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Band 1

Die Gedanken sind frei - Eine unerhörte Liebe Roman

8

17,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., zzgl. Versandkosten


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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

47176

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

21.09.2022

Verlag

Blanvalet

Seitenzahl

448

Maße (L/B/H)

20,5/13,4/3,9 cm

Gewicht

520 g

Farbe

Seidengrau / Tabak

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7341-1098-6

Beschreibung

Rezension

»Großartiger erster Teil der „Buchhändlerinnen von Frankfurt“.« ("Meins")
»Eine Liebeserklärung an das Lesen, hervorragend recherchiert und mitreißend erzählt.« ("MOKA")
»Eine Liebeserklärung ans Lesen und an große Gefühle – Julia Kröhn schreibt einfach toll.« ("Für Sie")
»Die selbstbewussten Frauen haben es Julia Kröhn angetan, die in weitaus schwierigeren Zeiten als heute eine eigene Identität finden und leben.« ("Frankfurter Neue Presse")
»Julia Kröhns Romane [haben] Gewicht und Biss.« ("The Frankfurter")
»Julia Kröhn offenbart großes Einfühlungsvermögen, das Talent zur genauen Beobachtung ebenso wie zu einer präzisen sprachlichen Umsetzung.« ("Kieler Nachrichten")

Produktdetails

Verkaufsrang

47176

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

21.09.2022

Verlag

Blanvalet

Seitenzahl

448

Maße (L/B/H)

20,5/13,4/3,9 cm

Gewicht

520 g

Farbe

Seidengrau / Tabak

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7341-1098-6

Herstelleradresse

Blanvalet Taschenbuchverl
Neumarkter Str. 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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spannendes zeitgeschichtliches Dokument

Bewertung aus Oberursel am 20.10.2022

Bewertungsnummer: 1809197

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Als designierte Leseratte und Vielleserin hat mich der Klappentext natürlich angesprochen. Eine Liebeserklärung an das Lesen, das klingt doch gut. Kurz zum Inhalt, wir sind hier in Frankfurt in der direkten Nachkriegszeit. Die Stadt ist zerbombt, der Winter 45 / 46 extrem kalt, es mangelt an allem, und die Überlebenden hungern und frieren. Der Roman beginnt auf der Beerdigung der Verlagsbuchhändlerin Klara Reichenbach, Mutter der 20jährigen Ella und der 2-jährigen Luise. Ella ist jung und will sich eine Zukunft erschaffen, sie will den Verlag ihrer Familie und die dazugehörige Buchhandlung wieder aufbauen, und allen Widrigkeiten der Zeit zum Trotz findet sie auch einen Weg dazu. Als sie einen geheimen Papiervorrat ihrer verstorbenen Mutter entdeckt, ist ein Anfang getan, und mit viel Hartnäckigkeit, Herzblut, Erfindergeist und der Unterstützung von zwei