1938: Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Alice nach Deutschland zurück, um die Erbschaft zu regeln. Doch sie erkennt ihr geliebtes Berlin nicht wieder. Die Stimmung ist umgeschlagen, viele Freunde sind in Gefahr. Verzweifelt nutzt die Familie alle Möglichkeiten, um die Galerie zu halten und geliebte Kunstwerke zu retten. Aber Alice erkennt schnell, welch unheilvolle Macht die Nazis bereits auf dem Kunstmarkt haben. Bald schon geht es nicht mehr nur um Gemälde von unschätzbarem Wert, sondern um Leben und Tod. Der Einzige, der ihr jetzt noch helfen kann, ist ein alter Vertrauter – und ihr schlimmster Feind.
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Spannung bis zum Schluss mit einer starken Heldin - am Vorabend des 2. Weltkrieges!
Bewertung am 19.04.2023
Bewertungsnummer: 1925351
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Auch der zweite Band der Trilogie hat mich in den Bann gezogen und sich als echter Pageturner erwiesen. So setzt die Geschichte in London ein, einem interessanten zweiten Schauplatz, wo sich Alice und John inzwischen ihr Leben in Freiheit aufgebaut haben. Hinzu kommen neue Figuren, wie etwa Max Prendergast, Galerist und Alices exzentrischer Freund, mit seinem Hund Strudel. Im Gegensatz zu dem ersten Buch baut der zweite Band, der am Vorabend des 2. Weltkriegs spielt, vor allem noch mehr Spannung auf durch aufregende Ereignisse und Konflikte. Alice hat nicht nur mit Ressentiments in England zu kämpfen, weil sie Deutsche ist, sondern beobachtet auch besorgt die zunehmende Bedrohung durch die Nazis. Besonders die sogenannte "Verwertung entarteter Kunst" löst Entsetzen in ihr aus.
Ihr neues Abenteuer beginnt mit einigen Rückschlägen. Gelangweilt von der Arbeit im Fotolabor und mit wenig journalistischem Talent ausgestattet, sucht sie verzweifelt nach beruflichen Perspektiven, als auch noch ihr Vater Heinrich Lux stirbt. Doch bei aller Trauer öffnet sich eine neue Tür, denn sein Nachlass von zwölf Gemälden könnte ihr Startkapital sein für eine eigene Galerie in London zusammen mit Max. Die Herausforderung ist nun jedoch: Die Bilder wurden inzwischen als "entartet" beschlagnahmt und sind in die Hände des Reichsministeriums gelangt. Alice wäre aber nicht Alice, wenn sie sich davon aufhalten ließe. So kehrt sie zurück nach Berlin und nimmt mit Johns Beistand den Kampf gegen die Behörden und das Regime auf.
Aber die Stadt und ihre Bewohner haben sich verändert - auch Alices Familie. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft und ihren Gesetzen geht es für ihre Familie vor allem darum, zu überleben, während Alice sich zunächst bedingungslos für ihre freiheitlichen Werte einsetzt und die Welt in Schwarz-weiß sieht. Dass sie sich damit Feinde schafft, dürfte klar sein. Gleichzeitig schließt sie in Berlin auch neue Freundschaften im Künstlermilieu und mit der Familie Hirschberger. Dann jedoch begegnet sie wieder ihrem Todfeind Erik Wolffert, dessen kriminelle Geschäfte auch ihre Familie betreffen. Ambivalent ist ebenfalls die Hilfe ihrer Familie jüdischen Flüchtlingen gegenüber, die das Land verlassen wollen, wie Alice herausfindet.
Je mehr sie in das Spannungsfeld zwischen Anpassung und Widerstand gerät, desto mehr kommen Alices Werte ins Wanken, und so muss sie sich zunehmend die Frage nach der eigenen Moral stellen, nach ihren Entscheidungen unter den Bedingungen eines Systems diktatorischer Kontrolle. Als sich schließlich die Ereignisse zuspitzen, die nun auch Todesopfer in ihrem Kreis fordern, und John Deutschland verlassen muss, ist Alice gezwungen, eine Wahl treffen - für sich und ein Kind. Doch sie bedeuten Kompromisse, die Alice alle Überwindung kosten und durch die sie selbst in Lebensgefahr gerät. Wird Alice es schaffen, aus Deutschland zu entkommen? Ist sie bereit, den notwendigen Preis zu zahlen?
Die Geschichte bleibt bis zum letzten Satz spannend. Doch neben den sympathischen Figuren und der mitreißenden Heldin entfaltet der Roman gründlich und fachkundig auch das Thema des Kunstraubs im Nationalsozialismus mit all seinen schwerwiegenden kulturellen und politischen Konsequenzen. So macht es Freude, den Geschehnissen zu folgen. Wer darüber hinaus etwas zu den wirklichen, geschichtlichen Ereignissen erfahren will, kann im schön aufbereiteten Glossar am Ende des Buches nachlesen.
Muss man gelesen haben
Bewertung am 30.07.2022
Bewertungsnummer: 1757639
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Sowie der erste und der zweite Band haben mich völlig begeistert und abgeholt. Man merkt dass die Autorin aus einer Kunsthändlerfamilie stammt. Spannend und lebendig geschrieben.
Bin gespannt wie es weitergeht. Freue mich auf den 3. Band
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