Produktbild: In die Arme der Flut

In die Arme der Flut Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.02.2023

Verlag

btb

Seitenzahl

336

Maße (L/B/H)

18,5/11,7/2,5 cm

Gewicht

274 g

Farbe

Weiß / Schwarz

Übersetzt von

Thomas Gunkel

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-77301-5

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.02.2023

Verlag

btb

Seitenzahl

336

Maße (L/B/H)

18,5/11,7/2,5 cm

Gewicht

274 g

Farbe

Weiß / Schwarz

Übersetzt von

Thomas Gunkel

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-77301-5

Herstelleradresse

btb Taschenbuch
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

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  • Lilli33

    5/5

    02.03.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Leben und Sterben in einer Kleinstadt

    Inhalt: Luke Roy, Mitte dreißig, lebt in Ross Point, einer in der Bedeutungslosigkeit versunkenen Kleinstadt in Maine. Seit frühester Kindheit empfindet er eine Todessehnsucht, hat schon mehrfach seinen Suizid geprobt, aber dann doch nicht konsequent durchgezogen. An einem nebligen Tag steht er auf einer nahegelegenen Brücke, 35 Meter über einem Fluss mit todbringenden spitzen Felsen. Stundenlang sinniert er, ob er springen soll oder nicht. Doch dann sieht Luke, dass ein Ausflugsboot gekentert ist und ein Junge hilflos im Wasser treibt. Ohne zu zögern, wirft Luke sich ins Wasser und rettet Paul. Die Medien machen einen Helden aus ihm, Politiker missbrauchen ihn für ihren Wahlkampf. Die Menschen lieben ihn - bis sie ihn hassen … Meine Meinung: Auf mich übte dieser Roman einen ungemeinen Sog aus. Lukes Überlegungen zu Leben und Tod im ersten Teil der Handlung erschienen mir absolut nachvollziehbar. Wer in dieser Hinsicht psychisch vorbelastet ist, sollte lieber die Finger von dem Buch lassen! Mit eindringlichen Worten und leicht poetischen Bildern zeichnet Gerard Donovan seinen Protagonisten Luke. Der Charakter ist tiefgründig und plastisch angelegt, er wirkt authentisch und realitätsnah, dabei auch sehr sympathisch. Ich habe mit ihm gelitten und gebangt, gehofft und mich mit ihm gefreut. Es war eine Achterbahn der Gefühle. Die Medien und die Politik bekommen in diesem Buch ihr Fett weg. Sie stilisieren einen Mann, der etwas Selbstverständliches tut, zu einem Helden wider Willen hoch. Luke wird von einer üblen Maschinerie vereinnahmt, was sein Leben nicht leichter macht - stets zum Nutzen der Medien oder der Politiker. Und er wird gnadenlos fallengelassen, wenn es den anderen in den Kram passt. Mich haben die Bilder, die Gerard Donovan in meinem Kopf erzeugte, beeindruckt und bedrückt, aber nicht heruntergezogen. Diese Lektüre wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben und nachhallen.

  • literaturbine (ehemalige Buchhändlerin Osiander)

    aus Speyer

    5/5

    26.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein besonderes Buch!

    Für mich ist das ein Buch, das eine große Intensität und Tiefe hat. Ein Mensch der durchs Leben trudelt und der einen Ausweg sucht, das Schicksal das zuschlägt, die Rolle der Medien in der heutigen Zeit, Freundschaft und Liebe. Die Bücher dieses Autors sind immer ungewöhnlich, ein Sprachgenuß und bleiben im Lesegedächtnis haften.

  • Daniela K.

    aus Munster

    5/5

    22.09.2021

    eBook (ePUB)

    absolut lesenswert

    "Dort steht Luke Roy und wartet. Er will springen -" Mit diesem Satz schon hatte mich der Autor eiskalt erwischt. Ich weiß nicht genau, warum. Die Vorstellung, dass jemand auf einer nebelumhüllten Brücke steht und sich ins kalte Meer stürzen möchte, hat mich ziemlich betroffen gemacht. Da war es fast schon eine Erleichterung, als ich las, dass die Schreie eines Jungen ihn schließlich am Suizid hinderten. Damit haben wir auch direkt mit unserem Hauptprotagonisten zu tun, der auf mich wirkte wie ein einsamer Wolf. Was wiederum zum Stil des Autors passt, der auch in seinen anderen Geschichten Charaktere erschaffen hat, die sehr authentisch sind und mit denen man einfach unweigerlich mitfühlt. Luke ist mir problemlos ans Herz gewachsen. Ich wollte unbedingt erfahren, welchen Jungen er gerettet hat und wie es mit den beiden weitergeht. Auf den Leser warten Themen wie Mediengeilheit, Gesellschaftstabus, Moralische Aspekte... Man muss sich einmal vor Augen führen, wie sich jemand fühlt, der eben noch an den eigenen Tod dachte und plötzlich als Held im Rampenlicht steht. Das muss ein wahnsinniges Gefühlschaos sein. Donovans Stil zeichnet sich außerdem darin aus, dass er genau weiß, wie er mit den Empfindungen und Wahrnehmungen des Lesers spielen kann. Das ist fast schon ein bisschen gemein, denn er packt uns dort, wo es aufwühlt, wo es weh tut und wo es erschüttert. Er trifft stets den richtigen Ton und driftet nur so weit ab, wie es für die Story nötig ist. Das beherrscht nicht jeder Autor. Fazit: Mich hat die Geschichte um Luke tief berührt und nachdenklich gestimmt. Ein Stück von ihr wird mich noch eine ganze Weile begleiten. Ich hoffe, dass viele Leserinnen und Leser dieses kleine Schmuckstück entdecken und genauso lieben lernen wie ich.