alten Angestellten des Hauses schafft Ella es, wieder Bücher zu publizieren und die Buchhandlung wieder aufleben zu lassen. Nebenbei kommt sie auch Ari, einem jungen Schauspieler näher – doch den scheint ein Geheimnis zu umgeben, welches irgendwie auch mit ihrer eigenen familiären Vergangenheit zu tun hat…. Soviel zur Ausgangslage. Wie man einen Verlag aus dem (Nachkriegs)-Nichts wieder aus dem Boden stampft, hört sich vielleicht nicht gerade nach der spektakulärsten Idee für einen Roman an, aber die Autorin hat hier echt eine spannende Geschichte daraus gestrickt. Das zerbombte Frankfurt erwacht beim Lesen vor meinen Augen zum Leben, hier haben wir sehr viel Lokalkolorit, wer sich ein bisschen in Frankfurt auskennt, ist hier wirklich mit Ella und den anderen Protagonisten zusammen unterwegs. Das war spannend und hat Spaß gemacht. Für mich war es extrem interessant, den Alltag der Menschen, vor allem natürlich der Selbständigen, in den Jahren 45-49 mitzuerleben. Für alles und jedes musste man eine Genehmigung der amerikanischen Militärverwaltung einholen. Das war mir in dieser Art und Weise gar nicht bewusst. Vor allem wie gesagt als Unternehmer: nichts, aber auch gar nichts ging ohne entsprechende Lizenzen der Amerikaner, und die haben natürlich auch ihre eigenen Interessen verfolgt. Ella kniet sich in ihr Unternehmen echt rein, aber ihr werden auch viele Steine in den Weg gelegt. Der Roman arbeitet einige Themenbereiche ab; es geht hier auch um die Aufarbeitung des Holocausts, speziell eben in den ersten Jahren „danach“, und Ella möchte hier ein Zeichen setzen und jüdischen Autoren eine Stimme geben – man kann sich vorstellen, es wird eine Herausforderung für die junge Verlegerin. Und wie schon angerissen, es gibt auch eine Liebesgeschichte – Ella und Ari, die aus so gegensätzlichen Familien kommen, und wir immer mitfiebern, ob es hier ein Happy End geben wird…. Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es war thematisch etwas ganz anderes als gewohnt, hier muss man Interesse an Zeitgeschichte haben, und natürlich Interesse an Büchern und dem Buchhandel. Sonst wird es einem vielleicht irgendwann zu detailliert in der Thematik . Ich würde sagen, das ist jetzt weniger ein Roman, bei dem man emotional mit den Protagonisten mitfiebert und leidet, obschon deren Leben natürlich einiges an Aufregung hergibt. Ich fand hier tatsächlich die historischen Fakten am spannendsten. Vor allem, wenn man sich in Frankfurt etwas auskennt. Ein großes jüdisches Lager für displaced persons in Zeilsheim? Habe ich vorher noch nie von gehört – und Zeilsheim ist heutzutage mitten in Frankfurt. Ich würde sagen, da hat die Stadt Frankfurt auch noch einiges nachkriegs-geschichtlich aufzuarbeiten…

