, sondern wirklich auf das Problem und auf den Menschen mit den ihm eigenen Blockaden eingeht.
Für die Autorin KC Davis steht unbedingt das eigene Wohlfühlen und die eigenen Bedürfnisse im Vordergrund und ihr Buch hilft den eigenen Scham- und Versagensängste entgegenzuwirken und diese abzubauen.
KC Davis berichtet unter anderem ganz persönlich aus ihrem Leben und ihrer Erfahrung, aber auch, wie sie und was sie für Lösungen gefunden hat. Ein zentraler Punkt für sie ist, dass etwas einen Zweck erfüllt und eine Vorgehensweise funktionell ist. Auch wenn eine Vorgehensweise nicht herkömmlich ist, aber funktioniert, ist sie in Ordnung. Sie motiviert dazu, sich neue eigene Lösungen auszudenken, Ordnungsarbeit neu zu definieren: zum Beispiel: Organisiert ist nicht dasselbe wie ordentlich. Sie regt zudem an, kreativ zu sein und an das Problem angepasste Lösungen zu suchen.
In dem Buch werden viele neue Ideen und Sichtweisen angesprochen, es hat mir daher sehr gefallen und habe es selbst als hilfreich empfunden. Vor allem der wertschätzende Umgang mit sich selbst, der als Türöffner für Veränderungen wirkt, hat mich mehr als überzeugt.
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