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Beschreibung

Details

Verkaufsrang

4106

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.11.2022

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

192

Beschreibung

Rezension

Vielleicht der zugänglichste, menschlichste Jelinek-Text der letzten Jahre … brillant, humorvoll und scharfsinnig. ("nachtkritik.de")
Das Buch ist wütend und lustig zugleich. Wütend, weil es Jelinek um sehr vieles geht, was sie zu Recht empört. Lustig, weil sie noch in jedem Satz durch ein paar Drehungen die Pointe sucht. ("Tages-Anzeiger")
Jelineks Genialität liegt nicht in der Bekanntmachung katastrophalen Unrechts. Es ist ihre Reflexionsfähigkeit, die ständige Überprüfung des Allgemeinen an der eigenen Person, ihr sprachlicher Schalk, die Aufzählung himmelschreiender politischer Fehler. ("Deutschlandfunk Kultur")
Ein kafkaeskes, komisches und kurzweiliges Zeichen gegen die Absurdität der Bürokratie. ("Welt am Sonntag")
Wie kaum einer anderen Schriftstellerin ihrer Generation gelingt es Elfriede Jelinek, uns die Widersprüche unserer Epoche so aufzuzeigen, dass uns das Lachen im Hals stecken bleibt ... An Jelinek kommt heute niemand mehr vorbei. Zu Recht, denn ihre virtuose Radikalität wirft ein Licht auf Schattenzonen unserer Zeit, das gleißender nicht sein könnte. ("Bücher am Sonntag (Beilage NZZ am Sonntag)")
Ein Textgewebe, das äußerst feinfühlig, mit Esprit, Ironie und auch klagender Wehmut über den Ist-Zustand der Welt geflochten ist. Kurz: Elfriede Jelinek in Bestform. ("Bayern 2 "Diwan"")
Ein ganz und gar außergewöhnliches Buch … eine kühne, hoch virtuose Provokation … Da legt jemand Bilanz über ein Leben ab, auf dem tonnenschwer die Geschichte des 20. Jahrhunderts lastet. ("News")
Das Tatsächliche und die Gerüchte, die Ursachen und die Wirkungen wechseln
einander in unaufhörlicher, rasender Weise ab. ("Die Zeit")
Für Jelinek-Fans ist 'Angabe der Person' ein rauschendes Fest. ("NDR Kultur")
Jelineks einzigartige Stärke: die Magie eines Schreib-Sprechens, das widerspenstig
ist … Alles besitzt einen Sog, sodass man einfach weiterlesen muss … Wir brauchen Elfriede Jelinek, die mutig niemals Aktualität meidet, dabei jedoch nie doof-didaktisch labert, sondern unsere Intelligenz respektiert, indem sie Kunst schafft.“ ("Münchner Merkur")

Details

Verkaufsrang

4106

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.11.2022

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

21,2/13,3/2,3 cm

Gewicht

305 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00318-0

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Da schauen Sie, wie? Nein, da schauen Sie weg!

Gesellschaftliche Betrachterin aus Großraum Halle (Saale) am 05.03.2023

Bewertungsnummer: 1893472

Bewertet: Hörbuch-Download

Elfriede Jelinek empört sich, sie ist außer sich. Noch eine Steigerung gefällig: “Deutscher Staat, ich hasse dich!“ Zu dieser in ihrem Buch formulierten und begründeten Wut kommt es aus dem Anlass, dass die bayerische Steuerfahndung das Haus und die persönlichen Sachen der Autorin durchsucht hat, wegen des Verdachts falscher Angaben zu ihren Aufenthaltszeiten in Deutschland bei der Einkommensteuer. Die Staatsanwaltschaft hat, so aus dem Buch ersichtlich, während der Untersuchungen keinen Wert auf eine Kommunikation oder eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe mit ihr gelegt: „Vielleicht glaubt Ihnen der Richter, wir glauben Ihnen nicht.“ Letztlich wurde das Verfahren als haltlos eingestellt. Und die nötige Entschuldigung und Selbstreflexion staatlicherseits war offensichtlich ausgeblieben. So hinterfragt jetzt Frau Jelinek mit wehrhaft literarischem Knüppel ihrerseits den Staat. Dieser Text ist eine meisterliche Betrachtung der jüngeren deutschen Gegenwart, ein Kaleidoskop des wirklich großen Unrechts, bei dem der Rechtsstaat wegsieht. In den Versatzstücken finden sich (ohne Namensnennung) der unaufgelöste Wirecard-Skandal, bei dem der Hauptgeldwäscher in Russland untergetaucht ist oder die Mordserie durch die als NSU organisierten nationalistischen Täter, deren Opfer so zahlreich wurden, weil die Behörden vorschnell Ausländer in den Blick genommen haben. Namentlich genannt ist hingegen der österreichische Fußballspieler David Alaba in einem Sumpf der Zuwendungen des Fußballclubs Bayern München auf Schweizer Bankkonten, über den die bayerische Politik schützend ihre Hand hält. Anders als bei Jelinek. Vom Großen geht es immer wieder ins Familiäre. Per se als Juden waren die Jelineks in der Historie schon häufiger durch Staatsgewalt Verletzte. So erfahren wir, dass ihr Urahn Herschel Jelinek 1848 für eine Schrift liquidiert worden ist, wobei – wie zu erwarten – der die Staatsgewalt final ausübende Henker sich auf der Hinrichtungsstätte auch dem Wunsch Herschels entzogen hat, mit ihm zu diskutieren. Beim großen Unrecht fordert Frau Jelinek das Handeln des Staates ein, aber hier versagt der Staat. Kapitalistische Finanzströme wirbeln bis zur Unkenntlichkeit um die Welt. Und die Erde wird gerade müde, während sie im Meer untergeht. Glatte fünf Sterne für dieses Buch des Jahres! Sechs Sterne für alle Steuerfahnder, Staatsanwälte, Politiker und Wirtschaftsmagnaten (stets Damen wie Herren), die das Buch lesen, die Anklage annehmen und sich entweder verurteilen lassen oder künftig Besseres tun. Besseres wirklich tun! Im Namen des Staates und der Gesellschaft.
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Da schauen Sie, wie? Nein, da schauen Sie weg!