spannendes zeitgeschichtliches Dokument

Bewertung aus Oberursel am 20.10.2022
Bewertungsnummer: 1809197
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Als designierte Leseratte und Vielleserin hat mich der Klappentext natürlich angesprochen. Eine Liebeserklärung an das Lesen, das klingt doch gut. Kurz zum Inhalt, wir sind hier in Frankfurt in der direkten Nachkriegszeit. Die Stadt ist zerbombt, der Winter 45 / 46 extrem kalt, es mangelt an allem, und die Überlebenden hungern und frieren. Der Roman beginnt auf der Beerdigung der Verlagsbuchhändlerin Klara Reichenbach, Mutter der 20jährigen Ella und der 2-jährigen Luise. Ella ist jung und will sich eine Zukunft erschaffen, sie will den Verlag ihrer Familie und die dazugehörige Buchhandlung wieder aufbauen, und allen Widrigkeiten der Zeit zum Trotz findet sie auch einen Weg dazu. Als sie einen geheimen Papiervorrat ihrer verstorbenen Mutter entdeckt, ist ein Anfang getan, und mit viel Hartnäckigkeit, Herzblut, Erfindergeist und der Unterstützung von zwei alten Angestellten des Hauses schafft Ella es, wieder Bücher zu publizieren und die Buchhandlung wieder aufleben zu lassen. Nebenbei kommt sie auch Ari, einem jungen Schauspieler näher – doch den scheint ein Geheimnis zu umgeben, welches irgendwie auch mit ihrer eigenen familiären Vergangenheit zu tun hat…. Soviel zur Ausgangslage. Wie man einen Verlag aus dem (Nachkriegs)-Nichts wieder aus dem Boden stampft, hört sich vielleicht nicht gerade nach der spektakulärsten Idee für einen Roman an, aber die Autorin hat hier echt eine spannende Geschichte daraus gestrickt. Das zerbombte Frankfurt erwacht beim Lesen vor meinen Augen zum Leben, hier haben wir sehr viel Lokalkolorit, wer sich ein bisschen in Frankfurt auskennt, ist hier wirklich mit Ella und den anderen Protagonisten zusammen unterwegs. Das war spannend und hat Spaß gemacht. Für mich war es extrem interessant, den Alltag der Menschen, vor allem natürlich der Selbständigen, in den Jahren 45-49 mitzuerleben. Für alles und jedes musste man eine Genehmigung der amerikanischen Militärverwaltung einholen. Das war mir in dieser Art und Weise gar nicht bewusst. Vor allem wie gesagt als Unternehmer: nichts, aber auch gar nichts ging ohne entsprechende Lizenzen der Amerikaner, und die haben natürlich auch ihre eigenen Interessen verfolgt. Ella kniet sich in ihr Unternehmen echt rein, aber ihr werden auch viele Steine in den Weg gelegt. Der Roman arbeitet einige Themenbereiche ab; es geht hier auch um die Aufarbeitung des Holocausts, speziell eben in den ersten Jahren „danach“, und Ella möchte hier ein Zeichen setzen und jüdischen Autoren eine Stimme geben – man kann sich vorstellen, es wird eine Herausforderung für die junge Verlegerin. Und wie schon angerissen, es gibt auch eine Liebesgeschichte – Ella und Ari, die aus so gegensätzlichen Familien kommen, und wir immer mitfiebern, ob es hier ein Happy End geben wird…. Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es war thematisch etwas ganz anderes als gewohnt, hier muss man Interesse an Zeitgeschichte haben, und natürlich Interesse an Büchern und dem Buchhandel. Sonst wird es einem vielleicht irgendwann zu detailliert in der Thematik . Ich würde sagen, das ist jetzt weniger ein Roman, bei dem man emotional mit den Protagonisten mitfiebert und leidet, obschon deren Leben natürlich einiges an Aufregung hergibt. Ich fand hier tatsächlich die historischen Fakten am spannendsten. Vor allem, wenn man sich in Frankfurt etwas auskennt. Ein großes jüdisches Lager für displaced persons in Zeilsheim? Habe ich vorher noch nie von gehört – und Zeilsheim ist heutzutage mitten in Frankfurt. Ich würde sagen, da hat die Stadt Frankfurt auch noch einiges nachkriegs-geschichtlich aufzuarbeiten…

