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Lukas Rietzschel

1. Raumfahrer

Raumfahrer

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Beschreibung

Produktdetails

Gesprochen von

Christian Friedel

Spieldauer

6 Stunden und 28 Minuten

Erscheinungsdatum

24.11.2022

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

CD

Anzahl

5

Verlag

Hörbuch Hamburg

Sprache

Deutsch

EAN

9783869093109

Beschreibung

Produktdetails

Gesprochen von

Christian Friedel

Spieldauer

6 Stunden und 28 Minuten

Erscheinungsdatum

24.11.2022

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

CD

Anzahl

5

Verlag

Hörbuch Hamburg

Sprache

Deutsch

EAN

9783869093109

Herstelleradresse

Hörbuch Hamburg HHV GmbH
Völckersstr. 18
22765 Hamburg
Deutschland
Email: info@hoerbuch-hamburg.de
Url: www.hoerbuch-hamburg.de
Telephone: +49 40 89720780
Fax: +49 40 897207810

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Zwischen den Zeiten

Bewertung aus Magdeburg am 03.09.2024

Bewertungsnummer: 2283484

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Roman „Raumfahrer“ von Lukas Rietzschel kommt als Hardcoverausgabe daher. Versehen mit einem Schutzumschlag, dessen Gestaltung mir nichts, zum auf 287 Seiten behandelten Thema, sagt. Auch der Titel „Raumfahrer“ lässt eine andere Geschichte erwarten. Der Handlungszeitraum umfasst die 60- ziger Jahre zum Mauerbau in Berlin, die DDR-Zeit bis 89 und die Nachwendezeit. Die Handlung beschreibt die starken Umbrüche, denen die Menschen in der ehemaligen DDR in allen Lebensbereichen, bis tief in die Familien hinein, ausgesetzt waren. Sichtbar für jeden, veränderten sich die Städte und gewohnten Umgebungen. Alles änderte sich zwischen den Zeiten des Alten und des Neuen. Die einen schafften es sich anzupassen, ihren Weg zu finden, andere zerbrachen an den Umbrüchen. Plötzlich galt das, für was sie lebten nichts mehr. Das politische und gesellschaftliche Leben hatte sich völlig geändert. Systemtreue Lebensleistungen, aber auch die der normalen Bevölkerung, waren über Nacht nicht mehr anerkannt, für viele sogar wertlos. Systemnahe wussten nicht mehr wohin. Ihre Ideologie gab es nicht mehr. Für sie brach eine Welt zusammen. Entwurzelt schwebten sie wie Raumfahrer zwischen den Zeiten. „Mutter, Vater. Für Jan waren sie Raumfahrer. Schwebten in einer Zwischenwelt, ihrem Ausgangspunkt entrissen. Während sie schwebten, hatte sich die Welt schon ein Dutzend Mal weitergedreht. Sie sahen dabei zu, streckten die Hände aus. Versuchten, vor- oder zurückzukommen. Hoch, runter. Aber wo sie sich befanden, gab es keine dieser Richtungen im Raum. Und Jan stand auf der Erde und richtete sein Fernglas auf sie. ….Nachkriegszeiten, Nachwendezeiten. Und all die Raumfahrer darin gefangen, kein Vor und kein Zurück“. Genau in dieser Zeit ist die Romanhandlung angesiedelt. Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mannes, Jan geboren 1989 in der DDR. Er arbeitet im Krankenhaus, das bald geschlossen werden soll. Gemeinsam mit seinem Vater wohnt er in Kamenz, in einem Einfamilienhaus, unweit der ehemaligen Plattenbauwohnung. Jans Eltern trennten sich. Seine Mutter wurde durch die gesellschaftlichen Veränderungen total aus der Bahn geworfen. Sie bezog eine eigene Wohnung. Sicher hatte auch ihr Alkoholismus einen Anteil an ihrem frühen Tod.