Gesellschaftliche Betrachterin aus Großraum Halle (Saale) am 05.03.2023
Bewertungsnummer: 1893472
Bewertet: Hörbuch-Download

Elfriede Jelinek empört sich, sie ist außer sich. Noch eine Steigerung gefällig: “Deutscher Staat, ich hasse dich!“ Zu dieser in ihrem Buch formulierten und begründeten Wut kommt es aus dem Anlass, dass die bayerische Steuerfahndung das Haus und die persönlichen Sachen der Autorin durchsucht hat, wegen des Verdachts falscher Angaben zu ihren Aufenthaltszeiten in Deutschland bei der Einkommensteuer. Die Staatsanwaltschaft hat, so aus dem Buch ersichtlich, während der Untersuchungen keinen Wert auf eine Kommunikation oder eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe mit ihr gelegt: „Vielleicht glaubt Ihnen der Richter, wir glauben Ihnen nicht.“ Letztlich wurde das Verfahren als haltlos eingestellt. Und die nötige Entschuldigung und Selbstreflexion staatlicherseits war offensichtlich ausgeblieben. So hinterfragt jetzt Frau Jelinek mit wehrhaft literarischem Knüppel ihrerseits den Staat. Dieser Text ist eine meisterliche Betrachtung der jüngeren deutschen Gegenwart, ein Kaleidoskop des wirklich großen Unrechts, bei dem der Rechtsstaat wegsieht. In den Versatzstücken finden sich (ohne Namensnennung) der unaufgelöste Wirecard-Skandal, bei dem der Hauptgeldwäscher in Russland untergetaucht ist oder die Mordserie durch die als NSU organisierten nationalistischen Täter, deren Opfer so zahlreich wurden, weil die Behörden vorschnell Ausländer in den Blick genommen haben. Namentlich genannt ist hingegen der österreichische Fußballspieler David Alaba in einem Sumpf der Zuwendungen des Fußballclubs Bayern München auf Schweizer Bankkonten, über den die bayerische Politik schützend ihre Hand hält. Anders als bei Jelinek. Vom Großen geht es immer wieder ins Familiäre. Per se als Juden waren die Jelineks in der Historie schon häufiger durch Staatsgewalt Verletzte. So erfahren wir, dass ihr Urahn Herschel Jelinek 1848 für eine Schrift liquidiert worden ist, wobei – wie zu erwarten – der die Staatsgewalt final ausübende Henker sich auf der Hinrichtungsstätte auch dem Wunsch Herschels entzogen hat, mit ihm zu diskutieren. Beim großen Unrecht fordert Frau Jelinek das Handeln des Staates ein, aber hier versagt der Staat. Kapitalistische Finanzströme wirbeln bis zur Unkenntlichkeit um die Welt. Und die Erde wird gerade müde, während sie im Meer untergeht. Glatte fünf Sterne für dieses Buch des Jahres! Sechs Sterne für alle Steuerfahnder, Staatsanwälte, Politiker und Wirtschaftsmagnaten (stets Damen wie Herren), die das Buch lesen, die Anklage annehmen und sich entweder verurteilen lassen oder künftig Besseres tun. Besseres wirklich tun! Im Namen des Staates und der Gesellschaft.

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von Elfriede Jelinek

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