Ein wichtiges und absolut lesenswertes Buch

Büchertanz.de aus Freiburg am 18.10.2022

Bewertungsnummer: 1808227

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Das Buch „Die Gedanken sind frei – Eine unerhörte Liebe“ von Julia Kröhn ist der Auftakt einer Dilogie, welche in Frankfurt am Main angesiedelt ist und den Buchhandel und das jüdische Leben nach 1945 in Deutschland zeigt. Frankfurt am Main im Jahr 1945: Der Zweite Weltkrieg ist vorbei doch die Stadt liegt in Trümmern. Auch für die junge Ella Reichenbach ist nichts mehr wie es einmal war. Sie muss ihre geliebte Mutter zu Grabe tragen und von der Verlagsbuchhandlung ihrer Eltern ist so gut wie nichts mehr geblieben. Die Einrichtung ist zerstört, Bücher gibt es keine mehr. Ihr Leben liegt – wie das Schaufenster der Buchhandlung – in Scherben. Als Ella einen geheimen Papiervorrat ihrer Mutter entdeckt, beginnt sie sofort wieder Bücher zu verlegen, begibt sich auf die Suche nach ehemaligen Autoren und Autorinnen um damit nach und nach die Buchhandlung wieder aufzubauen. Doch es sind nicht die leichten und gefälligen Bücher, welche Ella unter die Menschen möchte: Sie möchte vor allem die dunkle Vergangenheit aufarbeiten und den Deutschen zeigen, was damals mit der jüdischen Bevölkerung geschah, doch mit dieser Intension trifft sie nicht den Nerv der Zeit. Als dann auch noch Ari in ihr Leben tritt, ahnt sie nicht, wie sehr sich mit seiner Lebensgeschichte ihre Welt und ihr Leben verändern werden. Schon seit einigen Jahren gehört Julia Kröhn zu meinen Lieblingsautorinnen, da sie mich mit ihren tief gängigen Geschichten immer sehr berührt. Die „Riviera-Saga“, welche 2020 erschien, gefiel mir außerordentlich gut und auch die „Lehrerin von Hamburg – Reihe“ von 2021 konnte mich völlig begeistern. Im Mai 2022 kündigte die Autorin in den sozialen Medien ihre neue Dilogie „Die Buchhändlerinnen von Frankfurt“ an. Schon allein der Titel dieser neuen Reihe weckte sofort mein Interesse, da ich gelernte Buchhändlerin bin. Ebenso empfinde ich die Nachkriegszeit als eine sehr wichtige, aber auch spannende Zeit. Schlussendlich verzauberten mich die beiden Cover und die Klappentexte – damit war klar, dass ich den hier vorliegenden Auftakt lesen wollte und musste. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ella Reichenbach, welche im Zweiten Weltkrieg vieles verloren hat. Nach dem Tod ihrer Mutter sucht sie sich im Wiederaufbau der Buchhandlung einen neuen Halt und Sinn in ihrem Leben. Der Umgang mit ihrem, zu Beginn völlig suspekten Vater fällt ihr schwer, da sie ihn für den Tod der geliebten und geschätzten Mutter verantwortlich macht. Zu viel steht zwischen den Beiden und Ella möchte es am liebsten im Alleingang schaffen, die Buchhandlung wieder aufzubauen und Bücher zu verlegen. Gerade letzteres liegt ihr sehr am Herzen, auch wenn es durch den immensen Papiermangel geradezu unmöglich erscheint. Doch Ella hat mit ihrer liebenswerten Angestellten Hildegard eine treue Verbündete an ihrer Seite – auch wenn sich die Beiden betreffend neuen Ideen und Gedanken nicht immer einig sind. Ella ist eine Hauptfigur, welcher ich während der gesamten Handlung nicht so ganz nahe kam. Gerade zu Beginn des Buches ist ihr Denken und Handeln sehr undurchsichtig, gegenüber des Vaters absolut unerbittlich. Das führte dazu, dass sie mir, trotz ihrem Kampfgeist, etwas fremd und unnahbar vorkam und dies auch im weiteren Verlauf der Handlung so blieb. Ich konnte mich einfach nicht hundertprozentig mit ihr identifizieren, trotzdem war es mir möglich ihr nachzufühlen. Beispielsweise spürte ich ihre Verzweiflung, wiederum aber auch ihr Glück und vor allem ihre immense Liebe zu Büchern. Diese Liebe und ihre sehr viel jüngere Schwester Luise geben Ella Sicherheit und Halt in ihrem aus den Fugen geratenen Leben . Es war sehr rührend, wie sich Ella um Luise sorgt, beispielsweise ihr unbedingt das Lesen beibringen möchte. Luises kindliche, unbekümmerte Art sorgte in dieser teils sehr bedrückende Geschichte immer wieder für helle Momente, welche mich während