Zwischen den Zeiten

Bewertung aus Magdeburg am 03.09.2024
Bewertungsnummer: 2283484
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Roman „Raumfahrer“ von Lukas Rietzschel kommt als Hardcoverausgabe daher. Versehen mit einem Schutzumschlag, dessen Gestaltung mir nichts, zum auf 287 Seiten behandelten Thema, sagt. Auch der Titel „Raumfahrer“ lässt eine andere Geschichte erwarten. Der Handlungszeitraum umfasst die 60- ziger Jahre zum Mauerbau in Berlin, die DDR-Zeit bis 89 und die Nachwendezeit. Die Handlung beschreibt die starken Umbrüche, denen die Menschen in der ehemaligen DDR in allen Lebensbereichen, bis tief in die Familien hinein, ausgesetzt waren. Sichtbar für jeden, veränderten sich die Städte und gewohnten Umgebungen. Alles änderte sich zwischen den Zeiten des Alten und des Neuen. Die einen schafften es sich anzupassen, ihren Weg zu finden, andere zerbrachen an den Umbrüchen. Plötzlich galt das, für was sie lebten nichts mehr. Das politische und gesellschaftliche Leben hatte sich völlig geändert. Systemtreue Lebensleistungen, aber auch die der normalen Bevölkerung, waren über Nacht nicht mehr anerkannt, für viele sogar wertlos. Systemnahe wussten nicht mehr wohin. Ihre Ideologie gab es nicht mehr. Für sie brach eine Welt zusammen. Entwurzelt schwebten sie wie Raumfahrer zwischen den Zeiten. „Mutter, Vater. Für Jan waren sie Raumfahrer. Schwebten in einer Zwischenwelt, ihrem Ausgangspunkt entrissen. Während sie schwebten, hatte sich die Welt schon ein Dutzend Mal weitergedreht. Sie sahen dabei zu, streckten die Hände aus. Versuchten, vor- oder zurückzukommen. Hoch, runter. Aber wo sie sich befanden, gab es keine dieser Richtungen im Raum. Und Jan stand auf der Erde und richtete sein Fernglas auf sie. ….Nachkriegszeiten, Nachwendezeiten. Und all die Raumfahrer darin gefangen, kein Vor und kein Zurück“. Genau in dieser Zeit ist die Romanhandlung angesiedelt. Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mannes, Jan geboren 1989 in der DDR. Er arbeitet im Krankenhaus, das bald geschlossen werden soll. Gemeinsam mit seinem Vater wohnt er in Kamenz, in einem Einfamilienhaus, unweit der ehemaligen Plattenbauwohnung. Jans Eltern trennten sich. Seine Mutter wurde durch die gesellschaftlichen Veränderungen total aus der Bahn geworfen. Sie bezog eine eigene Wohnung. Sicher hatte auch ihr Alkoholismus einen Anteil an ihrem frühen Tod.

Was vom Osten übrig blieb...

Bewertung am 27.09.2022

Bewertungsnummer: 1794729

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Jan jobbt im Spital, und lernt dort einen älteren Patienten kennen, der ihm Sachen aus dem Nachlass seines frisch verstorbenen Vaters übergeben will. Es muss etwas mit der Vergangenheit von Jans Eltern zu tun haben. Und jene Vergangenheit hat in der DDR stattgefunden, denn auch in diesem Buch brilliert Lukas Rietzschel als Chronist der kleinen Leute, der aussterbenden ostdeutschen Provinzdörfer und den Wunden, die der Spitzelstaat hinterlassen hat. Wenn es ein Buch schafft, die eigene Sichtweise der Geschichte zu hinterfragen, spricht das für seine Klasse. Hatte man sich doch noch blühende Landschaften erhofft, nach der Wende, so kehrte Rachsucht und Misstrauen ein. Wie sieht diese Vergangenheit also aus: Da ist der Unfall, der Thorsten, der Sohn des verstorbenen Fahrlehrers, in dessen Nachlass Jan nun kramt, erlitten hat. Die nie geklärte Schuld! Wer hat den weissen Wartburg gefahren und Fahrerflucht begangen? Fast wäre der Fahrlehrer daran zerbrochen. Doch dann lernt er die attraktive Fahrschülerin kennen und hat ein Verhältnis mit ihr. Doch auch diese Frau ist dunklen Mächten ausgeliefert…Ganz subtil konstruiert der junge ostdeutsche Autor eine Lebensgeschichte nach der anderen und spinnt ein erzählerisches Netzwerk, das die klaustrophobische Atmosphäre jener Jahre spüren lässt. Ein beeindruckendes Buch von hoher erzählerischer Qualität.

Was vom Osten übrig blieb...

Bewertung am 27.09.2022
Bewertungsnummer: 1794729
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Jan jobbt im Spital, und lernt dort einen älteren Patienten kennen, der ihm Sachen aus dem Nachlass seines frisch verstorbenen Vaters übergeben will. Es muss etwas mit der Vergangenheit von Jans Eltern zu tun haben. Und jene Vergangenheit hat in der DDR stattgefunden, denn auch in diesem Buch brilliert Lukas Rietzschel als Chronist der kleinen Leute, der aussterbenden ostdeutschen Provinzdörfer und den Wunden, die der Spitzelstaat hinterlassen hat. Wenn es ein Buch schafft, die eigene Sichtweise der Geschichte zu hinterfragen, spricht das für seine Klasse. Hatte man sich doch noch blühende Landschaften erhofft, nach der Wende, so kehrte Rachsucht und Misstrauen ein. Wie sieht diese Vergangenheit also aus: Da ist der Unfall, der Thorsten, der Sohn des verstorbenen Fahrlehrers, in dessen Nachlass Jan nun kramt, erlitten hat. Die nie geklärte Schuld! Wer hat den weissen Wartburg gefahren und Fahrerflucht begangen? Fast wäre der Fahrlehrer daran zerbrochen. Doch dann lernt er die attraktive Fahrschülerin kennen und hat ein Verhältnis mit ihr. Doch auch diese Frau ist dunklen Mächten ausgeliefert…Ganz subtil konstruiert der junge ostdeutsche Autor eine Lebensgeschichte nach der anderen und spinnt ein erzählerisches Netzwerk, das die klaustrophobische Atmosphäre jener Jahre spüren lässt. Ein beeindruckendes Buch von hoher erzählerischer Qualität.

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