  • Elke

    aus Vaihingen an der Enz

    4/5

    08.02.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Wenn du stirbst...

    …bist du vollkommen glücklich und deine Seele lebt irgendwo weiter. Ich habe keine Angst zu sterben. Vollkommener Frieden nach dem Tod, jemand anderes zu werden ist die beste Hoffnung, die ich habe.“ Mit diesem Zitat von Kurt Cobain könnte man den Punkt beschreiben, an dem sich auch die Hauptfigur in Gerard Donovans „In die Arme der Flut“ befindet. Luke Roy lebt in Ross Point, einem von Gott und der Welt verlassenen Kaff in Maine, arbeitet dort in einer Fabrik, tagaus, tagein die gleiche Monotonie. Sein Denken kreist seit frühester Jugend um den Tod, es ist ein diffuses Sehnen nach dem Ende. Versucht hat er es bereits, allerdings nicht in letzter Konsequenz durchgeführt. Aber jetzt ist es soweit. Schnell soll es gehen, und im wahrsten Sinn des Wortes todsicher sein. Der richtige Zeitpunkt scheint gekommen. Ein Sprung von der Brücke in den Moss River, 35 Meter in die Tiefe, der Körper zerschmettert, von der Strömung ins Meer gezogen. Oder doch nicht? Er zaudert, er zögert, entscheidet sich dagegen, dreht um und bemerkt im Weggehen ein Kind, das aus einem gekenterten Boot gefallen ist und auf einen Strudel zutreibt. Ohne Zögern wagt er den Sprung, bekommt es zu fassen und rettet es. Es scheint, als ob Paul, so der Name des Jungen, ein Seelenverwandter Lukes wäre, da er keinerlei Anstrengungen unternommen hat, den Fluten zu entkommen. Passanten haben die Aktion beobachtet, stellen ihre Fotos davon ins Netz, die Anzahl der Klicks explodiert. Luke steht plötzlich im Zentrum des Interesses, wird zur Berühmtheit, erhält eine Tapferkeitsmedaille. Politiker lassen sich mit ihm ablichten, instrumentalisieren ihn für ihren Wahlkampf. Doch Ruhm ist vergänglich. Alles ändert sich, als ein Video auftaucht, das das Ereignis in einem anderen Licht erscheinen lässt, und plötzlich schlägt ihm blanker Hass entgegen. Diejenigen, die ihm gestern noch auf die Schulter geklopft haben, wenden sich von ihm ab. Steine fliegen, das Boot, auf dem er lebt, geht in Flammen auf. Doch dann wird der Zeitung ein weiterer Film zugespielt, der Lukes Version bestätigt, und schon ist der Außenseiter wieder der strahlende Held, der er nie sein wollte. Aber für die Brandstiftung, den Verlust seines Bootes, seines Heims, übernimmt niemand Verantwortung. Wie bereits in dem erfolgreichen „Winter in Maine“ steht auch in dem diesem Roman ein Mensch im Mittelpunkt, dessen Leben von einem Gefühl der Isolation durchdrungen ist. Luke fühlt sich fremd unter Menschen, ist einsam und hat im Laufe seines Lebens eine ungesunde Faszination für den Tod entwickelt. Leidet er an Depressionen? Will er sterben? Eindeutig ist beides nicht, es bleibt in der Schwebe. Aber der Roman ist mehr als das Psychogram eines Außenseiters, er ist gleichzeitig eine Abrechnung mit unserer medialen Welt, die sensationsgierig jede halbwegs interessante Information durch den Wolf dreht, jedoch das, was dieses Vorgehen mit den Menschen macht, völlig ignoriert. Hauptsache, die Anzahl der Klicks stimmt.

  • Dominik Alexander

    4/5

    03.10.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Aus dem Nebel herausfinden

    Im Nachblick kann ich die ersten siebzig Seiten des Romans »In die Arme der Flut« von Gerard Donavan kaum noch als Tortur beschreiben, obwohl ich sie bei meiner ersten Lektüre als solche empfunden habe. Denn im Nachblick, nach der Lektüre des gesamten Buchs, empfinde ich eher die Lust, mich diesen ersten siebzig Seiten noch einmal auszusetzen, einfach, um zu sehen, ob sie sich mit Kenntnis des gesamten Buchs nun anders lesen. Über das, was nach den ersten siebzig Seiten auf die Leser*innen zukommt, kann ich kaum etwas schreiben, um nicht spoilern zu müssen. Deshalb zum Inhalt nur folgendes: Der Protagonist Luke Roy hat mit dem Leben abgeschlossen. Eigentlich hat er das seit frühester Jugend. Er trägt eine Art Todessehnsucht in sich, die vor allem eine Überdrüssigkeit vom Leben ist. Auf den ersten siebzig Seiten begleiten wir Luke dabei, wie er mit sich ringt, ob er sich nun von der Brücke in den Tod stürzen soll oder nicht. Tatsächlich springt er an diesem Tag zweimal von dieser Brücke. Nach dem ersten Mal rettet er sich selbst; nach dem zweiten den Jugendlichen Paul. Doch ist es eine Rettung oder nur Verzögerung des unausweichlichen Schicksals? Was darauf folgt, sind gesellschaftliche Verstrickungen, ungewollte Begegnungen, gewollte Begegnungen, die alle zufällig sind und doch im Mikrokosmos Social Media in einer Weise zusammenlaufen, die wohl wieder schicksalhaft ist. Fazit: Durch die ersten siebzig Seiten musste ich mich wie durch den beschriebenen Nebel hindurchquälen; der Rest ist philosophischer, teilweise gesellschaftskritischer Lesegenuss. Alles in allem also ein empfehlenswertes Buch.

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