des Lesen immer wieder lächeln ließen. Neben Ella stehen der junge Ari und der Rest seiner Familie im Zentrum der Geschichte. Auch wenn mir relativ schnell klar war, was sie in der Vergangenheit durchstehen mussten, sind ihre Geschichten und Hintergründe absolut unvergesslich, vor allem aber sehr erschütternd. Mit diesen, von Leid und Verlusten geprägten Charakteren und deren Geschichten, wird das Buch mitunter sehr bedrückend, aber es gewinnt dadurch auch enorm an Stärke und Tiefe. Hier möchte ich noch etwas zu Ari ergänzen: Trotz seiner beklemmenden Geschichte ist er ein so sympathischer und lebensechter Charakter, den ich ab der ersten Seite in mein Herz geschlossen habe. Julia Kröhn hat auch in diesem Reihen-Auftakt wieder eine Vielzahl verschiedenster Charaktere geschaffen, deren Schicksale eng miteinander zusammenhängen. Es sind Figuren mit vielen Facetten und auch Tiefe, welche mich mit ihren interessanten und authentischen Entwicklung begeistern konnten. Ich bin sehr gespannt, wie es mit ihnen und ihren Geschichten im zweiten Teil, welcher am 18. Januar 2023 erscheinen soll, weitergehen wird. Die Handlung des Buches, welche fortlaufend erzählt wird, setzt im Jahr 1945 ein und endet 1949. Mit viel Fachwissen bietet Julia Kröhn einen Einblick in die interessante Geschichte des Buchhandels der Nachkriegszeit. Sie zeigt spannende Einblicke, wie damals die Lizenzen vergeben wurden, welche Bücher damals übersetzt wurden, aber auch die Entwicklung des Buchhandels vor und nach der Währungsreform im Jahr 1948. Hier ist vor allem das Taschenbuch als einschneidende Erfindung zu nennen, welche den Buchhandel für immer verändern sollte. Des weiteren befasst sich die Handlung mit der Thematik, wie das Leben der jüdischen Bevölkerung nach Ende des Zeiten Weltkriegs weiter ging. Erst waren die Überlebenden des Holocausts, sowie Zwangsarbeiter und Zwangsverschleppte als ‚Displaced Person‘(englisch für eine „Person, die nicht an diesem Ort beheimatet ist“) fern ihrer Heimat in Lager untergebracht, später erfolgte die Rückführung in die Heimatländer oder die Ansiedlung in anderen Ländern . Die alliierten Armeen rechneten 1944 mit etwa 11,3 Millionen ‚Displaced People‘. In diese Thematik lässt die Autorin auch die Gründung des Staates Israels im Jahr 1948 einfließen. Zudem zeigt Julia Kröhn eindrucksvoll und ungeschönt, wie Jahre nach Kriegsende noch immer das braune Gedankengut in vielen deutschen Köpfen festsaß und auch, wie die Bevölkerung damals mit der Schuldfrage des Holocausts umging. Sie verbindet in ihrem Buch „Die Gedanken sind frei – Eine unerhörte Liebe“ fachkundig Frankfurter Zeitgeschichte und auch weltgeschichtliche Themen mit den fiktiven Geschichten und Handlungen ihrer größtenteils frei erfundenen Charaktere. Auch wenn mich die Geschichte doch mitunter sehr mitgenommen hat und ich das Buch immer wieder aus der Hand legen musste, las ich trotzdem gerne weiter. Dazu trägt vor allem der wunderbar bildhafte und poetische Sprachstil der Autorin bei. Mit der zusätzlichen Einstreuung des Frankfurtischen Dialekts erzeugt Julia Kröhn eine tolle Atmosphäre, welche den Leser/ die Leserin schnell in die Geschichte mitnimmt. Die Ausstattung des Buches ist sehr hochwertig, da es sich um handelt sich um eine Klappbroschur handelt. In der vorderen Klappe befinden sich zeitgenössische Bilder aus der Zeit, in der das Buch spielt, in der hinteren Klappe ist eine Vorschau auf den zweiten Teil der Reihe. Ein ausführliches Nachwort der Autorin rundet das Buch perfekt ab. Danke liebe Julia Kröhn für dieses sehr stimmungsvolle Lese-Erlebnis. Fazit: Dieses Buch… ist … so ergreifend. Auch wenn mir die weibliche Hauptfigur nie so ganz nahe kam, konnte ich ihr nachfühlen und nachspüren. Die anderen Figuren und ihre teils so tragischen Geschichten sind einfach unvergesslich. Auch wenn ich das Buch wegen der teils sehr bedrückenden Handlung und Grundstimmung ab und zu weg legen musste, empfinde ich das Buch als äußerst wichtig und absolut lesenswert. Es wird definitiv noch länger in mir arbeiten.

