Produktbild: Svendborg 1937

Svendborg 1937 Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

24.08.2022

Verlag

Picus

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

21,1/14,1/2,5 cm

Gewicht

382 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7117-2128-0

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

24.08.2022

Verlag

Picus

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

21,1/14,1/2,5 cm

Gewicht

382 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7117-2128-0

EU-Ansprechpartner

Alexander Potyka
Friedrich-Schmidt-Platz 4/7|1080|Wien|AT
info@picus.at

Herstelleradresse

Picus Verlag
Friedrich-Schmidt-Platz 4/7|1080|Wien|AT
 info@picus.at

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  • Bewertung

    aus Marktredwitz

    5/5

    04.09.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Flucht nach Dänemark

    Das Buchcover zeigt eine junge Reisende im Zugabteil. Es könnte eines der Mädchen der Familie Dinkelspiel sein. Die fünfköpfige Familie Dinkelspiel flieht 1937 aus Stuttgart nach Dänemark. Sie fühlen sich als Juden in Deutschland nicht mehr sicher. In dem kleinen Ort Svendborg finden sie bei einer entfernten Verwandten Unterschlupf. Die beiden Mädchen der Familie, Meret und Ricarda, sie natürlich nicht ohne ihr Cello, müssen sich in ihrem neuen Zuhause eingewöhnen. Eine neue Sprache lernen, sich in einem neuen Land zurechtfinden, immer das Gefühl zu haben von der Tante nur geduldet zu sein und die Frage wie geht das Leben weiter? Ricarda möchte nach Deutschland zurück zu ihrem Freund und ihrer Cello-Ausbildung, ob ihr das gelingt soll hier nicht verraten werden. Der Roman ist wird aus der Sicht von Meret erzählt und ich habe mich am Anfang nicht so recht einlesen können. Aber insgesamt ist es schön und auch spannend zu lesen und zugleich ein Blick auf ein düsteres Kapitel unserer Geschichte dass ich so noch nicht kannte.

  • Bewertung

    aus Magdeburg

    5/5

    03.09.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Neues Leben im Exil?

    Als in der Galerie von Oz Dinkelspiel Werke als entartete Kunst beschlagnahmt werden, flüchtet er mit seiner Frau Malka und seinen Kindern Ricarda, Meret und Friedrich nach Svendborg auf der dänischen Insel Fünen zu einer angeheirateten Tante. Tanja Jeschke erzählt sehr eindrücklich, was es für die Familie bedeutet, ihr Leben hinter sich zu lassen und in eine ungewissen Zukunft zu blicken. Für die beiden halbwüchsigen Töchter Ricarda und Meret ist es ganz besonders schwer. Ricarda hält sich an dem Plan fest, zusammen mit ihrem Verlobten nach Israel auszuwandern. Meret versucht, sich mit der Situation zu arrangieren. Als Ricarda die Schauspielerin Ruth Berlau kennelernt und Meret sich mit Grete Steffin anfreundet, verändert sich ihr Leben. Beide Frauen sind beruflich und privat mit Bertolt Brecht verbunden, der zu dieser Zeit ebenfalls auf Fünen lebt. Kleiner Einschub: mich hat der Roman bewogen, mich näher mit diesen beiden Frauen zu beschäftigen, die ausgesprochen interessante Biografien haben. Die Autorin zeigt, was der Verlust von Heimat, Freunden und anderem Liebgewonnen bedeutet. Jeder geht damit auf seine eigene Weise um, das betrifft nicht nur die Familie, sondern auch die Frauen um Brecht und andere Emigranten, denen die Dinkelspiels begegnen. Das gilt für Emigranten, Flüchtlinge und Vertriebene zu allen Zeiten. Damit ist das Thema sehr aktuell, auch wenn die Umstände andere sind. In einem ruhigen Schreibstil reiht Tanja Jeschke die Ereignisse aneinander. Damit trifft sie in meinen Augen genau die Stimmung der Orientierungslosigkeit, der vagen Hoffnung auf eine Zukunft, von der keiner weiß, wie sie aussieht und die, wie im Epilog beschrieben, nicht in Dänemark stattfindet. Tanja Jeschke, Jahrgang 1964, studierte Germanistik und Evangelische Theologie und arbeitete als freie Autorin, Literaturkritikerin und Lektorin. Für ihre Werke erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Das Cover mit dem Mädchenkopf im Profil in einem Zug, mit den Regentropfen am Fenster, ist sehr aussagekräftig und passt ausgezeichnet zum Inhalt. Fazit: ein ruhiger Roman, der zum Nachdenken anregt. Eine Leseempfehlung