Ein wichtiges und absolut lesenswertes Buch

Büchertanz.de aus Freiburg am 18.10.2022
Bewertungsnummer: 1808227
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Das Buch „Die Gedanken sind frei – Eine unerhörte Liebe“ von Julia Kröhn ist der Auftakt einer Dilogie, welche in Frankfurt am Main angesiedelt ist und den Buchhandel und das jüdische Leben nach 1945 in Deutschland zeigt. Frankfurt am Main im Jahr 1945: Der Zweite Weltkrieg ist vorbei doch die Stadt liegt in Trümmern. Auch für die junge Ella Reichenbach ist nichts mehr wie es einmal war. Sie muss ihre geliebte Mutter zu Grabe tragen und von der Verlagsbuchhandlung ihrer Eltern ist so gut wie nichts mehr geblieben. Die Einrichtung ist zerstört, Bücher gibt es keine mehr. Ihr Leben liegt – wie das Schaufenster der Buchhandlung – in Scherben. Als Ella einen geheimen Papiervorrat ihrer Mutter entdeckt, beginnt sie sofort wieder Bücher zu verlegen, begibt sich auf die Suche nach ehemaligen Autoren und Autorinnen um damit nach und nach die Buchhandlung wieder aufzubauen. Doch es sind nicht die leichten und gefälligen Bücher, welche Ella unter die Menschen möchte: Sie möchte vor allem die dunkle Vergangenheit aufarbeiten und den Deutschen zeigen, was damals mit der jüdischen Bevölkerung geschah, doch mit dieser Intension trifft sie nicht den Nerv der Zeit. Als dann auch noch Ari in ihr Leben tritt, ahnt sie nicht, wie sehr sich mit seiner Lebensgeschichte ihre Welt und ihr Leben verändern werden. Schon seit einigen Jahren gehört Julia Kröhn zu meinen Lieblingsautorinnen, da sie mich mit ihren tief gängigen Geschichten immer sehr berührt. Die „Riviera-Saga“, welche 2020 erschien, gefiel mir außerordentlich gut und auch die „Lehrerin von Hamburg – Reihe“ von 2021 konnte mich völlig begeistern. Im Mai 2022 kündigte die Autorin in den sozialen Medien ihre neue Dilogie „Die Buchhändlerinnen von Frankfurt“ an. Schon allein der Titel dieser neuen Reihe weckte sofort mein Interesse, da ich gelernte Buchhändlerin bin. Ebenso empfinde ich die Nachkriegszeit als eine sehr wichtige, aber auch spannende Zeit. Schlussendlich verzauberten mich die beiden Cover und die Klappentexte – damit war klar, dass ich den hier vorliegenden Auftakt lesen wollte und musste. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ella Reichenbach, welche im Zweiten Weltkrieg vieles verloren hat. Nach dem Tod ihrer Mutter sucht sie sich im Wiederaufbau der Buchhandlung einen neuen Halt und Sinn in ihrem Leben. Der Umgang mit ihrem, zu Beginn völlig suspekten Vater fällt ihr schwer, da sie ihn für den Tod der geliebten und geschätzten Mutter verantwortlich macht. Zu viel steht zwischen den Beiden und Ella möchte es am liebsten im Alleingang schaffen, die Buchhandlung wieder aufzubauen und Bücher zu verlegen. Gerade letzteres liegt ihr sehr am Herzen, auch wenn es durch den immensen Papiermangel geradezu unmöglich erscheint. Doch Ella hat mit ihrer liebenswerten Angestellten Hildegard eine treue Verbündete an ihrer Seite – auch wenn sich die Beiden betreffend neuen Ideen und Gedanken nicht immer einig sind. Ella ist eine Hauptfigur, welcher ich während der gesamten Handlung nicht so ganz nahe kam. Gerade zu Beginn des Buches ist ihr Denken und Handeln sehr undurchsichtig, gegenüber des Vaters absolut unerbittlich. Das führte dazu, dass sie mir, trotz ihrem Kampfgeist, etwas fremd und unnahbar vorkam und dies auch im weiteren Verlauf der Handlung so blieb. Ich konnte mich einfach nicht hundertprozentig mit ihr identifizieren, trotzdem war es mir möglich ihr nachzufühlen. Beispielsweise spürte ich ihre Verzweiflung, wiederum aber auch ihr Glück und vor allem ihre immense Liebe zu Büchern. Diese Liebe und ihre sehr viel jüngere Schwester Luise geben Ella Sicherheit und Halt in ihrem aus den Fugen geratenen Leben . Es war sehr rührend, wie sich Ella um Luise sorgt, beispielsweise ihr unbedingt das Lesen beibringen möchte. Luises kindliche, unbekümmerte Art sorgte in dieser teils sehr bedrückende Geschichte immer wieder für helle Momente, welche mich während des Lesen immer wieder lächeln ließen. Neben Ella stehen der junge Ari und der Rest