  • Dany

    aus Ritterhude

    5/5

    31.08.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Neues Leben im Exil

    In dem Roman „Svendborg 1937“, geschrieben von Tanja Jeschke, erschienen im Pirus Verlag, begleiten wir die jüdische Familie Dinkelspiel auf ihre Reise nach Dänemark. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um eine Urlaubsreise in den Sommerferien. Die Familie hat nicht vor nach dem Sommer in das von Nazis besetzte Deutschland zurückzukommen. In Svendborg, einem kleinen verschlafenem Dorf auf der Insel Fünen, wollen sich die Dinkelspiels bei einer alten Tante ein neues Leben aufbauen. Der Roman wird aus der Sicht der mittleren Tochter, Meret, erzählt und spielt hauptsächlich in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 1937. Dabei erfahren wir viel über das Einleben der Familie, die alles hinter sich lassen musste und irgendwie versuchen muss ein neues Leben in der Fremde zu beginnen. Kleine Alltagsanekdoten, Rückblicke auf das Leben in Deutschland, Hoffnungen und Wünsche der beiden Schwestern. Insbesondere Ricarda, die ihre große Liebe in Deutschland zurückgelassen hat, hofft darauf bald mit diesem nach Israel auszuwandern. Im Laufe des Jahres begegnen beide Schwestern zwei eng mit Berthold Brecht verbundenen Frauen. Ricarda freundet sich mit Ruth Berlau an, die sie ans Theater nach Kopenhagen mitnimmt und Meret findet in Grete eine Bezugsperson. Der Roman ist sehr einfühlsam geschrieben und obwohl die Thematik schwere Kost ist, wird die Stimmung immer wieder durch kleine alltäglichen Freuden aufgeheitert, ohne dabei zu sehr zu verharmlosen oder die Ausgangslage schönzureden. Aber mir hat es gefallen, dass die Hoffnung, die die Familie in sich trägt, immer wieder zum Vorschein kam. Insgesamt wirkt das Buch sehr authentisch und kommt mir eher wie eine wahre Geschichte, als ein Roman vor. Der Schreibstil hat mir gefallen und ich mochte besonders die gewählte Sichtweise. Ich finde es gut, dass die Autorin nicht Ricarda als Protagonistin gewählt hat, obwohl ihre Wünsche und Ambitionen höher gesteckt sind, als die der Schwester. Der Roman macht für mich genau diese normale Sichtweise von Meret aus. Sehr große Leseempfehlung.

  • morlin

    aus Bensheim

    5/5

    29.08.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Flucht vor Nazideutschland – berührend geschrieben

    Die Familie Dinkelspiel – bestehend aus den Eltern mit ihren drei Kindern Ricarda, Meret und Friedrich – fliehen 1937 auf Grund der immer stärker werdenden Repressalien gegenüber Juden, aus Stuttgart nach Dänemark. Sie kommen bei einer Tante unter, die ihr Deutsein schon lange abgelegt hat und die Familie eher aus Pflichtbewusstsein (und gegen eine Aufwandsentschädigung), als denn aus Hilfsbereitschaft aufnimmt. Wobei ich es mir auch als sehr schwierig vorstelle, wenn eine Eigenbrötlerin auf einmal eine fünfköpfige Familie im Haus hat. Das sie es überhaupt macht, muss man ihr trotz allem hoch anrechnen. Wir erfahren, wie die Familie und deren einzelnen Mitglieder, mit der Situation als Flüchtling in einem fremden Land, mit einer Sprache die sich nicht sprechen, zurechtkommen. Insbesondere die Gefühle und Erlebnisse der beiden jungen Mädchen stehen dabei im Fokus. Mich hat das Buch sehr berührt und es hat mir auch vor Augen geführt, was für die Menschen eine Flucht aus ihrem Heimatland und das Leben im Exil bedeutet. Wie hilf- und ratlos man ist. Wie man nicht verstehen kann, warum ausgerechnet einem selber das passiert. Und wie man gegen alle Widrigkeiten mit seinem Leben weiter macht, weiter machen muss. Am Ende finden viele der Flüchtlinge eine neue Heimat, auch wenn sie die alte Heimat nie ganz loslassen wird. Ein tolles Buch, das ich gerne weiterempfehle.

  • Bewertung

    aus Hamburg

    5/5

    29.08.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Entkommen und Ankommen

    Bereits das Buchcover springt in die Zeit 1937 und zeigt ein junges Mädchen in einem Zug. Und das ist auch die Geschichte der jüdischen Familie Dinkelspiel, die aus Stuttgart auf die Insel Fünen in Dänemark reist, um der Verfolgung der Nazis zu entgehen. Die Geschichte wird aus Sicht der 17-jährigen Tochter Meret erzählt. Die 5-köpfige Familie findet Aufnahme bei einer entfernten Tante in Svendborg, einem kleinen Ort in einem kleinen Haus, das mehr Freundlichkeit ausstrahlt, als die Tante tatsächlich hat. Tanja Jeschke beschreibt die Verluste der Familienmitglieder, lässt aber zugleich parallel den Lebens- und Überlebenswillen, die Fähigkeit, sich anzupassen und die Freude und Zuversicht, vor allem bei Meret immer wieder neu aufleben. Die beiden Schwestern entdecken ein Motorrad und erfahren sich damit ein Stück Freiheit, sie lernen andere Emigranten kennen und sie sind jung und glauben an ihre Zukunft. So ist die Geschichte eben nicht nur tragisch, sondern auch eine Homage an die Lebensfreude. Feinsinnig und empathisch wird die Geschichte vom Entkommen und Ankommen, von Flucht und Neuanfang beschrieben. Ein wunderbares Buch.

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