seiner Familie im Zentrum der Geschichte. Auch wenn mir relativ schnell klar war, was sie in der Vergangenheit durchstehen mussten, sind ihre Geschichten und Hintergründe absolut unvergesslich, vor allem aber sehr erschütternd. Mit diesen, von Leid und Verlusten geprägten Charakteren und deren Geschichten, wird das Buch mitunter sehr bedrückend, aber es gewinnt dadurch auch enorm an Stärke und Tiefe. Hier möchte ich noch etwas zu Ari ergänzen: Trotz seiner beklemmenden Geschichte ist er ein so sympathischer und lebensechter Charakter, den ich ab der ersten Seite in mein Herz geschlossen habe. Julia Kröhn hat auch in diesem Reihen-Auftakt wieder eine Vielzahl verschiedenster Charaktere geschaffen, deren Schicksale eng miteinander zusammenhängen. Es sind Figuren mit vielen Facetten und auch Tiefe, welche mich mit ihren interessanten und authentischen Entwicklung begeistern konnten. Ich bin sehr gespannt, wie es mit ihnen und ihren Geschichten im zweiten Teil, welcher am 18. Januar 2023 erscheinen soll, weitergehen wird. Die Handlung des Buches, welche fortlaufend erzählt wird, setzt im Jahr 1945 ein und endet 1949. Mit viel Fachwissen bietet Julia Kröhn einen Einblick in die interessante Geschichte des Buchhandels der Nachkriegszeit. Sie zeigt spannende Einblicke, wie damals die Lizenzen vergeben wurden, welche Bücher damals übersetzt wurden, aber auch die Entwicklung des Buchhandels vor und nach der Währungsreform im Jahr 1948. Hier ist vor allem das Taschenbuch als einschneidende Erfindung zu nennen, welche den Buchhandel für immer verändern sollte. Des weiteren befasst sich die Handlung mit der Thematik, wie das Leben der jüdischen Bevölkerung nach Ende des Zeiten Weltkriegs weiter ging. Erst waren die Überlebenden des Holocausts, sowie Zwangsarbeiter und Zwangsverschleppte als ‚Displaced Person‘(englisch für eine „Person, die nicht an diesem Ort beheimatet ist“) fern ihrer Heimat in Lager untergebracht, später erfolgte die Rückführung in die Heimatländer oder die Ansiedlung in anderen Ländern . Die alliierten Armeen rechneten 1944 mit etwa 11,3 Millionen ‚Displaced People‘. In diese Thematik lässt die Autorin auch die Gründung des Staates Israels im Jahr 1948 einfließen. Zudem zeigt Julia Kröhn eindrucksvoll und ungeschönt, wie Jahre nach Kriegsende noch immer das braune Gedankengut in vielen deutschen Köpfen festsaß und auch, wie die Bevölkerung damals mit der Schuldfrage des Holocausts umging. Sie verbindet in ihrem Buch „Die Gedanken sind frei – Eine unerhörte Liebe“ fachkundig Frankfurter Zeitgeschichte und auch weltgeschichtliche Themen mit den fiktiven Geschichten und Handlungen ihrer größtenteils frei erfundenen Charaktere. Auch wenn mich die Geschichte doch mitunter sehr mitgenommen hat und ich das Buch immer wieder aus der Hand legen musste, las ich trotzdem gerne weiter. Dazu trägt vor allem der wunderbar bildhafte und poetische Sprachstil der Autorin bei. Mit der zusätzlichen Einstreuung des Frankfurtischen Dialekts erzeugt Julia Kröhn eine tolle Atmosphäre, welche den Leser/ die Leserin schnell in die Geschichte mitnimmt. Die Ausstattung des Buches ist sehr hochwertig, da es sich um handelt sich um eine Klappbroschur handelt. In der vorderen Klappe befinden sich zeitgenössische Bilder aus der Zeit, in der das Buch spielt, in der hinteren Klappe ist eine Vorschau auf den zweiten Teil der Reihe. Ein ausführliches Nachwort der Autorin rundet das Buch perfekt ab. Danke liebe Julia Kröhn für dieses sehr stimmungsvolle Lese-Erlebnis. Fazit: Dieses Buch… ist … so ergreifend. Auch wenn mir die weibliche Hauptfigur nie so ganz nahe kam, konnte ich ihr nachfühlen und nachspüren. Die anderen Figuren und ihre teils so tragischen Geschichten sind einfach unvergesslich. Auch wenn ich das Buch wegen der teils sehr bedrückenden Handlung und Grundstimmung ab und zu weg legen musste, empfinde ich das Buch als äußerst wichtig und absolut lesenswert. Es wird definitiv noch länger in mir arbeiten.

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Die Gedanken sind frei - Eine unerhörte Liebe

von Julia Kröhn

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